mini|Mohammad Reza Pahlavi (offizielles Porträt, 1973) rahmenlos|class=notpageimage skin-invert-image|rechts|Unterschrift Mohammad Reza Pahlavis Mohammad Reza Pahlavi (traditionell ; [] * 26. Oktober 1919 in Teheran; † 27. Juli 1980 in Kairo) war von 1941 bis 1979 Schah (König) bzw. Schahanschah (Kaiser) von Iran. Er folgte auf seinen Vater Reza Schah Pahlavi und regierte das Land bis zu seinem Sturz während der von Ruhollah Chomeini angeführten Islamischen Revolution, mit der das Kaiserreich abgeschafft und die Islamische Republik ausgerufen wurde. 1967 krönte er sich vom Schah („König“) zum Schahanschah („Kaiser“) und führte außerdem die Ehrentitel Aryamehr („Licht der Arier“) und Bozorg Arteschtaran („Oberbefehlshaber“). Er war der zweite und letzte regierende Monarch aus dem Haus Pahlavi.

Auf den Thron gelangte er am 17. September 1941, nachdem sein Vater Reza Schah Pahlavi im Zuge der anglo-sowjetischen Invasion Irans zur Abdankung gezwungen worden war. Die Politik des neuen Schahs zielte auf eine grundlegende Modernisierung seines Landes. Die so genannte Weiße Revolution etwa sah eine Landreform, eine Alphabetisierungskampagne und das Frauenwahlrecht vor. Sie stieß auf breiten Widerstand des schiitischen Klerus. Mohammad Reza Pahlavi errichtete mit Unterstützung der Vereinigten Staaten ein autoritäres Regime, das die politische Opposition durch den Geheimdienst SAVAK unterdrückte. Am 26. Oktober 1967 krönte er sich zum Schahanschah („König der Könige“). Die Ereignisse der Islamischen Revolution führten zum Sturz der Monarchie. Am 16. Januar 1979 verließ der Schah mit seiner Familie den Iran. Nach seiner Flucht über Ägypten, Marokko, die Bahamas, Mexiko, die USA und Panama lebte er in Ägypten. Dort starb er 1980 an den Folgen eines Morbus Waldenström und wurde in der al-Rifa'i-Moschee neben dem vorletzten ägyptischen König Faruq I. beigesetzt.

Anfänge Kindheit und Jugend mini|Mohammad Reza als Kronprinz, 1926 Mohammad Reza Pahlavi war der älteste Sohn von Reza Pahlavi, dem Kommandeur der persischen Kosakenbrigade, und dessen zweiter Ehefrau Tadj ol-Molouk. Er kam am 26. Oktober 1919 mit seiner Zwillingsschwester Aschraf als drittes von elf Kindern in Teheran zur Welt. Seine ältere Schwester war Shams, sein jüngerer Bruder Ali Reza kam 1954 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Zu seinen Halbgeschwistern zählte Gholamreza Pahlavi.

Nach einem erfolgreichen Militärputsch und dem Sturz der Kadscharen-Dynastie wurde sein Vater am 15. Dezember 1925 durch einen Beschluss des Parlaments neuer Schah. Seinen siebenjährigen Sohn Mohammad Reza ernannte er per Dekret vom 27. Januar 1926 zum Kronprinzen und zum Oberst der persischen Armee.de Villiers: Der Schah. 1976

Auf Anraten des Hofmarschalls Abdolhossein Teymurtash entsandte der Schah den zwölfjährigen Thronfolger im September 1931 an das renommierte Schweizer Internat Le Rosey.Gholam Reza Afkhami: The life and times of the Shah. London, England; University of California Press, Berkeley 2009, ISBN 978-0-520-25328-5. Im Mai 1936, drei Wochen vor seiner Abschlussprüfung, kehrte er nach Iran zurück und absolvierte an der Militärakademie eine Offiziersausbildung. 1938 schloss Mohammad Reza diese im Rang eines Leutnants ab und wurde bald zum Hauptmann der Armee befördert.

Seine Ehen Vor dem Hintergrund der Verbesserung der diplomatischen Beziehungen heiratete Kronprinz Mohammad Reza am 15. März 1939 Prinzessin Fausia von Ägypten im Abdeen-Palast von Kairo. Die Braut war eine Tochter des ägyptischen Königs Fu'ād I. Nach ihrer Ankunft in Iran wurde die Hochzeitszeremonie in Teheran nach schiitischem Ritus wiederholt.

