Der Hessische Radfernweg R3 ist einer von neun Radfernwegen in Hessen. Er trägt den Namen Rhein-Main-Kinzig-Radweg und steht unter dem Motto Auf den Spuren des Spätlesereiters. Der Radfernweg beginnt in Rüdesheim am Rhein und verläuft überwiegend über asphaltierte Wege entlang von Rhein, Main und Kinzig über Fulda nach Tann in der Rhön. Die Gesamtlänge beträgt 258 Kilometer.

Charakteristik Der Radweg R3 führt durch die Kreise Rheingau-Taunus, Main-Taunus, Offenbach, Main-Kinzig und Fulda. Zwischen Fulda und Hilders ist der R3 identisch mit dem Milseburgradweg. Auf diesem Abschnitt führt der Radweg durch den Milseburgtunnel. Dieser ist offiziellRadwanderkarte 2009 des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landentwicklung, Referat Presse, Öffentlichkeitsarbeit, Wiesbaden von November bis März zum Schutz von Fledermäusen gesperrt. In der Praxis ist die Sperrung abhängig vom Ruhebedarf der Fledermäuse und kann bis Mitte April andauern. Beispielsweise wurde der Tunnel im Jahr 2009 erst am 19. April wieder eröffnet. Die Strecke an Rhein, Main und Kinzig ist flach; erst hinter Schlüchtern ist mit nennenswerten Steigungen zu rechnen. Der Aufstieg in die Rhön wird durch Wegführung über die ehemalige Trasse der Rhönbahn sehr erleichtert. Steigungen von mehr als 3 % treten selten auf. Der ADFC qualifiziert nur ca. 50 % der Strecke als rennradgeeignet. Die Verkehrsbelastung ist gering, da die Strecke fast ausschließlich über Radwege geführt wird. In Hanau und Fulda werden allerdings teilweise auch Straßen genutzt. Die Strecke führt fast ausschließlich durch offenes Gelände mit wenigen schattigen Abschnitten.

Streckenbeschreibung Die Gesamtstrecke wurde in Teilstrecken von etwa 50 Kilometern eingeteilt. Bei möglichen Alternativrouten wurden unter Umständen kürzere Etappen gewählt. Die Angaben über Entfernungen und Höhenprofile wurden dem Radroutenplaner Hessen entnommen.Radroutenplaner.hessen.de. Abgerufen im Juni 2012.

Rüdesheim – Eltville

Auf dieser Teilstrecke sind zwei Varianten möglich: die anspruchsvollere Route über das Kloster Eberbach oder die flache Route am Rheinufer.

Rüdesheim – Eltville (R3a über Kloster Eberbach) Länge 22,5 km; Steigungen 288 Höhenmeter.

Diese Streckenführung folgt weitgehend der Rheingau-Riesling-Route über Geisenheim, Johannesberg, Oestrich-Winkel und Hallgarten zum Kloster Eberbach. Diese Alternative ist als R3a ausgeschildert, in älteren Karten noch als R3. Das ehemalige Zisterzienserkloster zählt mit seinen romanischen und frühgotischen Bauten zu den bedeutendsten Kunstdenkmälern Deutschlands. Johannisberg ist wohl der bekannteste Stadtteil von Geisenheim, ist er doch die Geburtsstätte der Spätlese (genauer: der systematischen Erzeugung von Auslesen) und für seine Weinlage weltbekannt. Im Schloss Johannisberg erinnert eine Statue an den unbekannten Spätlesereiter. Die Strecke zwischen Rüdesheim und Johannesberg beträgt ca. 5,5 km. Von hier zum Weinort Oestrich-Winkel sind es zwei Kilometer. Oberhalb des Ortes liegt Schloss Vollrads. Es nimmt für sich in Anspruch, das älteste Weingut Deutschlands zu sein. Zum nächsten Weinort Hallgarten sind es ca. 5 km. Auf der Strecke zwischen Hallgarten und dem Kloster Eberbach sind auf ca. 2,5 km ungefähr 80 Höhenmeter zu bewältigen.

