Die Bundesautobahn 6 (Abkürzung: BAB 6) – Kurzform: Autobahn 6 (Abkürzung: A 6) – ist eine rund 480 Kilometer lange Bundesautobahn im Süden Deutschlands. Sie führt von der französischen Grenze bei Saarbrücken über Kaiserslautern, Mannheim, Heilbronn und Nürnberg zur tschechischen Grenze bei Waidhaus. Auf ganzer Länge mit der Europastraße 50 deckungsgleich, ist sie Teil der wichtigen Fernverbindung zwischen den europäischen Hauptstädten Paris und Prag.

Verlauf Die Bundesautobahn 6 beginnt als vierstreifige, zweibahnige Autobahn am Grenzübergang Goldene Bremm am südlichen Stadtrand von Saarbrücken, wo sie die Fortsetzung der französischen Autoroute A 320 bildet. Die ehemalige Grenzstation wurde nach Aufhebung der Grenzkontrollen im Zuge des Schengener Abkommens beidseitig in eine bewirtschaftete Rastanlage umgebaut; über die gleichnamige Anschlussstelle besteht ein Anschluss zur B 41 in die Saarbrücker Innenstadt. Es folgt über einige Kilometer ein Abstieg nach Osten ins Tal der Saar, wo direkt nach Überquerung des Flusses am Autobahndreieck Saarbrücken die BAB 620 endet. Die BAB 6 wechselt hier auf die Trasse der Saarbrücker Stadtautobahn, in entgegengesetzte Richtung muss man daher, um auf ihr zu bleiben, die Hauptfahrbahn verlassen. Da das Autobahndreieck als Gabelung ausgeführt und ein direktes Wechseln zwischen der BAB 620 und dem westlichen Ast der BAB 6 aufgrund der Topografie nicht möglich ist, besteht an der nachfolgenden Anschlussstelle Saarbrücken-Fechingen eine Rampe zum Wechseln der Fahrtrichtung. Diese Anschlussstelle ist wiederum nur in östliche Richtung erreichbar.

Der nun folgende Streckenabschnitt weist Mittelgebirgscharakter auf und besitzt abschnittsweise pro Fahrtrichtung einen zusätzlichen dritten Fahrstreifen, um an Steigungen ein einfacheres Überholen zu ermöglichen. Über drei größere Talbrücken und anschließend an St. Ingbert vorbei wird kurz vor dem Verlassen des Saar-Nahe-Berglands am Autobahnkreuz Neunkirchen die BAB 8 gekreuzt. Entlang der flachen St. Ingbert-Kaiserslauterer Senke führt die nun flache und sehr geradlinig verlaufende Strecke an Homburg vorbei, ehe bei Waldmohr die Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz gequert wird. Weiter in nordöstliche bis östliche Richtung geht es am Fuße der Westricher Hochfläche entlang. Am Autobahnkreuz Landstuhl-West kreuzt die BAB 62. Hinter der nächsten Anschlussstelle Ramstein-Miesenbach hat die Autobahn dann sechs Fahrstreifen, größtenteils allerdings unter Wegfall des Standstreifens. In einem weitläufigen Bogen wird die Ramstein Air Base umgangen. Im westlichen Stadtgebiet von Kaiserslautern führt sie schließlich unmittelbar am Gelände einer US-amerikanischen Kaserne vorbei. Die Großstadt am Nordrand des Pfälzerwalds wird auf einer bereits in den 1930er Jahren angelegten Trasse nördlich umgangen, wobei damals bereits zwei große Brückenbauwerke entstanden. Am im Osten der Stadt gelegenen Autobahndreieck Kaiserslautern mündet die BAB 63 in die BAB 6. Das Dreieck ist nur zum Teil höhenfrei ausgeführt, die Verbindungen von der BAB 63 zur BAB 6 nach Osten und umgekehrt führen über eine integrierte Anschlussstelle.

Hinter Kaiserslautern ist die BAB 6 wieder vierstreifig, hat aber wiederum Zusatzfahrstreifen an Steigungsbereichen. Über eine relativ kurvige Strecke mit vielen Steigungs- und Gefälleabschnitten durchquert sie das waldreiche Mittelgebirge des Pfälzerwalds an seinem nördlichen Ende. Am Berg Platte erreicht sie mit über 420 m ü. NHN den höchsten Punkt auf der Strecke zwischen Saarbrücken und Mannheim. Bei Wattenheim wird das geschlossene Waldgebiet wieder verlassen, und ein langer, etappenweiser Abstieg hinab in die Oberrheinische Tiefebene schließt sich an. Am sogenannten Leininger Berg folgt die Autobahn, unmittelbar an Neuleiningen mit seiner Burgruine vorbei, einer scharfen Kurvenkombination gepaart mit einem starken Gefälle. Hinter Grünstadt folgt am Laumersheimer Berg eine zweite Gefällestrecke. Dem Verkehrsteilnehmer bietet sich in östliche Richtung über viele Kilometer ein weitläufiges Panorama über den Großraum Rhein-Neckar.

