Der Holden Monaro ist ein bei der australischen General-Motors-Dependance Holden gebautes Coupé.

Der Monaro wurde von 1968 bis 1976 gebaut, als Holden LE Coupé und Holden GTS 4-door sogar bis 1979. Eine Neuauflage in moderner Form erlebte der Monaro von 2001 bis 2005.

Von Jahr zu Jahr Monaro (HK/HT/HG, 1968–1971)

Der Ur-Monaro stellte ein zweitüriges Hardtop-Coupé (ohne B-Säulen) auf Basis der zeitgenössischen Limousine Holden Belmont der HK-Serie dar und wurde in den Basisversion, als GTS und als GTS 327 angeboten. Das Grundmodell gab es wahlweise mit 2,6 l- oder 3,05 l-Reihensechszylinder, den GTS mit dem 3,05 l-R6 in stärkerer Ausführung oder einem 5,0 l-V8. Im GTS 327 verrichtete ein 5,4 l-V8 von Chevrolet seinen Dienst. Ein GTS 327 gewann 1968 auf Anhieb das 500-Meilen-Rennen von Bathurst.

Anfang 1969 erkor das australische Fachblatt Wheels den Monaro zum „Auto des Jahres 1968“.

Im Juni 1969 erhielt der Monaro HK ein erstes Facelift und hörte nun auf die Bezeichnung Monaro HT. Zugleich wurde im Spitzenmodell der 5,4-l V8 durch einen 5,7-l V8 ersetzt, seine Bezeichnung entsprechend in GTS 350 geändert (Die Ziffern geben den jeweiligen Hubraum in Kubikzoll an.). Auch dieses Modell siegte beim Bathurst-Rennen 1969. mini|links|Holden Monaro HG (1970–1971) mini|links|Heck des Monaro HG 1970 folgte der erneut leicht überarbeitete Monaro HG. Erkennungsmerkmale von HT und HG gegenüber dem HK waren der Kunststoffkühlergrill (beim HK bestand er aus Metall), ein runder Drehzahlmesser am Armaturenbrett statt viereckigem Instrument auf der Mittelkonsole, Gummilager an der Vorderachse (anstelle Lagern aus gesinterter Bronze) und vergrößerte, um die Karosserieecken gezogene Heckleuchten.

Gut zu unterscheiden sind die Varianten auch an der Gestalt der Zierstreifen. Beim HK lief ein Streifen die linke Seite von Motor- und Kofferraumhaube entlang, beim HG liefen die Streifen die oberen Flanken entlang und endeten knapp vor der C-Säule. Die GTS-Modelle in HT- und HG-Ausführung besaßen Lufthutzen auf der Motorhaube.

Im Design ähnelt der Monaro der ersten Generation dem Opel-Rekord-C-Coupé; allerdings war der Holden ein gutes Stück größer.

Modell Bezeichnung Fahrzeugart BauzeitraumHK-80337Monaro CoupéHardtop-Coupé, zweitürig07/1968–06/1969HK-80737Monaro GTS CoupéHardtop-Coupé, zweitürig07/1968–06/1969HK-80837Monaro GTS 327 CoupéHardtop-Coupé, zweitürig07/1968–06/1969HT-80337Monaro Coupé R6Hardtop-Coupé, zweitürig06/1969–07/1970HT-80437Monaro Coupé V8Hardtop-Coupé, zweitürig06/1969–07/1970HT-80737Monaro GTS Coupé R6Hardtop-Coupé, zweitürig06/1969–07/1970HT-80837Monaro GTS Coupé V8Hardtop-Coupé, zweitürig06/1969–07/1970HT-81837Monaro GTS 350 Coupé V8Hardtop-Coupé, zweitürig06/1969–07/1970HG-80337Monaro Coupé R6Hardtop-Coupé, zweitürig07/1970–06/1971HG-80437Monaro Coupé V8Hardtop-Coupé, zweitürig07/1970–06/1971HG-80737Monaro GTS Coupé R6Hardtop-Coupé, zweitürig07/1970–06/1971HG-80837Monaro GTS Coupé V8Hardtop-Coupé, zweitürig07/1970–06/1971HG-81837Monaro GTS 350 Coupé V8Hardtop-Coupé, zweitürig07/1970–06/1971

Vom Monaro der Typen HK,HG und HT wurden insgesamt 29.529 Stück hergestellt.The Holden Story. Vom Werk herausgegebene Broschüre, Stand 12/89, ohne Paginierung (S. 16ff.)

