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Die römisch-katholische St.-Bavo-Kathedrale (niederländisch Sint-Baafskathedraal) befindet sich in der belgischen Stadt Gent (Provinz Ostflandern). Sie ist nach dem heiligen Bavo benannt.

Geschichte Einer Legende zufolge soll Transmarus, Bischof von Tournai und Noyon, eine kleine Kirche zu Ehren Johannes des Täufers geweiht haben.De bouwgeschiedenis van de kathedraal, sintbaafskathedraal.be In der Mitte des 12. Jahrhunderts wurde am Ort eine romanische Kirche errichtet, von welcher noch Überreste in der mit Wandbemalungen ausgeschmückten Krypta zu sehen sind.

Im Laufe des Mittelalters blühte Gent wirtschaftlich immer mehr auf und der erworbene Reichtum wirkte sich auch auf den Kirchenbau aus. Die romanische Sankt-Johannes-Kirche wurde daher im 15. und 16. Jahrhundert im gotischen Baustil umgebaut. In der Mitte des 16. Jahrhunderts hatte die Kirche mehr oder weniger ihr gegenwärtiges Aussehen erreicht.

Kaiser Karl V. erteilte 1536 einen Befehl, mit dem in Gent die alte Sankt-Bavo-Abtei aufgehoben und die damaligen Bewohner des zugehörigen Dorfs vertrieben wurden, da der Kaiser auf dem Gelände eine mit Bastionen versehene Festungsanlage für spanische Truppen errichten wollte. Im Jahr 1540 legte Karl persönlich den Grundstein für das "Castrum Novum" (Spanjaardenkasteel). Der Abt und die Mönche des Klosters wurden säkularisiert und erhielten Kanoniker-Titel. Deren Kapitel ging auf die St.-Johannes-Kirche (Sint-Janskerk) über, die von da ab St.-Bavo-Kirche (Sint-Baafskerk) genannt wurde.

1559 wurde die Diözese Gent gegründet und die St.-Bavo-Kirche zur St.-Bavo-Kathedrale (Sint-Baafskathedraal) erhoben. Der reiche Barockstil im Innenbereich zeugt vom Einfluss eines der am längsten regierenden Bischöfe von Gent, Antonius Triest.

Im Januar 2006 begann eine umfassende Restaurierung der Kathedrale, die in kleinen Schritten erfolgt. Während dieser Arbeiten ist das Gotteshaus weiter für Besucher geöffnet.

Kunst mini|hochkant|Der Genter Altar In der St.-Bavo-Kathedrale befinden sich viele religiöse Kunstwerke. Das älteste Stück stammt aus dem 8. Jahrhundert, das jüngste aus den späten 1990er Jahren. Das wohl bekannteste Werk ist der Genter Altar, ein Flügelaltar, der von Jan van Eyck und Hubert van Eyck angefertigt wurde und als bekanntestes und umfangreichstes Werk der frühen niederländischen Malerei gilt. Darüber hinaus befinden sich weitere 21 Altäre in der Kirche. Einen Altar schuf Frans Pourbus der Ältere 1571 für Viglius Zuichemus mit der Darstellung Jesus unter den Schriftgelehrten.

Die eindrucksvolle Rokoko-Kanzel aus den Jahren 1741–1745, aus Eiche, vergoldetem Holz und weißem und schwarzem Marmor von Laurent Delvaux, mit schmiedeeisernem Gitter von J. Arens ist auf der Südseite zu finden. In der Neuzeit errichtete der Künstler Kris Martin auf dem Dach die Skulptur Idiot 4.

Orgel mini|hochkant=0.7|Blick auf die Kruisbeukorgel Die Orgel wurde in den Jahren 1653–1655 von den Orgelbauern Louis Bys und Pierre Destrée erbaut. Das Bischofswappen am Orgelgehäuse weist auf den Stifter hin. Das Instrument wurde mehrfach dem Zeitgeschmack angepasst.

mini|hochkant=0.9|links|Zentralspieltisch Die heute in der Kirche installierte Orgel entspricht im Wesentlichen einem Neubau mit elektro-pneumatischer Traktur von Klais aus dem Jahr 1935 und ist zweiteilig angelegt: Die Kruisbeukorgel (=Orgel im Querschiff) hat 48 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Koororgel auf dem Chorumgang (mit eigenem Spieltisch im Chorraum) hat 43 Register auf drei Manualen und Pedal. Beide Instrumententeile lassen sich vom Zentralspieltisch aus anspielen.Informationen zur

