easyJet ist eine britische Fluggesellschaft und Teil der easyGroup. Neben der in Luton bei London ansässigen easyJet Airline Company existieren die Tochtergesellschaften easyJet Switzerland mit Sitz im schweizerischen Meyrin und die easyJet Europe mit Sitz in Wien. easyJet ist die zweitgrößte europäische Billigfluggesellschaft nach der irischen Ryanair.

Das Unternehmen ist an der Londoner Börse gelistet und Teil des FTSE 250 Index.

Geschichte 1990er Jahre – Gründung Gegründet wurde easyJet am 18. Oktober 1995 von Stelios Haji-Ioannou, dessen Vater die griechische Schiffsreederei Stelios besitzt. Um die Fluggesellschaft zu gründen, lieh sich Haji-Ioannou fünf Millionen Pfund von seiner Familie. abgerufen am 20. Mai 2023 Die ersten beiden Flugzeuge mit easyJet-Logo waren zwei von British Airways geleaste Boeing 737-200, die auf den Routen von London Luton nach Glasgow und Edinburgh verkehrten. In Luton befindet sich bis heute der Firmensitz von easyJet.

easyJet-Gründer Stelios Haji-Ioannou wurde 1999 im Rahmen der Londoner of the Year Awards von London Electricity zum „Londoner Unternehmer des Jahres“ ernannt. Im selben Jahr wählten die Leser des Business Traveller Magazins easyJet zur „Besten Low-Cost-Airline“. Im Dezember 1999 beschrieb das Magazin Marketing die Gründung von easyJet als „eines der 100 großen Marketingereignisse des 20. Jahrhunderts“.

Im Herbst 1999 erreichte der Online-Verkauf von easyJet die Schwelle von einer Million verkauften Flügen. Ein Jahr später, im Oktober 2000, ging easyJet an die Londoner Börse. Es begann die Präsenz von easyJet am Flughafen London-Stansted, bis zu diesem Zeitpunkt war London-Luton die zentrale Basis im Großraum London.

2000er Jahre mini|Boeing 737-700 der easyJet mini|Airbus A321-200 der easyJet mini|Airbus A320-200 der easyJet Im Sommer 2002, als easyJet eine Flotte aus 30 Boeing 737 für die Bedienung von 40 Strecken besaß, übernahm die Fluggesellschaft den ehemaligen British-Airways-Billigflugableger Go Fly, der zur Zeit der Übernahme 27 Boeing 737-300 betrieb und damit 38 Routen unterhielt. Die Marke Go Fly wurde nach der Übernahme komplett aufgegeben und vollständig in die easyJet integriert.

Bis September 2003 flog easyJet ausschließlich mit dem Flugzeugtyp Boeing 737, den auch viele andere Billigfluggesellschaften einsetzten. Im Oktober 2002 kündigte das Unternehmen an, von nun an Airbus den Vorzug zu geben und 120 Exemplare des Airbus A319-100 zu bestellen, von denen im Herbst 2003 die ersten ausgeliefert wurden. Die Wahl fiel auf diesen Flugzeugtyp, da ein Airbus der 320-Familie unter anderem einen breiteren Mittelgang als eine Boeing 737 hat und damit einen möglicherweise schnelleren Ein- und Ausstieg ermöglicht. Bei den A319 für easyJet wurde die Anzahl der Notausgänge über den Tragflächen von zwei auf vier erhöht, um trotz der engen Bestuhlung das Flugzeug innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen 90 Sekunden evakuieren zu können.

Im April 2004 trat easyJet erstmals in den deutschen Markt ein, zunächst wurden 23 Routen ab den Flughäfen Schönefeld, Köln und Dortmund angeboten.

Am 28. Mai 2004 wurde erstmals am Flughafen Nottingham East Midlands das Check-In eines ganzen Fluges über die neuen und damals bahnbrechenden Selbst-Check-In-Automaten abgewickelt. Als weiterer Meilenstein in der Firmengeschichte von easyJet gilt der 18. Mai 2005, da an diesem Tag der 100-millionste Fluggast begrüßt wurde.

easyJet war 2007 Europas viertgrößte Fluggesellschaft und im Hinblick auf die Anzahl der beförderten Passagiere nach der US-amerikanischen Southwest Airlines und der irischen Ryanair die drittgrößte Billigfluggesellschaft der Welt. Im Jahr 2006 transportierte easyJet insgesamt 33,6 Millionen Passagiere.

