U 68 war ein deutsches U-Boot vom Typ IX C, das im Zweiten Weltkrieg von der deutschen Kriegsmarine eingesetzt wurde.

Geschichte Der Bauauftrag für das Boot wurde am 7. August 1939 an die AG Weser in Bremen vergeben. Die Kiellegung erfolgte am 20. April 1940 und der Stapellauf am 22. Oktober 1940. Am 11. Februar 1941 wurde es unter Kapitänleutnant Karl-Friedrich Merten in Dienst gestellt.

U 68 war bis zum 31. Mai 1941 als Ausbildungsboot der 2. U-Flottille (Wilhelmshaven) unterstellt. Danach gehörte es bis zu seiner Versenkung der 2. U-Flottille (Lorient) als Frontboot an. Als Wappen führte das Boot zunächst ein Kartenspielsymbol, das Pik, am Turm. Es wurde während einer Werftliegezeit von einem Werftarbeiter fehlgedeutet und gegen ein dreiblättriges Kleeblatt ersetzt. Diesem wurde nach einem Jahr Dienstzeit des Bootes ein Gefreitenwinkel hinzugefügt.Georg Högel: Embleme, Wappen, Malings deutscher U-Boote 1939–1945. 5. Auflage. Koehlers Verlagsgesellschaft mbH, Hamburg 2009, ISBN 978-3-7822-1002-7, Seite 49

Einsatzstatistik Unter dem Kommando mehrerer Kommandanten absolvierte U 68 während seiner Dienstzeit neun Unternehmungen, auf denen 33 Schiffe mit einer Gesamttonnage von 197.998 BRT versenkt wurden.

Erste Unternehmung Das Boot lief am 30. Juni 1941 um 5:00 Uhr von Kiel aus und am 1. August 1941 um 10:02 Uhr in Lorient ein. Auf dieser 33 Tage dauernden und 6.416,5 sm über und 96,3 sm unter Wasser langen Unternehmung in den mittleren Nordatlantik wurden keine Schiffe versenkt oder beschädigt.

Zweite Unternehmung Das Boot lief am 11. September 1941 um 20:01 Uhr von Lorient aus und am 25. Dezember 1941 um 10:50 Uhr wieder dort ein. U 68 übernahm am 27./28. September 1941 in der Tarafalbucht (Santo Antão, Kapverden) von U 111 vier G7a-Torpedos und am 2./3. Oktober 1941 von U 67 sieben Torpedos, 55 m³ Kraftstoff und Proviant. U 68 patrouillierte zunächst erfolglos das Seegebiet um Ascension und fuhr dann nach Sankt Helena. Kommandant Merten entschloss sich, in den Hafen von Jamestown einzudringen und zerstörte einen dort liegenden britischen Tanker.Clay Blair: Der U-Boot-Krieg. Band 1: Die Jäger. 1939–1942. Heyne, München 1998, Seite 479 Am 14. November 1941 wurde es vom Hilfskreuzer Atlantis erneut mit Kraftstoff und Proviant versorgt. Auf dem Wege zum neuen Operationsgebiet vor Südafrika hörte man von der Versenkung der Atlantis und dass die Besatzung von U 126 an das Z-Schiff Python übergeben worden war. U 68 nahm die erneute Versorgungsmöglichkeit wahr und erreichte die Python am 30. November 1941. Es übernahm diesmal 100 m³ Kraftstoff sowie zwölf Torpedos.

Am nächsten Tag, kurz vor dem Ablegen, wurde auch die Python – wie zuvor die Atlantis – vom britischen Schweren Kreuzer Dorsetshire überrascht und von ihrer eigenen Besatzung versenkt. U 68 nahm 104 Überlebende an Bord und trat zusammen mit U A die Heimfahrt an. Am 16. Dezember 1941 konnten 60 Mann an das italienische U-Boot Enrico Tazzoli abgegeben werden.

Auf dieser 114 Tage dauernden (17.481 sm über und 119 sm unter Wasser) langen Unternehmung in den Mittelatlantik, um die Kapverden sowie in den Südatlantik mit Abstechern zu den Inseln Ascension und St. Helena wurden vier Schiffe mit zusammen 23.659 BRT versenkt.

22. September 1941: Versenkung des britischen Motorschiffes Silverbelle () mit 5.302 BRT. Das Schiff wurde durch zwei Torpedos versenkt. Es hatte 6.000 t Phosphate nebst Palmöl, Kupfer, Kakaobohnen sowie drei Passagiere an Bord und befand sich auf dem Weg von Durban über Freetown nach Liverpool. Es gab keine Verluste und 57 Überlebende. 22. Oktober 1941: Versenkung des britischen Tankers Darkdale () mit 8.145 BRT. Der Tanker wurde durch vier Torpedos versenkt. Er hatte 3.000 t Heizöl, 850 t Flugbenzin sowie 500 t Diesel- und Schmieröl geladen und lag im Hafen von Jamestown (St. Helena). Es gab 41 Tote und acht Überlebende. 28. Oktober 1941: Versenkung des britischen Dampfers Hazelside () mit 5.297 BRT. Der Dampfer wurde durch vier Torpedos versenkt. Er hatte 3.476 t Stück- und Militärgut geladen und befand sich auf dem Weg von Cardiff über Durban nach Alexandria. Es gab zwei Tote und 44 Überlebende. 1. November 1941: Versenkung des britischen Motorschiffes Bradford City () mit 4.953 BRT. Das Schiff wurde durch drei Torpedos versenkt. Er hatte 9.500 t Zucker geladen und war auf dem Weg von Port Louis über Kapstadt und Freetown nach Großbritannien.

