mini|Mescalero-Mädchen

Die Mescalero oder Mescalero Apache sind eine Stammesgruppe der Apachen im Südwesten der Vereinigten Staaten und (vormals) im Nordosten von Mexiko und zählen kulturell – zusammen mit den Chiricahua, Lipan, Jicarilla und Kiowa Apache (Plains Apache) – zu den Östlichen Apache (engl. Eastern Apache). Manchmal werden sie zusammen mit den westlich lebenden Chiricahua als Zentrale Apache (engl. Central Apache) bezeichnet.Jessica Dawn Palmer: The Apache Peoples: A History of All Bands and Tribes Through the 1880s. Mcfarland & Co, 2013, ISBN 978-0-7864-4551-6.

Ihre Sprache, das Mescalero oder Ndé Bizaa‘, eine Dialektvariante des Mescalero-Chiricahua, gehört jedoch – zusammen mit dem Navajo (Diné bizaad) und dem Westlichen Apache (Ndee biyati'/Nnee biyati') – zum Westlichen Zweig der südathapaskischen Apache-Sprachen der athapaskischen Sprache aus der Na-Dené-Sprachfamilie.

Heute leben die meisten Mescalero in der Mescalero Apache Reservation in New Mexico.

Name Die einzelnen Gruppen der Mescalero Apache nannten sich selbst Shis-Inday („Volk der Bergwälder“) oder Mashgalénde („People close to the mountains“ – „Volk, das nahe den Bergen wohnt“).Languages of the World Die nordwestlich lebenden, ebenfalls athapaskischsprachigen, verwandten, aber in offener Feindschaft lebenden Navajo (Dine) ('Indaa' biłxuu'ńde – „die Menschen, die die Feinde [weiße Menschen] mögen“, Chusht'a 'íízhańde – „Kinder des Volkes, das Lendenschürze trägt“, bzw. Naabihú, Naabihúńde, eine Mescalero Apache-Aussprache des Wortes „Navajo“) nannten die Mescalero daher Naashgali Dine'i (Naashgal? Dine'?). Wie andere Apache auch nannten sie sich oft selbst einfach Ndé (Singular; „Person“) bzw. Ndéńde, Indee (Plural; „Menschen“, „Volk“)-ńde („das Volk“) das enklitisch wird auch -héńde, -éńde und -néńde. -ńde [ńde] ist eine Enklitik, die einen Namen für eine Gruppe von Menschen bilden kann. Wenn -éńde [éń.de] an ein Wort angehängt wird, das mit einem nasalen Vokal endet, wird oft ein [n] zwischen dem letzten nasalen Vokal und dem enklitischen Vokal eingefügt. Von benachbarten Apache wurden sie hingegen als 'Inaadahı̨́ı̨́ bzw. Nadahende („Mescal-Volk“ oder „Volk, das Mescal isst“) bezeichnet, weil die als Mescal Agave ('inaa'da, naa'da bzw. mashgal, meshgal, eine Abwandlung aus dem Spanischen für „Mescal“; auch als Century plant – „Jahrhundertpflanze“) bezeichnete Agave parryi das Grundnahrungsmittel für die Mescalero darstellte. Das geröstete Pflanzenherz wurde bevorzugt gegessen. Es gab Zeiten (besonders im Winter), da überlebten die Mescalero und andere Apache nur dank der gesammelten und in Depots vorrätig gehaltenen Mescal Agave, die dann wochenlang als einzige Nahrung diente, um nicht zu verhungern. Die Blätter der Agave lieferten auch Fasern für Flechtarbeiten; die Blattspitzen dienten der Anfertigung von Nadeln. Weitere Verwendung fand die Pflanze für Getränke und Medizin. Folglich wurden sie seit 1550 von den Spaniern Mescaleros genannt. Sie selbst übernahmen als Selbstbezeichnung und Abgrenzung gegenüber anderen Gruppen ebenfalls diesen Namen als Naa'dańde, Naa'dahéńdé, Na'dań.de, Na'da.héń.dé bzw. als Mashgaléńde, Meshgaléńde (eine Adaption aus dem Spanischen „Mescalero Apache“).

Bis ins 18. Jahrhundert waren folgende Apache-Gruppen namentlich bekannt, die später allgemein als „Mescalero Apache“ identifiziert wurden: Apaches de Cuartelejo, Apaches del Rio Grande, Apachi, Faraones (Selcotisanendé), Gorreta (Gorrite), Limita (Lemita), Manso (Maise, Mansa, Manse, Manxo), Mezcaleros (Zetozendé oder Sejen-ne), Natagés (Zetozendé oder Yntajen-ne), Natahene, Salinero (Natagés), Tahuunde (Tá'huú'ndé), Teya, Trementina (Nementina), Tucubante, Tularosa Apaches, Vaquero (Querecho) sowie Siete-Ríos-Apaches.TxDOT Tribal Histories - Mescalero Apache Tribe Research Project