+ Datenblatt Holden Monaro HK (1969) + Monaro HT GTS 350 (1970)Holden Monaro260030003000 GTS5000GTS 327GTS 350 Motor:  6-Zylinder-Reihenmotor (Viertakt), vorne längs 8-Zylinder-V-Motor (Viertakt), Gabelwinkel 90°, vorne längs Hubraum:  2637 cm³ 3043 cm³ 5025 cm³ 5354 cm³5733 cm³ Bohrung × Hub:  85,73 × 76,2 mm 92,08 × 76,2 mm 98,43 × 82,55 mm 101,6 × 82,55 mm 101,6 × 88,4 mm Leistung bei 1/min:  85 kW (116 SAE-PS) bei 4400 94 kW(128 SAE-PS) bei 4200 108 kW(147 SAE-PS) bei 4600 157 kW(213 SAE-PS) bei 4600 186 kW(253 SAE-PS) bei 4800 224 kW(304 SAE-PS) bei 4800 Max. Drehmoment bei 1/min:  213 Nm bei 2000 245 Nm bei 1600 250 Nm bei 2200 406 Nm bei 2400 440 Nm bei 3200 514 Nm bei 3200 Verdichtung:  9,2:1 8,75:1 10,2:1 Gemischaufbereitung:  1 Fallstromvergaser 1 Doppelvergaser 1 Vierfachvergaser Ventilsteuerung:  Seitliche Nockenwelle, Antrieb über Zahnräder Zentrale Nockenwelle, Antrieb über Kette Kühlung:  Wasserkühlung Getriebe:  3- oder 4-Gang-Getriebe a.W. GM-Zweigangautomatik „Powerglide“ GTS 327 nur 4-Gang-Getriebe Hinterradantrieb Radaufhängung vorn:  je zwei ungleich lange Querlenker, Schraubenfedern, Stabilisator Radaufhängung hinten:  Starrachse, halbelliptische Blattfedern Bremsen:  Vierrad-Trommelbremsen a.W. (GTS-Modelle Serie) Scheibenbremsen vorne, a.W. Servo Lenkung:  Kugelumlauflenkung, a.W. Servo Karosserie:  Stahlblech, selbsttragend Spurweite vorn/hinten:  1450/1450 mm 1476/1476 mm Radstand:  2820 mm Abmessungen:  4695 × 1825 × 1390 mm Leergewicht:  1300 kg 1334 kg 1380 kg 1495 kg 1550 kg Höchstgeschwindigkeit:  ca. 145 km/h ca. 155 km/h ca. 165 km/h ca. 170–200 km/h ca. 160–200 km/h ca. 190–200 km/h 0–100 km/h (Testwerte):  11,8 s 7,6 s 8,1 s Verbrauch (L/100 km):  ca. 10–13 ca. 11–14 ca. 14–19 ca. 14–20 ca. 20 S

Monaro/LE Coupé/GTS 4-door (HQ/HJ/HX/HZ, 1971–1979)

mini|links|Holden Monaro HQ GTS 350 (1971–1974) mini|Holden LE Coupé HX (1976–1977) Im Juli 1971 präsentierte Holden mit dem Monaro HQ eine komplett neue zweite Generation. Neu war auch die komfortbetonte Ausstattungsvariante LS mit einem neuen 3,3 l-Reihensechszylinder oder V8-Motoren bis 5,7 l Hubraum und serienmäßigem schwarzem Vinyldach.

Den GTS gab es nun nicht mehr mit Sechszylindermaschine; im Basismodell sorgte ein 2,85 l-Sechszylinder für den Vortrieb. Die neue Karosserielinie mit breiterer, steiler stehender C-Säule und größerer Heckscheibe wurde weithin als weniger sportlich angesehen, gilt heute aber als einer der besten australischen Entwürfe.