Dritte Unternehmung Das Boot lief am 11. Februar 1942 um 18:00 Uhr von Lorient aus und am 13. April 1942 um 9:15 Uhr wieder dort ein. Auf dieser 60 Tage dauernden Unternehmung legte das Boot 10.985 sm über und 237 sm unter Wasser zurück. Im Verlauf dieser Unternehmung in den Mittelatlantik und vor der westafrikanischen Küste versenkte Kommandant Merten sieben Schiffe mit insgesamt 39.350 BRT.

3. März 1942: Versenkung des britischen Dampfers Helenus () mit 7.366 BRT. Der Dampfer wurde durch zwei Torpedos versenkt. Er hatte 4.248 t Kautschuk, 1.350 t Kupfer sowie zwei Passagiere an Bord und befand sich auf dem Weg von Penang über Kapstadt (Südafrika) und Freetown (Sierra Leone) nach Liverpool. Es gab sechs Tote und 76 Überlebende. 8. März 1942: Versenkung des britischen Dampfers Baluchistan () mit 6.992 BRT. Der Dampfer wurde durch drei Torpedos und Artillerie versenkt. Er hatte 8.000 t Datteln, Stückgut sowie fünf Passagiere an Bord und befand sich auf dem Weg von Basra über Kapstadt (Südafrika) nach Großbritannien. Es gab drei Tote und 68 Überlebende. 16. März 1942: Versenkung des britischen Dampfers Baron Newlands () mit 3.386 BRT. Der Dampfer wurde durch einen Torpedo versenkt. Er hatte 4.800 t Manganerz geladen und war auf dem Weg von Takoradi nach Freetown (Sierra Leone). Es gab 18 Tote und 20 Überlebende. 17. März 1942: Versenkung des britischen Dampfers Ile de Batz () mit 5.755 BRT. Der Dampfer wurde durch einen Torpedo und Artillerie versenkt. Er hatte 6.605 t Reis sowie Stückgut geladen und befand sich auf dem Weg von Rangoon über Kapstadt (Südafrika) nach Großbritannien. Es gab vier Tote und 39 Überlebende. 17. März 1942: Versenkung des britischen Motorschiffes Scottish Prince () mit 4.917 BRT. Das Schiff wurde durch zwei Torpedos und Artillerie versenkt. Er hatte 6.000 t Palmkerne, 900 t Roheisen sowie 600 t Rizinussamen geladen und befand sich auf dem Weg von Kalkutta über Kapstadt (Südafrika) und Freetown (Sierra Leone) nach Großbritannien. Es gab einen Toten und 38 Überlebende. 17. März 1942: Versenkung des britischen Dampfers Allende () mit 5.081 BRT. Der Dampfer wurde durch zwei Torpedos versenkt. Er hatte 7.700 t Stückgut geladen und war auf dem Weg von Kalkutta (Indien) und Sandheads über Kapstadt (Südafrika) und Freetown (Sierra Leone) nach Großbritannien. Es gab sechs Tote und 33 Überlebende. 30. März 1942: Versenkung des britischen Motorschiffes Muncaster Castle () mit 5.853 BRT. Das Schiff wurde durch drei Torpedos versenkt. Er hatte 3.000 t Militärausrüstung, LKWs sowie 265 Passagiere an Bord und befand sich auf dem Weg von Glasgow über Freetown (Sierra Leone) und Kapstadt (Südafrika) nach Colombo. Fünf Besatzungsmitglieder und 19 Passagiere wurden getötet, 82 Besatzungsmitglieder und 246 Passagiere wurden gerettet.

Vierte Unternehmung Das Boot lief am 14. Mai 1942 um 20:00 Uhr von Lorient aus und am 10. Juli 1942 um 13:10 Uhr wieder dort ein. U 68 wurde am 17. Mai 1942 in El Ferrol (Spanien) mit 13 m³ Treiböl versorgt. Auf dieser 57 Tage dauernden Unternehmung legte das Boot 11.490 sm über und 189 sm unter Wasser zurück. Auf dieser Unternehmung im Westatlantik und in der Karibik versenkte Kommandant Merten sieben Schiffe mit insgesamt 50.898 BRT. Als er seine Versenkungen meldete, wurde er per Funk über die Verleihung des Ritterkreuzes informiert.Clay Blair: Der U-Boot-Krieg. Band 1: Die Jäger. 1939–1942. Heyne, München 1998, Seite 712–713

