miniatur|Ein Wasserball hat ein Gewicht von 400 bis 450 Gramm und einen Umfang von 68 bis 71 cm. Bis zur D-Jugend spielt man mit der Ballgröße 4. Ab der C-Jugend spielt man immer mit der Ballgröße 5. mini|Wasserballspiel beim Olympiaturnier 1980 in Moskau mit Eugeny Grishin (Sowjetunion/blaue Kappe) und István Szívós (Ungarn) Wasserball ist ein Ballspiel in einem abgegrenzten Feld im Wasser, bei dem die Spieler zweier Mannschaften versuchen, den Ball durch geschicktes Taktieren und Abspielen in das gegnerische Tor zu werfen. Ziel des Spieles ist es, mehr Tore als die gegnerische Mannschaft zu erzielen. Die Mannschaft mit den meisten anerkannten Toren ist der Sieger.

Wasserball gilt als Teildisziplin des Schwimmsports, so dass der Weltschwimmverband World Aquatics der internationale Dachverband der Sportart Wasserball ist.

Eine Mannschaft besteht aus maximal 13 Spielern (bei einigen Turnieren bis zu 15 Spieler), von denen sich im regulären Verlauf jeweils der Torhüter und sechs Feldspieler im Wasser befinden; die übrigen Spieler stehen nach aktuellem Bedarf zum Auswechseln bereit.

Die Regeln des Spiels sind unter Wasserballregeln dargestellt.

Spieldurchführung und Taktiken miniatur|650px|Spielfeld beim Wasserball, wie es seit dem 1. Oktober 2005 bespielt wird. Es sind alle Personen und deren entsprechende Position dargestellt. Schwimmstil Der Schwimmstil ist nicht vorgeschrieben. Die Schwimmarten Delfin bzw. Schmetterling werden sehr selten praktiziert, weil sie kraftzehrend sind und keinen sinnvollen Einsatz im Spiel haben. Das Brustschwimmen wird meist in ruhigeren Situationen, etwa nach einer Spielunterbrechung praktiziert. Im kämpferischen Verlauf wird hauptsächlich im schnellen Kraulstil geschwommen, wobei überwiegend mit dem Kopf über Wasser geschwommen wird, um die Spielübersicht zu behalten. Der Ball wird vor dem Kopf geführt. Die Arme „dribbeln“ durch ihre Bewegung im Kraulstil über Wasser den Ball, zusätzlich wird der Ball je nach Situation auch durch Kopf- (Gesicht-)stöße weiterbefördert. Die Arme werden über Wasser angewinkelt, wenn der Spieler den Ball führt und ihn gegen mögliche Gegner behaupten muss. Der Kopf ist so weit erhoben, dass der Schwimmer sowohl durch den Mund atmen als auch die Bewegungen der anderen Spieler beobachten kann. Neben der Armführung erfolgt ein weit stärkerer Beinschlag-Antrieb. Der normale Tempo-Kraulstil wird meist nur beim Anschwimmen und Kampf um den Ballbesitz zu Beginn jeden Viertels praktiziert, hier kommt es vorrangig auf maximale Schnelligkeit an, Bewegungen des Gegners werden eher flüchtig wahrgenommen.

Schwimmen im Rückenstil wird meist nach drei bis vier Zügen Kraul praktiziert, um bereit zu sein für zugespielte Bälle von den hinter dem Spieler befindlichen Mitspielern.

Wassertreten ist die effektivste, am wenigsten anstrengende und damit von jedem Wasserballer praktizierte Methode, sich über Wasser zu halten, was vor allem von den Torwarten praktiziert wird, die sich ständig an ihrem festen Platz über Wasser halten müssen. Bei der Abwehr von Torschüssen wird das Wassertreten in so starker Weise ausgeführt, dass der Torwart sich dabei mit hochgestreckten Armen bis zum Bauchnabel aus dem Wasser heben kann. Bei der Bereitschaftsstellung vor einem zu erwartenden Torschuss ist der Torhüter weiter nach vorne gebeugt als normal in der „Froschhaltung“. Dabei sind die Füße, Beine, Hüfte, Arme und die Hände angewinkelt. Durch eine kraftvolle Grätsche nach unten und hinten ist es dem Torhüter, aber auch anderen Spielern möglich, weit aus dem Wasser heraus zu schnellen, um einen Ball abzufangen.

Es ist unzulässig während des Abspielens auf dem Beckenboden zu stehen, sofern die Wassertiefe den Regeln entspricht.