I Nevenwerk C–c4 Principaal 8′ Holpijp 8′ Wilgenpijp 8′ Oktaaf 4′ Koppelfluit 4′ Nasaard ′ Zwegel 2′ Stemmeken 1′ Tertiaan II Cimbel IV Regaal 8′ Hobo 8′ II Hoofdwerk C–c4 Prestant 16′ Gedekt 16′ Prestant 8′ Roerfluit 8′ Kwintadeen 8′ Oktaaf 4′ Fluit 4′ Gemshoorn 4′ Kwint ′ Oktaafken 2′ Spitsfluit 2′ Kornet V Ruispijp IV Vulwerk IV–VI Bazuin 16′ Trompet 8′ Kromhoorn-Regaal 8′ Klaroen 4′ Voetwerk C–g1 Bromstem 32′ Principaalbas 16′ Openbas 16′ Brompijp 16′ Zachtbas 16′ Kwintbas ′ Oktaafbas 8′ Gedektbas 8′ Roerfluit 8′ Hoge Oktaaf 4′ Kleine Fluit 4′ Veldfluit 2′ Groot Vulwerk IV Bazuinbas 32′ Bazuin 16′ Trompetbas 8′ Zink 4′ Zingend Kornet 2′ III (I) Koorwerk C–c4 Kwintadeen 16′ Principaal 8′ Salicionaal 8′ Houten Fluit 8′ Oktaaf 4′ Blokfluit 4′ Oktaafken 2′ Terts ′ Kleine Kwint ′ Vulwerk IV Cimbel II–III Kromhoorn 8′ Koptrompet 4′ IV (II) Zwelwerk C–c4 Zachtgedekt 16′ Vioolprincipaal 8′ Kwintadeen 8′ Oktaaf 4′ Dwarsfluit 4′ Echokornet III–V Cimbelken III Dulciaan 16′ Trompet 8′ V (III) Bovenwerk C–c4 Nachthoorn Gedekt 8′ Spitsgamba 8′ Zweving 8′ Zingend Principaal 4′ Zwitserse Pijp 4′ Woudfluit 2′ Seskwialter II Scherp III–IV Hobo 8′ Regaal 4′ Voetwerk C–g1 Gedekte Fluit 16′ Fluitbas 8′ Gedekt 8′ Kwint ′ Oktaaf 4′ Fluit 4′ Veldfluit 2′ Oktaafcimbel II Pommer 16′ Hoorn 8′

Siehe auch Bistum Gent Liste der Bischöfe von Gent

Quellen Emmanuel-Auguste Hellin: Histoire chronologique des evêques et du chapitre exemt de l'église cathédrale de S. Bavon à Gand; suivi d'un recueil des epitaphes modernes et anciennes de cette église. Gent 1772–1777. Jean de Thielrode: Chronique de S. Bavon à Gand (1298). Gent 1835.

Literatur Auguste van Lokeren: Histoire de l’abbaye de Saint-Bavon et de la crypte de Saint-Jean, à Gand. Gent 1855. Firmin de Smidt: Krypte en koor van de voormalige Sint-Janskerk te Gent in het licht van de jongste archeologische opzoekingen. Gent 1959. Firmin de Smidt: De kathedraal te Gent. Archeologische Studie (= Verhandelingen van de Koninklijke Vlaamse Academie voor Wetenschappen, Letteren en Schone Kunsten van Belgie. Klaase der Schone Kunsten. Band 17). Brüssel 1962. Elisabeth Dhanens: Sint-Baafskathedraal Gent (= Inventaris van het Kunstpatrimonium van Oost-Vlaanderen. Band 5). Gent 1965. Firmin de Smidt, Elisabeth Dhanens: De Sint-Baafskathedraal te Gent. Tielt u. a. 1980. Bruno Bouckaert (Hrsg.): La cathédrale Saint-Bavon de Gand. Du Moyen Âge au Baroque (= Esthétiques et rituels des cathédrales d’Europe). Gent u. a. 2000.

Weblinks

Website der Sint-Baafskathedraal (niederländisch/englisch) De Inventaris van het Bouwkundig Erfgoed: Sint-Baafskathedraal (niederländisch)

Einzelnachweise

Bavo Gent Gent Gent Gent Gent, St. Bravo Gent Kategorie:Kulturdenkmal in Gent Kategorie:Kirchengebäude in der Provinz Ostflandern Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Christentum in Gent