Patrick Fischer (* 6. September 1975 in Zug) ist ein ehemaliger Schweizer Eishockeyspieler und derzeitiger -trainer, der während seiner Karriere für die Phoenix Coyotes in der National Hockey League sowie den EV Zug, HC Lugano und HC Davos in der Schweizer Nationalliga A spielte. Als Cheftrainer der Schweizer Nationalmannschaft von Dezember 2015 bis April 2026 wurde er mit ihr dreimal Vizeweltmeister und ist damit der erfolgreichste Schweizer Nationalmannschaftstrainer.

Karriere Als Spieler Patrick Fischer begann seine Karriere beim EV Zug, für den er in der Spielzeit 1992/93 sein Debüt in der NLA gab. 1997 wechselte er für zwei Jahre zum HC Lugano, mit dem er 1999 Schweizer Meister wurde. Im Sommer 1999 unterzeichnete er einen Vertrag beim HC Davos, für den er bis 2003 spielte und 2002 erneut die Schweizer Meisterschaft errang. Mit über 30 Jahren wagte er den Sprung nach Nordamerika und spielte dort während der Saison 2006/07 für die Phoenix Coyotes in der National Hockey League. Ausserdem kam er im Farmteam der Coyotes, den San Antonio Rampage, zum Einsatz. In 27 NHL-Spielen erzielte er vier Tore und war damit häufigster Schweizer Torschütze in der NHL, wurde aber am Ende der Saison 2006/07 von Mark Streit überholt.

Im Trainingscamp der Coyotes für die Saison 2007/08 wurde Patrick Fischer mitgeteilt, dass man ihn nicht mehr benötige, da er für die dritte oder vierte Reihe zu gut sei, aber in den ersten zwei Angriffsformationen kein Platz verfügbar wäre. Daher wollte man ihn in das Farmteam nach San Antonio schicken. Mit einem Vertragsangebot über etwa 1 Million Franken von SKA St. Petersburg kehrte er zunächst nach Zug zurück und wechselte Anfang November 2007 nach Petersburg. Am 19. November 2007 gab er sein Debüt in der Superliga für Petersburg und erzielte einen Assist gegen den HK MWD Moskowskaja Oblast.

Im Dezember 2007 wurde er vom SKA als überzähliger Ausländer freigestellt und wechselte zurück zum EV Zug. Im Frühling 2009 erklärte Fischer seinen Rücktritt vom Spitzensport. Er wurde auf der Wall of Fame des EV Zug verewigt, seine Rückennummer 21 wird beim EVZ nicht mehr vergeben.

International Patrick Fischer begann schon in der Juniorenzeit, sein Heimatland bei internationalen Turnieren zu vertreten. Seine erste Berufung in die Nationalmannschaft erhielt er 1996, als er an der Weltmeisterschaft teilnahm. Insgesamt hat er 183 Länderspiele für sein Heimatland absolviert. Dabei erzielte er 37 Tore und gab 42 Torvorlagen.

Als Trainer thumb|hochkant|Patrick Fischer als Trainer beim HC Lugano (2014) Nach Beendigung seiner Spielerkarriere begann Fischer eine Tätigkeit als Trainer und wurde im Juni 2010 vom HC Lugano als Assistenztrainer der Elite-Junioren engagiert. Noch im selben Kalenderjahr erhielt er eine Beförderung und nach der Entlassung von Philippe Bozon den Posten des Assistenztrainers beim HC Lugano. Zunächst assistierte er bis zum Saisonende 2010/11 unter Interimstrainer Mike McNamara, bevor dieser erneut den Job als Cheftrainer der Elite-Junioren erhielt. Anschliessend wurde Fischer für die Saison 2011/12 in derselben Position unter Cheftrainer Barry Smith bestätigt. Von der Saison 2013/2014 bis Oktober 2015 war Fischer Cheftrainer des HC Lugano.

Nationaltrainer der Schweiz Ab Dezember 2015 bis vorerst Mai 2016 übernahm Fischer die Schweizer Eishockeynationalmannschaft als Cheftrainer. Das erste Turnier unter Patrick Fischer, die Arosa Challenge 2015, konnte die Schweizer Nationalmannschaft siegreich bestreiten. Bei der Weltmeisterschaft 2016 in Russland schied die Schweiz unter Fischers Leitung in der Vorrunde aus.

Am 9. Juni 2016 erhielt Fischer einen Zweijahresvertrag als Nationaltrainer. Bei der WM 2017 führte er die «Nati» in den Viertelfinal, wo man gegen Schweden mit 1:3 verlor. Während der Gruppenphase hatte Fischers Mannschaft unter anderem Kanada und Tschechien besiegt. 2018, 2024 und 2025 unterlag die Schweiz unter Fischer im Final Schweden, Tschechien und den USA. Denselben Erfolg verbuchte er 2013 bereits als Assistenztrainer.Siehe dazu die unten verlinkte Website Patrick Fischers. Somit gewann Fischer in seiner Trainerkarriere bereits vier WM-Silbermedaillen. Im Dezember 2025 gab Fischer bekannt, dass er nach der Heim-WM 2026 als Cheftrainer der Nationalmannschaft zurücktreten werde. Zu seinem Nachfolger wurde Jan Cadieux bestimmt.

Unter Fischer verbesserte sich die Mannschaft in der Weltrangliste von Platz 8 auf Platz 2.

