zentriert|350px|Eröffnung der Spiele im Stockholmer Olympiastadion Bei den Olympischen Spielen in Stockholmkommen erstmals elektronische Zeitmessungund Zielphotographie zum Einsatz. zentriert|152px|Marc Wright bei den Olympischen Spielen 1912 Marc Wright überspringt im Stabhochsprung erstmals die 4-Meter-Marke. zentriert|188px|James Duncan bei den Olympischen Spielen 1912 James Duncan stellt den ersten offiziellen Weltrekord im Diskuswurf auf. Chronologie 27./28. Januar Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft der Damen 10./11. Februar Eiskunstlauf-Europameisterschaft 16./17. Februar Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft der Herren 27. Februar Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft der Paare 1. April Oxford gewinnt das Boat Race gegen Cambridge. 2. April Der Verein für Bewegungsspiele Stuttgart 1893 e. V. wird gegründet. 5. Mai Die Olympischen Spiele in Stockholm werden eröffnet. 5. Mai In Ried wird die SV Ried gegründet. 18. Mai George Horine überspringt als erster Mensch im Hochsprung 2 Meter. 29. November Der Fußballclub Amisia Meppen wird gegründet.
Ereignisse Olympische Spiele
5. Mai/29. Juni – 27. Juli: In Stockholm finden die V. Olympischen Spiele statt. Nach zum Teil chaotischen Verhältnissen während der Olympischen Spiele von 1900, 1904 und 1908 setzt Stockholm den Maßstab für die zukünftigen Austragungen. Erstmals kommen elektronische Zeitmessung und Zielphotographie zum Einsatz.
mini|links|Logo des olympischen Fußballturniers 1. Juli: Mit zehn bzw. vier Toren tragen die beim Karlsruher FV spielenden Gottfried Fuchs und Fritz Förderer maßgeblich zum bis heute höchsten Sieg der deutschen A-Nationalmannschaft der Männer bei, einem 16:0 gegen die russische Auswahl in der Trostrunde des olympischen Fußballturniers.
4. Juli: Im Finale des olympischen Fußballturniers gewinnt Großbritannien gegen Dänemark mit 4:2 und wird damit wie schon 1908 Olympiasieger. Die Niederlande gewinnen mit einem 9:0-Sieg über Finnland die Bronzemedaille. 5. Juli: Ungarn gewinnt das Finale der Trostrunde im Fußballturnier gegen Österreich mit 3:0. 7. bis 12. Juli: Erstmals wird bei den Olympischen Spielen ein Wettbewerb im von Pierre de Coubertin erfundenen Modernen Fünfkampf ausgetragen. Der Schwede Gösta Lilliehöök wird erster Olympiasieger in dieser Disziplin. 8. Juli: Bei den Spielen wird ein Wettbewerb im Tauziehen abgehalten. Dabei besiegt die Stockholm Police die City of London Police. Weitere Mannschaften treten nicht an.
mini|links|Tsiklitiras bei den Olympischen Spielen 8. Juli: Letztmals bei den Olympischen Spielen wird der Standweitsprung abgehalten. Der Grieche Konstantinos Tsiklitiras wird mit 3,37 m letzter Olympiasieger. 10. Juli: Im Finale des Schwimmbewerbes über 200 Meter Brust der Männer siegt der Deutsche Walter Bathe mit neuem olympischen Rekord von 3:01,8 min vor seinen Landsleuten Wilhelm Lützow und Kurt Malisch. 13. Juli: Letztmals bei den Olympischen Spielen wird der Standhochsprung abgehalten. Der US-Amerikaner Platt Adams wird mit 1,63 m Olympiasieger.
Der portugiesische Marathonläufer Francisco Lázaro ist das erste Todesopfer bei Olympischen Spielen. Beim Marathonlauf am 14. Juli kollabiert er und verstirbt am nächsten Tag im Krankenhaus. Fünf Tage nach seinem Tod findet ihm zu Ehren im Olympiastadion Stockholm ein Sportfest statt. Eine Sammlung unter den 23.000 Zuschauern erzielt einen Betrag von 14.000 Kronen, der Lázaros Familie übergeben wird.
mini|links|hochkant|Jim Thorpe 15. Juli: Als letzte Leichtathletikveranstaltung wird der Zehnkampf abgeschlossen. Der US-Amerikaner Jim Thorpe gewinnt mit dem Weltrekord von 8412,955 Punkten. Im folgenden Jahr werden ihm seine Medaillen wegen Verletzung des Amateurstatus aberkannt. 27. Juli: Mit der Schlussfeier enden die Olympischen Spiele. Erfolgreichster Athlet ist der finnische Läufer Hannes Kolehmainen mit drei Gold- und einer Silbermedaille. Erfolgreichste Nation sind die Vereinigten Staaten mit insgesamt 63 Medaillen. 10. November: Das Deutsche Sportabzeichen wird von der Hauptversammlung des Deutschen Reichsausschusses für Olympische Spiele unter dem Namen Auszeichnung für vielfältige Leistung auf dem Gebiet der Leibesübungen geschaffen. Vorbild ist das Schwedische Sportabzeichen (Idrottsmärke), das der Begründer des Sportabzeichens, Carl Diem, während der Spiele in Stockholm kennengelernt hat. 17. November: Als Reaktion auf die Schaffung des Deutschen Sportabzeichens wird die Zentralkommission für Sport und Körperpflege als Dachverband des Arbeitersports in Deutschland gegründet.