Mohammad Reza Pahlavi, der letzte Schah Irans, war dreimal verheiratet:

Prinzessin Fausia von Ägypten (1921–2013) – Heirat am 15. März 1939. Kind: Schahnaz Pahlavi (* 27. Oktober 1940). Die Ehe wurde 1945 getrennt und 1948 offiziell geschieden. Soraya Esfandiary Bakhtiary (1932–2001) – Heirat am 12. Februar 1951. Keine Kinder, da Soraya keine Kinder bekommen konnte. Die Ehe wurde 1958 geschieden. Farah Diba (* 1938) – Heirat am 21. Dezember 1959. Kinder: Reza Pahlavi (* 31. Oktober 1960). Farahnaz Pahlavi (* 3. März 1963). Ali-Reza Pahlavi (* 28. April 1966; † 4. Januar 2011). Leila Pahlavi (* 27. März 1970; † 10. Juni 2001).

Amtseinsetzung mini|Mohammad Reza Pahlavi legt den Amtseid als Schah von Iran vor dem iranischen Parlament ab, 1941 mini|Mohammad Reza Pahlavi auf dem Weg zum Parlament vor seiner Vereidigung, 1941 Am 25. August 1941 marschierten britische und sowjetische Truppen in Iran ein und zwangen seinen Vater Reza Schah zur Abdankung. Mohammad Reza wurde am 17. September 1941 als der zweite Schah der Pahlavi-Dynastie im Madschles, dem iranischen Parlament, vereidigt. Die Briten dachten zunächst an die Einsetzung eines Kadscharenprinzen, Mohammad Hassan, und schlugen dann vor, dass ein von ihnen bestimmter Vizekönig die Regierungsgeschäfte übernehmen sollte. Am Ende kamen die iranischen Abgeordneten der britischen Besatzungsmacht zuvor und vereidigten Mohammad Reza, noch bevor die britischen Truppen in Teheran einmarschiert waren.

Die Ablösung der Pahlavis durch einen Kadscharen wurde von den Briten auch in den 1950er Jahren während der Abadan-Krise in Betracht gezogen. Als problematisch erwies es sich dieses Mal, dass Hamid, der Sohn Mohammad Hassans, der ebenfalls als Thronprätendent in Frage kam, inzwischen den Nachnamen Drummond angenommen hatte, britischer Staatsbürger geworden war, in der britischen Handelsmarine diente und kein Wort Persisch sprach.

Die anglo-sowjetische Invasion mini|Mohammad Reza Pahlavi trifft Stalin und Molotow während der Teheran-Konferenz, stark retuschiertes auf rusarchives.ru. Foto von 1943

Am 17. September 1941 um 15 Uhr marschierten britische und sowjetische Truppen, die bis dahin nur den Norden und Süden Irans besetzt hatten, in Teheran ein und übernahmen die Kontrolle über die iranische Regierung. Damit war das Ziel der Besetzung, die vollständige militärische, politische und wirtschaftliche Kontrolle Irans, erreicht. Im nächsten Schritt wurde eine Nachschubroute, der „Persische Korridor“, über das Kaspische Meer und weiter in die Sowjetunion eingerichtet, über die amerikanische Waffen vom Persischen Golf aus der Roten Armee zugeführt werden konnten. Bereits am 18. Februar 1941 hatte der US-Kongress das Leih- und Pachtgesetz verabschiedet, mit dem die rechtliche Grundlage für die leihweise Überlassung kriegswichtigen Materials noch vor dem offiziellen Kriegseintritt der USA ermöglicht wurde.

Am 27. Oktober 1941 wurde Pahlavi von dem britischen und sowjetischen Botschafter darüber informiert, dass er nur noch repräsentative Funktionen wahrzunehmen habe. Drei Monate später, am 26. Januar 1942, wurde vom iranischen Parlament das von Premierminister Mohammad Ali Foroughi und dem britischen und sowjetischen Botschafter ausgehandelte Dreimächteabkommen ratifiziert. Das Abkommen sicherte Iran die territoriale Integrität und den Abzug der alliierten Truppen nach Ende des Zweiten Weltkriegs zu. Iran verpflichtete sich im Gegenzug, mit den alliierten Streitkräften bei der Verteidigung der sowjetischen und britischen Heimatländer zusammenzuarbeiten, den Zugang zu den vorhandenen Transport- und Kommunikationsmitteln zu gewähren, Arbeitskräfte und Material zur Verfügung zu stellen und die Pressezensur einzuführen.

Im Dezember 1942 verstärkten amerikanische Truppen die britischen und sowjetischen Streitkräfte in Iran. Pahlavi versuchte, Präsident Franklin D. Roosevelt ebenfalls zur Unterzeichnung des Dreimächteabkommens zu bewegen. Roosevelt forderte daraufhin den Eintritt Irans in den Krieg auf Seiten der Alliierten. Am 9. September 1943 erklärte Iran Deutschland den Krieg und erfüllte damit die Bedingungen Roosevelts. Roosevelt, Churchill und Stalin unterzeichneten auf der Konferenz von Teheran am 1. Dezember 1943 die Dreimächteerklärung, in der Iran der Abzug der Besatzungstruppen nach dem Ende des Krieges und ein wirtschaftlicher Ausgleich für die Kriegslasten zugesagt wurde.