Am 25. Oktober 2007 gab easyJet den Kauf der britischen Fluggesellschaft GB Airways für 103,5 Millionen Pfund von der britischen Bland Group bekannt. Durch diesen Erwerb wurde die Flotte um 15 Flugzeuge (9 Airbus A320-200 und 6 Airbus A321-200) erweitert. Die Fluggesellschaft wurde jedoch erst am 30. März 2008 in das Unternehmen integriert, da bis zu diesem Datum ein Franchise-Abkommen mit British Airways existierte. Durch den Kauf versprach sich easyJet eine weitere Expansion auf dem Flughafen London-Gatwick, auf dem sie nach dem Kauf 24 % aller Slots am Flughafen besaß. Die Start- und Landerechte auf dem Flughafen London-Heathrow waren in der Übernahme nicht inbegriffen.

2010er Jahre Gründer Stelios Haji-Ioannou trat im Mai 2010 mit sofortiger Wirkung aus dem Vorstand von easyJet zurück. Als Grund gab er an, dass er mit der Expansionsstrategie des Unternehmens nicht einverstanden sei und sich ganz auf die Aktionärsrolle konzentrieren wolle.Financial Times Deutschland – , 17. Mai 2010

Im Mai 2011 erhielt easyJet ihr 200. Flugzeug von Airbus. Dieser A320-200 erhielt deshalb eine Sonderbemalung vollständig in Orange.airportzentrale.de – easyJet übernimmt sein 200. Airbus-Flugzeug, 27. Mai 2011

Am 23. April 2012 wurde ein Airbus A319 der Fluggesellschaft am Flughafen Berlin-Schönefeld, dem heutigen Terminal 5 des Flughafens Berlin Brandenburg, auf den Namen des früheren Bundeskanzlers Willy Brandt getauft., abgerufen am 2. Juni 2012

Im Juni 2012 gab easyJet die Schließung ihrer Basis in Madrid infolge hoher Gebühren und der Marktsättigung bekannt. mini|easyJet A319 auf der Startbahn des Flughafens Amsterdam-Schiphol

Im Februar 2015 stellte easyJet nach 16 Jahren eine neue Bemalung vor. Die Flugzeuge haben nun einen orangen Streifen auf dem Rumpf. Die Lackierung strahlt nach eigenen Angaben „Moderne Simplizität“ aus.

Am 28. Oktober 2017 wurde bekannt, dass easyJet von der insolventen Air Berlin für 40 Mio. Euro Teile des Air-Berlin-Geschäfts (25 geleaste Airbus A320 sowie Start- und Landerechte am Flughafen Berlin-Tegel) übernehmen wird.

Brexit Aufgrund des Austritts des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union und der von easyJet gesehenen Gefahr, deshalb Flugverkehrsrechte zu verlieren, hat die Airline in Österreich ein europäisches Luftverkehrsbetreiberzeugnis beantragt. Dadurch werde sichergestellt, dass easyJet auch nach dem EU-Austritt „Flüge in ganz Europa und auch innerhalb von EU-Staaten“ anbieten kann, wie die Fluggesellschaft am 14. Juli 2017 mitteilte.

Weiterhin wird eine neue Unternehmensstruktur anvisiert. easyJet will zu einer paneuropäischen Airlinegruppe mit drei Fluggesellschaften in Österreich, der Schweiz und Großbritannien sowie einem in Großbritannien ansässigen Handels- und Dienstleistungsunternehmen werden. Alle drei Fluggesellschaften sollen nach Firmenangaben Töchter von easyJet plc sein. easyJet plc wird weiterhin an der Londoner Börse notiert sein und ihren Sitz in Großbritannien haben, sich jedoch zu mindestens 50 % in EU-Besitz befinden.

Am 20. Juli 2017 landete die erste Maschine von easyJet mit österreichischem Hoheitszeichen OE-IVA am Flughafen Wien-Schwechat. Der Konzern gab bekannt, dass ein Drittel der Fluggesellschaft forthin in Wien firmieren soll und schloss nicht aus, dort einen Teil seiner Flotte zu stationieren.

2020er Jahre mini|Aufgrund der Corona-Pandemie abgestellte easyJet-Flugzeuge am Flughafen Berlin-Brandenburg Ende März 2020 stellte easyJet auf unbestimmte Zeit alle Flüge auf Grund der weltweiten COVID-19-Pandemie und damit verbundenen Flugeinschränkungen ein. Nach eigenen Angaben führte easyJet im Rahmen der Corona-Pandemie über 650 Rückführungsflüge für mehr als 45.000 gestrandete Passagiere durch. Mitte Juni 2020 wurde der Flugbetrieb wieder aufgenommen. Am 31. Oktober landeten zwei Flugzeuge von easyJet und Lufthansa als erste Passagiermaschinen am neuen Flughafen Berlin Brandenburg.

Im Jahr 2020 transportierte easyJet insgesamt 48,1 Millionen Passagiere.

Im Februar 2021 übernahm EasyJet von Norwegian Air UK 87 Slots am Londoner Flughafen Gatwick.

