Der FIBA Intercontinental Cup, zwischenzeitlich auch benannt als FIBA Club World Cup, ist ein jährlich stattfindender internationaler Basketball-Pokalwettbewerb, der vom Basketballweltverband FIBA ausgerichtet wird. An diesem Wettbewerb nehmen die Vereinsmeister der fünf FIBA-Kontinentalverbände sowie ein Vertreter der NBA G League teil.

Aktuell (Stand September 2025) werden die Teilnehmerplätze wie folgt vergeben: Anstelle des Champions der National Basketball Association (NBA), die weithin als die prestigeträchtigste Basketballliga der Welt gilt, wird der nordamerikanische Platz in der Regel an den Champion oder eine Auswahlmannschaft der NBA G League vergeben. Anstelle der EuroLeague, die seit langem als Europas prestigeträchtigster Vereinswettbewerb gilt, entsendet die FIBA Europa den Champion der Basketball Champions League (BCL). Die FIBA Amerika und FIBA Asien vergeben jeweils einen Platz an den Meister der Basketball Champions League Americas (BCLA) respektive Basketball Champions League Asia (BCL Asia). Die Meister der Basketball Africa League (BAL) für FIBA Afrika und der National Basketball League (NBL) für FIBA Ozeanien erhalten ebenfalls einen Platz im Turnier.

Geschichte Die Ursprünge des Intercontinental Cup gehen auf ein Freundschaftsspiel aus dem Jahr 1965 in São Paulo zwischen dem damaligen Gewinner des Europapokals der Landesmeister Real Madrid und dem des Südamerikapokal der Meister Corinthians zurück. Das Spiel endete mit einem 118:109 für die Brasilianer.

Das erste offiziell von der FIBA ausgetragene interkontinentale Turnier ging schließlich vom 6. bis 9. September 1966 in Madrid über die Bühne. Den Sieg sicherte sich Pallacanestro Varese durch ein 66:59 im Endspiel gegen Corinthians São Paulo. Am Wettbewerb nahmen darüber hinaus noch Gastgeber Real Madrid sowie die Chicago Jamaco Saints aus der US-amerikanischen National AAU Basketball League/National Alliance of Basketball Leagues (NABL) teil. Das im K.-o.-System (mit Halbfinale und Finale) ausgetragene Turnier wurde in weiterer Folge von den ebenfalls in der NABL spielenden Akron Goodyear Wingfoots dominiert, die sich von 1967 bis 1969 drei Titel in Folge sicherten.

Ab 1970 änderte der Weltverband den Modus der Intercontinental Cups, der fortan als Rundenturnier ausgetragen wurde. Aufgrund des geringen Interesses und fehlender Einigung der Teilnehmer bei der Terminfindung fand 1971 kein Turnier statt und 1972 nahmen nicht Klubmannschaften, sondern die Nationalteams von Polen, Brasilien, der Sowjetunion sowie der Vereinigten Staaten teil. Im Jahre 1973 wurde der Wettbewerb zu Ehren des FIBA-Generalsekretärs Renato William Jones in FIBA Intercontinental Cup „William Jones“ umbenannt. Teilnahmeberechtigt waren fortan wieder Vereinsmannschaften aus verschiedenen Kontinentalverbänden. Der Vertreter der Vereinigten Staaten kam ab 1974 nicht mehr aus der NABL, sondern war nun ein College-Team aus der NCAA Division I, darüber hinaus starteten in der Regel Klubs aus Europa und Lateinamerika sowie ein bis zwei Teams aus dem Gastgeberland. In den Jahren 1975 und 1976 nahmen mit Hit Trésor Bangui (Zentralafrikanische Republik) und ASFA Dakar (Senegal) auch erstmals Teams aus Afrika am Wettbewerb teil.

Im Jahr 1981 weitete die FIBA das Turnier auf alle Kontinentalverbände aus und benannte es in FIBA Club World Cup um. Insgesamt nahmen zehn Mannschaften teil, vier aus Südamerika, zwei aus Europa, je ein Vertreter aus Afrika, Ozeanien und Asien sowie die Clemson Tigers aus den Vereinigten Staaten. Nach einer Vorrunde bestehend aus zwei Fünfergruppen, trafen die besten sechs Teams in einem Rundenturnier aufeinander. Den Sieg bei dieser Klubweltmeisterschaft sicherte sich Real Madrid. Es blieb jedoch vorerst nur bei nur einer Austragung unter diesem Modus und so fand der Wettbewerb von 1982 bis 1984 wieder als Intercontinental Cup mit Klubs aus Europa, Südamerika sowie einer Mannschaft aus der NCAA statt.

