Die New England Patriots (englisch für „Neuengland-Patrioten“), häufig Pats genannt,ABCnews.com Ein Bericht, in dem das Kürzel „Pats“ benutzt wurde (englisch) abgerufen am 19. Oktober 2009. sind eine American-Football-Mannschaft der amerikanischen Profiliga National Football League (NFL) aus Foxborough, Massachusetts nahe Boston. Sie gehören gemeinsam mit den New York Jets, den Miami Dolphins und den Buffalo Bills der AFC East innerhalb der American Football Conference (AFC) an. Von der Gründung 1959 beziehungsweise der ersten Saison 1960 bis zum Umzug in das Foxboro Stadium 1970 hießen sie Boston Patriots. Der Besitzer des Teams ist Robert Kraft, dem auch das Gillette Stadium, das aktuelle Stadion der Mannschaft, gehört. Patriots.com (englisch) abgerufen am 19. Oktober 2009.
Die Patriots spielten ursprünglich in der American Football League (AFL) und ab 1970 nach deren Zusammenschluss mit der NFL in der Eastern Division der AFC. Vor ihrem ersten Auftritt in einem Super Bowl erreichten sie erst viermal die Play-offs. Nachdem sie ihre ersten beiden Super Bowls – 1985 und 1996 – verloren hatten, waren sie in den Saisons 2001, 2003, 2004, 2014, 2016 und 2018 erfolgreich.
Geschichte 1960–1971 – Gründung und frühe Jahre mini|Luftaufnahme des Schaefer Stadium Nachdem sich der amerikanische Unternehmer Billy Sullivan um eine Lizenz für ein Team in der American Football League (AFL) beworben hatte, bekam er die achte und letzte Lizenz am 16. November 1959 zugesprochen. Sullivan gründete das Team in seiner Heimatstadt Boston und schrieb dort einen Wettbewerb zur Namensfindung aus, wonach das neue Franchise als Boston Patriots bekannt wurde. Kurz darauf veröffentlichte Phil Bissel ein Logo für die Mannschaft, den „Pat Patriot“. Die Patriots litten anfangs darunter, kein eigenes Stadion zu haben, und wechselten in zehn Jahren insgesamt viermal den Spielort. Patriots.com (englisch) abgerufen am 19. Oktober 2009. Am 9. September 1960 fand das erste Spiel der Boston Patriots in der AFL gegen die Denver Broncos statt. Nach zwei Lehrjahren 1961 und 1962 erreichten sie 1963 das AFL Championship Game, das sie aber mit 51:10 gegen die San Diego Chargers verloren. Dennoch konnten sie in diesem Jahr insgesamt elf Spieler, darunter Gino Cappelletti, Nick Buoniconti und Babe Parilli, zum AFL-All-Star-Game entsenden. Im Jahr 1967 lief der Fullback Jim Nance mit 1.458 Yards einen damaligen Ligarekord. Ein Jahr später erreichte er 1.216 Yards und wurde Most Valuable Player der AFL.Jim Nance Statistiken. Pro-Football-Reference.com (englisch) abgerufen am 19. Oktober 2009. Football.com (englisch) abgerufen am 19. Oktober 2009.
1970 wechselten die Patriots in die National Football League (NFL), zu der sich die AFL und die konkurrierende NFL zusammengeschlossen hatten. Trotz der Verpflichtung von Quarterback Joe Kapp, der die Minnesota Vikings in den Super Bowl IV geführt hatte, erzielten die Patriots nur eine schlechte 2-14-Siegesbilanz. Nachdem die Patriots elf Jahre zwischen diversen Stadien gewechselt hatten, zogen sie aus Boston ins etwa 35 Kilometer entfernte Foxborough (auch bekannt als Foxboro) und spielten fortan im Schaefer Stadium, das für 7,1 Millionen US-Dollar in 325 Tagen errichtet worden war. Es gehörte zu den ersten US-Stadien, die nach einem Sponsor benannt wurden, nachdem die F. & M. Schaefer Brewing Company 150.000 US-Dollar für die Namensrechte gezahlt hatte; zudem war Foxborough eine der ersten Städte, die zusätzliche Steuern auf jedes verkaufte Ticket erhoben. Da das Team nun nicht mehr in Boston ansässig war, entschied man sich für einen Namenswechsel. Der Name Bay State Patriots wurde vom Vorstand der Patriots genehmigt, jedoch nie von den anderen Franchisebesitzern angenommen. Der neue Name wurde jedoch zumeist spöttisch aufgenommen, weshalb General Manager Upton Bell Sullivan darum bat, den Namen in New England Patriots zu ändern. Im März 1971 wurde die Mannschaft offiziell in New England Patriots umbenannt. Beim NFL Draft 1971 wählten die Patriots u. a. Quarterback Jim Plunkett aus der Stanford University sowie seinen bevorzugten Wide Receiver aus Stanford, Randy Vataha.Geschichte des Drafts: 1971. ProFootballHoF.com (englisch) abgerufen am 19. Oktober 2009.
