Der Kreis der Dämmerung ist eine vierteilige Romanserie (Tetralogie) des deutschen Autors Ralf Isau. Darin versucht der zwölfköpfige Kreis der Dämmerung während des 20. Jahrhunderts die Menschheit zu vernichten, um danach ein neues, reines Menschengeschlecht zu begründen. Nur das Jahrhundertkind David Camden kann die zwölf Verschwörer daran hindern.

Die Bücher erschienen in den Jahren 1999–2001 im Thienemann Verlag.

Inhalt Teil I – Das Jahrhundertkind Das erste Buch beginnt aus der Perspektive von Jeff Fenton, einem einfachen Stalljungen, der in der Ortschaft Tunbridge Wells wohnt. Unerwartet erscheint ihm ein schwarzer Schatten, der ihm einen Job als Küchenjunge für eine Nacht anbietet. Jeff sagt zu, obwohl die Arbeit in dem gerüchteumwobenen Weald House stattfinden soll, da ihn der Schatten fürstlich entlohnen will. In dieser Nacht wird Jeff Zeuge eines Geheimplanes, der die Menschheit im Laufe des 20. Jahrhunderts in den Untergang treiben soll. Unter der Führung des Hausbesitzers Lord Belial haben sich zwölf mächtige Männer aus aller Welt versammelt, um diesen Jahrhundertplan zu beschließen. Jeff wird beinahe entdeckt, kann jedoch mit einem gestohlenen Siegelring flüchten.

Achtzehn Jahre später wird in Japan David Camden als Sohn des Earl of Camden in der englischen Botschaft geboren, der ein und dieselbe Person ist wie der Küchenjunge Jeff Fenton. Da David am 1. Januar 1900 auf die Welt kommt und weiße Haare hat, prophezeit ihm die Hebamme ein Leben als seiki no ko, als Jahrhundertkind. Ein solches würde von den Kräften des Yang geschickt, um die in Gefahr geratene Ordnung der Welt wiederherzustellen. Während David aufwächst und Freundschaft mit dem Enkel des Tenno Meiji, Hirohito, schließt, bemerkt er eine Veränderung an seinem Vater, der bei jeder Meldung über einen Anschlag auf eine wichtige politische Persönlichkeit die Nerven verliert. Aus Sicherheitsgründen ziehen die Camdens nach einem erfolglosen Anschlag eines Schwertkämpfers nach Wien und kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges weiter nach London, in das Heimatland der Familie. 1916 werden Davids Eltern von Negromanus, dem Schatten Lord Belials ermordet, und David entschließt sich in seiner Trauer über den Verlust, als Soldat in den Weltkrieg einzurücken. Er erkennt aber erst vor Ort den wahren Schrecken und gibt seinen ursprünglichen Plan, im Krieg den Tod zu finden, wieder auf. Stattdessen verlegt er sich darauf, verletzten Kameraden das Leben zu retten, worauf er schnell in den Status eines Kriegsveteranen erhoben wird. Als der 16-jährige David mit seiner Kompanie an einem nordfranzösischen Hof Rast macht, trifft er die dreizehnjährige Rebekka, die er aufgrund ihrer Offenheit ins Herz schließt. Wenige Monate später kehrt er unfreiwillig zurück und muss mitansehen, wie ein deutscher Offizier versucht, Rebekka zu vergewaltigen. Er eilt dem Mädchen zu Hilfe und wird dabei schwer verletzt. Rebekka macht ihm jedoch, sobald er aus der Ohnmacht aufwacht, den ersten Heiratsantrag, denen bald weitere folgen. David reist dennoch bald zurück nach England, wo er sein Studium beginnt und sich als Reporter sein Geld verdient. Rebekka findet ihren Geliebten, und nach langem Überlegen entscheidet sich David, sie zur Frau zu nehmen. Die Hochzeit findet in Schottland statt, die Hochzeitsnacht verbringt das Ehepaar auf Blair Castle, dem Schloss des Grafen Murray. Hier tritt Negromanus wieder auf den Plan, doch David gelingt es, dem Schatten eine Hand abzuschlagen und ihn zu vertreiben. David beschließt im Folgenden, den Kreis der Dämmerung selbst zu jagen; auf Anraten des Grafen beginnt er beim „Schwanz des Drachen“ (mit dem Drachen ist Die Gesellschaft des Schwarzen Drachen gemeint). Mithilfe seines japanischen Freundes aus Kindestagen, Yoshi, gelingt es ihm, ein Mitglied des Kreises aufzuspüren, den Kopf der Gesellschaft Toyama Mitsuru. Der in Japan einflussreiche Mann lebt in einem abgeschiedenen Felsenpalast, wo er von David, Rebekka und einigen Helfern aufgesucht wird. Beim Versuch, Toyama auszuschalten, gerät der Palast aufgrund eines Missgeschickes in Brand. Die Annahme, Toyama sei bei diesem Brand ums Leben gekommen, erweist sich später als falsch.