Im Jahr 1985 wurden CD Maxaquene (Mosambik) sowie die Philippinischen Nationalmannschaft eingeladen, das Turnier trug erneut den Namen FIBA Club World Cup. Nach einer Vorrunde aus zwei Fünfergruppen, trafen die vier besten Teams im K.-o.-System aufeinander. Den Sieg sicherte sich der FC Barcelona. In den folgenden zwei Austragungen behielt das Turnier zwar seinen Namen, jedoch bestritten ihn erneut nur Klubs aus Europa, Südamerika sowie den Vereinigten Staaten.

Die Gründung des von 1987 bis 1999 ausgetragenen McDonald’s Championship, einem Aufeinandertreffen diverser FIBA-Klubmannschaften, gelegentlich auch Nationalteams, mit je einer Mannschaft aus der NBA, führte zur Einstellung des unattraktiveren Intercontinental Cups. Von 1988 bis 2012 wurde der Wettbewerb nur ein einziges Mal ausgetragen; im Jahr 1996 trafen der Gewinner des Europapokals der Landesmeister Panathinaikos Athen und der Sieger der Liga Sudamericana Olimpia Basketball Club aufeinander. Die Griechen entschieden das best-of-three Playoff mit 2:1 für sich.

Nach einer 15-jährigen Pause entschieden sich die FIBA und die ULEB im Jahr 2013 zu einer Wiederbelebung des Turniers. Unter dem Namen FIBA-Euroleague Intercontinental Cup trafen die Gewinner der EuroLeague und der FIBA Americas League aufeinander.

Aufgrund von Streitigkeiten zwischen der ULEB und der FIBA, vertrat im Jahr 2016 nicht der Gewinner der EuroLeague den europäischen Basketball, sondern der Sieger des weniger bedeutenden FIBA Europe Cup. Seit dem Jahr 2017 ist der jeweilige Gewinner der Basketball Champions League von Seiten der FIBA-Europa für den Intercontinental Cup qualifiziert.

Ab dem Jahr 2019 änderte sich erneut der Modus. Für das Turnier war nun neben den Siegern der Basketball Champions League (FIBA Europa) und FIBA Americas League (FIBA Americas) auch der Meister der NBA G-League sowie eine Gastgebermannschaft des vom Weltverband designierten Austragungsortes qualifiziert. Der Wettbewerb wurde im Final Four Modus, mit Halbfinale und Endspiel, ausgetragen.

Als der Wettbewerb im Jahr 2023 von Februar auf September verlegt wurde, um ihn besser an die Spielpläne der Vereine anzupassen, wurden die Teilnehmerzahl und auch das Format geändert. Die sechs teilnehmenden Mannschaften spielen zuerst eine Gruppenphase in zwei Dreier-Gruppen aus. Die beste Mannschaft jeder Gruppe zieht ins Finale ein. Die zweitplatzierten Mannschaften bestreitet das Spiel um den dritten Platz und die drittplatzierten Mannschaften treffen im Spiel um den fünften Platz aufeinander.

Namen des Wettbewerbs FIBA Intercontinental Cup: 1966–1980 FIBA Club World Cup: 1981 FIBA Intercontinental Cup: 1982–1984 FIBA Club World Cup: 1985–1987 FIBA Intercontinental Cup: 1996 FIBA-Euroleague Intercontinental Cup: 2013–2015 FIBA Intercontinental Cup: seit 2016

Seit 1973 wird das Turnier auch zu Ehren von Renato William Jones benannt, sodass die vollständigen offiziellen Namen des Turniers entweder FIBA Intercontinental Cup „William Jones“ oder FIBA Club World Cup „William Jones“ lauten.

Aktuelles Turnier Der FIBA Intercontinental Cup 2025 war die 35. Ausgabe des Turniers und fand vom 18. bis 21. September 2025 zum dritten Mal in Folge im Singapore Indoor Stadium in Singapur, statt. Sechs Mannschaften nahmen an dem Turnier teil, das mit einer Gruppenphase und anschließender Finalrunde ausgetragen wurde.

In einer Neuauflage des letztjährigen Endspiels konnte Unicaja Málaga seinen Titel aus dem Vorjahr nach einem 71:61-Erfolg über das amerikanische Auswahl-Team NBA G League United verteidigen. Als wertvollster Spieler (MVP) des Turniers wurde der Guard Tyler Kalinoski von Unicaja ausgezeichnet.

