mini|hochkant|Ylang-Ylang-Öl aus Cananga odorata Mit Ylang-Ylang-Öl bezeichnet man verschiedene ätherische Öle, die mit unterschiedlichen Destillationstechniken aus unterschiedlichen Blütenvarietäten des tropischen Ylang-Ylang-Baumes gewonnen werden.
Ein ähnliches Öl (Champacaöl) liefert Magnolia champaca.Fred Winter: Handbuch der gesamten Parfumerie und Kosmetik. Zweite Auflage, Springer, 1932, ISBN 978-3-662-01812-5 (Reprint), S. 55 ff. Es darf nicht verwechselt werden mit Champaca- oder Guajakholzöl, welches von Bulnesia sarmientoi oder von Guaiacum officinale und Guaiacum sactum stammt.R. Hänsel, K. Keller, H. Rimpler: Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis. 5. Auflage, Drogen: E–O, Springer, 1993, ISBN 978-3-642-63427-7 (Reprint), S. 350.
Ylang-Ylang-Öl mini|links|180px|Ylang-Ylang (Cananga odorata) Aus den Blüten von Cananga odorata wird Ylang-Ylang-Öl () durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Es werden hierfür die niederen Fraktionen verwendet.
Herstellung
Die Destillation erfolgt fraktioniert. So ergeben sich mehrere Qualitäten (Extra Superior, I, II und III) des Öls, je nachdem wie lange destilliert wird. Entsprechend ist Extra gelblich-ölig mit süß-blumigem Duft, während III ein gelbes Öl mit süß-blumigem Holzgeruch darstellt. Der kommerzielle Hauptproduktionsort ist auf Madagaskar und den Komoren und es werden nur die dort wachsenden Varietäten verwendet.
Zusammensetzung Die intensiveren Duftstoffe in den ersten Fraktionen sind p-Kresylmethylether (5–16 %), Methylbenzoat (4–9 %), (−)-Linalool (7–24 %), Benzylacetat (5,5–17,5 %) und Geranylacetat (2,5–14 %). Die in den minderwertigeren Fraktionen in höherem Maß enthaltenen Inhaltsstoffe sind Sesquiterpene wie Caryophyllen, Germacren-D und (E,E)-α-Farnesen (insg. bis zu 70 % in III). Die Dichte liegt bei 0,95–0,975 (Extra) bzw. 0,905–0,925 (III).H. Surburg, J. Panten: Common Fragrance and Flavor Materials: preparation, properties, and uses. Wiley-VCH, Weinheim 2006, ISBN 3-527-31315-X, S. 237 f.
Verwendung Ylang-Ylang-Öl wird bei der Herstellung von Parfüms (zum Beispiel Chanel Nº 5), parfümierten Seifen und bei der Aromatherapie verwendet. In vielen Ländern gilt es als Heilöl. Auch in Lebensmitteln wie Speiseeis, Süßigkeiten und Kaugummi wird es eingesetzt.
Kanangaöl Das Kanangaöl (Canangaöl, ) wird ebenfalls aus den Blüten des Ylang-Ylang destilliert, allerdings aus anderen Fraktionen. Nur die höheren Fraktionen oder auch das Gesamtdestillat.George A. Burdock: Fenaroli’s Handbook of Flavor Ingredients. Fifth Edition, CRC Press, 2005, ISBN 0-8493-3034-3, S. 244 f, 737 f, 1334, 1911 ff.E. Gildemeister: Die ätherischen Öle. 3. Auflage, 2. Band, Schimmel, 1929, S. 559–563, 579–593, 910 ff, online auf publikationsserver.tu-braunschweig.de, abgerufen am 21. September 2019.B. Fischer, C. Hartwich: Hagers Handbuch der Pharmaceutischen Praxis. Zweiter Band, Springer, 1902, ISBN 978-3-642-50373-3 (Reprint), S. 1068. In Kosmetikprodukten wird es in der Liste der Inhaltsstoffe als aufgeführt.
Zusammensetzung In seiner Zusammensetzung ist das Kanangaöl dem Ylang-Ylang-Öl ähnlich. Neben 2-Phenylethanol, Geraniol, Nerol und Nerolidol enthält es noch größere Mengen der Sesquiterpen-Kohlenwasserstoffe, aber nur sehr wenig Methylbenzoat und Benzylacetat. Die Dichte liegt bei 0,906–0,923, der Brechungsindex bei 1,4950–1,5050.
Verwendung Die Verwendung des Kanangaöls ist ähnlich dem Ylang-Ylang-Öl. Der geringere Ester-Gehalt begünstigt Kanangaöl für den Einsatz in Seifenparfüms.
Einzelnachweise
Kategorie:Ätherisches Öl