mini|Bonstetten mit Staufersberg von Süden Bonstetten ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Augsburg in Bayern. Sie ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Welden.
Geografie Bonstetten liegt knapp 20 Kilometer nordwestlich von Augsburg am Südhang des Stauffersberges im Laugnatal, mitten im Naturpark Augsburg – Westliche Wälder, umsäumt von ausgedehnten Wäldern (45 Prozent des Gemeindegebietes sind bewaldet). Außer dem Pfarrdorf Bonstetten gibt es keine weiteren Gemeindeteile.
Geschichte Aus der Amtszeit des Augsburger Bischofs Heinrich II. (1040–1063) ist eine Originalnotiz zur Übertragung mehrerer Grundstücke in „Bonestetten“ erhalten. Diese wird auf die Zeit unmittelbar vor dem Tod des Bischofs datiert – also auf das Jahr 1063„Sankt Stephan in Bonstetten – Festschrift zur Kirchenweihe am 17. Oktober 1982“ Hrsg. Heide Weißhaar-Kiem im Auftrag der Kirchenstiftung. Dabei handelt es sich um die erste urkundliche Erwähnung des Ortes, der damals im Herzogtum Schwaben lag.
Nachdem das Benediktinerstift St. Ulrich und Afra seit dem 12. Jahrhundert durch Schenkung und Kauf Grundbesitz in Bonstetten aufgebaut hatte, erwarb es 1231 das Patronatsrecht. Im Jahr 1266 erhielt das Zisterzienserinnenkloster Oberschönenfeld von Albert von Villenbach beträchtlichen Besitz in Bonstetten. Die beiden Klöster waren ab diesem Zeitpunkt die einflussreichsten Grundherren, das spiegelt sich auch im heutigen Ortswappen mit den beiden goldenen Kleeblattkreuzen (St. Ulrich und Afra) und dem weißroten Schrägbalken (Oberschönenfeld) wider. Wobei bis zum 16. Jahrhundert der größte Teil von Bonstettens Grund und Gerichtsbarkeit beim Kloster St. Ulrich und Afra lag. Kleinere Teile waren neben dem Kloster Oberschönenfeld auch im Besitz des Augsburger Domkapitels, des Klosters Heiligkreuz und des Spitals in Augsburg, die Besitztümer der drei letztgenannten gingen dann bis 1612 überwiegend an die beiden erstgenannten Klöster. Zu dieser Zeit lag die Oberhoheit von Bonstetten bei der Markgrafschaft Burgau. Die Klöster St. Ulrich und Afra sowie Oberschönenfeld hatten aber je einen eigenen Vogt und eine eigene Taferne in Bonstetten. So blieb es bis zur Säkularisation 1803.
Im Rahmen der Säkularisation fiel Bonstetten 1803 durch den Reichsdeputationshauptschluss an das Kurfürstentum Bayern und wurde von diesem dem Landgericht Zusmarshausen unterstellt.
1862 bis 1929 gehörte Bonstetten zum Bezirksamt Zusmarshausen und ab 1929 zum Bezirksamt Augsburg, das ab 1939 dann als Landkreis Augsburg bezeichnet wurde.
In der jüngeren Geschichte spiegelt sich vor allem der Übergang von der einst rein bäuerlichen Siedlung zur heutigen, bevorzugten Wohngemeinde mit Naherholungscharakter.
Bevölkerung Von 1840 bis 1939 verzeichnete das Bayerische Landesamt für Statistik eine recht konstante Bevölkerungszahl um 400 Einwohner. Auch das Bistum Augsburg berichtet für das Jahr 1850 von 378 Bewohnern in 67 Häusern.Beiträge zur Geschichte des Bisthums Augsburg, Hrsg. Anton Steichele, Domkapitular Im selben Dokument wird schon für das Jahr 1599 von 64 Häusern berichtet.
