Die Koppenbrüllerhöhle ist eine Höhle im Dachsteinmassiv im Gemeindegebiet von Obertraun im oberösterreichischen Teil des Salzkammergutes. Die bisher bekannte Gesamtlänge der Höhle beträgt 4054 m, wovon 565 m als Schauhöhle touristisch erschlossen sind.

Name Die Höhle wird von Höhlenbächen durchflossen. Nach starken Regenfällen entströmen der Höhle große Wassermengen, die im Berg Geräusche, das „Brüllen“, erzeugen. Koppen ist der Name der Gegend am oberen Hallstättersee, den auch die Koppentraun trägt.

Geschichte Während der Zeit der Kaiserin Maria Theresia soll die Koppenbrüllerhöhle als Versteck für den Deserteur Franz Engl aus Hallstatt gedient haben. Dort sei seine Freundin, die Hofer Sef, die ihn mit Essen versorgte, tödlich erkrankt. Daraufhin habe Franz den Pfarrer von Hallstatt eingeweiht. Auf Bitten des Pfarrers sei Engl begnadigt worden.Die Engl-Höhle, sagen.atRichard Boehmker: Franz Engl, der Deserteur in der Koppenbrüllerhöhle, Hamburger, Wien 1929

Seither wurde die Höhle immer wieder besucht. Am 4. August 1910 wurde sie als erste Schauhöhle des Bezirks Gmunden eröffnet.

Der Dachsteinforscher Friedrich Simony führte wissenschaftliche Studien in der Koppenbrüllerhöhle durch.

Die Koppenbrüllerhöhle ist Lebensraum des Höhlenlaufkäfers Arctaphaenops angulipennis.Josef Vornatscher: Arctaphaenops angulipennis Meixner. Der voreiszeitliche Höhlenlaufkäfer Oberösterreichs. Funde und Forschungen 1924–1949. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Band 95, Linz 1950, S. 351–355 ().

Tourismus Die Koppenbrüllerhöhle wird in einem Reiseführer über das Salzkammergut aus dem Jahr 1820 als „berühmte Schauhöhle“ erwähnt. Vermutlich haben schon damals Einheimische Touristen gegen Bezahlung durch die Höhle geführt. Seit 1910 ist die Höhle erschlossen und es finden regelmäßig Führungen statt.

Die Höhle kann in den Sommermonaten besucht werden. Es werden warme Bekleidung und feste Schuhe mit rutschfester Sohle empfohlen. Sie ist von der gleichnamigen Haltestelle der Salzkammergutbahn aus zu erreichen.

In der Nähe befinden sich auf der Schönbergalm noch die Dachstein-Mammuthöhle und Dachstein-Rieseneishöhle, die ebenfalls besucht werden können.

Naturschutz Höhlen stehen in Österreich prinzipiell (ex-lege) unter strengem Naturschutz. Diese Höhle wurde 1973 auch zum Naturdenkmal (ND610 Koppenbrüller Höhle, Naturschutzbuch: OÖ-65/Obertraun) erklärt.Bescheid vom 30. August 1973 (Agrar – 450003-5509-Ha). Angabe in Das Gebiet liegt in der Kernzone des UNESCO-Welterbegebiets Kulturlandschaft Hallstatt–Dachstein/Salzkammergut (WHS 806) und im Europa- und Naturschutzgebiet Dachstein (Vogelschutz- und FFH-Gebiet, AT3101000/EU02; N098).Europaschutzgebiet Dachstein (Vogelschutzgebiet und FFH-Gebiet, AT3101000), Naturschutzgebiet Dachstein in den Gemeinden Gosau, Hallstatt und Obertraun, Genisys

Literatur Robert Bouchal, Josef Wirth: Höhlenführer Österreich – Über 100 Höhlen mit Skizzen, Plänen, Zugangsbeschreibungen und 150 Fotos. Pichler Verlag, Wien 2001, ISBN 3-85431-234-2, S. 131–134. Hilde und Willi Senft: Geheimnisvolles Salzkammergut. ISBN 978-3-7020-0952-6.

Weblinks

Website der Höhle, auf dachstein-salzkammergut.com

Koppenbrüller Höhle, in Land Oberösterreich: Geografisches Naturschutzinformationssystem (GENISYS)

Einzelnachweise

Kategorie:Schauhöhle Kategorie:Dachsteingebirge HKoppenbruller Kategorie:Geographie (Obertraun) Kategorie:Kulturlandschaft Hallstatt–Dachstein/Salzkammergut (Kernzone) Kategorie:Naturdenkmal in Oberösterreich Kategorie:Quelle in Österreich Kategorie:Orographie des Einzugsgebiets Traun (Donau) Kategorie:Gewässer im Bezirk Gmunden Kategorie:Quelle in den Alpen Kategorie:Karsthöhle in Österreich