Der sportliche Ruf des GTS (der bis 1973 ohne Zierstreifen auskommen musste und dessen V8 etwas an Leistung verloren hatte, insbesondere wenn er mit Dreigangautomatik gekoppelt war) nahm auch dadurch Schaden, dass Holden in Bathurst ab 1970 mit dem kleineren Holden Torana antrat.

Die Ende 1974 eingeführte HJ-Serie des Monaro war durch ein umfangreiches Facelift, auf Wunsch erhältliche Front- und Heckspoiler und den Entfall des kleinen Sechszylinders, aber auch des 5,7-l-V8 gekennzeichnet.

1976 endete die Monaro-Produktion mit einem auf 600 Stück limitierten Sondermodell LE Coupé HXThe Holden Story. Vom Werk herausgegebene Broschüre, Stand 12/89, ohne Paginierung (S. 32). Diese Coupés trugen allerdings nicht mehr den Namen Monaro, ebenso wenig wie die viertürigen GTS-Modelle.

Vom 4-türigen GTS wurde im Oktober 1977 auch noch eine HZ-Serie mit Doppelscheinwerfern und schwarzem Kühlergrill aufgelegt, die bis Ende 1979 gefertigt wurde.

Einige Exemplare des Monaro GTS wurden nach Südafrika exportiert und/oder dort bei General Motors South Africa aus importierten Teilen montiert. Später wurden diese Autos als Chevrolet SS vermarktet und erhielten eine eigene Frontpartie mit Doppelscheinwerfern. Die meisten dieser Fahrzeuge hatten den 5,7 l-V8 unter der Haube.

Der Monaro gilt als einer der führenden Muscle Cars Australiens, gemeinsam mit dem Ford Falcon GT, Chryslers Valiant Charger und den stärkeren Varianten des Holden Torana, dabei wird aber übersehen, dass die meisten Monaros von den kleineren Sechszylindern und den schwächeren V8-Motoren befeuert wurden. Unter Sammlern besonders gesucht sind heute der Monaro HK GTS 327 und die späteren GTS 350-Modelle.

Modell Bezeichnung Fahrzeugart BauzeitraumHQ-80337Monaro Coupé R6Hardtop-Coupé, zweitürig07/1971–10/1974HQ-80437Monaro Coupé V8Hardtop-Coupé, zweitürig07/1971–10/1974HQ-80837Monaro GTS Coupé V8Hardtop-Coupé, zweitürig07/1971–10/1974HQ-80837Monaro GTS 4-door V8Limousine, viertürig04/1973–10/1974HQ-81137Monaro LS Coupé R6Hardtop-Coupé, zweitürig07/1971–10/1974HQ-81237Monaro LS Coupé V8Hardtop-Coupé, zweitürig07/1971–10/1974HQ-81837Monaro GTS 350 V8Hardtop-Coupé, zweitürig07/1971–10/1974HJ-8WP37Monaro LS CoupéHardtop-Coupé, zweitürig10/1974–06/1976HJ-8WQ37Monaro GTS CoupéHardtop-Coupé, zweitürig10/1974–07/1976HJ-8WQ69Monaro GTS 4-doorLimousine, viertürig10/1974–06/1976HX-8WQ37LE CoupéHardtop-Coupé, zweitürig08/1976–12/1976HX-8WQ69GTS 4-doorLimousine, viertürig07/1976–09/1977HZ-8WQ69GTS 4-doorLimousine, viertürig10/1977–12/1979

Vom Monaro der zweiten Generation wurden insgesamt 18.626 Exemplare hergestellt.The Holden Story. Vom Werk herausgegebene Broschüre, Stand 12/89, ohne Paginierung (S. 24ff.)

