Das Gymnasium Dresden-Plauen (GDP) ist mit 930 Schülern und Schülerinnen eines der größten Gymnasien Dresdens. Es befindet sich im Süden der sächsischen Landeshauptstadt. Das Hauptgebäude steht an der Kantstraße im Stadtteil Plauen. Hervorgegangen aus einem 1896 gegründeten Lehrerseminar, trägt die Schule seit 1992 ihren heutigen Namen.

Architektur und Ausstattung Schulgelände Das Grundstück an der Kantstraße, Ecke Coschützer Straße, war anfänglich 18.000 m² groß. Heute nimmt es insgesamt 26.802 m² ein. Das Gelände liegt am Hang des Elbtalkessels mit einem Höhenunterschied von 18 Metern. Die Kantstraße hat ein Höhenniveau von und der neue Sportplatz oberhalb befindet sich auf . Das Gelände wird von zwei Wirtschaftswegen durchschnitten. Der erste führt von der Coschützer Straße südlich am Hauptgebäude vorbei und dann im rechten Winkel weiter am Westflügel zur Kantstraße hin. Der weiter südlichere zweite verläuft von der Coschützer Straße direkt zur neuen Sporthalle. Das Schulgelände besitzt viel Grünfläche und hat einen Baumbestand mit vielen alten Bäumen. Zur Ausstattung gehören eine kleine Freilichtbühne, mehrere Tischtennisplatten, ein Steinbrunnen sowie zahlreiche Sitzgelegenheiten.

Hauptgebäude Kantstraße Äußere Gestalt mini|Haupteingang mini|Freitreppe, Haupteingang, Uhrenturm

Das denkmalgeschützte, 95 m langgestreckte, viergeschossige Hauptgebäude mit den Lehrräumen ist eine repräsentative Dreiflügel-Anlage mit einem E-förmigen Grundriss und einer Bruttogrundfläche von 10.754 m² (vier Etagen mit je ca. 2500 m²). Das neobarocke Gebäude wurde nach Entwürfen des Geheimen Baurates Edmund Waldow von 1894 bis 1895 als königlich sächsisches Lehrerseminar in der heutigen Kantstraße 2 (damals Seminarstraße) errichtet.

Die Vorderseite erstreckt sich entlang der Kantstraße, von wo aus eine doppelläufige und geschwungene Freitreppe hinauf zum Haupteingang des Haupttreppenhauses führt. Seitlich des mächtigen Mittelrisalits bilden je zehn Fensterachsen eine Rücklage der Fassadenfront. Je ein fensterloser Seitenrisalit schließt die Gebäudefront rechts und links ab. Vier Halbsäulen säumen die zweiflügelige Eingangstür. Auf dem Schlussstein des Haupteingangs sitzt eine Eule als Vogel der Weisheit und Sinnbild für die Göttin Athene. Oberhalb der Eingangstür befinden sich die drei großen Fenster der Aula, die sich über das erste und zweite Obergeschoss erstreckt. Den Abschluss der verzierten Fassade des Haupttreppenhauses bilden der Schriftzug „DEUTSCHE OBERSCHULE“ und ein Konsolenfries unterhalb der Dachtraufe. Die Attika in Form einer Balustrade mit aufgesetzten Vasen verdeckt bei dem Mittel- und Seitenrisalit die Dachtraufe und schmückt den Dachrand.

Die Fassade des Haupttreppenhauses ist zur Kantstraße hin komplett in Sandstein verkleidet. Alle anderen Gebäudeteile haben einen gleichbleibenden Fassadenaufbau. Das Kellergeschoss besitzt eine Wandverkleidung aus polygonalen Natursteinplatten und bildet optisch das Sockelgeschoss des Gebäudes. Die oberen Geschosse haben eine Verblendung aus gelben Klinkersteinen, die durch eine Bänderung aus dunkelroten Klinkern gegliedert wird. Die hohen Sprossenfenster des Erdgeschosses und des ersten Obergeschosses werden ebenfalls durch Entlastungsbögen aus dunkelroten Klinkern farblich abgesetzt. Die Fensterzargen sind aus Sandstein gearbeitet. Das zweite Obergeschoss ist deutlich niedriger als das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss. Hier wurden die Fenster immer paarweise gegliedert, um die gleiche Breite wie in den anderen Geschossen zu erreichen. Alle Gebäudeecken sind bis einschließlich des Erdgeschosses mit Eckrustizierungen versehen. Das Kellergeschoss hat in jedem Flügel mehrere Ausgänge zum Schulhof und im Ostflügel einen Ausgang zur Coschützer Straße.