Teil II – Der Wahrheitsfinder

Nach seinem Sieg über Toyama reist David mit Rebekka nach Tokio, wo Negromanus ihnen auflauert. Sie fliehen daraufhin nach Paris, wo sich Rebekkas Mutter aufhält, wobei David während eines Angriffs von Negromanus diesen umbringt, und gelangen über Rebekkas Mutter an einen gewissen Professor Leopardi, zu dem sie nach Italien reisen. Leopardi rät David zudem zum Aufbau eines Agentennetzwerkes, über das er sich Informationen beschaffen könne. Angetan von der Idee, beginnt David mit dem Aufbau des Netzes. Dank seiner Gabe als Jahrhundertkind kann er mit der Ehrlichkeits- und Wahrheitsfindung leicht gute und vor allem ehrliche Leute finden und überzeugen, ihm zu helfen. Da er in seinem Unterschlupf bei Professor Leopardi von den Dienern des Kreises aufgespürt wird, flieht er mit Rebekka weiter nach Rom, weil er dort den Kardinal Eugenio Pacelli (später Papst Pius XII.) und Papst Pius XI. treffen will. Dies gelingt ihm unter Einsatz seiner Kräfte und einer guten Portion Glück. Während dieser Zeit lernt er ebenfalls seinen späteren Freund Lorenzo di Marco kennen, einen Mönch, der, wie sich herausstellt, als Sekretär des Papstes arbeitet. Der Papst erlaubt ihm, in den Archiven des Vatikans nach Hinweisen auf den Kreis der Dämmerung zu suchen. Auf diese Weise gelangt er schließlich nach Deutschland, wo er in der Bibliotheca Palatina in Heidelberg ein Buch eines gewissen Jason findet, der vor ungefähr 1900 Jahren selbst Mitglied im Kreis der Dämmerung gewesen ist. Über das Buch findet David heraus, dass er mittels eines Tricks und der Hilfe des Fürstenrings den Fürsten selbst herbeirufen kann. Wird der Ring dann im Beisein des Fürsten zerstört, so wird damit der Kreis der Dämmerung zerstört. Um noch weitere Informationen aus dem Buch zu bekommen, fahren David und Rebekka nach Berlin.

Somit gerät David in den Herrschaftsbereich des Nationalsozialismus, dem er – außer einigen Streichen – nichts entgegenzusetzen weiß. Er vermutet an verschiedenen Stellen, wie hinter der Person Kurt von Schleichers, einen Diener Lord Belials, irrt sich jedoch immer, bis er erkennt, dass Franz von Papen der Gesuchte sein muss. Währenddessen wird die Krise im Reich immer schlimmer, die verschiedenen Präsidialkabinette werden der Reihe nach abgesetzt und schließlich gelangt Hitler an die Macht. Die Camdens müssen zuschauen, wie ihre jüdischen Hausmitbewohner zuerst diskriminiert und später verschleppt werden. Da auch Rebekka jüdischer Abstammung ist, versuchen beide zu fliehen, doch die Flucht schlägt fehl. In Hamburg untergetaucht, sucht er nach Wegen, aus Deutschland zu fliehen und gerät dabei in einen Hinterhalt. Ein Logenbruder Belials, ein Mönch mit Namen Scarelli (in der Realität als Rasputin auftretend), stellt ihn und es kommt zu einem Kampf, bei dem Scarelli zu Tode kommt. In der Zwischenzeit durchsuchen Nazis die Wohnung der Camdens und nehmen Rebekka gefangen. Alle Bemühungen Davids, sie zurückzuholen, scheitern. Nur David gelingt die Flucht aus Deutschland nach England, wo er sich auf sein Anwesen in Cornwall zurückzieht und trauert. Eine scheinbare Halluzination (er sieht seine Frau Rebekka und sich selbst über die Klippen seines Anwesens wandern) führt dazu, dass David seine Trauer in Taten ummünzt. Er versucht als Agent nach Deutschland zu kommen, um Rebekka zu suchen, wird jedoch nach Bletchley Park versetzt, wo er an der Entschlüsselung der Enigma mitwirken soll. Dort trifft er nebenbei Alan Turing, der auf diesem Gebiet die größten Fortschritte erzielen konnte. Mittels seiner Kontakte schafft es David Mitte 1941, die Code-Tafeln zur Entschlüsselung der Enigma von den Deutschen zu bekommen, sodass die Alliierten einen strategischen Vorteil erlangen. Rebekka bleibt aber verschollen, und David lässt einen leeren Sarg beisetzen.

