mini|Aram Chatschaturjan, Fotografie aus den 1960er-Jahren Aram Chatschaturjan (, wissenschaftliche Transliteration Aram Xač‘atryan; , , oft auch Khatschaturjan; *  in Tiflis, Gouvernement Tiflis, Russisches Kaiserreich; † 1. Mai 1978 in Moskau, Sowjetunion) war ein sowjetisch-armenischer Komponist. Seine Kompositionen sind beeinflusst von der armenisch-georgischen und kaukasischen Volksmusik. Er war einer der wichtigsten sowjetischen Komponisten der 1930er bis 1950er Jahre.Der Geburtstag des russisch-armenischen Komponisten Aram Chatschaturjan. ZeitZeichen auf WDR 5 vom 6. Juni 2013; abgerufen am 9. Februar 2018. Eine Auswahl seiner Werke wurde im Jahr 2013 zum Weltdokumentenerbe erklärt.

Leben Aram Chatschaturjan wuchs in Tiflis als Sohn einer armenischen Buchbinderfamilie auf und war schon früh von der armenischen und georgischen Musik seiner Umgebung fasziniert.Remembering Aram Khachaturian, A 'Titan' Of Soviet Music. Radio Free Europe. 5. Juni 2013, abgerufen am 10. Februar 2020Thomas S. Hischak: The Encyclopedia of Film Composers. Rowman & Littlefield, 2015, S. 399 Während seiner Schulzeit spielte er Tenorhorn. Er erlernte die russische Sprache und ging 1922 nach Moskau, um dort Biologie zu studieren. Bereits nach wenigen Monaten wechselte er jedoch an das „Musikpädagogische Gnessin-Institut“ und schrieb sich dort für das Instrument Cello ein. Nach drei Jahren wechselte er in die Kompositionsklasse, und 1926 ging bereits seine erste Komposition in Druck. Dann wechselte er an das Moskauer Konservatorium und lernte dort bei Nikolai Mjaskowski und Michail Gnessin. 1933 beendete er sein Studium im Alter von 30 Jahren und heiratete seine Kommilitonin Nina Makarowa.

Auch seine Neffen Karen Chatschaturjan und Emin Chatschaturjan waren Komponisten.

Chatschaturjan war Mitglied des Obersten Sowjets der Armenischen SSR der ersten Einberufung. Während der fünften Einberufung war er Mitglied des Obersten Sowjets der UdSSR.

Künstlerische Laufbahn Sein erstes großes Werk war seine Diplomarbeit, die Erste Sinfonie von 1934. Mit seinem Klavierkonzert von 1936 begann er, international bekannt zu werden, was sich mit seinem Violinkonzert von 1940, das er für David Oistrach schrieb, noch steigerte.

Neben seiner Tätigkeit als Komponist dirigierte er ab 1950 im In- und Ausland Konzerte, vor allem mit eigenen Werken. 1951 wurde er zum Professor für Komposition am Moskauer Konservatorium berufen, nebenher auch noch am „Musikpädagogischen Institut Gnessin“. Außerdem war er lange Jahre Mitglied des Organisationskomitees des sowjetischen Komponistenverbandes.

Popularität durch Zitate in Filmmusik und Werbung Weltruhm erlangte er mit seinem Klavierkonzert, dem Violinkonzert und dem Ballett Gayaneh, das sein bekanntestes Werk enthält, den Säbeltanz. Breite Bekanntheit erhielt der Säbeltanz durch den Film Eins, Zwei, Drei von Billy Wilder, in dem Liselotte Pulver zu der Musik auf einem Tisch tanzt, sowie in den 1970er Jahren durch die Verwendung in einer weit verbreiteten Fernsehwerbung für einen Kaffeelikör („Komm Brüderchen trink – Kosaken Kaffee!“).

