zentriert|350px|Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele 1896 im Panathinaiko-Stadion In Athen finden die von Pierre de Coubertin initiiertenI. Olympischen Spiele der Neuzeit statt. zentriert|155px|James Connolly Erster Olympiasieger der Neuzeit wird der US-Amerikaner James Connolly. zentriert|186px|Josef Fischer Josef Fischer ist der erste Sieger des Radrennens Paris–Roubaix.
mini|links|Start des 100-Meter-Laufs bei den Olympischen Spielen Das nachhaltigste Ereignis des Sportjahres 1896 ist die Durchführung der 1. Olympischen Spiele der Neuzeit. Die vom französischen Pädagogen und Historiker Pierre de Coubertin ins Leben gerufene Veranstaltung findet in Athen statt – 1503 Jahre, nachdem die Olympischen Spiele der Antike vom römischen Kaiser Theodosius I. wegen der Verehrung heidnischer Götter verboten worden sind. Obwohl die Spiele kaum sportliche Leistungen der Spitzenklasse erbringen, werden sie allgemein als großer Erfolg angesehen und sorgen maßgeblich dafür, dass die Olympischen Spiele sich dauerhaft etablieren können. Erster Olympiasieger der Neuzeit wird der US-Amerikaner James Connolly. Der Grieche Spyridon Louis wird Olympiasieger im neu eingeführten Marathonlauf.
Doch auch abseits von Olympia gibt es bedeutende sportliche Ereignisse. Vor allem in Deutschland werden zahlreiche Sportvereine gegründet und in Europa werden mehrere Radrennen erstmals durchgeführt, wie zum Beispiel das Rennen Paris–Roubaix. Auch internationale Skirennen und die Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft werden zum ersten Mal organisiert. In Italien erscheint erstmals die Sportzeitung La Gazzetta dello Sport.
Ereignisse Olympische Spiele
14. Februar: Der Dansk Idræts-Forbund, aus dem sich das Dänische Olympische Komitee entwickelt, wird durch Zusammenschluss von 18 nationalen Sportverbänden gegründet.
miniatur|Sieben Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees in Athen 6. bis 15. April: In Athen finden die I. Olympischen Spiele statt. An den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit nehmen ausschließlich Männer teil. Es finden Wettbewerbe in den Disziplinen Fechten, Gewichtheben, Leichtathletik, Radsport auf der Bahn und auf der Straße, Ringen, Schießen, Schwimmen, Tennis und Turnen statt. 6. April: Anlässlich der Olympischen Spiele wird von der ELTA eine Briefmarkenserie herausgegeben, die maßgeblich zur Finanzierung der Spiele beiträgt.
mini|links|Siegermedaille 6. April: Erster Sieger eines olympischen Ereignisses wird der US-Amerikaner Francis Lane in einem 100-m-Vorlauf. Erster Olympiasieger der Neuzeit wird der US-Amerikaner James Connolly, der den Dreisprungbewerb mit über einem Meter Vorsprung für sich entscheidet. 9. April: Im Olympischen Fechtturnier im Säbel liegt der Österreicher Adolf Schmal bereits mit zwei Siegen in Führung, als König Georg I. ins Stadion kommt. Um diesem die Beobachtung des gesamten Turniers zu ermöglichen, werden alle Wettkämpfe annulliert und neu ausgetragen. In diesem zweiten Durchgang verliert Schmal die beiden Kämpfe und wird letztlich nur Vierter. Sieger wird der Grieche Ioannis Georgiadis.
mini|Spyridon Louis beim Zieleinlauf 10. April: Der Grieche Spyridon Louis wird Olympiasieger im ersten neuzeitlichen Marathonlauf in 2:58:50 Stunden. 11. April: Der deutsche Turner Carl Schuhmann gewinnt den einzigen Wettbewerb im Ringen, die offene Gewichtsklasse im griechisch-römischen Stil.
miniatur|links|Start zum Straßenrennen 12. April: Das Straßenrennen der Radfahrer wird erstmals durchgeführt. Die 87-km lange Strecke führt von Athen nach Marathon und wieder zurück. Sieger wird der Grieche Aristidis Konstantinidis vor dem Deutschen August Gödrich.
mini|Zeitgenössisches Foto des Velodroms Neo Faliro, Piräus 13. April: Das 12-Stunden-Rennen im Bahnradsport im Velodrom Neo Faliro in Piräus ist das einzige Rennen dieser Art in der olympischen Geschichte und zugleich die letzte Disziplin bei den Olympischen Spielen 1896. Sieger wird der Österreicher Adolf Schmal. Der Brite Frederick Keeping ist der einzige weitere Teilnehmer, der die gesamten 12 Stunden fährt. 15. April: Mit der Schlussfeier in Anwesenheit der königlichen Familie enden die I. Olympischen Spiele der Neuzeit. Ursprünglich hätte sie bereits am Vortag stattfinden sollen, doch heftiger Regen hat das verhindert.
