Theíos anēr ist altgriechisch () und bedeutet „göttlicher Mann“ oder „Gottmensch“. Der Begriff bezeichnet einen mit gotthaften Kräften ausgestatteten Menschen, der übermenschliche Taten vollbringt. Ludwig Bieler sieht Elemente des griechischen Idealbilds des theios aner in der Figur Jesu Christi fortgeführt. Edward Schillebeeckx hingegen betont, dass der theios aner nicht dem christlichen Bild von Jesus von Nazareth entspricht.
Dazu kommt noch, dass die theios aner-Literatur jünger ist als die Evangelien, also eventuell vorhandene Gemeinsamkeiten am besten dadurch erklärt werden, dass die von den Christen verbreitete Botschaft diese Literatur beeinflusst hat.
Rudolf Bultmann sieht in der theios aner-Vorstellung eine Bedrohung für die christliche Existenz:
Literatur Bieler, Ludwig: Theios aner. Das Bild des „göttlichen“ Menschen in Spätantike & Frühchristentum. 1967. Edward Schillebeeckx: Jesus. Die Geschichte von einem Lebenden. Herder, Freiburg 1980. ISBN 3-451-17233-X. Edward Schillebeeckx: Christus und die Christen. Die Geschichte einer neuen Lebenspraxis. Herder, Freiburg 1980. ISBN 3-451-17912-1.
Belege
Kategorie:Religionsphilosophie