Am Kreuz Frankenthal wird die BAB 61 gekreuzt, die mit der BAB 6 einen Autobahnring um die Städte Mannheim und Ludwigshafen bildet. Hinter Frankenthal besteht über die Anschlussstelle Ludwigshafen-Nord ein Anschluss an die dem Rhein entlang führende B 9, die auch das Stammgelände der BASF anschließt. Auf der Theodor-Heuss-Brücke wird der Rhein überquert, für Fußgänger besteht dort im Mittelstreifen ein Steg. Auf der rechten Rheinseite wechselt das Bundesland, man erreicht Baden-Württemberg und das Mannheimer Stadtgebiet. An den nördlichen Stadtteilen vorbei führt die über mehrere Kilometer schnurgerade Strecke geradewegs auf das Viernheimer Dreieck zu, wo die BAB 67 endet und die BAB 6 auf die nach Süden weiterführende Fahrbahn wechselt. Noch vor dem Dreieck wechselt wieder das Bundesland, und die Autobahn wechselt nach Hessen.

Am Viernheimer Dreieck zweigt die Hauptfahrbahn der BAB 6 nach Süden ab, im Wesentlichen parallel zur östlicher verlaufenden BAB 5. Kurz danach folgt das Viernheimer Kreuz mit der BAB 659, der ersten Querverbindung beider Hauptstrecken. Dieser Knotenpunkt liegt noch in Hessen, unmittelbar nach dem Passieren befindet man sich wieder zurück in Baden-Württemberg. Entlang der östlichen Peripherie Mannheims geht es über den Neckar; am Kreuz Mannheim folgt mit der BAB 656 die zweite Ost-West-Verbindungsachse. Südlich dieses Kreuzes hat die BAB 6 wiederum nur vier Fahrstreifen. An Mannheim-Rheinau und Schwetzingen vorbei trifft sie am Dreieck Hockenheim zum zweiten Mal auf die hier endende BAB 61. Die nun wieder sechsstreifige Strecke führt unmittelbar an den Tribünen des Hockenheimrings vorbei durch den Schwetzinger Hardt. Die Richtung ändert sich in einem weiten Bogen von Norden her kommend wieder nach Osten. Das Kreuz Walldorf mit der BAB 5 markiert schließlich das Ende der Parallelführung zweier Nord-Süd-Autobahnen.

Aus der flachen Oberrheinebene geht es bei Wiesloch hinauf in den hügeligen und waldärmeren Kraichgau, der den Odenwald im Norden vom Schwarzwald im Süden abgrenzt. Bei Sinsheim, wo sich mehrere Freizeiteinrichtungen in unmittelbarer Autobahnnähe befinden, geht es dem Elsenztal entlang und nach dem nächsten Höhenzug ergibt sich bei Bad Rappenau ein weitläufiger Blick ins Neckarbecken. Entlang dem Tal des Böllinger Bachs erreicht die BAB 6 den Norden von Heilbronn. In unmittelbarer Nähe zum Steinkohlekraftwerk wird auf einer langen Brücke der Neckar zum zweiten Mal überquert. Auf der anderen Seite bei Neckarsulm wird die Landschaft wieder hügeliger, dort beginnen die vom Weinanbau geprägten nordwestlichen Ausläufer der Schwäbisch-Fränkische Waldberge. Nach einigen Kilometern entlang dem Sulmtal führt am Kreuz Weinsberg die sechsstreifige Hauptfahrbahn der BAB 6 nach Süden auf die hier kreuzende BAB 81. Um weiter auf der BAB 6 zu bleiben, muss der ostwärts fahrende Verkehr hier abbiegen.

Nach der weiteren Durchquerung des Hügellands auf einer vierstreifigen Trasse eröffnet sich hinter Bretzfeld die Hohenloher Ebene. Die ab dort wieder sechsstreifige Strecke führt an der Nordflanke des Schwäbischen Walds entlang und überquert mehrere kleine Flusstäler. Hinter Schwäbisch Hall, wo der sechsstreifige Ausbau wieder endet, werden die Geländeunterschiede deutlich größer. Der Kocher wird auf der 185 m hohen Kochertalbrücke überquert, der höchsten Brücke in Deutschland. Bei Crailsheim führt sie dann kurz hintereinander über die ebenfalls tief eingeschnittenen Täler von Jagst und Gronach. Danach wechselt das Bundesland und man erreicht Bayern bzw. den Regierungsbezirk Mittelfranken. Die Grenze wird hier gebildet durch den westlichsten Höhenzug der Frankenhöhe, der mit einer relativ starken Längsneigung erklommen wird. Über den Höhenzug geht es hinab ins Wörnitztal, wo am Kreuz Feuchtwangen/Crailsheim die BAB 7 gekreuzt wird.

