Kuba (spanisch Cuba , amtliche Bezeichnung Republik Kuba, spanisch República de Cuba) ist ein Inselstaat in der Karibik. Er grenzt im Nordwesten an den Golf von Mexiko, im Nordosten an den Atlantischen Ozean und im Süden an das Karibische Meer. Kuba hat etwa 10 Millionen Einwohner, mehrheitlich Christen, und ist damit das nach Einwohnern drittgrößte Land der Karibik (nach Haiti und der Dominikanischen Republik). Hauptstadt des Landes ist Havanna, die zweitgrößte Metropole der Karibik.
Kuba ist eine Einparteiendiktatur. Durch die autoritäre Regierung kommt es regelmäßig zu schwerwiegenden Verletzungen der Menschenrechte. Die Wirtschaft ist schwach und der allgemeine Lebensstandard niedrig. Große Teile der Bevölkerung leben in Armut. Das Embargo seitens der USA erschwert die Situation zusätzlich.
Landesname mini|Kuba, Satellitenbild der NASA Kolumbus nannte die Insel nach seinem Eintreffen zunächst Juana nach dem Prinzen Don Juan. Im Jahr 1515 ordnete dessen Vater Fernando II., König von Spanien, die Umbenennung in Fernandina an, denn nach ihm war bisher nur eine Insel der Bahamas (heute: Long Island) benannt worden.Cristóbal Colón en Cuba (octubre 1492), Historia de las Canarias, zugegriffen am 28. März 2013
Der Name „Cuba“ stammt wahrscheinlich aus der Sprache der Kariben oder der Taíno. Die Wörter coa (= Ort) und bana (= große) bedeuten so viel wie „großer Platz“. Kolumbus schrieb, er sei an einem Ort gelandet, den die indigenen Einheimischen Cubao, Cuban oder Cibao nannten. Diese Bezeichnungen bezogen sich offensichtlich auf eine Bergregion in der Nähe des Landungsortes im Osten Kubas.
Der kubanische Schriftsteller und Etymologe José Juan Arrom beschrieb 1964 folgende Wortherkunft: Demnach existiert in der Sprache der Arawak der Begriff kuba-annakan bzw. cubanacán, was so viel wie „Land oder Provinz in der Mitte“ bedeutet. Damit sei quasi als gesichert anzunehmen, dass „Cuba“ so viel wie „Land“ oder „Provinz“ in der Sprache der Einheimischen hieß.Etimología de CUBA, zugegriffen am 21. Juni 2012
Eine weitere Namensgebungs-Theorie rückt den Ort Cuba im Alentejo in Portugal in den Vordergrund; hier sei Kolumbus als unehelicher Spross der portugiesischen Königsfamilie geboren worden.
Geographie
Der Archipel gehört zu den Großen Antillen. Es besteht neben der gleichnamigen Hauptinsel Kuba, der größten Insel der Karibik, aus der Isla de la Juventud (früher Isla de Pinos) und rund 4195 kleineren und kleinsten Inseln mit einer Gesamtfläche von 109.884 km².
Die maximale Ausdehnung der Hauptinsel beträgt von West (Cabo San Antonio) nach Ost (Punta Maisí) 1250 Kilometer. Die schmalste Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 31 Kilometer. Der Abstand nach Key West (USA) beträgt 154 Kilometer, der Abstand nach Yucatán (Mexiko) 210 Kilometer. Da die Umrisse entfernt an ein Krokodil erinnern, wird Kuba auch gern als der „grüne Kaiman“ (spanisch: caimán verde) bezeichnet.
Die kubanischen Feuchtwälder sind eine Ökoregion tropischer Regenwälder auf Kuba und der Isla de la Juventud.
Der höchste Punkt ist der Pico Turquino (1974 m ü. Meer) in der Sierra Maestra.
Die Hauptstadt Havanna ist mit circa zwei Millionen Einwohnern die größte Stadt Kubas, gefolgt von Santiago de Cuba, Holguín und Camagüey.
Im Südosten der Insel, an der Guantánamo-Bucht, befindet sich die Guantanamo Bay Naval Base, ein Marinestützpunkt der US-Marine. Rechtsgrundlage ist ein Vertrag von 1934, dessen Gültigkeit zwischen Kuba und den USA strittig ist.Alfred de Zayas: Wem gehört Guantánamo Bay? Die Rechtslage um den Stützpunkt der Vereinigten Staaten, erschienen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 29. Dezember 2003 mini|260px|Sierra Maestra
Die Zeitzone Kubas ist UTC−5, während der Sommerzeit UTC−4.
Klima Das Klima ist tropisch und wird vom Nordostpassat geprägt. Es gibt eine trockenere Jahreszeit von November bis April und eine regnerische Jahreszeit von Mai bis Oktober.