Spielerpositionen miniatur|Kappe. Jeder Spieler trägt eine Kappe mit Ohrenschützern und Nummer. Die Kappe des Torhüters ist rot. Im modernen Wasserballspiel haben sich die Taktiken so weit entwickelt, dass sich bestimmte „Spielerpositionen“ definieren lassen. Diese sind außer beim Torwart jedoch nicht ausschließlich an einen so benannten Spieler gebunden, vielmehr müssen vor allem die Abwehr- und Mittelfeldspieler je nach Spielverlauf von der einen auf die andere „Position“ wechseln.

Der Torhüter muss stets in seiner eigenen Spielfeldhälfte bleiben. Er ist der Einzige, der im 5-Meter-Raum den Ball mit beiden Händen spielen und sich auch ohne Ball im 2-Meter-Raum aufhalten darf. Häufig beginnen Angriffe von seiner Position aus. Der Center-Spieler einer Mannschaft steht beim Angriff in etwa auf Höhe der gegnerischen 2-Meter-Linie möglichst mittig vor dem Tor. Wird er angespielt, versucht er den Ball entweder selbst ins Tor zu schießen oder spielt ihn so ab, dass ein Mitspieler zum Torwurf kommen kann. Normalerweise ist der Center der Einzige während eines Angriffs, der auch die Sicht nach hinten hat, da er mit dem Rücken zum gegnerischen Tor liegt. Somit kann er seine Zuspiele zu einem freien, also ungedeckten, Mitspieler geben. Meist entstehen dabei harte Zweikämpfe mit dem Centerverteidiger. Der Centerverteidiger versucht im Verteidigungsfall stets durch geschicktes Decken des gegnerischen Centers den Ball zu erlangen. Durch die Zweikämpfe bekommt diese Position die meisten - zeitlich begrenzten -Hinausstellungen. Allerdings honorieren die Schiedsrichter immer eine saubere Abwehrleistung. Oftmals ist es auch so, dass der Centerverteidiger den Center zu einem Stürmerfoul zwingen kann. Aufgrund der Hinausstellungen wird diese Position oft zwischen den Spielern gewechselt, um nicht im Spielverlauf drei persönliche Fehler anzusammeln und sich damit die endgültige Hinausstellung für den Rest des Spieles (mit Ersatz) einzuhandeln. Im Angriff (bei Gleichzahl) steht der Centerverteidiger mit dem Gesicht Richtung Tor hinten in der Mitte und fungiert als Ballverteiler. Auf Außen spielen meist schnellere Spieler die meist auch zum Beginn eines Viertels zentral zum eingeworfenen Ball anschwimmen. Bei einem Konter drehen sich die Außenspieler als erstes um, um den Ball vom Torwart anzunehmen und den Angriff weiter aufzubauen. Durch V-förmiges Auseinanderschwimmen ziehen sie das Spiel in die Breite. Die zwei Außenspieler (rechts und links) haben die längste Schwimmstrecke, da sie die ganze Feldlänge schwimmen müssen um ihre Angriffs- bzw. Verteidigungsposition einzunehmen. Auf Halb spielen noch zwei Spieler jeweils auf beiden Seiten zwischen den Außenspielern und Centern/Centerverteidigern, deren Aufgabenfeld breit gefächert ist. Sie wechseln während des Angriffs ihre Positionen oftmals mit den Außenspielern oder dem Center, um im Angriff die gegnerische Verteidigung zu verwirren.

miniatur|Spiel Griechenland (weiß) - Ungarn (blau) beim World Junior Championship 2004