Daraufhin fliegt er ins Büro des Time-Magazins nach New York und beginnt dort zu arbeiten, bis er in den Pazifik zu General MacArthur fliegen kann, dem Kommandanten der alliierten Streitkräfte im Pazifik. Als diese die Japaner langsam zurückdrängen, geht David auf eigenen Wunsch aufs Festland, um seinen Freund, Tenno Hirohito, darum zu bitten, die Kapitulation zur Vermeidung weiterer Opfer einzureichen, was gelingt. Der Kaiser hat allerdings nicht die nötige Durchsetzungskraft und der Krieg geht weiter. Zudem hat David erfahren, dass Toyama noch lebt, worauf er ihn endgültig beseitigen will. Er findet ihn in Hiroshima und nimmt ihm seinen Ring ab. Gerade noch rechtzeitig kann er fliehen, bevor die Stadt unter atomarem Feuer zerstört wird. Zurück in Tokyo überzeugt er die Japaner schlussendlich, die bedingungslose Kapitulation einzureichen, um wenigstens weitere Atombombenabwürfe zu vermeiden.

Teil III – Der weiße Wanderer Zu Beginn des dritten Teils befindet sich David Camden in Indien, wo er mit seinem Freund und ehemaligen Diener Baluswami Bhavabhuti Zeuge der Ermordung Mahatma Gandhis wird. Auf der Suche nach den Drahtziehern des Mordes findet er, wie erhofft, einen weiteren Logenbruder Belials, einen Inder namens Ben Nedal, den er ausschalten kann.

In den Dokumenten Nedals findet David Hinweise auf einen Koreaner und einen russischen Zweig des Kreises und beschließt, zuerst über den Koreaner Nachforschungen in Europa anzustellen. In der Zwischenzeit sucht er in Paris vergeblich nach der Mutter seiner Frau Rebekka, die, wie er erfährt, in einem KZ im Zweiten Weltkrieg ums Leben gekommen ist. Außerdem versucht er mittels eines alten Berliner Freundes, Zvi Aharoni, Informationen über die Qumran-Rollen zu bekommen, da er in diesen Dokumenten Hinweise auf den Kreis der Dämmerung vermutet. Da diese Ermittlungen alle recht langsam vorankommen, bleibt ihm genug Zeit, weiterhin Artikel für das Time-Magazin zu schreiben. Auf diesem Wege lernt er Eleanor Roosevelt kennen, deren Engagement für Menschenrechte ihn tief beeindruckt. In New York besucht ihn ein anderer ehemaliger Freund aus Berlin wieder, der Maler Ruben Rubinstein. Dieser regelt ihm fortan die Finanzen und hilft David aus finanziellen Engpässen. Auf Anfrage erzählt der Maler, dass ihn jemand mit einer Botschaft zu David geschickt hat. Über diese geheimnisvolle Botschaft erfährt David, dass der gesuchte Koreaner An Chung-Gun heißt und er fährt nach Korea. Dort gerät er in die Wirren des Koreakrieges. Jedoch gelingt es ihm, mit der Hilfe eines Schwarzmarkthändlers mit Namen Kaedong zu An Chung-Gun zu gelangen, wo er enttäuscht feststellen muss, dass dieser kein Logenbruder ist, sondern lediglich ein Handlanger des Kreises. Auf dem Rückweg aus Korea gerät ihr Schiff in das amerikanische Flottenmanöver bei der Ankunft der alliierten Truppen. David trifft wieder mit General MacArthur zusammen. Er wird daraufhin in die Pläne eingeweiht und fliegt, um eine Ausweitung des Krieges zu verhindern, als Gesandter zu Präsident Truman nach Washington, den er davon überzeugen kann, von der Benutzung atomarer Waffen Abstand zu nehmen.