mini|Schloss Hohenheim um 1899 mini|Lageplan der Gärten mini|rechts|Schloss Hohenheim mini|Ausschnittsbereich aus dem Campus der Universität

Die Universität Hohenheim ist eine Campus-Universität im Stuttgarter Stadtbezirk Plieningen. Große Teile der Universität sind im Schloss Hohenheim untergebracht. Ihre fachlichen Schwerpunkte sind Agrar-, Natur-, Kommunikations- und Wirtschaftswissenschaften. Angeschlossen ist die Universitätsbibliothek.

Im Bereich der Agrarwissenschaften ist die Universität weltweit vernetzt; sie ist Gründungsmitglied der Euroleague for Life Sciences und mit China verbunden.QS-Ranking 2018:Agrarforschung der Universität Hohenheim erneut Nr. 1 in Deutschland abgerufen am 2. März 2018Agrarwissenschaften Hohenheim und Anerkennung durch die VR China In Rankings zu wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen und Kommunikationswissenschaften findet sich die Universität Hohenheim im Spitzenfeld, in Agrarwissenschaften nimmt sie in Deutschland den ersten Platz ein.Agrarwissenschaften Hohenheim auf Pole Positiontop agrar Hochschulranking 2024: Uni Hohenheim drei Mal auf Spitzenplatz bei Universitätenuni-hohenheim.de: Dem neuesten Times Higher Education World University Ranking zufolge zählt die Universität Hohenheim zu den weltweit besten 14 % aller gerankten Universitäten. Die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität zählt zu den besten 250 von weltweit 870 wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten.Ranking 2024 der Universität Hohenheim Seit dem 1. Oktober 2025 ist der Klimaforscher Christoph Schneider Rektor der Universität.Presseportal:Prof. Christoph Schneider tritt sein Amt anProf. Dr. Christoph Schneider wird neuer Rektor der Universität Hohenheim

Geschichte Die Hohe Karlsschule, ab 1781 die erste Universität der Stadt, bestand von 1770 bis 1794. Der Vorläufer der Universität Hohenheim wurde 1818, die Universität Stuttgart 1829 gegründet; die beiden Universitäten kooperieren in Forschung und Lehre. Der Meiereihof Hohenheim – Wohnsitz des Herzogs und heute Versuchsbetrieb der Universität – wurde als Musterbetrieb eingerichtet und mit der Stammzucht von Feinwollschafen beauftragt. Die Wolle der Merinoschafe war die feinste und begehrteste ihrer Zeit.Lamm Die Universität Hohenheim geht zurück auf die Landwirtschaftliche Unterrichts-, Versuchs- und Musteranstalt, die durch König Wilhelm I. von Württemberg am 20. November 1818 gegründet wurde, nachdem die katastrophalen Missernten im Jahr ohne Sommer 1816 zu einer Hungersnot im Folgejahr 1817 geführt hatten. Erster Direktor der Anstalt war Johann Nepomuk Hubert von Schwerz. Schon damals war der Schule die aus der Staatsdomäne Hohenheim erwachsene Gutswirtschaft angegliedert. Der Leitung der Anstalt waren auch die Waisenanstalt, die zur Ackerbauschule Hohenheim umbenannt wurde, und seit 1842 die Gartenbauschule unterstellt. Letztere war zunächst Teil der Akademie und wurde 1949 wieder aus der Hochschule ausgegliedert.

1847 wurde die Anstalt durch Erlass von Wilhelm I. zur Landwirtschaftlichen Akademie erhoben. Der Ausbildungsschwerpunkt lag zunächst eindeutig im Agrarsektor; so gab es zunächst Professuren für Land- und Forstwirtschaft, Technologie, Naturwissenschaften, Mathematik und Physik. 1854 und 1875 kamen die Agrikulturchemie sowie die Volkswirtschaftslehre hinzu. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ging man dazu über, die bis dato alleinstehenden Lehrstühle zu Instituten zusammenzufassen.

Mit der Aufbruchstimmung der Deutschen Reichsgründung 1871 kam auch ein neues studentisches Bewusstsein nach Hohenheim. Der Gründung der „Akademischen Gesellschaft Gemüthlichkeit“ folgten weitere 13 Eröffnungen von Studentenverbindungen, in welchen um die Jahrhundertwende nahezu alle der rund 1.000 Hohenheimer Studenten organisiert waren. Das Verbindungsleben endete jedoch weitgehend mit Beginn des Ersten Weltkrieges 1914. Nicht alle Verbindungen wurden nach Kriegsende 1918 wieder rekonstituiert. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die Verbindungen verboten, die Verbindungshäuser enteignet und in Hohenheim „gleichgeschaltete Kameradschaften“ eingerichtet. Nach dem Krieg konnten die dann erneut rekonstituierten Verbindungen ihre frühere Bedeutung nicht wieder erlangen.