Das Adagio für Violoncello solo und Streicher aus der ersten Gayaneh-Suite wurde in Stanley Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum verwendet. Der amerikanische Filmkomponist James Horner zitiert es in mehreren seiner Soundtracks, vor allem – ohne Erwähnung – im Abspann („Resolution and Hyperspace“) des Films Aliens – Die Rückkehr von James Cameron. Bekannt sind auch sein Ballett Spartakus, dessen Adagio als Titelmusik der britischen Fernsehserie Die Onedin-Linie große Bekanntheit erlangte, sowie die Schauspielmusik Maskerade. Er komponierte auch die Hymne der Armenischen SSR.

Nachdem er bereits mit zahlreichen Orden und Ehrentiteln bedacht worden war, wurde er 1948 vom ZK der KPdSU auf einer Sitzung des Zentralverbands der sowjetischen Komponisten unter der ideologischen Führung Andrej Schdanows wegen „formalistischer“ Musik mit „anti-sowjetischen“ Tendenzen mehrfach gemaßregelt, was zu einer längeren Schaffenskrise führte. Auch andere berühmte Komponisten wie Dmitri Schostakowitsch und Sergei Prokofjew waren betroffen. Erst mit dem Ballett Spartakus (1956) kehrte der Erfolg zurück. 1961 wurde er korrespondierendes Mitglied der Deutschen Akademie der Künste in Ost-Berlin.

Sein Stil ging von der russischen Musik des 19. Jahrhunderts und vom französischen Impressionismus aus und lehnte sich stark an die armenische Volksmusik an. Durch den persönlichen Stil, den er daraus entwickelte, gewann er für die Musik Armeniens große Bedeutung.

Ehrungen Die Stadt Jerewan hat ihm ein Museum eingerichtet, das um das Haus seines Bruders gebaut wurde. 1964 erhielt er die Ehrenbürgerschaft der Stadt Leninakan., Internetseite der Stadt Gjumri 1991 wurde der Asteroid (4802) Khatchaturian nach ihm benannt. Die russische Post gab 2003 anlässlich des hundertsten Geburtstages von Aram Chatschaturjan eine Sondermarke heraus. Ein Porträt Aram Chatschaturjans fand sich auf der armenischen 50-Dram-Note, bevor diese durch eine Münze abgelöst wurde. mini|Chatschaturjan auf einer russischen Briefmarke (2003)

Auszeichnungen 1939 Leninorden (sowie 1963 und 1973) 1941 Stalinpreis (sowie 1943, 1946, 1950) 1945 Orden des Roten Banners der Arbeit (sowie 1966) 1947 Volkskünstler der RSFSR 1954 Volkskünstler der UdSSR 1955 Volkskünstler der ArSSR 1959 Leninpreis 1963 Volkskünstler der GSSR 1971 Staatspreis der UdSSR 1971 Orden der Oktoberrevolution 1973 Volkskünstler der AsSSR 1973 Held der sozialistischen Arbeit

Darstellung Chatschaturjans in der bildenden Kunst

Harald Kretzschmar: Aram Chatschaturjan (Porträtkarikatur, Pinselzeichnung, 1962)

Werke

Ballette Das Glück – Ballett in drei Akten und einem Epilog, Libretto: Owanesjan-Kimika, 1939 Gayaneh – Ballett in vier Akten und einem Epilog, Libretto: K. Dershawin, 1942, revidiert 1952, 1957 Spartakus – Ballett in drei Akten, Libretto: N. Wolkow, 1954, Uraufführung: Leningrad 1956