Die mächtigen Comanche wurden von den verschiedenen Apache als „Feinde“ betrachtet; die Lipan Apache (Túntsańde, Tú hntsaańde – „Volk des großen Wassers, d. h. am Unterlauf des Rio Pecos“) bezeichneten diese daher als 'Inaatsii'įįDer Name "Inaatsii'įį" findet sich in „Die Geschichte und die Bräuche der Lipan“, wie sie von Augustina Zuazua erzählt wird (Hoijer 1975). und die Mescalero Apache als 'Indaa'tseńde, 'Indaa'tsee'ńde, Indaa'tse'õde, Indassene jeweils mit der Bedeutung „die Menschen, die den Weißen folgen“, d. h. „die Menschen, die den Feinden folgen“. Diese Stammesbezeichnung nimmt Bezug darauf, dass die Comanche erst im 18. Jahrhundert nach den Europäern, den ersten 'Inaa' bzw. 'Indaa' („Feinden“), als Gegner der Apache erschienen. Die Jicarilla Apache (Higaalí, Higaaléńde – eine Adaption des Spanischen „Jicarilla“) bezeichneten diese einfach als Indá und die per Vermittlung der Kiowa später mit den Comanche verbündeten Kiowa Apache (Plains Apache) (Kee'ditłéńde, Keeditłéńde – „das Volk mit klatschnassen Füßen“) ebenfalls als Idahi, was beides jeweils einfach „Feinde“ bedeutet.Mescalero Apache Wörterbuch

Die Comanche hingegen bezeichneten insbesondere die Mescalero und Lipan Apache als Esikwita („graue Hintern, graue Scheiße“) – dies drückt die Verachtung und den Hass der Comanche gegenüber diesen beiden Apache-Gruppen aus.Die Bezeichnung rührt höchstwahrscheinlich von der Gewohnheit der Lipan Apache, sich eine graue Paste auf die Haut und in die Haare zu schmieren (sie nannten sich Hleh-pai Ndé oder Lépai-Ndé – „Das Hellgraue Volk“). Allgemein bezeichneten die Comanche die meist in Bergen, Wüsten und Halbwüsten lebenden Apache als Tá'ashi, Taasi („umgeschlagen, aufgebunden“), da diese (mit Ausnahme der Kiowa Apache und einigen östlichen Bands der Mescalero, Jicarilla und Lipan) im Vergleich zu unter den Plains-Stämmen üblichen niedrigschaftigen Mokassins bis unter das Knie reichende Stiefel trugen, die vorne eine hochstehende Spitze zum Schutz vor Steinen und Dornen hatten. Die Kiowa Apache wurden daher meist als Nipanʉʉ („Östliche Apachen“) bezeichnet – heute jedoch meist als „Taasi“.

Die Arapaho (Jaa' hishgishńde – „das Volk, dessen Ohren abgeschnitten wurden“) bezeichneten die Apache einfach als Coo3o'/​Cootho' („Feinde“) oder da sie meist ihr Haar – im Gegensatz zu den Plains-Stämmen – mittels eines Stirnbands oder einer Bandana (Tsii' k'édee'sdisí – „das, was um den Kopf gewickelt wird“dieses Wort bezieht sich auf einen stoffartigen Gegenstand, der um den Kopf gewickelt wird. Es kann sich auf etwas anderes als ein Bandana beziehen bzw. aus dem Spanischen entlehnt bą́ą́'yu) zurückbanden und nicht Zopffrisuren trugen, als Teebe'eisi3i'/​Teebe'eisithi' („Jene, die ihre Haare glatt geschnitten haben und diese gerade herunter hängen“). Insbesondere die Südlichen Mescalero Bands trugen oftmals eine Art Turban.Die mit den Arapaho verbündeten Cheyenne wurden ebenfalls als Jaa' 'aghát'ásńde – „Die Menschen, die Löcher durch ihre Ohren haben“, „Die Menschen, deren Ohren durchgeschnitten wurden“ bezeichnet.