Im Juli 2026 stimmte EasyJet einem mehrfach nachgebesserten Angebot zur Übernahme durch den US-Finanzinvestor Castlelake „im Grundsatz“ zu.EasyJet stimmt Übernahmeangebot von US-Investor zu. ORF, 5. Juli 2026 Kurz darauf gab das ebenfalls US-amerikanische Private-Equity-Investmentunternehmen Apollo Global Management ein noch höheres Übernahmeangebot ab, woraufhin Easyjet nun diesem grundsätzlich zustimmte. Apollo hatte nun bis zum 7. August 2026 Zeit, ein verbindliches Angebot vorlegen.Easyjet einigt sich mit Finanzinvestor Apollo auf Übernahme. Handelsblatt, 10. Juli 2026 Am 6. August 2026 wurde bekannt, dass Easyjet das Angebot von Apollo über 5,7 Milliarden Pfund (6,7 Milliarden Euro) annimmt. Um den Kauf zu vollziehen, braucht es noch die Genehmigungen der Regulierungsbehörden.

Unternehmen mini|Hangar 89, der Sitz von easyJet in Luton mini|Sonderbemalung des 100. Airbus der easyJet mini|Sonderbemalung des 200. Airbus der easyJet easyJet steht mehrheitlich im Eigentum der Familie Haji-Ioannou, die derzeit 15,3 % der Unternehmensanteile hält (Stand: Juli 2026). Stelios Haji-Ioannou kontrolliert auch andere Gesellschaften aus der „easyGroup“ wie easyInternetcafé, easyCar, easyMoney und easyValue. Zwischen easyJet und anderen Gesellschaften der „easyGroup“ bestehen keine gegenseitigen Beteiligungen, es werden jedoch einige firmenübergreifende Marketinginitiativen durchgeführt. Die Fluggesellschaft hat ihren Sitz am Flughafen Luton und verfügt gegenwärtig über Standorte in Großbritannien und auf dem europäischen Festland. easyJet ist somit ein rein europäisches Unternehmen.

easyJet verfolgt ein No-frills-Konzept. Die Kosten werden niedrig gehalten, indem die bei traditionellen Fluggesellschaften üblichen Kosten und Extras vermieden werden. Dazu gehört unter anderem die Beschränkung auf den Direktverkauf über Internet und Callcenter sowie der Verzicht auf kostenlose Mahlzeiten, Getränke oder Zeitungen. easyJet war die erste Billigfluggesellschaft, die Online-Check-In anbot und so den Kunden ermöglichte, ihre Bordkarte schon vor der Fahrt zum Flughafen auszudrucken.

Seit Ende 2009 bietet easyJet allen Reisenden mit Aufgabegepäck die Möglichkeit, online einzuchecken. Der Online-Check-In für Aufgabegepäck ist an 95 von 113 easyJet Flughäfen und auf fast allen Flügen möglich. Es werden keine zusätzlichen Gebühren für das Einchecken erhoben. Die zusätzliche Buchung von Speedy Boarding beim Online-Buchungsvorgang bietet Passagieren die Möglichkeit, noch vor den üblichen Gruppen an Bord gehen zu können.

easyJet setzt auf eine informelle Firmenkultur mit sehr flacher Managementstruktur. Telearbeit und „Hot Desks“ gehören zum Konzept von easyJet. Alle Bürokräfte dürfen und sollen sich zwanglos kleiden. Das easyJet-Bordpersonal trägt seit Ende 2007 eine neue Uniform, für welche die Mitarbeiter zuerst Designvorschläge eingereicht und anschließend abgestimmt haben.

easyJet verursacht aufgrund einer jüngeren Flotte, dichterer Flugzeugbestuhlung und höherer Sitzplatzbelegung geringere Schadstoffemissionen pro Personenkilometer als die meisten anderen Fluggesellschaften. Gemäß eigenen Angaben emittiert das Unternehmen 27 Prozent weniger Schadstoffe pro Sitzplatz als andere Fluggesellschaften, die den gleichen Flugzeugtyp einsetzen. Des Weiteren wurde eine Umweltcharta veröffentlicht, die dokumentieren soll, wie der Umwelteinfluss der Gesellschaft überwacht und reduziert wird. (englisch) Nach Eigenangabe werden seit dem 19. November 2019 alle während des Flugs durch Treibstoffverbrennung verursachten CO2-Emissionen vollständig kompensiert. Dies vernachlässigt allerdings die Treibhauswirkung anderer Abgase (Ruß, Wasserdampf, Stickoxide) und wird daher vom Umweltbundesamt als Greenwashing bezeichnet.

Im September 2021 veranlasste easyJet eine Kapitalerhöhung im Umfang von rund 1,2 Milliarden britische Pfund. Dem Vernehmen nach wurde zuvor ein Übernahmeangebot von Wizz Air abgelehnt.

+Gewinnentwicklung