Auf Grund einer Eingabe von Kammerpräsident John C. Funch bei König Wilhelm II. von Württemberg wurde 1904 die Akademie in Landwirtschaftliche Hochschule Hohenheim (LH Hohenheim) umbenannt. 1918/19 erhielt die Hochschule das Promotions- und Habilitationsrecht sowie 1922 eine Rektoratsverfassung, die einem Senat als eigentlichem Beschlussorgan der Hochschule einen starken Rektor gegenüberstellte.Harald Winkel (Hrsg.) mit Beiträgen von Erwin Reisch, George Turner und Harald Winkelː Universität Hohenheim – Festschrift zum 175-jährigen Jubiläum. Ulmer, Stuttgart 1993, ISBN 3-8001-4801-3, S. 83 ff. Mit der Berufung Margarete von Wrangells auf den Lehrstuhl für Pflanzenernährung im Jahr darauf wurde erstmals in Deutschland eine Frau zum ordentlichen Professor ernannt.

Hatte Hohenheim um 1848 nur ca. 100 Studenten, so war die Studentenzahl 1922 auf über 1.000 angewachsen. 1934 wurde der Rektor zum „Führer der Landwirtschaftlichen Hochschule“ ernannt und mit noch mehr Rechten ausgestattet – der Senat hatte lediglich noch eine beratende Funktion. 1946 wurde die Verfassung von 1922 wieder in Kraft gesetzt und Adolf Münzinger erneut zum Rektor gewählt. Die Hochschule hatte die Bombardierungen des Zweiten Weltkriegs verhältnismäßig gut überstanden, so dass nach dem Krieg ein schnelles Wachstum einsetzte.

Ende der 1950er Jahre war die wissenschaftliche Spezialisierung so weit fortgeschritten, dass an einen über die reine Agrarwissenschaft hinausgehenden Ausbau der Hochschule nachgedacht wurde. 1964 wurde die biologische Ausbildung ausgebaut und es wurden zwei Fakultäten (eine für Agrarwissenschaften, eine für Naturwissenschaften) gegründet. In der Folge wurde eine ganze Reihe von naturwissenschaftlichen Lehrstühlen eingerichtet. Im Dezember 1967 wurde die Hochschule umbenannt in Universität Hohenheim (Landwirtschaftliche Hochschule),Bernd Reinhoffer: Heimatkunde und Sachunterricht im Anfangsunterricht – Entwicklungen, Stellenwert, Tendenzen. Dissertation. Klinkhardt, Bad Heilbrunn 2000. ISBN 3-7815-1084-0. Auf Books.Google.fr (Digitalisat), abgerufen am 2. November 2019. der Klammerzusatz ist inzwischen entfallen.

1968 wurden die wirtschaftswissenschaftlichen Bereiche aus der agrarwissenschaftlichen Fakultät in eine eigene wirtschaftswissenschaftliche Fakultät ausgegründet. Das baden-württembergische Landeshochschulgesetz von 1968 und das Universitätsgesetz von 1978 reformierten den Verwaltungsapparat der Universität; ihr stand nun ein auf acht Jahre gewählter Präsident vor. Aus den ehemals drei wurden 1978 fünf Fakultäten (je zwei für Natur- und Agrarwissenschaften und eine für Wirtschaftswissenschaften). In der Folge wurde die ehemalige Berufspädagogische Hochschule Esslingen in die Universität eingegliedert.

Mit dem neuen Universitätsgesetz wurde 2000 wieder die Rektoratsverfassung eingeführt. 2002 wurde Hans-Peter Liebig für eine sechsjährige Amtszeit zum Rektor gewählt und 2008 im Amt wieder bestätigt. 2005 war die Universität Mitbegründerin der Hochschulregion Tübingen-Hohenheim. Die fünf Fakultäten wurden zu dreien (Agrar-, Natur- sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaften) zusammengefasst. 2007 studierten in Hohenheim deutlich über 6.000 Studierende (davon über 2.000 im Studiengang Wirtschaftswissenschaften), die Anzahl der Universitätsbediensteten lag bei 1.200 Personen, darunter 120 Professoren.