+ Datenblatt Holden Monaro HQ (1973)Holden Monaro28003300410050005700 Motor:  6-Zylinder-Reihenmotor (Viertakt), vorne längs 8-Zylinder-V-Motor (Viertakt), Gabelwinkel 90°, vorne längs Bezeichnung:  GMH 173 GMH 202 GMH 253 GMH 308 GMH 350 Hubraum:  2832 cm³3304 cm³ 4141 cm³ 5042 cm³ 5733 cm³ Bohrung × Hub:  88,9 × 76,2 mm 92,1 × 82,6 mm 92,1 × 77,77 mm 101,6 × 77,77 mm101,6 × 88,39 mm Leistung bei 1/min:  88 kW(120 SAE-PS) bei 4400101 kW(137 SAE-PS) bei 4400 138 kW(188 SAE-PS) bei 4400 179 kW(243 SAE-PS) bei 4800 205 kW (279 SAE-PS) bei 4800 Max. Drehmoment bei 1/min:  227 Nm bei 2000263 Nm bei 2000 355 Nm bei 2400 426 Nm bei 3000 488 Nm bei 3200 Verdichtung:  9,4:1 9:1 8,5:1 Gemischaufbereitung:  1 Fallstromvergaser Einspritzung 1 Fallstrom-Doppelvergaser 1 Fallstrom-Vierfachvergaser Ventilsteuerung:  Seitliche Nockenwelle, Antrieb über Zahnräder Zentrale Nockenwelle, Antrieb über Kette Kühlung:  Wasserkühlung Getriebe:  3- oder 4-Gang-Getriebe a.W. Dreigangautomatik „Trimatic“ Hinterradantrieb 4-Gang-Getriebe a.W. Dreigangautomatik „Trimatic“ Hinterradantrieb Radaufhängung vorn:  Dreieckquerlenker, Schraubenfedern, Stabilisator Radaufhängung hinten:  Starrachse, untere Längs-, obere Schräglenker, Schraubenfedern Bremsen:  Trommelbremsen rundum a.W. Scheibenbremsen vorne, Trommeln hinten, Servo Scheibenbremsen vorne, Trommeln hinten, Servo Lenkung:  Kugelumlauflenkung, a.W. Servo Karosserie:  Stahlblech, selbsttragend Spurweite vorn/hinten:  1530/1530 mm Radstand:  2820 mm Abmessungen:  4760 × 1880 × 1350 mm Leergewicht:  ab 1340 kg ab 1350 kg ab 1380 kg ab 1380 kg ab 1390 kg Höchstgeschwindigkeit:  ca. 145–155 km/h ca. 155–165 km/h ca. 170–175 km/h ca. 170–200 km/h ca. 195–210 km/h 0–100 km/h (Testwerte):  9,4 s 8,1 s 7,5 s Verbrauch (L/100 km):  ca. 11–14 ca. 11–15 ca. 12–17 ca. 12–19 ca. 16–22

V2/VZ (2001–2005)

Über 20 Jahre nach der Einstellung des Monaro der zweiten Generation zeigte Holden auf der Sydney Motor Show im Jahr 1998 ein Holden-Commodore-Coupé als Stilstudie. Die Presse taufte die Studie rasch auf den naheliegenden Namen Monaro, und die sehr positive Reaktion der Messebesucher veranlassten Holden, das Modell in Serie gehen zu lassen. Die Produktion dieses Monaro V2 begann im Jahr 2001; die Entwicklungskosten beliefen sich auf lediglich 40 Millionen Euro, allerdings hatte man die geplante Entwicklungszeit von 12 bis 18 Monaten mit 22 Monaten deutlich überschritten. mini|links|Heck des Monaro V2 mini|Holden Monaro VZ (2004–2005) Den Monaro der dritten Generation gab es (bis Mitte 2004) als CV6 mit 3,8 l-V6 mit Kompressor und als CV8 mit 5,7 l großem V8, jeweils mit Sechsganggetriebe oder Viergangautomatik. Anfang 2003 debütierte die Serie 2 mit dem Armaturenbrett des zeitgenössischen Holden Commodore VY, Felgen im neuen Design und Änderungen an der Farbpalette. Der CV6 erreichte nur etwa ein Zehntel der Stückzahlen des Achtzylinders und entfiel mit der Einführung der Serie 3 im Sommer 2004. Von HSV wurden ab der Serie 1 in kleiner Stückzahl die auf dem Monaro basierenden Modelle GTO (255–297 kW/347–404 PS) und GTS (299 kW/408 PS) mit getunten 5,7-Liter-Motoren und aerodynamischen Anbauteilen gefertigt. Der GTS wurde später aus dem Programm gestrichen und durch das Coupe4 mit Allradantrieb ersetzt.

Ferner gab es zwei spezielle Monaro CV8-R als Sonderserien mit gehobener Ausstattung und anderen Felgen, in grauer bzw. roter Lackierung.