Gruppen der Mescalero Naa’dańde, Naa’dahéńde, Nadahéndé, Natahéndé („Mescal-Volk“) (spanische Adaption als Natagés, Aussprache: ‚Na-ta-hay‘, lebten zwischen Rio Grande und Pecos River in Zentral-New Mexico mit Lokalgruppen im südlichen und westlichen Llano Estacado (Staked Plains) im Osten New Mexicos sowie im südlichen Texas Panhandle sowie im Westen Texas und Norden Chihuahuas, Sammelbegriff zwischen 1726 und 1820 für die Faraónes-, Sierra Blanca- und Siete-Ríos-Apachen sowie ab 1745 für Mescalero-Apachen in der Region um El Paso (Tsé táhúú'áyá – „der Ort, an dem Felsen aus dem Wasser ragen [mit Bezug auf die nahen Franklin Mountains/Sierras de los Mansos im Nordwesten von El Paso]“) und den Organ Mountains (Tsé dee'zhayá, Tsé daadee'zhayá – „der Ort, an dem die Felsen zerklüftet sind“) und Salinero-Apachen entlang des Pecos River (damals Rio Salado bzw. Rio Natagés genannt), aber diese waren wahrscheinlich die gleiche Gruppe, die von den Spaniern und Apachen selbst oft als „echte Apachen“ bezeichnet wurde und im 18. Jahrhundert einen erheblichen Einfluss auf die Entscheidungsfindung einiger westlicher Lipan Apache Bands hatte. Nach 1749 wurde der Begriff „Natagés“ synonym mit „Mescalero“ verwendet; im späten 18. Jahrhundert ersetzte „Mescalero Apache“ diesen Begriff und wurde namensgebend für alle vormals separat erfassten Apache-Gruppen die nun alle als „Mescalero Apache Bands“ bezeichnet wurden.) Gułgahéńde, Gułgańde, auch: Guhlkahéndé, Guułgahénde („Das Volk der Plains (Ebenen)“) (spanische Adaption als Cuelcajenne und später Llañeros, lebten zumeist östlich der Sacramento Mountains und des Pecos Rivers (Túntsé, Túntse – „Großes Wasser“) auf den High Plains in den Ebenen des östlichen New Mexico, des westlichen Texas und des östlichen Oklahoma; sie streiften vom Pecos Valley bis zum Texas Panhandle, zwischen Amarillo, Tucumcari, Lubbock und dem Llano Estacado (Staked Plains) (Bighą́ą́' gułgayá – „Gipfel in der Ebene“, „der Ort, an dem sich auf seinem Gipfel flaches, offenes Land befindet“), entlang der Sandia Mountains und Tijeras Mountains westlich bis nach Santa Fe (Yuu'túyá – „der Ort des Perlenwassers, d. h. der Quelle in den nahen Bergen“), vom Nogal Canyon (Tú nuugaa'yá3 – „der Ort, an dem Wasser fällt“) nördlich bis nach Las Vegas, von den Organ Mountains östlich bis nach El Paso, in Oklahoma hatten sie per Heirat verwandtschaftliche Kontakte zu den sonst feindlich gesinnten Comanche) Dziłí naańde, Dziłí naahńde, Tsilnihéndé („Volk am Berghang“, „Menschen, die am Rande der Berge leben“), auch Dzithinahndé (spanische Adaption als Chilpaines, lebten in den Bergen westlich und südlich des Pecos River bis ins nördliche Chihuahua und Coahuila im Norden Mexikos.) Ch'ilaańde, Jilaa'éńde („Das Volk der Antilope“), auch Tslahahéndé (lebten in den Bergen und der nördlichen Chihuahua-Wüste in Zentral- und Süd-New Mexico zwischen dem Pecos River und Rio Grande (Tú 'ii'chiidí, Túíchiidí – „Wasser in der Farbe von rotem Ocker“), einschließlich des Tularosa Basins zwischen den Sacramento Mountains und Otero Mountains im Osten, den San Andres Mountains und Oscura Mountains im Westen, der Chupadera Mesa im Norden sowie der Franklin Mountains und Hueco Mountains im Süden, die Hueco Tanks (Tsé k'eda'guu'shchíyá/tsé k'e.da' – „der Ort, an dem sie auf Felsen zeichneten/schrieben“) sowie das bekannte White Sands National Monument (Séí łigayá, Séí hígayá – „der Ort, an dem es weißen Sand gibt“) befinden sich auf ihrem ehemaligen Territorium.) Nii't'ahéńde, Niit'ahéńde, Nit'ahéndé, Niit’ahénde („Volk auf der Seite des Landes/der Erde“, „Volk am Rande der Erde“) (im Englischen als Sacramento Mountains Mescaleros bezeichnet, lebten in den Sacramento Mountains in New Mexico und den Guadalupe Mountains im Südwesten von Texas und wanderten ostwärts bis zum Pecos River, ihre im 19. Jhd. bedeutendste Lokalgruppe lebte in der Sierra Blanca (auch: White Mountains), eine weitere bedeutende Lokalgruppe lebte in den Capitan Mountains im Norden der Sacramento Mountains.) Tséichíńde, Tsehitcihéndé („Das Volk von Red Rock (d.h. Guadalupe Gipfel), der Ort, an dem das Gestein die Farbe des roten Ockers hat“ bzw. „Volk vom Ort des Felsnasen (d.h. Guadalupe Gipfel)“, wiedergeben als „Volk der Guadalupe Mountains“) (im Englischen daher oftmals Guadalupe Mountains Mescaleros genannt; bezeichnete mehrere Lokalgruppen in den Guadalupe Mountains, den angrenzenden Südlichen Plains im Südwesten von Texas sowie im Norden von Coahuila und Chihuahua, die Guadalupe Mountains und Carlsbad-Caverns-Nationalparks befinden sich auf ihrem ehemaligen Territorium)