Badminton
Boxen
mini|hochkant|Johnny Kilbane 12. Februar: Johnny Kilbane besiegt Titelverteidiger Abe Attell und wird damit Weltmeister im Federgewicht.
Fußball
Deutsche Fußballmeisterschaft 1911/12 Italienische Fußballmeisterschaft 1911/12 An der ersten offiziellen österreichischen Fußballmeisterschaft nehmen nur Wiener Vereine teil. Erster österreichischer Meister wird der SK Rapid Wien. Schweizer Fussballmeisterschaft 1911/12 Süddeutsche Fußballmeisterschaft 1911/12
Leichtathletik Weltrekorde
Sprint
6. Juli: Donald Lippincott, USA, läuft bei einem olympischen Vorlauf die 100 Meter der Männer in 10,6 s.
Mittelstreckenlauf
8. Juni: Abel Kiviat, USA, läuft die 1500 Meter der Männer in 3:55,8 min und stellt damit den ersten offiziellen Weltrekord auf. 8. Juli: Ted Meredith, USA, gewinnt die olympische Goldmedaille über die 800 Meter der Männer in der ersten offiziellen Weltrekordzeit von 1:51,9 min.
Langstreckenlauf
mini|links|hochkant|Hannes Kolehmainen, Stockholm 1912 10. Juli: Hannes Kolehmainen, Finnland, läuft bei den Olympischen Spielen die 5000 Meter der Männer in 14:36,6 min. 12. Juli: Hannes Kolehmainen, Finnland, läuft die 3000 Meter der Männer in 8:36,8 min.
Staffellauf
Die deutsche Mannschaft stellt im Halbfinale der Olympischen Spiele in Stockholm mit 42,3 s den ersten offiziellen Weltrekord im 4-mal-100-Meter-Lauf auf.
Sprungdisziplinen
mini|George Horine bei den Olympischen Spielen 1912 18. Mai: George Horine, USA, springt im Hochsprung der Männer 2,00 m. Das wird später von der IAAF als erster Weltrekord im Hochsprung anerkannt. 8. Juni: Marc Wright, USA, springt im Stabhochsprung der Männer 4,02 m. Er ist damit nicht nur der erste Mensch, der die vier Meter bewältigt hat, sondern auch der erste offizielle Weltrekordinhaber.
Wurfdisziplinen
27. Mai: James Duncan, USA, stellt mit 47,58 m den ersten offiziellen Weltrekord im Diskuswurf der Männer auf.
mini|Eric Lemming bei den Olympischen Spielen 1912 29. September: Eric Lemming, Schweden, wirft im Speerwurf der Männer 62,32 m.
Mehrkampf
15. Juli: Jim Thorpe, USA, erreicht bei den Olympischen Spielen im Zehnkampf 8412,955 Punkte.
Radsport
mini|links|hochkant|Streckenverlauf des Giro 19. Mai bis 2. Juni: Beim Giro d’Italia gibt es nur eine Teamwertung. Das italienische Team Atala gewinnt die Gesamtwertung nach neun Etappen, von denen acht gewertet werden. 30. Juni bis 28. Juli: Odiel Defraeye gewinnt als erster Belgier die Tour de France.
mini|WM-Rennen in Newark 30. August bis 4. September: Bei den UCI-Bahn-Weltmeisterschaften in Newark gibt es nur US-amerikanische Sieger: Frank Kramer und George Wiley siegen bei den Profis, bei den Amateuren gewinnt Donald McDougall. Wegen Regens müssen die Veranstaltungen immer wieder unterbrochen werden. Die Distanzradfahrt Wien–Berlin wird zum vierten Mal durchgeführt.
Ringen
4. Mai/21. September: Inoffizielle Ringer-Europameisterschaften in Budapest bzw. Wien
Rudern
1. April: Nachdem im ersten Lauf beide Boote gesunken sind, besiegt Oxford im zweiten Lauf Cambridge im Boat Race in 22′05″.
Rugby
England und Irland werden gemeinsam Turniersieger der Five Nations der Rugby Union.