Von 1939 bis 1950 stieg die Zahl um fast die Hälfte auf nahezu 600 Einwohner an – vermutlich durch den Zuzug zahlreicher Flüchtlinge. Nachdem die Zahl während der 1950er Jahre noch einmal auf 475 Einwohner absank, begann 1961 ein kontinuierlicher Anstieg, der bis heute anhält. 1970 wurde mit 571 Einwohnern das Niveau von 1950 fast wieder erreicht, nur 17 Jahre später lebten 939 Menschen in Bonstetten. 2011 waren es 1216, Beim Zensus 2022 wird die offizielle Zahl mit 1571 angegeben.https://ergebnisse.zensus2022.de/datenbank/online/statistic/1000A/table/1000A-0000/search/s/Qm9uc3RldHRlbg%3D%3D
Zwischen 1988 und 2022 wuchs die Gemeinde von 968 auf 1571 um 603 Einwohner bzw. um rund 62 %. + Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1840366 1850378 1871376 1900383 1925401 1939404 1950583 1961475 1970571 1987939 20111216 20151331 20191462 20221571
Politik Seit 1996 ist Anton Gleich (CSU) Erster Bürgermeister; dieser wurde am 15. März 2020 bei zwei Mitbewerbern mit 50,8 % der Stimmen für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt.
Im Gemeinderat der Amtszeit 2020 bis 2026 haben aufgrund der Kommunalwahl vom 15. März 2020 CSU/Unabhängige Wähler: 6 Sitze (47,9 %), Freie Wähler Gemeinschaft: 4 Sitze (32,1 %) und Bündnis 90/Die Grünen: 2 Sitze (20,1 %).
Gegenüber der Amtszeit 2014 bis 2020 hat die Freie Wähler-Gemeinschaft einen Sitz mehr; die CSU hat ein Mandat verloren.
Wappen
Religion Die Bevölkerung ist überwiegend römisch-katholisch. Während bei der Volkszählung 1987 noch 744 Katholiken in der Gemeinde lebten, stieg diese Zahl bis zum Zensus 2022 auf 855. Da die Gesamtbevölkerung im gleichen Zeitraum deutlich stärker wuchs (von 939 Einwohnern auf 1571), ging der prozentuale Anteil der Katholiken aber von 79,2 % auf 54,4 % zurück. Die Zahl der evangelisch-lutherischen Christen stieg im gleichen Zeitraum von 126 auf 149, ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung sank von 13,4 % auf 9,5 %.https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Zensus2022/Publikationen/Downloads-Publikationen/Sonderauswertungen/bevoelkerung_religionszugehoerigkeit_je_gemeinde.html
Zentrum der römisch-katholischen Pfarrgemeinde ist die Pfarrkirche St. Stephan. Die evangelisch-lutherischen Christen gehören zur weitverzweigten Diasporagemeinde Zusmarshausen-Adelsried-Dinkelscherben-Welden mit Sitz in Zusmarshausen. Wobei sich die nächstgelegene Kirche in der Nachbargemeinde Adelsried befindet.
Baudenkmäler
Bodendenkmäler
Verkehr Die Gemeinde liegt an der Bundesautobahn 8 Stuttgart – München (Anschluss Adelsried).
Sonstige Anbindungen: Kreisstraße A 5 (Adelsried-Heretsried) Staatsstraße 2032 (Augsburg-Wertingen)
Zu den Wander- und Radwegen zählen „Rund um Bonstetten“ (6,5 km) „Geologischer Lehr- und Landschaftspfad“ (5,3 km) „LandArt Kunstpfad“ (5,7 km) „Zur Ganghoferhütte“ (2,7 km) Viele andere Pfade und Wege, u. a. mit Anbindung an den großen Wanderweg „Lueg ins Land von Türkheim nach Wertingen“ (91,5 km) Radweg Neusäß–Welden auf der Trasse der 1986 stillgelegten Bahnstrecke Augsburg–Welden
Weblinks
Gemeinde Bonstetten (PDF; 1,23 MB)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Augsburg Kategorie:Ersterwähnung 1063 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)