Das Walmdach des Haupttreppenhauses überragt alle anderen Dächer des Gebäudes und besitzt einen Dachreiter in quadratischer Laternenform. Darin enthalten sind das Glockengeläut und die Turmuhr (Funkuhr) mit vier Ziffernblättern, für jede Seite der Laterne. Die Spitze bilden eine Turmkugel und darüber eine Wetterfahne mit der Jahreszahl 1896 als Verweis auf das Jahr der Einweihung des Gebäudes. Eine Besonderheit des Laternendaches sind die gekrümmten Dachziegel, die eine extra Herausforderung bei der Sanierung in den 1990er-Jahren waren. Die Dächer der drei Flügelgebäude sind als Plattformdach teilweise begehbar. Am Westflügel des Hauptgebäudes gibt es seit 1906 eine überdachte Brücke zur südlich gelegenen, kleinen, alten Turnhalle. Dieser Skyway überspannt mit einem Korbbogen den Wirtschaftsweg auf dem Schulgelände. Die alte Turnhalle ist ebenso mit Klinkern gestaltet wie das Hauptgebäude. Ein achteckiger Turm an der Turnhalle enthält ein Treppenhaus, das ebenfalls Zugang zu den Räumen über dem Turnsaal und dem Übergang bietet.

Innenbereich Von der Eingangstür im Haupttreppenhaus gelangt man in den Eingangsbereich mit seinen großen Lampen auf der Treppenbrüstung. Von hier führt eine breite Treppe vom Niveau des Kellergeschosses direkt in das Erdgeschoss des Haupttreppenhauses. Ein gespendetes Wegweisersystem hilft bei der Orientierung im Gebäude.

Das Treppenhaus ist reich verziert und mit einem Kreuzgewölbe versehen. Auf dem Fußboden wurden dekorative Fliesen verlegt. Durch das breite Treppenhaus erreicht man in jeder Etage den jeweiligen Flur, der zum Ost- und Westflügel führt. Die Fenster auf der Südseite durchfluten die Flure mit Licht, nördlich schließen sich die Klassenräume an.

Im Kellergeschoss des Gebäudes befinden sich neben den Werkräumen der Schulklub, ein Leseraum, die Schulspeisung sowie Schließfächer. Auch der Schülerrat des Gymnasiums hat hier seine Zimmer.

Im Erdgeschoss gibt es seit 17. Mai 2010 die Schulbibliothek, die heute neben dem Haupteingang untergebracht ist. Dort können 4000 Bücher, Zeitschriften, CDs und DVDs ausgeliehen werden. Sie sind in einem schuleigenen Online-Katalog aufgelistet.Annechristin Kleppisch: Bibliothek ist nach Wasserschaden wieder offen. In: Sächsische Zeitung, 3. April 2013. Am Ende des Ostflügels befindet sich ein Physik-Fachkabinett mit nach hinten steigenden Sitzreihen.

Im ersten Obergeschoss befinden sich weitere Klassenräume und die Aula. Neben den Bleiglasfenstern ist die Orgel vom Jehmlich Orgelbau Dresden in der historischen Aula besonders sehenswert. Bei voller Bestuhlung können hier ca. 140 Personen den Darbietungen zusehen. Im Ostflügel gibt es die Biologie-Fachkabinette.

Im zweiten Obergeschoss unter dem Dach war ursprünglich mit zwei riesigen Schlafsälen das Internat untergebracht. In den 1960er-Jahren wurden hier neue Räume erbaut. Hier befinden sich heute neben Klassenräumen auch das Schulmuseum und ein Chillroom. In der Lehrerbibliothek stehen moderne Bücherschränke für die alten Bücher sowie historisches Mobiliar. Dazu gehören ein schwerer Eichenholztisch und 14 Holzstühle, die mit einem Polster aus grünem und goldenem Stoff bezogen sind, den symbolischen Schulfarben.

Sporthallen und Sportplatz Auf dem Gelände des Gymnasiums befinden sich zwei Sporthallen. Die alte Turnhalle mit einer Spielfläche von ca. 14 × 24 mMessung mit Google Maps wurde als alleinstehendes Gebäude südlich des Westflügels erbaut. Ein geschlossener Übergang verbindet sie seit 1906 direkt mit dem Westflügel des Hauptgebäudes. Ein später angelegter Sanitärbereich an der Westseite der Turnhalle wurde in den 2000er-Jahren modernisiert.

Keine 50 m von der alten Turnhalle entfernt steht das 1988 erbaute zweigeschossige Turnhallengebäude mit einer Spielfläche von ca. 16 × 30 m.Messung mit Google Maps Es ist ein sogenannter Typenbau (vermutlich SH 16 × 31B), wie er an vielen Schulen der DDR errichtet wurde. Der in Fertigteilbauweise (Stütz-Riegel-Konstruktion) errichtete Komplex hat die Umkleideräume und Sanitäranlagen in der zweiten Etage und eine Dachkonstruktion mit Spannbetonelementen vom Typ VT-Falte.

Mit dem Neubau der Sporthalle wurde auch gleichzeitig der angrenzende Sportplatz erneuert. Der Sportplatz wurde außerdem im Juli 2004 renoviert, wobei er eine rötliche Tartan-Oberfläche erhielt.