Kuba liegt im Einzugsgebiet von tropischen Wirbelstürmen, die sich jährlich von Juni bis November über dem Atlantik und in der Karibik bilden. Nicht selten trifft dabei ein schwerer Hurrikan kubanisches Festland und richtet schwere Verwüstungen an, welche das wirtschaftlich schwache Kuba besonders hart treffen. Insbesondere die meist in Leichtbauweise errichteten Privathäuser sind den starken Winden schutzlos ausgeliefert. Jedoch besitzt Kuba einen sehr gut funktionierenden Katastrophenschutz, sodass es, im Gegensatz zu den Nachbarinseln, selten zu einer größeren Anzahl von Todesfällen kommt.Kuba widersteht Hurrikan „Ike“ taz vom 9. September 2008
Die Hurrikansaison 2008, mit drei schweren Hurrikanen, die Kuba trafen, – Gustav, Ike und Paloma – war eine der schlimmsten Naturkatastrophen in den letzten 50 Jahren.Los huracanes dejaron en 2008 la peor agresión al ecosistema cubano en 50 años, EFE in El Nuevo Herald vom 4. Dezember 2008, zugegriffen am 11. Mai 2013 Es wurden hunderttausende Wohnungen zerstört, die Infrastruktur stark beschädigt und große Teile der Ernten vernichtet. Die Gesamtschäden werden auf um die zehn Milliarden US-Dollar geschätzt, rund zwanzig Prozent des kubanischen Bruttoinlandsproduktes von 2007. Sieben Menschen kamen ums Leben.Granma: vom 12. November 2008.
Die höchste Temperatur seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Kuba wurde am 11. April 2024 mit 40,1 °C in der Provinz Granma gemessen. Der vorherige Rekord stammt vom 12. April 2020 aus derselben Provinz, wo 39,7 °C registriert wurden. Die Rekord-Tiefsttemperatur wurde am 3. Februar 2026 mit 0 °C in Indio Hatuey in der Provinz Matanzas gemessen.
Verwaltungsgliederung
Kuba ist seit der Verwaltungsreform von 1976 und ihrer im Januar 2011 in Kraft getretenen Novellierung in 15 Provinzen und das Sonderverwaltungsgebiet Isla de la Juventud unterteilt:
Isla de la Juventud Pinar del Río Artemisa La Habana Mayabeque Matanzas Cienfuegos Villa Clara Sancti Spíritus Ciego de Ávila Camagüey Las Tunas Granma Holguín Santiago de Cuba Guantánamo
Diese Provinzen sind, mit Ausnahme des Municipio especial Isla de la Juventud, wiederum in insgesamt 168 Municipios untergliedert, die in etwa einem Landkreis in Deutschland entsprechen. Meist sind sie nach der Stadt benannt, in der sich der Verwaltungssitz des Municipio befindet.
Vor der Reform der Verwaltungsgliederung von 1976 gab es in Kuba sechs Provinzen: Pinar del Río, Havanna und Matanzas im Westen sowie Las Villas, Camagüey und Oriente in Zentral- und Ostkuba. Die danach entstandene Provinz La Habana wurde 2011 in die neuen Provinzen Artemisa und Mayabeque aufgespalten. Die Neueinteilung der Provinzen war Teil einer Verwaltungsreform, welche auch eine klarere Arbeitsteilung der Poder Popular und eine Erweiterung der Kompetenzen der einzelnen Provinzen vorsieht. Außerdem sollte durch die Schaffung neuer regionaler Zentren das Zugehörigkeitsgefühl der dort lebenden Kubaner gestärkt und die Qualität der staatlichen Dienste effizienter gestaltet werden.Mejor atención al pueblo y más funcional: Modificación de la División Político Administrativa, Granma Internacional vom 23. Juli 2010
Städte mini|170px|Havanna – Centro Habana Der mit Abstand größte Ballungsraum in Kuba und der ganzen Karibik ist Havanna mit einer Einwohnerzahl von 2.581.619 (Stand 1. Januar 2005). Damit konzentriert sich ein Viertel der Bevölkerung des Landes in der Hauptstadtregion. Im Jahr 2023 lebten 78 Prozent der Einwohner Kubas in Städten. Die zehn größten Städte Kubas sind:Oficina Nacional de Estadísticas de Cuba, abgerufen am 18. Oktober 2016
Rang Stadt Volkszählung 1981 Volkszählung 1991 Zensus 2012 Berechnung 2016 Provinz 1 Havanna 1.924.886 2.143.406 2.106.146 2.130.081 La Habana 2 Santiago de Cuba 362.400 443.149 431.272 433.099 Santiago de Cuba 3 Camagüey 245.200 288.760 300.958 306.183 Camagüey 4 Holguín 190.200 241.060 287.881 294.002 Holguín 5 Guantánamo 178.100 217.484 217.135 216.609 Guantánamo 6 Santa Clara 175.100 206.996 211.925 216.056 Villa Clara 7 Las Tunas 87.500 129.483 162.957 168.645 Las Tunas 8 Bayamo 109.200 141.222 157.027 158.978 Granma 9 Cienfuegos 107.400 139.200 147.110 150.404 Cienfuegos 10 Pinar del Río 104.600 140.230 142.967 Pinar del Río
Bevölkerung mini|Bevölkerungsentwicklung in Millionen mini|Bevölkerungspyramide Kubas 2016
Demografie
Kuba hatte zum Ende des Jahres 2023 rund 10 Millionen Einwohner, davon über zwei Millionen in der Hauptstadt Havanna. In den Jahren 2021 bis 2023 sank die Bevölkerung um gut eine Million. Davon sind lediglich 120 Tausend auf die Differenz zwischen der Zahl der Geburten und der der Gestorbenen (Geburtenziffer: 8,9 pro 1000 Einwohner vs. Sterbeziffer: 14,7 pro 1000 Einwohner) zurückzuführen. Der Großteil ist der Emigration aufgrund der aktuell herrschenden Wirtschaftskrise geschuldet.
