Das Hans-Leinberger-Gymnasium (kurz: HLG) in Landshut ist ein nach dem Bildhauer Hans Leinberger benanntes, naturwissenschaftlich-technologisches (NTG), sprachliches (SG) und wirtschafts- und sozialwissenschaftliches (WSG-W) Gymnasium. Außerdem ist die Schule für die Fächer Deutsch, Französisch, Englisch, Geographie, Geschichte, Mathematik, Physik, Chemie, Biologie und Psychologie Seminarschule und seit 1949 Sitz des Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Niederbayern.

Das Schulhaus wird geprägt durch die Bronzeskulptur „Große Flora“ des bedeutenden Bildhauers Fritz Koenig und durch seine Lage direkt am Naherholungsgebiet „Flutmulde“ im Landshuter Westen.

Geschichte Das HLG geht wurde am 31. Juli 1833 in Landshut als Königliche Gewerbeschule gegründet. Seine Aufgabe war es, junge Menschen mit den Errungenschaften der Industrialisierung bekannt zu machen und sie auf ein Leben und die Arbeit im Industriezeitalter vorzubereiten. Allgemeinbildende Fächer waren deshalb nicht im Lehrplan enthalten. Diese waren den Gymnasien mit humanistischer Ausrichtung vorbehalten.Hans-Leinberger-Gymnasium: Festschrift 175 Jahre Hans-Leinberger-Gymnasium Landshut, Landshut 2008

1877 wurde die mittlerweile Königliche Handels- und Gewerbsschule zur sechsklassigen Realschule ausgebaut mit zwei Fremdsprachen und allgemeinbildenden Fächern. Als höhere Lehranstalt bot sie eine bürgerliche Bildung auf mathematisch-naturwissenschaftlicher und sprachlich-historischer Grundlage. Neben den Humanistischen Gymnasium und dem Realgymnasium bildete sie einen eigenen Zweig des höheren Schulwesens. Der Schulabschluss berechtigte zum Übertritt an Industrieschulen, die Landwirtschaftliche Zentralschule Weihenstephan, ein Schullehrerseminar und an Kunstgewerbeschulen.

Bis 1903 fand der Unterricht in den Räumen der ehemaligen Universität statt. 1903 zog die Schule in das ab 1900 neu errichtete Gebäude am Marienplatz (heute Fachoberschule Landshut) um. 1919 wurden erstmals auch Mädchen zugelassen. Im Schuljahr 1921/22 waren bereits 20 Mädchen angemeldet. Im Jahr 1922 gab der Landtag die Zustimmung zur Errichtung einer Oberrealschule. Die neue Oberstufe mit fakultativem Lateinunterricht gewährte damit die höhere allgemeine Bildung und berechtigte zum Studium an einer Hochschule.

Von 1935 bis 1945 hieß die Schule „Hans-Schemm-Oberrealschule“, nach einem damals gerade verstorbenen NSDAP-Kultusminister und Gauleiter. 1940–1945 konnte kein regelmäßiger Unterricht mehr erteilt werden. 1944 wurden die Schüler des Gymnasiums und der Oberrealschule gemeinsam unterrichtet; ab Dezember 1944 verteilt auf verschiedene Räume in der Stadt. Die Schulen selbst diente als Lazarett.

Der Unterricht wurde im November 1948 nach der Instandsetzung am Marienplatz mit 720 Schülern in 22 Klassen mit einem sprachlichen und einem mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig wieder aufgenommen.

Die höheren Schulen wurde 1965/66 in Bayern in Gymnasium umbenannt. Von nun an heißt es Hans-Leinberger-Gymnasium. Die Benennung des naturwissenschaftlich-technologischen und wirtschaftswissenschaftlichen Gymnasiums nach einem Bildhauer bezweckt, „dass […] bei aller Beschäftigung mit den Ergebnissen der positiven Wissenschaften und bei aller Erfahrung materiellen Fortschritts das Erleben des Musischen, im weiteren Sinne des Menschlichen, den notwendigen seelischen und geistigen Ausgleich schaffen soll, dass unsere Schule eine Pflegestätte der Humanitas bleiben muss.“

Hans Leinberger war ein Bildhauer der Spätgotik und einer der bedeutendsten Bildschnitzer seiner Zeit. Er siedelte sich um 1510 in Landshut an. Zu seinen Hauptwerken gehören die Rosenkranzmadonna in St. Martin sowie der Christus in der Rast in St. Nikola in Landshut und der Heilige Jakobus oder Jodokus, dessen Original im Bayerischen Nationalmuseum zu sehen ist sowie der Hochaltar des Kastulusmünsters in Moosburg.