Ausgleich mit der Geistlichkeit mini|Pahlavi im Gespräch mit Mullahs von Esfahan und Schiras, 1944 Die wichtigste Änderung nach der Abdankung Reza Schahs betraf das Verhältnis der Monarchie zum Klerus. Reza Schah war davon überzeugt, dass der Klerus eines der Haupthindernisse auf dem Weg Irans in die Moderne darstellte. Er traf daher Maßnahmen, die den Einfluss der Geistlichkeit minimierten. Er beschnitt ihr Einkommen durch die Abschaffung der geistlichen Gerichtsbarkeit und die Einführung eines säkularen Rechtssystems, und er verringerte ihren kulturellen und gesellschaftlichen Einfluss durch die Einführung eines modernen, koedukativen Bildungssystems.Abbas Milani: Eminent Persians. Syracuse University Press, 2008

Wenige Monate nachdem Mohammad Reza den Thron von seinem Vater übernommen hatte, sandte er einen Boten mit einer Geldsumme nach Nadschaf, um Ajatollah Kasem Schariatmadari zur Rückkehr nach Iran einzuladen. Pahlavi war der Überzeugung, dass alle Mullahs „aus tiefstem Herzen Monarchisten“ seien und dass sich die Geistlichkeit voll im Klaren darüber sei, dass der Islam aufgrund einer latenten kommunistischen Bedrohung in Iran nicht ohne die Monarchie überleben könnte.

Ajatollah Kasem Schariatmadari, der wenige Jahre zuvor aus Protest gegen die antiklerikale Politik Reza Schahs Iran verlassen hatte, nahm die Einladung an und kehrte im Juni 1942 unter dem Jubel von mehr als 100.000 Teheranern zurück. Der Ajatollah Kasem Schariatmadari erklärte, dass der Schah ihm zugesichert habe, die gegenüber der Geistlichkeit feindselige Politik seines Vaters nicht fortzusetzen, das Tragen des Tschadors wieder zu erlauben, den Religionsunterricht in den Schulen inklusive eines Schulgebets einzuführen und die Koedukation umgehend abzuschaffen. Mohammad Reza Pahlavi entsprach den Forderungen Ajatollah Kasem Schariatmadaris. Die schiitische Geistlichkeit hatte im neuen politischen System wieder Macht und Einfluss.

Wenige Jahre später, als der Ajatollah Hossein Borudscherdi in den Iran zurückkehrte, brach Pahlavi mit dem Protokoll und besuchte ihn im Krankenhaus. In diesen Tagen wurde er nicht müde, den Klerus aufzufordern, politisch aktiver zu werden. Ab 1946 mussten die Züge erstmals im Iran zu den Gebetszeiten anhalten, damit die Gläubigen ihre vorgeschriebenen Gebete abhalten konnten.

Nachkriegszeit Das Ende des Zweiten Weltkriegs brachte dem Iran nicht den Frieden. Die britischen und US-amerikanischen Truppen begannen wie vereinbart mit dem Abzug ihrer Truppen. Die Sowjetunion weigerte sich jedoch und löste damit die erste internationale Krise nach Kriegsende, die Irankrise, aus, die den Beginn des Kalten Krieges markierte. In den Jahren 1946 und 1947 gewann der Schah große Popularität durch die erfolgreiche Zurückdrängung der Sowjetunion aus den Nordprovinzen Irans (Aserbaidschan). Die rechtliche Grundlage bildeten das Dreimächteabkommen aus dem Jahre 1942 und die Dreimächteerklärung aus dem Jahre 1943. Der politische Druck von Präsident Harry S. Truman, der Stalin mit einem Wiedereinmarsch amerikanischer Truppen im Iran drohte, führte zu einem Einlenken Stalins. Nach dem Abzug der sowjetischen Truppen erfolgte die Zerschlagung der von der Sowjetunion unterstützten Republik Kurdistan in Mahabad und der Aserbaidschanischen Volksregierung. Der 12. Dezember wurde ab 1946 als „Tag der Befreiung Aserbaidschans“ (ruz-e nedschat-e Azarbaidschan) bezeichnet. Die Wirtschaft des Irans lag nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs vollständig am Boden. Die elf Tonnen Goldreserven der iranischen Nationalbank hatten sowjetische Truppen im Rahmen ihres Abzugs aus Teheran in die Sowjetunion mitgenommen.Kristen Blake: The U.S.-Soviet confrontation in Iran, 1945–1961. University Press of America, 2009

Attentate

mini|Pahlavi im Krankenhaus nach dem Attentat vom 4. Februar 1949 4. Februar 1949