Vorzeitige Entlassung Im April 2026 trennte sich der Verband einen Monat vor der Heim-WM vorzeitig von Fischer. Wenige Tage zuvor, am 13. April, hatte Fischer öffentlich bekanntgegeben, während der COVID-19-Pandemie mit einem gefälschten Zertifikat zu den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking gereist zu sein. Dafür war er 2023 von der Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern zu einer unbedingten Geldstrafe von 38'910 Franken wegen Urkundenfälschung verurteilt worden. Fischer hatte bei Vorbereitungen zu einem Porträt des Schweizer Fernsehens die Angelegenheit gegenüber dem Redaktor Pascal Schmitz ungefragt erzählt, worauf die Fernsehjournalisten eine Recherche einleiteten. Der Internationale Eishockey-Verband sperrte nach einer Untersuchung Fischer für vier Jahre bis 2030 auf Nationalmannschafts-Ebene.IIHF sperrt Fischer für vier Jahre. In: SRF, 10. September 2026. Gegen die Dauer von vier Jahren zieht Fischer das Urteil an den Internationaler Sportgerichtshof weiter.Klaus Zaugg: Der «Fall Patrick Fischer» geht in die nächste Runde. In: Watson.ch, 17. September 2026.

Erfolge und Auszeichnungen Schweizer Meister 1999 (mit Lugano) und 2002 (mit Davos) (als Spieler) Spengler-Cup-Sieger 2000 mit Davos (als Spieler) 2013 Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft (als Assistenztrainer) Wall of Fame des EV Zug 2018, 2024 und 2025 Silbermedaille bei den IHF Weltmeisterschaften (als Cheftrainer) Trainer des Jahres 2018, 2024 und 2025

Sonstiges Fischer ist seit 2025 verheiratet und hat mit seiner Frau eine Tochter. Aus erster Ehe hat er einen Sohn. Er lebt mit seiner Familie in Sulz im Kanton Luzern. Fischers älterer Bruder Marco Fischer war auch Eishockey-Profispieler; er wurde 1998 mit dem EV Zug Schweizer Meister.

Karrierestatistik Reguläre Saison Play-offs Saison Team Liga Sp T V Pkt SM Sp T V Pkt SM1992/93 EV Zug NLA 1 0 0 0 0 – – – – –1993/94 EV Zug NLA 32 3 5 8 14 9 0 2 2 61994/95 EV Zug NLA 36 10 18 28 30 12 2 3 5 141995/96 EV Zug NLA 36 10 17 27 24 – – – – –1996/97 EV Zug NLA 43 20 18 38 26 – – – – –1997/98 HC Lugano NLA 40 15 28 43 38 – – – – –1998/99 HC Lugano NLA 45 11 17 28 73 – – – – –1999/00 HC Davos NLA 44 19 17 36 107 5 2 2 4 02000/01 HC Davos NLA 42 13 27 40 54 – – – – –2001/02 HC Davos NLA 38 8 22 30 36 – – – – –2002/03 HC Davos NLA 44 17 21 38 87 – – – – –2003/04 EV Zug NLA 46 12 23 35 70 5 1 4 5 02004/05 EV Zug NLA 44 17 18 35 64 9 2 5 7 122005/06 EV Zug NLA 44 21 32 53 72 7 2 4 6 242006/07 Phoenix Coyotes NHL 27 4 6 10 24 – – – – –2006/07 San Antonio Rampage AHL 4 0 1 1 6 – – – – –2006/07 Rapperswil-Jona Lakers NLA 44 7 11 18 68 7 1 0 1 82007/08 SKA St. Petersburg Superliga 5 0 1 1 22 – – – – –2007/08 EV Zug NLA 32 10 11 21 2 7 3 3 6 02008/09 EV Zug NLA 50 19 27 46 70 10 0 5 5 22 AHL gesamt 4 0 1 1 6 – – – – – NHL gesamt 27 4 6 10 24 – – – – – NLA gesamt 661 212 312 524 835 71 13 28 41 86 Superliga gesamt 5 0 1 1 2 – – – – –

International Jahr Team Veranstaltung Sp T V Pkt SM +/– 1993 Schweiz U18-B-EM 7 5 4 9 0 1994 Schweiz U20-WM 7 1 0 1 8 −2 1995 Schweiz U20-B-WM 7 4 2 6 12 1996 Schweiz B-WM 7 3 3 6 4 +5 1997 Schweiz Olympia-Qual. 4 1 0 1 2 −31998 Schweiz WM 8 1 2 3 4 ±01999 Schweiz WM 6 4 0 4 6 ±02000 Schweiz WM 7 3 2 5 8 −42002 Schweiz Olympia 4 1 0 1 4 −12003 Schweiz WM 7 2 2 4 8 −12004 Schweiz WM 7 1 0 1 8 −2 2005 Schweiz Olympia-Qual. 3 1 0 1 2 −12005 Schweiz WM 7 2 2 4 2 −12006 Schweiz Olympia 6 1 1 2 4 −3 Herren gesamt 52 15 9 24 44

Publikationen mit Doris Büchel: GAME TIME. Zwei Welten. Ein Weg. Wörterseh, Lachen 2021, ISBN 978-3-03763-124-9.

Weblinks

Website von Patrick Fischer

Einzelnachweise

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