Fechten
23. September: Die Deutschen Fechtmeisterschaften 1896 in Berlin stellen den ersten Versuch einer nationalen Meisterschaft im Sportfechten dar. Gefochten werden nur Einzelmeisterschaften in den Waffen Säbel und Florett.
Fußball/Rugby
14. März: Irland gewinnt die Home Nations Championship 1896. Aston Villa wird zum zweiten Mal englischer Meister. 7. Juli: Der Verband Leipziger Ballspiel-Vereine wird gegründet. Gründungsmitglieder sind der Leipziger BC 1893, FC Wacker 1895 Leipzig, Vfb Leipzig und die Abteilung für Bewegungsspiele der Leipziger Finkenschaft. Erster Vorsitzender wird Oscar Büttner.
Leichtathletik
Der US-Amerikaner Ray Ewry stellt mit 1,613 m den ersten offiziellen Weltrekord im Standhochsprung auf.
Motorsport
Das London-Brighton-Autorennen wird erstmals durchgeführt.
Radsport
mini|Paris-Roubaix vor dem Start des Rennens in Paris 19. April: Der deutsche Josef Fischer gewinnt die erste Austragung von Paris–Roubaix. 17. Mai: Das Radrennen Paris–Tours wird erstmals ausgetragen. 15. bis 17. August: Bahn-Radweltmeisterschaften 1896 28. August: Das Radrennen Rund um Berlin wird erstmals ausgetragen. Der Arbeiter-Radfahrerbund Solidarität wird in Offenbach am Main gegründet.
Rudern
28. März: Oxford besiegt Cambridge im Boat Race in 20′01″.
Schach
4. Januar: Schachweltmeister Emanuel Lasker besiegt in der entscheidenden Partie des Viermeister-Turniers von Sankt Petersburg den führenden Harry Nelson Pillsbury. 7. November: Die Schachweltmeisterschaft 1896 zwischen Emanuel Lasker und Wilhelm Steinitz beginnt. Sie dauert bis zum 14. Januar 1897.
Schwimmen
9./10. August: Deutsche Schwimmmeisterschaften 1896 finden am Kochsee in Charlottenburg statt.
Tennis
28. Juni: In Bern wird die Schweizerische Lawn Tennis Association gegründet, der erste nationale Tennisverband in Kontinentaleuropa. Ziel ist es, die Turnierszene zu reglementieren und eine Schweizer Meisterschaft auszuspielen.
Wintersport
5. und 6. Januar: Es finden die ersten internationalen Skirennen auf Wiener Gebiet in Pötzleinsdorf mit norwegischer Beteiligung statt. Das Juniorenlaufen über 350 m gewinnt der Wiener Mauthner, das Seniorenlaufen Franz Nachförg aus Semmering, den Sprunglauf der Norweger Eeyvind Roll, der auch das Handicaprennen gewinnt. Die Vereinsmeisterschaft gewinnt Franz Werberger aus Semmering, das Skiderby über 12 km der Norweger Karl Roll und der Norwegen Sondersen das Springen mit 14 m. 9. Februar: In Sankt Petersburg findet von der Internationalen Eiskunstlaufunion organisiert die erste Weltmeisterschaft im Eiskunstlauf statt. Erster Sieger in dem anfangs nur für Herren konzipierten Wettbewerb wird der Deutsche Gilbert Fuchs. 7. November: Der Prince’s Skating Club in Hammersmith wird gegründet. Im gleichen Jahr erfolgt auch die Gründung des Princes Ice Hockey Club durch Peter Patton.
Vereinsgründungen
2. Februar: Der Magdeburger Schwimmclub von 1896 wird gegründet. 12. April: Der Hannoversche Fußball-Club von 1896 (Hannover 96) wird auf Initiative von Ferdinand Wilhelm Fricke gegründet. Trotz der Namensgebung wird zunächst wie in den meisten Vereinen Rugby gespielt. 18. April: Gründung des FC Winterthur, damals noch als Excelsior FC Winterthur. Der Name wurde noch im Juli desselben Jahres auf FC Winterthur angepasst. 5. Mai: Der Fußballverein 1. FC Pforzheim wird gegründet. 13. Mai: In Bodens Deutscher Trinkstube wird durch Theodor Schöffler und andere Jugendliche der Sportverein VfB Leipzig gegründet. Das erste Fußballspiel endet mit 3:1 gegen den Leipziger BC 1893. 25. Mai: Der Deutsche Fußball-Club Prag wird von deutschnational gesinnten Juden aus der kurz zuvor gegründeten Fußballabteilung des Deutschen Eis- und Ruder-Clubs Regatta Prag gegründet. 15. Juni: Der Magdeburger Fußball- und Cricket Club Viktoria wird gegründet.