Die offizielle Angabe von zuletzt 9,4 Millionen Einwohnern im Jahr 2025 wird angesichts der Zahl der kubanischen Immigranten, die bis dahin in verschiedenen Ländern registriert wurden, infrage gestellt. Wahrscheinlich lebten zu dieser Zeit nur noch lediglich rund acht Millionen Menschen auf der Insel.
Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2022 in Kuba statistisch bei 1,4, in der Region Lateinamerika und Karibik bei 1,8. Der Median des Alters der Bevölkerung lag im Jahr 2021 bei 41,2 Jahren. Im Jahr 2023 waren 15,6 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre, während der Anteil der über 64-Jährigen 16,1 Prozent der Bevölkerung betrug. Kuba war Anfang der 2010er Jahre das erste Land Lateinamerikas, in dem sich der Prozess der Alterung der Bevölkerung beschleunigte.Rolando García Quiñones, Alina Alfonso León: El envejecimiento en Cuba: políticas, progresos y desafíos. Friedrich-Ebert-Stiftung, Santo Domingo 2020, S. 2. 2025 standen einem Neugeborenen zwei Todesfälle gegenüber.
Bevölkerungsstruktur, Staatsbürgerschaft und Migration Durch ein spanisches Gesetz, das Ley de Memoria Histórica (Gesetz des Historischen Gedenkens), von dem Kinder und Enkel von Flüchtlingen des Spanischen Bürgerkrieges profitieren, haben 150.000 bis 200.000 Kubaner das Anrecht auf die spanische Staatsbürgerschaft.Financial Times Deutschland: vom 17. Januar 2009El País: La 'fábrica de españoles' vom 31. Januar 2009 mini|Straßenszene, Jugendliche in der (staatlich finanzierten) Schuluniform höherer Schüler (ockergelb), Provinz Pinar del Río
Im Jahre 2017 waren 0,1 % der Bevölkerung Migranten. Kuba hat damit einen der niedrigsten Ausländeranteile der Welt.
Die kubanische Bevölkerung teilt sich laut Eigenangaben der beim Zensus 2012 befragten Personen wie folgt auf: (PDF; 272 kB), ONE 64,1 Prozent Weiße 9,3 Prozent Schwarze 26,6 Prozent Mulatten und Mestizen.
Auffällig sind dabei die großen regionalen Unterschiede: Während sich in den westlichen Provinzen durchschnittlich 70–80 Prozent als Weiße bezeichnen, sind es in den östlichen Provinzen des Landes deutlich weniger. In Santiago de Cuba bezeichnen sich beispielsweise nur 25,6 Prozent der Einwohner als Weiße, 60 Prozent als Mulatte oder Mestize und 14,4 Prozent als Schwarze. In Havanna ergibt sich ein differenziertes Bild: Dort bezeichnen sich 58,4 Prozent als Weiße, 26,6 als gemischt und 15,2 Prozent als Schwarze.
Mit der Wandlung Kubas zum Quasi-Monopolanbieter für Zucker und der damit benötigten Menge an Arbeitskräften kam eine große Zahl afrikanischer Sklaven auf die Insel, allein sechs bis achthunderttausend im 19. Jahrhundert.Michael Zeuske: Insel der Extreme – Kuba im 20. Jahrhundert, Rotpunktverlag, Zürich 2000 [2. aktualisierte Auflage, 2004], S. 18. Zwischen 1890 und 1930 migrierte allein eine Million Einwanderer nach Kuba, vorwiegend aus Spanien,Michael Zeuske: Insel der Extreme – Kuba im 20. Jahrhundert, Rotpunktverlag, Zürich 2000 [2. aktualisierte Auflage, 2004], S. 12. so dass Kuba um 1930 drei Millionen Einwohner zählte.
Das präkolumbische Volk der Taíno, das die Insel vor der Ankunft der Spanier besiedelte, ist ausgestorben.
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