1978 erhielt die Schule einen Neubau im Landshuter Westen an der Jürgen-Schumann-Straße. Die Ausbildungsrichtungen wurden um den wirtschaftswissenschaftlichen Zweig erweitert. Seitdem wurden mehrere bauliche Erweiterungen notwendig, da die Schülerzahlen stetig stiegen. Im Schuljahr 2010/2011 erreichten die Schülerzahlen mit 1654 Schülern ihren Höhepunkt. Im Vorfeld der Eröffnung des Landkreisgymnasiums in Ergolding im September 2013 wurden am HLG die Vorläuferklassen für die sechsten Klassen unterrichtet; 50 Schüler wechselten damals vom HLG ans Gymnasium Ergolding.Landratsamt Landshut: , 31. Mai 2013, online auf www.landkreis-landshut.de, abgerufen am 5. März 2017.

Seit 2015 wird das HLG für 22 Millionen Euro generalsaniert. Die neuen Chemielehrsäle sind seit Anfang 2017 fertig.Landshuter Zeitung: Das Wichtigste der Woche im Überblick – Mittwoch, 11. März 2017. Auch die neuen Physikräume sind bereits in Betrieb. Als nächste Sanierungsmaßnahmen stehen der Biologietrakt und die Klassentrakte an.

Fremdsprachen und Ausbildungsrichtungen Naturwissenschaftlich-technologische Ausbildungsrichtung Sprachenab 5. Klasse: 1. Fremdsprache: Englischab 6. Klasse: 2. Fremdsprache: Latein oder Französischab 11. Klasse: ggf. spätbeginnende Fremdsprache: SpanischLandshuter Zeitung: Informationsabend am HLG, 4. April 2016. Schwerpunkteab 8. Klasse: Chemie als Kernfach, verstärkt Physik, ab 9. Klasse: Informatik Sprachliche Ausbildungsrichtung Sprachenab 5. Klasse: 1. Fremdsprache: Englischab 6. Klasse: 2. Fremdsprache: Lateinab 8. Klasse: 3. Fremdsprache: Französischab 11. Klasse: ggf. spätbeginnende Fremdsprache: Spanisch Schwerpunkteab 8. Klasse: Französisch Wirtschaftswissenschaftliche Ausbildungsrichtung Sprachenab 5. Klasse: 1. Fremdsprache: Englischab 6. Klasse: 2. Fremdsprache: Latein oder Französischab 11. Klasse: ggf. spätbeginnende Fremdsprache: Spanisch Schwerpunkteab 8. Klasse: Wirtschaft und Recht als Kernfach, Wirtschaftsinformatik, ab 9. Klasse: verstärkt Sozialkunde

Schülerzahlen Entwicklung der SchülerzahlenStadt Landshut: . Online auf www.landshut.de. Abgerufen am 27. November 2015.

Schuljahr Anzahl der Schüler 2003/2004 1396 2004/2005 1494 2005/2006 1544 2006/2007 1583 2007/2008 1627 2008/2009 1615

Schuljahr Anzahl der Schüler 2009/2010 1643 2010/2011 1654 2011/2012 1548 2012/2013 1508 2013/2014 1411 2014/2015 1348Stadt Landshut: . Online auf www.landshut.de. Abgerufen am 27. November 2015.

Schuljahr Anzahl der Schüler 2015/2016 1263Gymnasien. In: landshut.de. Stadt Landshut, abgerufen am 30. Juli 2016. 2016/2017 1150 2017/2018 1094 2018/2019 1036 2023/2024 1015

Entwicklung der Anmeldezahlen Schuljahr Anzahl der Schüler 2014/2015 154Landshuter Zeitung: Direktoren können mit Anmeldezahlen leben. 17. Mai 2014. 2015/2016 123Landshuter Zeitung: HLG in Schülergunst weiter vorne, 19. Mai 2015.Landshuter Zeitung: HCG und MMG legen zu, HLG nimmt ab. 19. Mai 2015. 2016/2017 107Landshuter Zeitung: Gymnasien in der Region sind gewappnet. 2. Juni 2016.

Schuljahr Anzahl der Schüler 2017/2018 154Landshuter Zeitung: Ansturm auf Gymnasien hält unvermindert an, 23. Mai 2017. 2018/2019 163Landshuter Zeitung: Gymnasien legen zu, 18. Mai 2018. 2019/2020 142Landshuter Zeitung: Trend: weniger Schüler – aber nicht überall, 3. Juni 2019.

Entwicklung der Abiturientenzahlen Schuljahr Anzahl der Schüler 2016/2017 160Landshuter Zeitung: Ein letztes Mal, 3. Juli 2017.

Schulleben Seit 2014 gibt es am Hans-Leinberger-Gymnasium in jeder 5. Jahrgangsstufe eine Theaterklasse mit dem Ziel soziales Lernen, sprachlichen und gestischen Ausdruck zu vermitteln sowie die Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen. Es gibt eine Oberstufen-Theatergruppe,Landshuter Zeitung: „Mahlzeit“ – Szenencollage im HLG, 27. März 2014. Vororchester, Orchester, Bläser, Big Band, mehrere Chöre, Schülerbands („Illio“Landshuter Wochenblatt: Sie sind jung und kreativ, 26. März 2014., „LA Idiots“), eine Lehrerband und einen Lehrerchor.

