mini|Blick auf den Ort Volkmannsdorf ist eine Gemeinde in der Verwaltungsgemeinschaft Seenplatte im thüringischen Saale-Orla-Kreis mit etwa 250 Einwohnern.

Geografie Die Gemeinde liegt zwischen Mühlberg und Schwarzem Berg in einer muldenartigen Hochfläche des Südostthüringer Schiefergebirges. Westlich grenzen die Seen von Knau und Plothen an die Gemarkung. Über Nahverkehrswege ist der Ort erreichbar.

Zu Volkmannsdorf gehört die nahe Finkenmühle.

Geologie Die Böden im Südostthüringer Schiefergebirge haben einen hohen Feinerdeanteil und einen hohen Humusgehalt. Sie sind unter den Klimabedingungen des Schleizer Umlandes sehr ertragreich und -sicher.Manfred Graf: Organisation der kooperativen Pflanzenproduktion bei hohem Grünlandanteil im Südostthüringer Schiefergebirge. Dargestellt an der KOG „Lobenstein“. 1970, (Jena, Universität, Dissertation, 1970; maschinschriftlich).

Nachbarorte Nachbarorte sind: Crispendorf, Erkmannsdorf, Schöndorf, Tausa, Knau und Plothen.

Geschichte Volkmannsdorf wurde erstmals am 22. Februar 1366 urkundlich erwähnt, es entwickelte sich vielleicht um ein Mönchskloster des Benediktinerordens, das dafür sorgte, dass der umliegende Wald urbar gemacht wurde und damit die Grundlage für eine Ansiedlung entstand.Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. 5., verbesserte und wesentlich erweiterte Auflage. Rockstuhl, Bad Langensalza 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 299. Während der Entwicklung des Dorfes wurde es ungefähr viermal umbenannt, Namen waren unter anderem Folschensdorf, Volkersdorf und Folckensdorf. Der Ort gehörte bis 1815 zum kursächsischen Amt Ziegenrück und kam nach dessen auf dem Wiener Kongress beschlossenen Abtretung mit dem Großteil des Neustädter Kreises zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach.

Volkmannsdorf wurde von der Pest und in den Weltkriegen weitgehend verschont. Die Maul- und Klauenseuche verursachte eine mehrere Tage andauernde Quarantäne. Die einst gotische Dorfkirche musste nach einem verheerenden Brand wieder von Grund auf neu gebaut werden. Die große Glocke der Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg für Kriegszwecke abgenommen, kam aber nach Ende des Krieges unversehrt zurück und wurde bei einer Restaurierung wieder eingesetzt.

Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl (jeweils 31. Dezember): 1994: 344 1995: 344 1996: 339 1997: 332 1998: 330 1999: 339 2000: 328 2001: 327 2002: 331 2003: 325 2004: 317 2005: 317 2006: 316 2007: 301 2008: 295 2009: 282 2010: 285 2011: 278 2012: 272 2013: 261 2014: 252 2015: 262 2016: 265 2017: 258 2018: 261 2019: 258 2020: 244 2021: 249 2022: 243 2023: 234 2024: 240 Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Dorfkirche Volkmannsdorf

mini|Gedenkstein an der Kirche Gedenkstätten Auf dem Ortsfriedhof erinnert eine Grabstätte mit Gedenkstein an fünf KZ-Häftlinge, die bei einem Todesmarsch aus dem KZ Buchenwald im April 1945 von SS-Männern ermordet wurden. Die in einer Parkanlage neben dem Kulturhaus befindliche Todesmarsch-Stele wurde nach 1989 umgewidmet für alle Weltkriegstoten.

Wirtschaft und Infrastruktur In Volkmannsdorf gibt es eine Korbmacherei, eine Autowerkstatt, eine Gaststätte und ein Kulturhaus.

Einzelnachweise

Weblinks

Gemeinde Volkmannsdorf bei der Verwaltungsgemeinschaft Seenplatte

Kategorie:Ort im Saale-Orla-Kreis Kategorie:Ersterwähnung 1366