Intercontinental Cup Gewinner Jahr Ort Sieger Finalist Resultat Modus 1966 Madrid Pallacanestro Varese Corinthians São Paulo 66:59 K.-o.-System 1967 Rom Akron Goodyear Wingfoots Pallacanestro Varese 78:72 K.-o.-System 1968 Philadelphia Akron Goodyear Wingfoots Real Madrid Basketball 105:73 K.-o.-System 1969 Macon Akron Goodyear Wingfoots BC Brno 84:71 K.-o.-System Jahr Ort Sieger Modus 1970 Varese Pallacanestro Varese Liga 1971 Nicht ausgetragen 1972 São Paulo Vereinigte Staaten Liga 1973 São Paulo Pallacanestro Varese Liga 1974 Mexiko-Stadt Maryland Terrapins Liga 1975 Cantù Pallacanestro Cantù Liga 1976 Buenos Aires Real Madrid Basketball Liga 1977 Madrid Real Madrid Basketball Liga 1978 Buenos Aires Real Madrid Basketball Liga 1979 São Paulo Esporte Clube Sírio Liga 1980 Sarajevo Maccabi Tel Aviv Liga 1981 São Paulo Real Madrid Basketball Liga 1982 Den Bosch Pallacanestro Cantù Liga 1983 Buenos Aires CA Obras Sanitarias Liga 1984 São Paulo Virtus Roma Liga Jahr Ort Sieger Finalist Resultat Modus 1985 Barcelona, Girona FC Barcelona Basketball CA Monte Líbano 93:89 K.-o.-System 1986 Buenos Aires Žalgiris Kaunas Ferro Carril Oeste 84:78 K.-o.-System 1987 Mailand Olimpia Milano FC Barcelona Basketball 100:84 K.-o.-System 1988–1995 Nicht ausgetragen 1996 Athen, Rosario Panathinaikos Athen Olimpia Basketball Club 83:8983:78101:76 Play-offs 1997–2012 Nicht ausgetragen 2013 São Paulo Olympiakos Piräus EC Pinheiros 81:7086:69 Play-off 2014 Rio de Janeiro Flamengo Maccabi Tel Aviv 66:6990:77 Play-off 2015 São Paulo Real Madrid Bauru Basquete Clube 90:9191:79 Play-off 2016 Frankfurt am Main Guaros de Lara Skyliners Frankfurt 74:69 2017 San Cristóbal de La Laguna CB 1939 Canarias Guaros de Lara 76:71 Play-off 2018 Nicht ausgetragen 2019 Rio de Janeiro AEK Athen Flamengo 86:70 K.-o.-System 2020 San Cristóbal de La Laguna CB 1939 Canarias Virtus Bologna 80:72 K.-o.-System 2021 Buenos Aires San Pablo Burgos AA Quimsa 82:73 K.-o.-System 2022 Kairo Flamengo San Pablo Burgos 75:62 K.-o.-System 2023 Teneriffa CB 1939 Canarias FC São Paulo 89:68 K.-o.-System

Ausgabe Jahr Ort Sieger Finalist Resultat Teams 33 2023 Sesi Franca Telekom Baskets Bonn 70:69 6 34 2024 Unicaja Málaga NBA G League United 75:60 6 35 2025 Unicaja Málaga NBA G League United 71:61 6

Titel nach Mannschaften Mannschaft Land TitelReal Madrid 5Pallacanestro Varese 3Akron Goodyear Wingfoots 3CB 1939 Canarias 3Pallacanestro Cantù 2Flamengo 2Unicaja Málaga 2Olimpia Milano 1Olympiakos Piräus 1Esporte Clube Sírio 1Žalgiris Kaunas 1Virtus Roma 1Panathinaikos Athen 1Maccabi Tel Aviv 1FC Barcelona 1CA Obras Sanitarias 1Maryland Terrapins 1Vereinigte Staaten 1Guaros de Lara 1AEK Athen 1San Pablo Burgos 1Sesi Franca 1

Wertvollster Spieler Jahr MVP Mannschaft1977 Walter Szczerbiak Real Madrid1987 Juan Antonio San Epifanio FC Barcelona2013 Vasilios Spanoulis Olympiakos Piräus2014 Nicolás Laprovíttola Flamengo Rio de Janeiro2015 Sergio Llull Real Madrid2016 Zach Graham Guaros de Lara2017 Mike Tobey CB 1939 Canarias2019 Jordan Theodore AEK Athen2020 Marcelo Huertas CB 1939 Canarias2021 Vítor Benite San Pablo Burgos2022 Luke Martínez Flamengo2023-1 Bruno Fitipaldo CB 1939 Canarias2023-2 David Jackson Sesi Franca2024 Dylan Osetkowski Unicaja Málaga2025 Tyler Kalinoski Unicaja Málaga

Einzelnachweise

Weblinks Offizielle Website FIBA Intercontinental Cup 2025 ()

Kategorie:Basketballwettbewerb