Seit dem Schuljahr 2009/2010 existiert der Wahlkurs Techniker, der alle Schulkonzerte, Theaterveranstaltungen, den Schulball, Schulfeste, den Unterstufenfasching und weitere Veranstaltungen unterstützt und alle Auf- und Abbauten, sowie die Musikanlage, Scheinwerfer und Leinwände plant und steuert.

Außerdem hat das HLG eine Schulschachmannschaft, die im März 2016 in der Altersklasse II bei den bayerischen Schulschachmeisterschaften Vizemeister wurde.Landshuter Zeitung: Schach matt, 18. März 2016.

Die Schülerzeitung InsiderInsider: Insider – die Schülerzeitung am Hans-Leinberger-Gymnasium, online auf www.insider.h-l-g.de, abgerufen am 5. März 2017. erschien bis 2015 zweimal jährlich gedruckt. Seit 2015 ist sie ausschließlich online verfügbar.

Über das Internet haben Eltern über das sogenannte Elternportal Zugriff auf Stundenplan, Schulaufgabenplan und Vertretungsplan. Tutoren, d. h. Schüler aus der Mittelstufe, helfen den neuen Schülern im ersten Jahr und unterstützen sie in allen schulischen Angelegenheiten.

Das HLG besitzt eine umfangreiche Bibliothek, die neben Fachliteratur und Sachbüchern auch Kinder- und Jugendliteratur bietet. Außerdem stehen zwölf Computerarbeitsplätze mit Internetzugang und Recherchemöglichkeit im Bibliotheksbestand bereit. Seit dem 26. Februar 2007 ist der neue Anbau vollständig benutzbar. Einige Wochen nach dem Beginn des zweiten Halbjahres 2007 wurde die neue Mensa fertiggestellt. Die Mittagsverpflegung wird durch ein Catering-Unternehmen bereitgestellt.Foodpassion: Unsere Mensa im Hans-Leinberger-Gymnasium, online auf www.foodpassion.de, abgerufen am 5. März 2017. Für die Mittagspause können sich Schüler Sportgeräte im Lehrerzimmer ausleihen.

mini|SOR-SMC-Logo

Am 13. Februar 2009 wurde der Schule der Titel einer „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verliehen. Partner der Schule ist hierbei der Deutsche Gewerkschaftsbund – Region Landshut. Im Schuljahr 2015/16, während der sogenannten Flüchtlingskrise, engagierte sich das HLG bei der Integration von Flüchtlingskindern. Mehrere Flüchtlingskinder besuchten teilweise den Unterricht, lernten zusammen mit Lehrkräften und Schülern Deutsch oder nahmen an den Wahlkursen der Schule teil.

Das Hans-Leinberger-Gymnasium ist Gründungsmitglied des Plato-Projekts „Kooperation ohne Grenzen“. Schulleitungen, Lehrer und Schüler von acht europäischen Schulen arbeiten darin an gemeinsamen Veranstaltungen und Aktionen.

Partnerschulen und Schüleraustausch Es gibt Schulpartnerschaften mit dem Lycée Charlemagne in Thionville, ,Landshuter Zeitung: Loyalität für Paris, 25. November 2015. mit der Assumption High School in Wisconsin Rapids (Wisconsin, ) im Rahmen der GAPP (German American Partnership Program) und mit der Elgin Academy in Schottland, , mit denen jährlich gegenseitige Schüleraustausche durchgeführt werden.

Außerdem besuchen das Hans-Leinberger-Gymnasium in jedem Jahr zahlreiche Austauschschüler aus China, Russland, Serbien, Neuseeland, Irland, Kolumbien, USA usw.

Auszeichnungen Am 3. März 2016 erhielten Schüler des HLG den P-Seminar-Preis des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst für deren P-Seminar-Arbeit über das KZ-Außenlager Landshut des Konzentrationslagers Dachau,Landshuter Zeitung: Vergessene Schicksale. 4. März 2016. in deren Rahmen exemplarisch die Schicksale der Opfer Izaak de Leeuw und Ulrich und Hugo-Kurt Chotzen nachgezeichnet wurden und über die Überlebenden Ernest Seinfeld und Jacob Bresler berichtet wurde.Landshuter Wochenblatt: Auszeichnung für HLG-Schüler, 16. März 2016.

Schüler des HLG gewinnen beim Projekt – Seminar „Unternehmensgründung“ im Finale auf Schloss Mariakirchen den 1. und 3. Platz.

Das Hans-Leinberger-Gymnasium wurde 2016, 2010 und 2009 als „Umweltschule in Europa – Internationale Agenda 21 Schule“ ausgezeichnet.

Die Schülerzeitung „insider“ gewann 2017 beim „Blattmacher Wettbewerb“ der Süddeutschen Zeitung und des Bayerischen Kultusministeriums in der Kategorie Online den ersten Platz.insider: Hurra! Wir gehören zu den Besten!, 26. Juli 2017, online auf www.insider.h-l-g.net, abgerufen am 14. Januar 2018.