Nördlich von Feuchtwangen wechseln sich Höhenzüge mit den Tälern von Wörnitz, Sulzach und Altmühl ab, weshalb die Autobahn hier an mehreren Steigungsabschnitten pro Fahrtrichtung einen dritten Zusatzfahrstreifen aufweist. In großem Abstand führt sie südlich an der mittelfränkischen Bezirkshauptstadt Ansbach vorbei. Nach Durchfahren des Tals der Fränkischen Rezat nimmt der Anteil an für den Nürnberger Raum typischen Kiefernwäldern zu, auch gibt es kaum noch Längsneigungen. Kurz vor Schwabach beginnt ein sechsstreifiger Ausbauabschnitt. An der Anschlussstelle Roth zweigt die autobahnähnlich ausgebaute B 2 ab und stellt eine wichtige Verbindung ins südliche Mittelfranken dar. Über die Rednitz und direkt darauf den Main-Donau-Kanal erreicht man bei Wendelstein den weitläufigen Nürnberger Reichswald. Am Kreuz Nürnberg-Süd kreuzt der südliche Teil der BAB 73, einige Kilometer weiter am Kreuz Nürnberg-Ost die BAB 9. Beide Knotenpunkte wurden und werden (2004–2006 bzw. 2019–2025) aufwändig umgebaut, um den gestiegenen Verkehrszahlen Rechnung zu tragen.

Östlich vom Kreuz Nürnberg-Ost ist die BAB 6 wieder vierstreifig. Die Autobahn trägt ab hier zusammen mit ihrer Fortsetzung auf tschechischer Seite, der Dálnice 5, den Beinamen Via Carolina, in Erinnerung an Karl IV., auf den die erste Straßenverbindung zwischen Prag und Nürnberg zurückgeht. Nach einigen weiteren Kilometern im Nürnberger Reichswald trifft sie am Kreuz Altdorf auf die BAB 3. Nördlich von Altdorf beginnt dann der langgezogene Aufstieg vom flachen Mittelfränkischen Becken auf die Fränkische Alb. Nach der Querung eines Nebentals auf einer längeren Talbrücke bei Unterrieden geht es quer über die westliche Abdachung der Albhochfläche, ehe nach Durchquerung des Grafenbucher Forsts bei Alfeld der zentrale Gebirgskamm überquert wird. Gleichzeitig wechselt man von Mittelfranken in den Regierungsbezirk Oberpfalz. Unmittelbar westlich der Anschlussstelle Sulzbach-Rosenberg erreicht die BAB 6 den mit 620 m über NN höchsten Punkt der gesamten Strecke.

Die kurvige und hügelige Strecke steigt nun langsam in Richtung des Vilstals hinab, um die Stadt Amberg in einem sehr großen Bogen südlich zu umgehen. Auf einem längeren Abschnitt führt sie dabei durch den nördlichen Teil des Hirschwalds, ein großes und geschlossenes Waldgebiet südlich von Amberg. Nach Überquerung der Vils wird die Landschaft schließlich flacher. Die folgende Anschlussstelle Amberg-Ost bildete jahrzehntelang (1979 bis 2008) das östliche Ende der Autobahn. Nach Nordosten schwenkend und über einen weiteren Höhenzug führt sie bei Nabburg ins Naabtal hinab, wo am Kreuz Oberpfälzer Wald bei Wernberg-Köblitz die BAB 93 gekreuzt wird. Das namensgebende Gebirge steigt östlich des Naabtals empor. Bis Leuchtenberg folgt wieder ein Aufstieg, dann oberhalb des Pfreimdtals wieder nach Osten, an Vohenstrauß vorbei. Bei Waidhaus ist schließlich die deutsch-tschechische Grenze erreicht, die auf einer kürzeren Talbrücke überquert wird. Die ehemalige Grenzanlage befindet sich östlich dieser auf tschechischer Seite. Die Fortsetzung der BAB 6 in Tschechien bildet die vierstreifige Autobahn D 5, die über Pilsen weiter nach Prag führt.

Geschichte Vorgänger Kaiser Karl IV. (1316–1378) erhob die Straßenverbindung zwischen den ehemaligen Reichsstädten Nürnberg und Prag zur Reichsstraße, weswegen dieser Abschnitt als Via Carolina bezeichnet wird. Ab 1932 bzw. ab 1939 folgte die Reichsstraße 14 dem historischen Vorbild, führte aber auch von Nürnberg nach Westen bis circa Schwäbisch Hall, wo die R 14 (bzw. B 14) nach Südwesten Richtung Stuttgart schwenkt.

1933 bis 1945 – Reichsautobahnbau Viernheim–Mannheim

mini|Adolf Hitler beim ersten Spatenstich am 23. September 1933 bei Frankfurt