Orchesterwerke Suiten Suite aus dem Ballett „Das Glück“ Nr.1 – 1939 Suite aus dem Ballett „Das Glück“ Nr.2 – 1939 Suite aus dem Ballett „Gayaneh“ Nr.1 – 1943 Suite aus dem Ballett „Gayaneh“ Nr.2 – 1943 Suite aus dem Ballett „Gayaneh“ Nr.3 – 1943 Suite aus der Bühnenmusik „Maskerade“ – 1943 Suite aus der Musik zum Film „Die Schlacht von Stalingrad“ – 1949 Suite aus der Bühnenmusik „Die Witwe von Valencia“ – 1953 Suite aus dem Ballett „Spartakus“ Nr.1 – 1955–57 Suite aus dem Ballett „Spartakus“ Nr.2 – 1955–57 Suite aus dem Ballett „Spartakus“ Nr.3 – 1955–57 Suite aus der Bühnenmusik „Lermontow“ – 1953 Suite aus dem Ballett „Spartakus“ Nr.4 – 1967

Sinfonien und sinfonische Werke Tanzsuite – fünf Sätze, 1933 Sinfonie Nr. 1 – 1934 Zwei Tänze – 1935 Sinfonie Nr. 2 („Sinfonie mit der Glocke“) – 1943, umgearbeitet 1944 Choreografischer Walzer – 1944 Russische Fantasie – Konzerttranskription einer Szene aus dem Ballett „Das Glück“, 1944/45 Sinfonie Nr. 3 („Sinfonie-Poem“) – in einem Satz für Orchester, Orgel und 15 Trompeten, 1947 Ode in memoriam Lenin – nach der Filmmusik, 1949 Die Schlacht an der Wolga – programmatische sinfonische Suite in acht Sätzen, 1950 Feierliches Poem – 1952 Gruß-Ouvertüre – zur Eröffnung des XXI. Parteitages der KPdSU, 1959

Werke für Soloinstrument und Orchester Klavierkonzert – 1936 Violinkonzert – 1940 Cellokonzert – 1946, erstmals aufgeführt 1948 von Arthur Troester Rhapsodie für Violine und Orchester – 1961/62 Rhapsodie für Cello und Orchester – 1963 Rhapsodie für Klavier und Orchester – 1967

Sonstige Orchesterwerke Marsch für Blasorchester Nr.1 – 1929 Marsch für Blasorchester Nr.2 – zum 10. Jahrestag der Armenischen SSR, 1930 Zwei Stücke nach armenischen Liedthemen – für Blasorchester, 1933 Zwei Stücke nach usbekischen Liedthemen – für Blasorchester, 1933 Sangesur-Marsch – für Blasorchester, 1938 Den Helden des Vaterländischen Krieges – Marsch für Blasorchester, 1942 Marsch der Sowjetpolizei

Kammermusik Tanz B-Dur op.1 – für Violine und Klavier, 1926 Liedpoem – für Violine und Klavier, zu Ehren der Aschugen, 1929 Allegretto – für Violine und Klavier, 1929 Suite – für Viola und Klavier, 1929–32 Tanz – für Balalaika und Domra, 1929–32 Doppelfuge – für Streichquartett, 1932 Violinsonate – 1932 Andantino – für Fagotttrio 1932 Trio – für Klarinette, Violine und Klavier, 1932 Rezitativ und Fuge – für Streichquartett, bearbeitete Ausgabe des Werks von 1932 Sonate-Fantasie C-Dur – für Violoncello solo, 1974 Sonate – für Violine solo, 1975 Sonate – für Viola solo, 1976

Klavierwerke Klavier zu 2 Händen Valse Caprice – 1926 Tanz g-Moll – 1926 Poem cis-Moll – 1927 Marsch – 1929 Sieben Fugen – 1929, (später eingegangen die sieben Rezitative und Fugen) Sieben Rezitative und Fugen – 1928/29 und 1970 Toccata – 1932 Budjonowka – nach einem Liedthema von Dawidenko, 1932 Massentanz – 1932 Kinderalbum Heft 1 – zehn Charakterstücke, 1926–47 (auch: Die Abenteuer des Iwan) Fughetta – 1947 Sonatine C-Dur – 1959 Sonate C-Dur – gewidmet N. I. Mjaskowski, 1961 Kinderalbum Heft 2 – 10 Stücke, 1964

