mini|Blick auf den Ort Moßbach ist eine Gemeinde in der Verwaltungsgemeinschaft Seenplatte im thüringischen Saale-Orla-Kreis.

Geografie Moßbach liegt mit dem eingemeindeten Ortsteil Reinsdorf in einer Mulde eines Hochplateaus des Südostthüringer Schiefergebirges umrahmt von Wald und Seen der Seenplatte. Außerdem durchschneidet die Bundesautobahn 9 die Gemarkungen beider Orte. Über eine Nahverkehrsstraße sind die Orte gut zu erreichen.

Geologie Sowohl die Gemarkung von Moßbach als auch die von Reinsdorf liegen im Südostthüringer Schiefergebirge. Diese Böden mit einem hohen Feinerdeanteil und einem hohen Humusgehalt sind unter den vorhandenen Klimabedingungen ertragreich und sicher.Manfred Graf: Organisation der kooperativen Pflanzenproduktion bei hohem Grünlandanteil im Südostthüringer Schiefergebirge. Dargestellt an der KOG „Lobenstein“. 1970, (Jena, Universität, Dissertation, 1970; maschinschriftlich).

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind: Dittersdorf, Plothen, Neustadt an der Orla, und Tegau.

Geschichte Moßbach wurde 1326 erstmals als Mosebach urkundlich erwähnt. Der Name stammt von dem durch Moßbach hindurchfließenden Bach, der auffällig mit Moos bewachsen war. Der Anger im Ortszentrum deutet darauf hin, dass es sich um eine typische slawische Ansiedlung gehandelt hat.

In Moßbach gab es zwei Rittergüter, das größere der beiden wurde 1699 von dem Adelsgeschlecht von Schütz gegründet. 1923 bewirtschaftete der Pächter Max Schmeißer das Rittergut mit 182 ha. Das andere Gut mit 100 ha leitete Herr Neuenhoff aus Triptis.

Während des Zweiten Weltkrieges mussten Arbeitskräfte aus Polen auf den Rittergütern Zwangsarbeit leisten.Norbert Moczarski, Bernhard Post, Katrin Weiß (Hrsg.): Zwangsarbeit in Thüringen 1940–1945. Quellen aus den Staatsarchiven des Freistaates Thüringen (= Quellen zur Geschichte Thüringens. 19). Landeszentrale für Politische Bildung Thüringen, Erfurt 2002, ISBN 3-931426-67-X, S. 258. Beide Güter wurden nach dem Zweiten Weltkrieg nach den Beschlüssen der sowjetischen Siegermacht und später der DDR widerrechtlich enteignet. Das Land und das Inventar erhielten landarme Bauern und Umsiedler übereignet.

Sehenswürdigkeiten mini|Dorfkirche Moßbach

Dorfkirche Moßbach

Wirtschaft und Infrastruktur Der Ort ist landwirtschaftlich geprägt. Nach der Wende fand man neue Formen der Landarbeit. Auch die günstige Lage zur Autobahnabfahrt brachte Investoren in das Dorf.

Einwohnerentwicklung Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte Moßbach kurzzeitig über 900 Einwohner. Nach der Umstrukturierung der Landwirtschaft ging die Einwohnerzahl jedoch stetig zurück.

Entwicklung der Einwohnerzahl (jeweils 31. Dezember): 1994: 460 1995: 450 1996: 453 1997: 473 1998: 464 1999: 453 2000: 444 2001: 441 2002: 441 2003: 443 2004: 439 2005: 439 2006: 431 2007: 431 2008: 428 2009: 415 2010: 409 2011: 413 2012: 425 2013: 411 2014: 405 2015: 399 2016: 399 2017: 398 2018: 411 2019: 413 2020: 403 2021: 393 2022: 399 2023: 395 2024: 387 Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Verkehr Der Bahnhof Moßbach (b Neustadt/Orla) lag an der Bahnstrecke Triptis–Marxgrün. Diese ist stillgelegt.

Politik Wappen Blasonierung: „Durch einen blauen Wellenfaden geteilt von Silber über Gold; oben ein grüner Pflug und unten ein schwarzer, gold gekrönter und bewehrter Adlerkopf, beseitet von je einer grünen Ähre.“

Moßbach hatte über circa 40 Jahre ein Wappen, das wohl ein guter Zeichner entworfen hat. Zu DDR-Zeiten wurde es nicht im Siegel geführt. Der Grund war die fehlende heraldische Begründung. Es hatte deshalb auch nach der Wende nur symbolischen Charakter. 1999 beauftragte die Gemeinde den Grafiker Manfred Fischer (* 1937) aus Goßwitz, für Moßbach ein neues heraldisch begründetes Wappen zu entwerfen, das dann auch vom Gemeinderat beschlossen wurde.

Auf den vorwiegend landwirtschaftlichen Charakter des Ortes verweisen im Wappen der Pflug und die Ähren, während sich der Wellenfaden auf den namensgebenden Bach bezieht. Das Wappen der Schütz von Moßbach zeigt in Gold einen schwarzen Adlerkopf mit goldener Krone, der ins Gemeindewappen übernommen wurde.

Flagge Die Flagge der Gemeinde ist grün-gelb gestreift und trägt das Gemeindewappen.

In Moßbach geborene Persönlichkeiten Joseph Clauder (1586–1653), Kirchenliedkomponist Günther Pucher (* 1932), Porzellan- und Keramikdesigner und Wirtschaftsfunktionär in der DDR

Weblinks

Gemeinde Moßbach bei der Verwaltungsgemeinschaft Seenplatte

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Saale-Orla-Kreis Kategorie:Ersterwähnung 1326