1972–1979 – Fairbanks-Ära Nach dem Stadionwechsel verschlissen die Patriots drei Head Coaches in den ersten vier Jahren, drafteten aber 1973 den Offensive Guard John Hannah, der ein wichtiger Pfeiler des Angriffspiels und später als erster Spieler der Patriots in die Pro Football Hall of Fame aufgenommen wurde. Weitere Verstärkung erfuhr die Offense mit Wide Receiver Darryl Stingley. 1973 nahm das Team Chuck Fairbanks unter Vertrag, der zuvor als Cheftrainer an der University of Oklahoma erfolgreich gewesen war. Auf Anhieb führte er die Patriots zu einer ausgeglichenen Bilanz von 7-7 Siegen. Aufgrund einer Verletzung von Quarterback Plunkett konnten die Patriots diese Leistung im Jahr 1975 jedoch nicht erreichen und verloren elf Spiele bei nur drei Siegen. Nach der Saison wurde Plunkett an die San Francisco 49ers für künftige Draftpicks verkauft, die u. a. für die Defensive Backs Mike Haynes und Tim Fox verwendet wurden. Plunkett wurde durch den bisherigen Ersatz-Quarterback Steve Grogan ersetzt. Die Patriots beendeten die Saison mit elf Siegen bei drei Niederlagen und qualifizierten sich das erste Mal seit 13 Jahren wieder für die Postseason. Gegen die Oakland Raiders verloren sie aber in einem umstrittenen Spiel mit 21:24, nachdem beim Stand von 21:17 für die Patriots der Schiedsrichter Ben Dreith durch eine Fehlentscheidung den Raiders einen Touchdown ermöglichte und damit zum Endergebnis führte.Ein Spiel, das die Patriots nie gewinnen. ESPN.com (englisch) abgerufen am 19. Oktober 2009. Aufgrund der Kontroverse um diese Entscheidung verbot die NFL Ben Dreith, jemals wieder bei einem Spiel der Patriots als Schiedsrichter zu fungieren. In der folgenden Saison verfehlten die Patriots mit neun Siegen und fünf Niederlagen das Erreichen der Play-offs.
In der Preseason 1978 erlebten die Patriots einen schweren Schock. In einem Vorbereitungsspiel gegen die Raiders erlitt Darryl Stingley eine Querschnittlähmung, hervorgerufen durch einen (damals legalen, heute illegalen) Tackle von Raiders-Spieler Jack Tatum, der den bereits getackelten Stingley mit der Schulter erwischte. ProFootballWeekly.com (englisch) abgerufen am 19. Oktober 2009. Trotz dieses schwerwiegenden Verlusts schafften es die Patriots mit elf Siegen und fünf Niederlagen das erste Mal seit der Fusion der AFL und NFL, Sieger ihrer Division zu werden. Nur wenige Stunden vor dem letzten Spiel der Saison gab Chuck Fairbanks überraschend bekannt, dass er Cheftrainer an der University of Colorado werden würde.Lustiges in der Vereinsgeschichte der Patriots. Boston.com (englisch) abgerufen am 19. Oktober 2009. Sofort wurde er vom Besitzer Billy Sullivan entlassen und durch Ron Erhardt ersetzt, der maßgeblich für die heutige Strategie und Taktik der Patriots verantwortlich ist.Statistiken Erhardts. Pro-Football-Reference.com (englisch) abgerufen am 19. Oktober 2009. Die Patriots verloren jedoch das erste Play-off-Spiel gegen die Houston Oilers und damit auch das erste Play-off-Spiel im Schaefer Stadion.