Regeln, die den Spielverlauf bestimmen

Der Ball darf mit jedem Körperteil berührt werden, zum Beispiel mit dem Kopf, den Schultern oder den Füßen. Dabei dürfen die Feldspieler den Ball immer nur mit einem der beiden Hände oder Arme berühren. Nur der Torhüter darf den Ball innerhalb seines Fünf-Meter-Raums mit beiden Händen anfassen. Allerdings ist es verboten den Ball mit der Faust zu spielen - egal in welcher Situation. Der Torhüter darf hingegen die Fäuste für Paraden verwenden. Das Behindern eines gegnerischen Spielers, der nicht im Ballbesitz ist, wird als Foul mit einem Freiwurf geahndet. Bei Halten, Tauchen und Zurückziehen des Gegners, wenn der den Ball nicht hält, gibt es eine Herausstellung (20 Sekunden). Dies gilt nicht, wenn der gegnerische Spieler während der Attacke noch im Ballbesitz ist. Drei solcher persönlichen Fehler, und der Spieler wird vom Rest des Spiels ausgeschlossen. Ein Tor kann nur dann erzielt werden, wenn der Ball zuvor von zwei Spielern gespielt (absichtlich berührt) wurde. Ausnahmen sind der Strafwurf und ein Freiwurf, der jenseits der Fünf-Meter-Linie vor dem Tor ohne Verzögerung ausgeführt wird. Für schwere Regelverstöße im Fünf-Meter-Raum wird der gegnerischen Mannschaft ein Strafwurf gegeben. Feldspieler können beliebig gewechselt werden. Wenn der Wechsel entweder nach einem Tor, dem Pausenpfiff oder während einer Auszeit erfolgt, so muss der auszuwechselnde Spieler einfach das Wasser verlassen und der Wechselspieler springt ins Wasser. Im laufenden Spiel müssen die auszuwechselnden Spieler in ihren Wiedereintrittsraum an der eigenen Torauslinie schwimmen und dort durch einen anderen Spieler ersetzt werden. Dieser Wechselraum ist Rot markiert. Nach einem erfolgreichen Torwurf formieren sich beide Mannschaften neu in ihren eigenen Spielfeldhälften. Das Spiel wird nach dem Wiederanpfiff des Schiedsrichters weitergeführt. Dabei wird der Ball meist vom Anstoßpunkt auf der Mittellinie von einem Feldspieler der Mannschaft, gegen die das Tor erzielt wurde, abgespielt, neuerdings aber auch immer öfter aus den hinteren Reihen.

miniatur|Weiß spielt in Überzahl. Blau in Unterzahl.

Aufstellungen Moderner Wasserball verfügt über sehr viele verschiedene Spieltaktiken, die von den meisten Spielern beherrscht und je nach Situation angewendet werden. Viele Taktiken basieren auf dem Überzahlspiel nach der Hinausstellung eines gegnerischen Spielers, die vergleichsweise häufiger als beim Handball vorkommt und jeweils nur vorübergehend besteht. Ebenso muss sich die in Unterzahl spielende Mannschaft dementsprechend darauf einstellen.

Die in Unterzahl spielende Mannschaft versucht vor ihrem eigenen Torraum möglichst immer einen Spieler zwischen zwei Angreifer zu stellen. An besonders gefährlichen Stellen kann auch eine Pressdeckung angewendet werden. Dies ist meistens bei der Position des gegnerischen „Centers“ der Fall.

Um die einzelnen Positionen besser auseinanderzuhalten, hat man sich geeinigt, dass man ihnen Platznummern gibt. Man zählt von links nach rechts und von vorne nach hinten.

miniatur|250px|Weiß in Überzahl. Blau in Unterzahl.

4-2-System Das 4-2-System ist die häufigste Spielsituation im Wasserball. Sie wird bei normalen Angriffen, aber am häufigsten bei Überzahlspiel praktiziert.

Die angreifende Mannschaft stellt auf der 2-Meter-Linie vier Spieler und fünf bis sechs Meter vom Tor zwei Spieler auf. Von den Vieren auf der Zwei-Meter-Linie stehen zwei auf Höhe der beiden Torpfosten und die anderen beiden stehen rund zwei bis drei Meter seitlich vom Tor.

Die verteidigende Mannschaft stellt nun jeweils einen Spieler zwischen zwei Angreifer auf. Also jeweils einer zwischen einem der beiden Angreifer in fünf bis sechs Meter Entfernung und einem der auf Höhe von den Torpfosten stehenden, jeweils einer zwischen den auf Höhe von den Pfosten stehenden und den Außenspielern und einer zwischen den beiden Angreifern auf Höhe der Torpfosten. Der Torhüter bewegt sich seitlich entsprechend jedem Ballwechsel der Angreifer in die Position gegenüber dem Ball vor dem Tor.

miniatur|250px|Weiß in Überzahl. Blau in Unterzahl.

3-3-System Das 3-3-System wird meist in kleinen Hallen praktiziert, in denen nicht genug Platz für vier Spieler nebeneinander ist. Die Becken sind dann in der Regel 10 bis 12,5 Meter breit (entspricht einer Breite von vier bzw. fünf Schwimmbahnen in einem genormten Schwimmbecken). Diese Variante ist eine beliebte Überzahlaufstellung.

5-1-System In manchen Regionen wird diese Aufstellung auch als „Halbkreis“ bezeichnet.