mini|hochkant=0.8|Rainer Günzler 1966 am Nürburgring
Rainer Günzler (* 5. September 1927 in Stuttgart; † 1. Dezember 1977 in Berlin) war ein deutscher Moderator im Hörfunk und Fernsehen und Rennfahrer. Bekanntheit erreichte er vor allem durch seine Moderation des aktuellen Sportstudios beim ZDF in den 1960er Jahren.
Karriere und Leben mini|hochkant=1.3|Porsche 904 GTS als ZDF-Kamerawagen, gefahren von Rainer Günzler und Paul Frère auf dem Nürburgring In den 1950er und 1960er Jahren war er im Motorsport aktiv, gelegentlich zusammen mit Karl Kling, Hans Herrmann oder Paul Frère. Von 1959 bis 1961 war Günzler als Werksfahrer für Mercedes tätig und gewann dabei zwei große Rallyes in Afrika, darunter 1959 zusammen mit Kling die Rallye Algier–Kapstadt.
Abwechselnd mit Paul Frère fuhr Günzler beim 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring 1966 einen Porsche 904 mit 70 kg schwerer Ausrüstung auf dem Beifahrersitz als Kamerawagen des ZDF. Es war einer der ersten Versuche, Livebilder während eines Rennens aus einem Rennwagen zu senden. Der Wagen war von Platz 26 im Feld der mehr als 70 Teilnehmer gestartet (schnellste Trainingsrunde 9:36,2 Minuten, gefahren von Frère) und gab nach 18 Runden auf.Michael Behrndt, Jörg-Thomas Födisch, Matthias Behrndt: ADAC 1000 km Rennen, Heel Verlag, Königswinter 2008, ISBN 978-3-89880-903-0, S. 57 u. 215.
Ab 1963 gehörte Günzler neben Wim Thoelke und Harry Valérien zu den ersten Moderatoren des aktuellen Sport-Studios. Legendär ist sein Interview mit dem Profiboxer Norbert Grupe, der auf keine Frage antwortete. Daneben profilierte sich Günzler als Motorjournalist. Der Livebericht des Unfalls von Wolfgang Graf Berghe von Trips 1961 in Monza wurde von ihm zusammen mit Günter Jendrich gesprochen. Vielen Fernsehzuschauern war er auch als Fahrer und Sprecher des Autotests im Rahmen der ZDF-Sendung Der Sport-Spiegel bekannt. Den Schlusskommentar sprach er meist aus dem geöffneten Seitenfenster.
Günzler war einer der engsten Freunde des Industriellen Harald Quandt.Rüdiger Jungbluth: Die Quandts. Ihr leiser Aufstieg zur mächtigsten Wirtschaftsdynastie Deutschlands. Campus-Verlag, Frankfurt am Main u. a. 2002, ISBN 3-593-36940-0, S. 280. Er war zu Harald Quandts Lebzeiten Geliebter von dessen Ehefrau Inge Quandt (geb. Bandekow)Rüdiger Jungbluth: Die Quandts. Ihr leiser Aufstieg zur mächtigsten Wirtschaftsdynastie Deutschlands. Campus-Verlag, Frankfurt am Main u. a. 2002, ISBN 3-593-36940-0, S. 283. und nach Quandts Tod im Jahre 1967 Lebensgefährte und Berater der Witwe.Rüdiger Jungbluth: Die Quandts. Ihr leiser Aufstieg zur mächtigsten Wirtschaftsdynastie Deutschlands. Campus-Verlag, Frankfurt am Main u. a. 2002, ISBN 3-593-36940-0, S. 308. Günzler starb an Nierenversagen.
1985 wurde bekannt, dass Günzler während seiner Tätigkeit als Autotester für das ZDF gemeinsam mit dem späteren Bild-Chefredakteur und Regierungssprecher des Bundeskanzlers Helmut Kohl, Peter Boenisch, von 1972 bis zu seinem Tod mehr als eine Million D-Mark vom Automobilhersteller Daimler-Benz erhalten und nicht versteuert hatte.
Statistik
Siege im Rallyesport
Raid Méditerranée-Le Cap 1959, mit Karl Kling im Mercedes-Benz 190 DRaid Méditerranée-Le Cap 1959 Rallye International Alger-Centrafrique 1961, mit Karl Kling im Mercedes-Benz 220 SE
Einzelergebnisse in der Sportwagen-Weltmeisterschaft
Saison Team Rennwagen 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 1955 Porsche 356 22 1956 Rainer Günzler Mercedes-Benz 220 A DNF 17 1966 ZDF Porsche 904 DNF
Literatur Michael Völkel: Das Lexikon der TV-Moderatoren. Anekdoten, Fakten und Sprüche aus 50 Jahren TV-Geschichte, Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-89602-524-4, S. 190
Weblinks
Rainer Günzler bei EWRC-Results
Einzelnachweise
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