Am 16. Dezember 2011 wurde der Hohenheimer Agrarökonom Stephan Dabbert zum neuen Rektor der Universität gewählt; er hat sein Amt zum 1. April 2012 angetreten.Florian Klebs: Senat bestätigt Prof. Dr. Stephan Dabbert als künftigen Rektor. In: Pressemitteilungen. 16. Dezember 2011. Auf Uni-Hohenheim.de, abgerufen am 2. November 2019. Am 15. Mai 2017 wurde er wiedergewählt und seine zweite sechsjährige Amtszeit hat am 1. April 2018 begonnen. Am 30. Juni 2023 wurde Dabbert für eine dritte Amtszeit von sechs Jahren bestätigt. Dabbert verstarb Anfang Oktober 2024.

Im Jahr 2018 feierte die Universität Hohenheim ihr 200-jähriges Jubiläum.

Infrastruktur mini|Mensa mini|Gebäude des Biologiezentrums mini|Sammlungsgewächshaus Das starke Anwachsen der Studentenzahlen machte eine Unterbringung der gesamten Hochschule im Schloss Hohenheim unmöglich. 1973/76 wurde das Biologiezentrum errichtet, 1985 eine neue Mensa (mit einer Kapazität für 3.100 Essen), 1989 ein Technikum für die Lebensmitteltechnologie, 1991 ein Bau für Pflanzenzüchtung und Landessaatzuchtanstalt (der so genannte Fruhwirthbau), 1987 vier Kavaliershäuser zur Unterbringung geisteswissenschaftlicher Einrichtungen, 1993 das Verfügungsgebäude für Drittmittelforschung und Nachwuchswissenschaftler, 1994 das Euroforum (kulturelle Veranstaltungen und Sprachenzentrum der Universität). 1996 wurde das Ökologiezentrum (naturwissenschaftliche Einrichtungen) in Betrieb genommen. Im Jahr 2009 wurde ein neues Laborzentrum in der Garbenstraße eröffnet.

Im Jahr 2016 wurde der größte Hörsaal der Universität, das Otto Rettenmaier Audimax, eingeweiht. Der Hörsaal bietet Platz für bis zu 660 Studenten.

Auf dem Universitätscampus befindet sich sowohl die Zentral- als auch die Bereichsbibliothek. Letztere ist im Schloss Hohenheim untergebracht.

Im Schloss Hohenheim befindet sich außerdem das von einer Stiftung getragene Wirtschaftsarchiv Baden-Württemberg.

Institute und Einrichtungen Fakultät Naturwissenschaften (Quelle: Universität Hohenheim)

Institut für Angewandte Mathematik und Statistik Institut für Physik und Meteorologie Institut für Chemie Institut für Lebensmittelwissenschaft und Biotechnologie Institut für Biologie Institut für Ernährungswissenschaften Institut für Ernährungsmedizin Institut für Lebensmittelchemie Kompetenzzentrum Biodiversität und integrative Taxonomie (KomBioTa) Metabolic Unit Technikum

Fakultät Agrarwissenschaften Institut für Agrarpolitik und Landwirtschaftliche Marktlehre Institut für Agrartechnik Institut für Bodenkunde und Standortslehre Institut für Kulturpflanzenwissenschaften Institut für Landschafts- und Pflanzenökologie Institut für Landwirtschaftliche Betriebslehre Institut für Nutztierwissenschaften Institut für Pflanzenzüchtung, Saatgutforschung und Populationsgenetik Institut für Phytomedizin Institut für Sozialwissenschaften des Agrarbereiches Institut für Tropische Agrarwissenschaften (Hans-Ruthenberg-Institut) Zentrum Ökologischer Landbau Universität Hohenheim (ZÖLUH) Zentrum für Tierhaltungstechnik Versuchsstation für Agrarwissenschaften

Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften Die Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ist AACSB akkreditiert.AACSB-Qualitätssiegel für Hohenheim

Institut für Financial Management Institut für Health Care & Public Management Institut für Marketing & Management Institut für Interorganisational Management & Performance Institut für Volkswirtschaftslehre Institut für Rechtswissenschaften Institut für Bildung, Arbeit und Gesellschaft Institut für Kommunikationswissenschaft

Forschungszentren Food Security Center Forschungszentrum für Bioökonomie Forschungszentrum für Gesundheitswissenschaften Forschungszentrum für Globale Ernährungssicherung und Ökosystemforschung

Forschungsstellen Forschungsstelle für Agrar- und Umweltrecht Forschungsstelle für Export- und Technologiemanagement Forschungsstelle für Genossenschaftswesen Forschungsstelle für Medienwirtschaft und Kommunikationsforschung Forschungsstelle für Weinrecht Forschungsstelle Glücksspiel Forschungsstelle Internationales Management und Innovation Interdisziplinäre Forschungsstelle für Wettbewerbspolitik und Wirtschaftsrecht

Studiengänge