Nach weiteren 7 km Abfahrt wird über Kiedrich das 150 Höhenmeter tiefer gelegene Eltville erreicht.

Rüdesheim – Eltville (Rheinufer) Länge 16,5 km; Steigungen 39 Höhenmeter.

Der neu asphaltierte Hauptweg führt auf dem Rhein-Radweg am Rheinufer entlang und berührt dabei die Rheingauer Weinorte Geisenheim, Oestrich-Winkel, Hattenheim und Erbach, bevor er Eltville erreicht. Zwischen Geisenheim und dem Ortsteil Winkel wurde der Uferweg gesperrt und stattdessen der Rad- und Fußgängerweg nahe an die lärmende Bundesstraße neu gebaut, weil die Zone zum Ufer als Ausgleichsfläche wegen des Ausbaus des Frankfurter Flughafens zum Naturschutzgebiet erklärt wurde.

Jeweils nahe am Radweg liegen die Sehenswürdigkeiten Brömserburg und Adlerturm in Rüdesheim, der Rheingauer Dom und Schloss Schönborn in Geisenheim, in Oestrich-Winkel das Wahrzeichen der Stadt, der Oestricher Kran, das Graue Haus und die Basilika St. Ägidius. In Eltville folgen der Sebastiansturm als Eckpfeiler der Stadtbefestigung sowie die Kurfürstliche Burg und Burg Crass.

Eltville – Frankfurt

Länge 52 km; Steigungen 144 Höhenmeter.

Die Route R3 folgt nach Eltville weiter dem Rhein-Radweg und erreicht nach ca. 3 km den Weinort Walluf. Danach durchquert die Route das ehemalige Wassergewinnungsgebiet des Wasserwerkes Schierstein, wo eine große Anzahl von Störchen angesiedelt wurde, bevor nach 3,5 km der Schiersteiner Hafen erreicht wird. Der Hafen ist heute ein Naherholungsgebiet für Wiesbaden und Umgebung und beherbergt ein Wassersportzentrum. Nach weiteren 2,8 km erreicht die Route Wiesbaden-Biebrich mit seinem Schloss, in dessen weitläufigem Schlosspark jährlich das bekannte Internationale Pfingstturnier Wiesbaden ausgetragen wird. Der dreiflügelige Barockbau, direkt am Rheinufer erbaut, war Residenz der Fürsten und Herzöge des Hauses Nassau. Teile des Schlosses werden heute als Repräsentationsräume des hessischen Ministerpräsidenten genutzt. Der R3 folgt weiterhin dem Rhein-Radweg, bevor er nach etwa 7 km gegenüber der Mainspitze auf den Main-Radweg wechselt. Auf ihm erreicht die Route nach 4,5 km den Bahnhof von Hochheim, das noch zum Weinbaugebiet Rheingau gehört. Zur weit sichtbaren Hochheimer Kirche St. Peter und Paul sind es von hier 0,8 km und 30 Höhenmeter. Erst zwischen Main und Weinbergen und später durch Industriegebiete erreicht die Route nach 7 km das Mainufer der Stadt Flörsheim. Danach verläuft der Weg am Mainufer oder auf dem Hochwasserdamm, unterquert die Autobahn A3 und erreicht nach 9 km die Schleuse von Eddersheim. Hier ist sowohl am südlichen als auch am nördlichen Mainufer die R3 Route ausgeschildert, bis sich die beiden Alternativen am Industriepark Höchst wieder vereinigen. Die Südufer-Variante überquert mit der Staustufe den Main und läuft im Uferbereich vorbei an Kelsterbach, bevor sie sich nach 7 km und Unterquerung der B40 mit der Nordufer-Variante vereinigt. Die Nordufer-Variante hat eine Länge von 7,6 km, führt durch den Ort Okriftel, unterquert die B40 und überquert mit Hilfe der Werksbrücke West den Main, bevor sie sich wieder mit der Südufer-Variante vereinigt. Am Industriepark vorbei wird die Route nach rund 4 km zurück ans Mainufer geführt, wo kurz darauf der Frankfurter Stadtteil Schwanheim erreicht wird. Er ist neben Sachsenhausen für seine Apfelweinkneipen bekannt. Entlang des Mainufers werden danach die Staustufe Griesheim und der Stadtteil Frankfurt-Niederrad passiert, bevor nach ca. 7 km das Frankfurter Museumsufer erreicht wird. Diese Ansammlung von 15 Museen an beiden Mainufern beziehungsweise in dessen unmittelbarer Nähe bilden einen der bedeutendsten Museumsstandorte in Deutschland und Europa. Am südlichen Ufer befindet sich der Stadtteil Sachsenhausen, der über die Fußgängerbrücke Eiserner Steg mit der Frankfurter Altstadt verbunden ist. Das Zentrum der Altstadt ist der Römerberg mit dem Römer als Rathaus. Vom Radweg aus blickt man auf die berühmte Skyline am Nordufer des Mains. Diese Skyline hat der Stadt den Beinamen Mainhattan eingebracht.