1980–1989 – Erste Super-Bowl-Teilnahme In den folgenden beiden Jahren verpassten die Patriots trotz des neuen Wide Receivers Stanley Morgan, der mehrfach in den Pro Bowl gewählt wurde, mit 9-7 bzw. 10-6 Siegen die Play-offs. In der Saison 1981 kam ein Einbruch mit nur zwei Siegen bei 14 Niederlagen. Außerdem kam es 1981 bei einem Monday-Night-Footballspiel zu schweren Ausschreitungen, was zu zahlreichen Festnahmen führte. Aufgrund dieses Vorfalls verboten die NFL und die Stadt Foxborough den Patriots bis auf weiteres die Austragung von Monday-Night-Spielen. Nach dieser Saison wurde Erhardt entlassen und der ehemalige Cheftrainer der Southern Methodist University, Ron Meyer, übernahm die Mannschaft. 1982 lief der Vertrag mit der Schaefer Brewing Company aus, womit die Brauerei die Namensrechte verlor. Das Stadion wurde deshalb in Sullivan Stadium umbenannt. In der durch Streiks verkürzten Saison gewannen die Patriots 5-4 Spiele, u. a. das Snowplow-Spiel, ein 3:0-Sieg gegen die Miami Dolphins, in dem vor einem Field-Goal-Versuch der Patriots im letzten Viertel der auf dem Spielfeld vorhandene Schnee buchstäblich mit einem Schneepflug geräumt wurde. John Smith erzielte anschließend mit einem 33-Yard-Kick die drei einzigen Punkte des Spiels. Die Dolphins nahmen sportliche Rache, indem sie die Patriots in der ersten Play-off-Runde mit 28:13 besiegten.
Beim Draft der folgenden Saison 1983 wählten die Patriots u. a. Quarterback Tony Eason. 1983 spielte Eason nur wenig, jedoch wurde er 1984 zum ersten Quarterback des Teams. In seiner ersten Saison verpassten die Patriots die Play-offs mit acht Siegen und genauso vielen Niederlagen. Im NFL-Draft 1984 verpflichteten sie u. a. den Wide Receiver Irving Fryar von der University of Nebraska. Trotz Eason als Quarterback und Fryar als neue Anspielstation startete das Team schlecht, so dass Head Coach Ron Meyer durch Raymond Berry ersetzt wurde. Die Mannschaft verpasste die Play-offs mit einer Bilanz von neun Siegen und sieben Niederlagen.
Nach einem vergleichsweise schlechten Start in die Saison 1985 wechselte Berry seinen Quarterback Eason gegen Ersatzmann Steve Grogan aus, jedoch kam Eason aufgrund einer schweren Verletzung Grogans im weiteren Verlauf der Saison wieder in die Startaufstellung. Die Patriots erreichten am Ende 11-5 Siege, was ihnen einen Wild-Card-Platz sicherte. In den Play-offs gewannen sie nach 22 Jahren zum ersten Mal ein Spiel. Sie besiegten in der Wild-Card-Runde zunächst die New York Jets mit 26:14 und in der darauffolgenden die Los Angeles Raiders mit 27:20. Im AFC Championship Game gewannen sie schließlich gegen die Miami Dolphins mit 31:14 Punkten und qualifizierten sich damit für den Super Bowl XX gegen die Chicago Bears. Gegen die favorisierten Bears verloren die Patriots frühzeitig ihren Tight End Lin Dawson durch einen Beinbruch. Sie konnten im ersten Viertel nach einem Fumble von Walter Payton zunächst mit 3:0 in Führung gehen, wurden aber im Laufe des Spiels dermaßen dominiert, dass am Ende die Bears mit 46:10 den bis dato höchsten Super-Bowl-Sieg der NFL-Historie erreichten.Geschichte der Bears 1985. BearsHistory.com (englisch) abgerufen am 19. Oktober 2009. Nach der Saison beendete New Englands langjähriger Hall-of-Fame-Guard John Hannah seine Karriere.
Im Folgejahr 1986 holten die Patriots 11-5 Siege, wodurch sie sich für die Play-offs qualifizierten. Das Spiel gegen die Denver Broncos wurde mit 17:22 verloren. Dies war für lange Zeit die letzte Play-off-Teilnahme der Patriots, die in den nächsten acht Jahren die Postseason verpassen würden. Ein Grund war der Spielerstreik in der Saison 1987, in dem manche Spieler der Patriots die Streikposten durchbrachen und so Unruhe im Kader auslösten; hierzu gehörte u. a. der neue Quarterback Doug Flutie. Ein weiteres Hindernis war eine Verletzungswelle, die das Team dezimierte, so dass die Play-offs mit nur 9-7 Siegen verpasst wurden. Die wohl wichtigsten Gründe waren millionenschwere Fehlinvestitionen seitens Sullivans. Aus diesem Grund verkauften sie das Team nach der Saison für 84 Millionen US-Dollar an Victor Kiam, den früheren Präsidenten und Vorstandsvorsitzenden der Firma Remington. Obwohl die Patriots 1988 eine vergleichsweise gute Saison spielten, erreichten sie erneut nicht die Play-offs. In der folgenden Saison erreichte die Mannschaft lediglich fünf Siege, nachdem sich ihre drei wichtigsten Abwehrspieler, Andre Tippett, Garin Veris und Ronnie Lippett, bereits vor Saisonbeginn schwer verletzt hatten.
1990–1999 – Kraft und Parcells