Schwimmen Schwimmmeisterschaften
Deutsche Schwimmmeisterschaften
Schwimmrekorde Freistilschwimmen
6. April: Kurt Bretting, Deutsches Reich, schwimmt die 100 Meter Freistil in 1:02,4 min. 21. April: Alajos Kenyéry, Ungarn, schwimmt die 400 Meter Freistil in 5:29,0 min. 5. Juni: Béla von Las-Torres, Ungarn, schwimmt die 400 Meter Freistil in 5:28,4 min. 10. Juni: Daisy Curwen, Großbritannien, schwimmt die 100 Meter Freistil der Frauen in 1:20,6 min.
mini|links|hochkant|Fanny Durack (links) und Mina Wylie bei den Olympischen Spielen 9. Juli: Fanny Durack, Australien, schwimmt bei den Olympischen Spielen die 100 Meter Freistil der Frauen in 1:19,8 min.
mini|George Hodgson auf dem Weg zur Goldmedaille über 1500 Meter Freistil 10. Juli: George Hodgson, Kanada, schwimmt bei den Olympischen Spielen die 1500 Meter Freistil in 22:00,0 min. 14. Juli: George Hodgson, Kanada, schwimmt bei den Olympischen Spielen die 400 Meter Freistil in 5:24,4 min. 15. Juli: Isabella Moore, Jennie Fletcher, Annie Speirs und Irene Steer, Großbritannien, schwimmen bei den Olympischen Spielen die 4-mal-100-Meter-Freistilstaffel der Frauen in 5:52,8 min. 20. Juli: Duke Kahanamoku, Vereinigte Staaten, schwimmt bei den Olympischen Spielen die 100 Meter Freistil in 1:01,6 min. 21. Juli: Fanny Durack, Australien, schwimmt bei den Olympischen Spielen die 100 Meter Freistil der Frauen in 1:18,8 min. 26. September: Jack Hatfield, Großbritannien, schwimmt die 400 Meter Freistil in 5:21,6 min.
Rückenschwimmen
3. April: Otto Fahr, Deutsches Reich, schwimmt die 200 Meter Rücken in 2:48,4 min, ein Rekord, der bis ins Jahr 1926 Bestand hat. 6. April: Oskar Schiele, Deutsches Reich, schwimmt die 100 Meter Rücken in 1:18,4 min. 29. April: Otto Fahr, Deutsches Reich, schwimmt die 100 Meter Rücken in 1:15,6 min.
Tennis
11. bis 13. Juli: Großbritannien qualifiziert sich gegen Frankreich und die USA für das Finale der International Lawn Tennis Challenge gegen Australasien. 28. bis 30. November: International Lawn Tennis Challenge in Melbourne
Wintersport Eishockey
28. Januar: Der Berliner Schlittschuhclub gewinnt die erste deutsche Eishockeymeisterschaft. 2. bis 4. Februar: In Prag findet die Eishockey-Europameisterschaft mit nur drei Mannschaften statt. Die böhmische Eishockeynationalmannschaft verteidigt ihren Titel vom Vorjahr. Die Europameisterschaft wird jedoch vom Weltverband IIHF im März nachträglich aberkannt, da die teilnehmende österreichische Eishockeynationalmannschaft erst einen Monat nach der EM in den Eishockeyverband aufgenommen worden ist.
mini|Die siegreiche Mannschaft des Berliner Schlittschuhclubs, 1912 20. bis 24. März: In Brüssel findet die erste LIHG-Meisterschaft statt, an der der Berliner Schlittschuhclub, der Brussels Royal IHSC und der Club des Patineurs de Paris teilnehmen. Nur die Schweiz tritt mit einer Nationalauswahl an. Die Oxford Canadians, eine Mannschaft kanadischer Studenten an der englischen Universität Oxford werden als Vertretung Kanadas bezeichnet. Der Berliner Schlittschuhclub gewinnt das Turnier mit einer Bilanz von 4 Siegen aus ebenso vielen Spielen. Parallel zum Turnier findet der jährliche Kongress der LIHG statt. Auf diesem wird die Annullierung der Austragung der Europameisterschaft 1912 (s. o.) beschlossen. Der Club des Patineurs de Paris gewinnt den vierten Coupe de Chamonix.
Eiskunstlauf
mini|hochkant|Opika von Méray Horváth 27./28. Januar: Die Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft der Damen finden in Davos statt. Die Ungarin Opika von Méray Horváth wird erstmals Weltmeisterin. 10./11. Februar: Die Eiskunstlauf-Europameisterschaft 1912 wird in Stockholm ausgetragen. Der Schwede Gösta Sandahl wird Europameister. 16./17. Februar: Die Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft der Herren werden in Manchester durchgeführt. Sieger wird der Österreicher Fritz Kachler vor dem Deutschen Werner Rittberger. 27. Februar: In Manchester findet die Paarkonkurrenz der Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften statt. Der Titel geht zum zweiten Mal nach 1909 an das britische Ehepaar Phyllis und James H. Johnson.
Eisschnelllaufrekorde
17. Februar: Oscar Mathisen, Norwegen, läuft in Kristiania (Oslo) die 500 Meter Eisschnelllauf in 44,2 s.