Werke für zwei Klaviere Suite in drei Sätzen – nach der Filmmusik „Mensch“ und dem Lied „Töchter Irans“, 1944/45

Vokalinstrumentale Werke Chor oder Singstimme und Orchester Lied des Aschugen – für Chor und Orchester nach Bairamow aus Tausa, 1937/38 Sinfonisches Poem – mit Schlusschor „Lied des Aschugen“ für Chor und Orchester, 1938 Drei Konzertarien – für hohe Stimme und Orchester nach Worten armenischer Dichter, 1944–1946 Ode der Freude – für Mezzosopran, gemischten Chor, Unisonoensemble der Violinen, zehn Harfen und Orchester nach Smirnow, 1956 Ballade von der Heimat – für Bass und Orchester nach Garnekerjan, 1961 Euch, arabische Freunde – Kantate für Chor und Orchester, 1964 Hősök emlékezete (Im Andenken an die Helden) – Oratorium, Text: Gábor Garai, 1976

Lieder Unsere Zukunft – Burunow, 1931 Neues Lied – Tscharenz, 1932 Es wuchs das Korn – Gidasch, 1932 Pepos Lied – Tscharenz, 1934 Auf dem Gogolboulevard – Michalkow, 1935 Auf zum Kampf, Camarados – Smoljan, 1936 Garten, mein lieber Garten – Lebedew-Kumatsch, 1938 Töchter Irans – Lachuti, 1939 Romanze der Nina – aus der Schauspielmusik „Maskerade“, 1941 Kapitän Gastello – Lugin, 1941 Die Ostsee – Radionow, aus der Schauspielmusik „Das Glockenspiel im Kreml“, 1942 Mächtiger Ural – Barto, 1943 Gardemarsch – Lebedew-Kumatsch, 1942 Du mein Ural – Slawin, 1943 Männer des Ural sind prächtige Kämpfer – Garto, 1943 Ich warte dein – Slawin, 1943 Hymne der Armenischen SSR – 1944 Lied von der Heimat – Rubljew, 1948 Lied des Zorns – Rubljew, 1948 Lied von Jerewan – Graschi, 1948 Lied des Herzens – Michalkow, 1949 Meine Heimat – Sadofjew, 1950 Armenischer Trinkspruch – Graschi, 1950 Lied vom Mädchen – Graschi, 1950 Der Glücksteppich – Graschi, 1951 Meine Heimat – Gridow, 1951 Friedensschwur – Rubljew, 1951 Lied der Friedenskämpferinnen – Ostrowa, 1951 Ich rief dich mit einer Blume… – Graschi, 1952 Walzer der Freundschaft – Rubljew, 1952 Vokalise der Desdemona – aus der Filmmusik „Othello“, 1956 Soldatenlied – aus der Filmmusik „Othello“, 1956 Lied vom Weidenbaum – aus der Filmmusik „Othello“, 1956 Frühlingskarneval – Gradow, 1956

Schauspiel- und Filmmusiken Musik zum Schauspiel „Zerstörter Held“ – 1929–32 Musik zum Schauspiel „Chatabala“ – 1929–32 Musik zum Schauspiel „Orientalischer Zahnarzt“ – 1929–32 Musik zum Schauspiel „Macbeth" von Shakespeare“ – 1934 Musik zum Film „Pepo“ – 1934 Musik zum Film „Sangesur“ – 1937/38 Musik zum Film „Der Garten“ – 1938 Musik zum Film „Salawat Julajew“ – 1939 Musik zum Schauspiel „Die Witwe von Valencia“ von Lope de Vega, 1940 Musik zum Schauspiel „Maskerade“ von Lermontow, 1941 Musik zum Schauspiel „Das Glockenspiel des Kreml“ von Pogodin, 1942 Musik zum Schauspiel „Glubokaja Raswedka“ von Korn, 1943 Musik zum Film „Mensch“ – 1944/45 Musik zum Film „Gefangener Nr. 217“ – 1945