Schulsternwarte mini|Schulsternwarte und dahinter die neue Turnhalle Rund 20 Meter außerhalb des Schulgeländes, im westlich gelegenen Bienertpark, wurde 1961 die Schulsternwarte der 39. Polytechnischen Oberschule errichtet. Sie wurde im Zuge der Neustrukturierung des Schulsystems an das Gymnasium Dresden-Plauen angegliedert. Das schlichte rechteckige Gebäude (ca. 7 × 4 m² Grundfläche) hat an der Westseite einen Turm, der die Teleskopkuppel mit einem Durchmesser von 4 m trägt. Die Sternwarte ist ausgestattet mit einem stationären Celestron-Spiegelteleskop sowie einem Cassegrain-Teleskop, mehreren Telementoren und einer Aalener Sonnenuhr (ein astronomisches Messgerät).

Außenstelle, Haus B Die fünften und sechsten Klassen waren bis 2011 in der Außenstelle untergebracht. Diese befand sich in einem Gebäudeteil der nahegelegenen 39. Grundschule auf der Schleiermacherstraße. Aufgrund von Sicherheitsmängeln an der Außenstelle wurden danach alle Klassen im Hauptgebäude untergebracht. Das Gebäude wurde 2016 für einen Erweiterungsbau der Grundschule abgerissen.

Umbau von 2018 bis 2021 mini|Ausweichstandort am Terrassenufer Das Schulgebäude in „E“-Bauform wurde saniert und ist durch Ergänzungsbauten zu einer „8“ erweitert worden. Baubeginn war in den Sommerferien 2018 und die Fertigstellung ist mit halbjährigem Verzug im Februar 2021 erfolgt.Brief des Bürgermeisters Lehmann vom 21. Mai 2014 als Stellungnahme von der Stadt Dresden zur Sanierung bei Facebook: Schülerrat Gymnasium Dresden-Plauen Der Schulbetrieb wurde zum Ausweichstandort am Terrassenufer ausgelagert. Dort errichtete die Stadt Dresden am Standort einen Zusatzbau aus Containern, um alle Klassenzüge eines Gymnasiums aufnehmen zu können.

Geschichte Lehrerseminar mini|Nordfront des Seminargebäudes und Turnhalle um 1897 mini|Königlich sächsisches Lehrerseminar (1905) mini|Wappen des Lehrerseminars mini|Siegelmarke: Königlich Sächsisches Lehrer – Seminar Plauen bei Dresden Die über 100-jährige Geschichte der Schule geht auf das königlich sächsische Lehrerseminar zurück. Das Lehrerseminar war eine Ausbildungsstätte für angehende Volksschullehrer. Die angehenden Lehrer wurden als Seminaristen bezeichnet. Sie unterrichteten im Rahmen ihrer Ausbildung die Schüler in der Übungsschule.

Die ständig größer werdenden Schülerzahlen in den Volksschulen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führten dazu, dass die bestehenden Lehrerseminare an Kapazitätsgrenzen stießen und nicht mehr ausreichend Lehrer ausgebildet werden konnten. Das veranlasste die Regierung im Sächsischen Landtag, weitere Lehrerseminare zu gründen. Über den Weg einer Ausschreibung konnten sich Städte bewerben. Da ein Lehrerseminar viele positive Effekte mit sich brachte, wurde um jeden neuen Standort heiß gerungen. Die Städte versprachen sich neue Arbeitsplätze und einen Aufschwung für das gesellschaftliche und wissenschaftliche Leben. So entstanden in der Zeit ab 1869 bis 1896 im sächsischen Raum allein acht neue Lehrerseminare.Chronologische Übersicht über die Lehrerseminare in Sachsen. In: Hans-Martin Moderow: Volksschule zwischen Staat und Kirche: das Beispiel Sachsen im 18. und 19. Jahrhundert. 2007, ISBN 978-3-412-11706-1, S. 457. Für fast alle neuen Bauten wurde im jeweiligen Ort eine neue Straße angelegt, die den Namen „Seminarstraße“ trug. Insbesondere die Gebäude der Lehrerseminare in Rochlitz von 1895 (heute Johann-Mathesius-Gymnasium) und in Plauen im Vogtland von 1899 (heute Polizeidirektion)Roland Schmidt: Einst Königliches Lehrerseminar – heute Polizeidirektion. In: Schulgeschichte des sächsischen Vogtlandes. 21. Oktober 1999. ähneln sehr stark in Aufbau, Grundriss und Fassade dem Gebäude in Dresden-Plauen.

Das Lehrerseminar in Plauen bei Dresden wurde als Tochteranstalt des Friedrichstädter Seminars gegründet. Das neue Gebäude wurde von 1894 bis 1895 an der Seminarstraße in Plauen errichtet.