5. Juni 1942: Versenkung des US-amerikanischen Tankers L. J. Drake mit 6.693 BRT. Der Tanker wurde durch drei Torpedos versenkt. Er hatte 72.961 Barrel Benzin geladen und befand sich auf dem Weg von Aruba nach San Juan. Es war ein Totalverlust mit 42 Toten. 6. Juni 1942: Versenkung des panamaischen Tankers C.O. Stillman () mit 16.436 BRT. Der Tanker wurde durch zwei Torpedos versenkt. Er hatte Heizöl geladen und befand sich auf dem Weg von Aruba nach New York. Es gab drei Tote und 55 Überlebende. 10. Juni 1942: Versenkung des britischen Motorschiffes Ardenvohr () mit 5.025 BRT. Das Schiff wurde durch einen Torpedo versenkt. Es hatte 8.900 t Munition, Panzer sowie Stückgut geladen und befand sich auf dem Weg von New York und Hampton Roads über Panama nach Sydney und Melbourne. Es gab einen Toten und 53 Überlebende. 10. Juni 1942: Versenkung des britischen Dampfers Surrey () mit 8.581 BRT. Der Dampfer wurde durch zwei Torpedos versenkt. Er hatte 9.180 t Munition, Panzer und Stückgut geladen und befand sich auf dem Weg von New York und Hampton Roads über Panama nach Sydney (Australien). Es gab zwölf Tote und 55 Überlebende. Als er das langsame Sinken des Schiffes beobachtete, bemerkte Kommandant Merten, dass sich die Besatzungsmitglieder der Surrey in ihren Rettungsbooten sehr bemühten, sich auffällig schnell von der Versenkungsstelle zu entfernen. Er ließ einen Überlebenden aufnehmen, der aussagte, die Surrey habe 5.000 t Dynamit geladen. Kurze Zeit später explodierte der britische Dampfer. Die Detonation hob U 68 vollständig aus dem Wasser. Die Maschinen und der Kreiselkompass des Bootes fielen aus, sämtliche Armaturengläser gingen zu Bruch und die Besatzung von U 68 hatte kurzzeitig den Eindruck, torpediert worden zu sein. 10. Juni 1942: Versenkung des britischen Motorschiffes Port Montreal () mit 5.882 BRT. Das Schiff wurde durch einen Torpedo versenkt. Es hatte 7.500 t Munition und 14 Flugzeuge geladen und befand sich auf dem Weg von Halifax und Hampton Roads über Panama nach Melbourne (Australien). Es gab keine Verluste und 45 Überlebende. 15. Juni 1942: Versenkung des französischen Tankers Frimaire mit 9.242 BRT. Der Tanker hatte eine unbekannte Ladung (wahrscheinlich Öl oder Treibstoff) und war auf dem Weg von Aruba nach Covenas. 23. Juni 1942: Versenkung des panamaischen Tankers Arriaga () mit 2.469 BRT. Der Tanker wurde durch drei Torpedos versenkt. Er hatte 100 t Stückgut sowie 2.000 Barrel Süßwasser geladen und befand sich auf dem Weg von Baltimore nach Aruba. Es gab einen Toten und 24 Überlebende.

Fünfte Unternehmung Das Boot lief am 20. August 1942 um 19:05 Uhr von Lorient aus und am 6. Dezember 1942 um 10:00 Uhr wieder dort ein. U 68 wurde vom 22. bis zum 23. September 1942 von U 459 mit 106 t Brennstoff und Proviant versorgt. Am 22. November 1942 wurde an U 505 Material für Reparaturen abgegeben, und am 30. November 1942 an U 513 Ersatzteile. Auf dieser 108 Tage dauernden und 17.254 sm über und 553 sm unter Wasser langen Unternehmung in den Südatlantik bei der Insel Ascension sowie vor Südafrika und Kapstadt wurden neun Schiffe mit zusammen 56.330 BRT versenkt.

12. September 1942: Versenkung des britischen Motorschiffes Trevilley () mit 5.296 BRT. Das Schiff wurde durch einen Torpedo und Artillerie versenkt. Er hatte 6.000 t Stück- und Militärgut geladen und befand sich auf dem Weg von Middlesbrough und Oban nach Kapstadt (Südafrika) und Beira. Das Schiff gehörte zum aufgelösten Konvoi OS-38 mit 31 Schiffen. Es gab zwei Tote und 51 Überlebende. 15. September 1942: Versenkung des niederländischen Dampfers Breedijk () mit 6.861 BRT. Der Dampfer wurde durch einen Torpedo versenkt. Er hatte 7.700 t Stückgut geladen und war auf dem Weg von Kalkutta über die Tafelbucht in Südafrika nach Freetown in Sierra Leone. Es gab zwei Tote und 50 Überlebende. 8. Oktober 1942: Versenkung des griechischen Dampfers Koumoundouros mit 3.598 BRT. Der Dampfer wurde durch zwei Torpedos versenkt. Er hatte 5.539 t Mais geladen und war auf dem Weg von Rosario über die Tafelbucht in Südafrika nach Buenos Aires. Es gab fünf Tote und 26 Überlebende.