Frankfurt – Gelnhausen

Länge 52 km; Steigungen 143 Höhenmeter.

Die R3-Route verläuft am südlichen Mainufer, vorbei am Ich-Denkmal des Künstlers Hans Traxler und an der Gerbermühle, in der bereits Johann Wolfgang von Goethe verkehrte, bevor der Radweg nach ca. 7 km den Hafen von Offenbach erreicht. Nach Verlassen des Hafengebiets erreicht der Weg das gepflegte Offenbacher Mainufer. In unmittelbarer Nähe der Route liegt der Büsing-Park mit dem neobarocken Büsing-Palais und dem Lili-Tempel. Hinter dem Offenbacher Mainbogen geht die Stadt- in die Naturlandschaft des Mainufers über, und die Route erreicht etwa. 7 Kilometer nach dem Hafen Rumpenheim mit seinem unter der Herrschaft der Grafschaft Hanau im 16. Jahrhundert errichteten Schloss. Der Radweg wechselt dort mittels Fähre das Mainufer, führt vorbei an Dörnigheim, einem Stadtteil von Maintal, zum etwa 7 km entfernten und direkt am Main gelegenen Schloss Philippsruhe in Hanau-Kesselstadt. Die sich im historistischen Stil repräsentierende Anlage mit englischem Landschaftsgarten wurde Ende des 19. Jahrhunderts in ihre heutige Form gebracht. An der Kinzigmündung verlässt der Radweg den Main und führt in der Nähe des Flusses durch Hanau. Der Weg führt nur wenige Meter am Hanauer Goldschmiedehaus vorbei, dem ehemaligen Rathaus am Altstädter Markt. Danach folgt er der Kinzig, bevor er diese zusammen mit der Schnellstraße Richtung Süden in ein Waldgebiet, die naturbelassene Bulau, verlässt. Die Route kreuzt die A 66 und folgt weiter der Straße (jetzt Leipziger Straße) bis zum Stadtrand von Erlensee, der ca. 17 km hinter Schloss Philippsruhe liegt. Der R3 verläuft dort durch das breite Kinzigtal, meist zwischen Fluss und Autobahn A 66. Dabei wechseln sich Wälder, Felder und Wiesen ab. In Langenselbold hat man die Möglichkeit, entweder der Route durch die Stadt zu folgen oder nach alternativer Beschilderung die Stadt südlich zu umfahren. Nach ca. 22 km wird die Kaiserpfalz in Gelnhausen und damit das Etappenziel erreicht. Es lohnt sich, der Barbarossastadt mit dem sehenswerten Unter- und Obermarkt sowie der Marienkirche mit ihrer bewegten Baugeschichte einen Besuch abzustatten.

Gelnhausen – Fulda

Länge 67 km; Steigungen 565 Höhenmeter.