miniatur|links|Mitglieder von Terra Pila auf der Theresienwiese 5. September: Mehrere Gymnasiasten und Studenten gründen in München den „Verein für Rasensportarten“ Terra Pila, aus dem sich später der 1. Münchner FC 1896 entwickelt. Am Beginn wird auf der Theresienwiese vornehmlich Baseball und Faustball gespielt. Wann sich der Verein dem Fußball zuwendet, ist nicht bekannt. Der Berliner FC Favorit von 1896 wird gegründet. Der spätere Hockeyclub Internationaler Sport-Klub München wird in Lerchenau von einer Gruppe ausländischer Studenten gegründet. Die erste ausgeübte Sportart ist Boxen. Die Freie Turnerschaft Frankfurt am Main wird gegründet.
Medien
mini|hochkant|Il Ciclista, eine Beilage des Corriere della Sera vom 2. April, kündigt La Gazzetta dello Sport an. 3. April: La Gazzetta dello Sport erscheint erstmals, herausgegeben von Eugenio Camillo Costamagna.
Geboren Januar 1. Januar: Auguste Parfondry, belgischer Radrennfahrer († unbekannt) 2. Januar: Władysław Dobrowolski, polnischer Säbelfechter, Leichtathlet und Sportfunktionär († 1969) 2. Januar: Piet Ikelaar, niederländischer Radrennfahrer und Radsportfunktionär († 1992) 3. Januar: Bertha Zahourek, österreichische Schwimmerin († 1967) 4. Januar: Clement Browne, US-amerikanischer Wasserballspieler († 1964) 4. Januar: Léon Quaglia, französischer Eishockeyspieler und Eisschnellläufer († 1961) 6. Januar: Erhard Mayke, deutscher Eisschnellläufer († 1962) 7. Januar: Amedée Rossi, französischer Automobilrennfahrer († 1963) 10. Januar: François Lafortune, belgischer Sportschütze († unbekannt) 10. Januar: Robert Wampfler, Schweizer Skilangläufer († unbekannt) 11. Januar: Heinrich Stuhlfauth, deutscher Fußballspieler († 1966) 12. Januar: Umberto De Morpurgo, italienischer Tennisspieler († 1961) 13. Januar: Antonio Herin, italienischer Skilangläufer († 1990) 15. Januar: Jack Oosterlaak, südafrikanischer Sprinter († 1968) 18. Januar: Vilho „Ville“ Ritola, finnischer Leichtathlet († 1982) 19. Januar: Volger Andersson, schwedischer Skilangläufer († 1969) 21. Januar: Alphonse Burnand, US-amerikanischer Segler († 1981) 21. Januar: Matti Perttilä, finnischer Ringer († 1968) 25. Januar: Corb Denneny, kanadischer Eishockeyspieler († 1963) 30. Januar: Georges Paulus, französischer Schwimmer († 1937) 31. Januar: Arthur MacPherson, britisch-russischer Fußball,- Tennis-, und Bandyspieler († 1973)
Februar 2. Februar: Einar Ræder, norwegischer Leichtathlet, († 1976) 4. Februar: Max Böhland, US-amerikanischer Leichtathlet († 1975) 5. Februar: Hans Paschen, deutscher Regattasegler († 1960) 7. Februar: Christian Thomas, dänischer Turner († 1970) 9. Februar: Frédéric Claessens, belgischer Radrennfahrer († unbekannt) 9. Februar: Arthur Rydstrøm, norwegischer Turner († 1986) 9. Februar: René Savoie, Schweizer Eishockeyspieler († 1961) 10. Februar: Gunnar Söderlindh, schwedischer Turner († 1969) 11. Februar: Józef Kałuża, polnischer Fußballspieler und -trainer († 1944) 11. Februar: Gunnar Lindström, schwedischer Leichtathlet († 1951) 11. Februar: Aron Pollitz, Schweizer Fußballspieler († 1977) 13. Februar: Margarete Adler, österreichische Schwimmerin († 1990) 15. Februar: Daniel Lehu, französischer Schwimmer († 1979) 15. Februar: František Pecháček, tschechoslowakischer Turner († 1944) 16. Februar: Roberto Chery, uruguayischer Fußballtorhüter († 1919) 16. Februar: Albert De Bunne, belgischer Radrennfahrer († unbekannt) 17. Februar: Arthur Qvist, norwegischer Reiter († 1973) 20. Februar: Olindo Raggi, italienischer Motorradrennfahrer († 1926) 22. Februar: Paul Müller, Schweizer Eishockeyspieler, -trainer und -schiedsrichter († 1974) 22. Februar: Edvin Wide, schwedischer Leichtathlet († 1996) 23. Februar: Edward Pitblado, britischer Eishockeyspieler († 1978)