mini|Rosa Messkasel, Art déco, ehemals Speyerer Dom, jetzt Stiftskirche Neustadt an der Weinstraße Laetare ( „freue dich“) oder Lätare, auch Freudensonntag, Rosensonntag (lateinisch Dominica de rosaAnton Hungari (Hrsg.): Osterglöcklein. Erbauliche Unterhaltungen für den Osterfestkreis im katholischen Kirchenjahre. J. D. Sauerländer, Frankfurt am Main 1862, S. 8 f. und 105–117 (Vierter Fastensonntag), hier: S. 111 f. (Der Name dieses Sonntags „Laetare“) und 113 f. (Lätare-Feier in Bayern, Lätare-Feier in Schlesien, Der Rosen-Sonntag zu Rom).), Brotsonntag, Totensonntag, Todsonntag oder Schwarzer Sonntag genannt, ist der nach dem Anfangswort des Introitus („Laetare Ierusalem …“: ‚Freu dich, Jerusalem …‘) in der römisch-katholischen und der evangelisch-lutherischen Liturgie benannte vierte Fasten- oder Passionssonntag im Frühjahr (März oder Anfang April).
Text der Einheitsübersetzung 2016 des Katholischen Bibelwerks:
Mit dem Sonntag Laetare ist die Mitte der Fastenzeit („Mittfasten“) überschritten; er hat deshalb einen fröhlicheren, tröstlichen Charakter, da das Osterfest näher rückt. Das wird in der katholischen Kirche traditionell auch durch die liturgische Farbe ausgedrückt: In das Violett der Fastenzeit mischt sich an diesem Tage schon ein wenig von der weißen Liturgiefarbe des nahenden Osterfestes, was dann einen rosa Farbton ergibt. Das österliche Weiß strahlt gewissermaßen schon durch das Violett hindurch. Diese liturgische Farbe ist auch für den Adventssonntag Gaudete vorgesehen. Es können an den beiden Sonntagen jedoch auch violette Gewänder benutzt werden. Früher durfte in der Fastenzeit die Orgel nur an diesem Sonntag erklingen. Der Sonntag Laetare und der Sonntag Gaudete sind die einzigen Sonntage, bei denen im Messbuch der römisch-katholischen Kirche die Benennung nach dem ersten Wort der Introitusantiphon erhalten geblieben ist. Laetare wird umgangssprachlich zuweilen auch „Rosensonntag“ genannt, da an diesem Tag vom 11. bis zum 19. Jahrhundert die Goldene Rose (Tugendrose) gesegnet wurde, die der Papst einer Person oder Institution verlieh, die sich um die Kirche besonders verdient gemacht hatte. Eine andere Bezeichnung für diesen Sonntag ist „Brotsonntag“, abgeleitet vom Evangelium der wundersamen Brotvermehrung.
Liturgische Texte Römisch-katholische Leseordnung
Erste Lesung Zweite Lesung Evangelium Lesejahr A (Heilung des Blindgeborenen) Lesejahr B (Gespräch mit Nikodemus) Lesejahr C (Gleichnisse vom barmherzigen Vater)
Evangelische Perikopenordnung
Reihe Perikope Anmerkung Inhalt I Jesus spricht: „Ich bin das Brot des Lebens.“ II „Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt!“ III Evangelium „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt …“ IV Epistel Gott tröstet uns in aller unserer Trübsal, damit wir auch trösten können. V Alttestamentliche Lesung „Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen“. VI Verleugnung des Petrus Psalm „Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth!“ Wochenspruch „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt …“
Regionales Brauchtum Regional wird Laetare auch „Todsonntag“ genannt, was auf den Brauch des allegorischen Todaustragens von Winter und Sommer zurückgeht, bei dem der Sommer gewinnt.Dreihöf: Bräuche. Website „Kreis Landskron“ von Markus Klenk, abgerufen am 5. März 2017.
Im Südwesten Deutschlands wird in vielen Orten am Sonntag Laetare der Brauch der Winterverbrennung gefeiert. In der Kurpfalz geht dem meist der Sommertagszug voraus. Im Wormser Stadtteil Horchheim gibt es an diesem Tag den Dreizackweck.
Im Elztal im Schwarzwald und angrenzenden Seitentälern findet das Scheibenschlagen traditionell an diesem Tag statt. In der Ostschweizer Gemeinde Ermatingen findet alle drei Jahre am Laetaresonntag ein kombinierter Fischer-, Frühlings- und alemannischer Fasnachtsumzug als Höhepunkt der Groppenfasnacht statt. Aus dem evangelischen Flözlingen wird von folgenden Fastnachtbräuchen berichtet: Faulenzen, Aufzüge und Masken selten, jedoch seltener als in den umliegenden katholischen Orten. Donnerstag darauf „rußiger Dunnstig“ (rußiger Donnerstag) für die jungen Leute, wo ledige Buben und Mädchen sich Maske und Gesicht mit Ruß schwärzen; Lätare: Jungfernfastnacht – Jedes Mädchen bekommt eine Bratwurst vom Vater beziehungsweise, wenn sie im Kreise bei Fremden ist, von ihrer Herrschaft. Bis zu diesem Tag muss der oder die „Angeklagte“ dem Stockacher Narrengericht die verurteilte Strafe liefern.
In Schlesien wurde am Sonntag Laetare der Summersunntag (Sommersonntag) gefeiert. Kinder, die Gerten mit Papierrosen und bunten Bändern (sogenannte „Sommer“) trugen, zogen beim Summersinga von Haus zu Haus und sangen, wie es auch aus Reußendorf überliefert wird, als Heischelied:
Termine Die Lage der Fastenzeit ist abhängig vom Termin des Osterfestes. Laetare liegt 21 Tage vor dem Ostersonntag und fällt somit frühestens auf den 1. März und spätestens auf den 4. April.
Termine bis
Literatur Franz-Rudolf Weinert: Den Osterfestkreis verstehen und feiern. Friedrich Pustet, Regensburg 2001, ISBN 3-7917-1689-1, S. 41–47.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Fastensonntag