Karneid ([]; italienisch Cornedo all'Isarco) ist eine italienische Gemeinde im Südtiroler Eisacktal in der Nähe von Bozen mit Einwohnern (Stand ). Benannt ist sie nach dem alten Landgericht Karneid mit Sitz auf Burg Karneid. Das Rathaus der Gemeinde befindet sich in der Fraktion Kardaun.
Geographie mini|Blick auf den Karneider Berg mit der Ortschaft Karneid Das Gemeindegebiet von Karneid umfasst im Wesentlichen den Karneider Berg, einen der Rosengartengruppe der Dolomiten westlich vorgelagerten mittelgebirgigen Höhenzug, der auf drei Seiten vom unteren Eisacktal, vom Eggental und vom Tierser Tal begrenzt wird. In den Tallagen folgen die Gemeindegrenzen weitgehend den Wasserläufen von Eisack, Eggentaler Bach und Tierser Bach, im Osten endet das Gemeindegebiet an den Kuppen des Gummerer Eggs, Riedler Bergs und Sambergs.
Das Rathaus und weitere öffentliche Einrichtungen befinden sich in der Fraktion Kardaun im Eisacktal im äußersten Nordwesten der Gemeinde. Das Dorf liegt auf Höhe am Ausgang des Eggentals in direkter Nachbarschaft zur Südtiroler Landeshauptstadt Bozen. Ebenfalls im Eisacktal befinden sich in erhöhter Hanglage auf die kleine Ortschaft Karneid sowie weiter östlich auf am Ausgang des Tierser Tals Blumau. Der weitgehend bewaldete Höhenzug des Karneider Bergs bietet den beiden Dörfern Steinegg (auf hoch über Blumau) und Gummer (auf im Bereich des Eggentals) Platz. Die sechste und kleinste Fraktion bilden schließlich die auf der orographisch linken Seite des Tierser Tals gelegenen Höfe von Breien.
Geschichte Die Kuppen der Karneider Hänge wie der Kolmbühel, Streitmoserkopf oder Bstosserbühel waren schon in grauer Vorzeit leicht besiedelt.
Karneid wird in der Imbreviatur des Bozner Notars Jakob Haas von 1242 als „Corneit“ ersturkundlich genannt.Hans von Voltelini, Franz Huter: Die Südtiroler Notariats-Imbreviaturen des 13. Jahrhunderts. Teil 2 (= Acta Tirolensia. Band 4). Wagner: Innsbruck 1951, Nr. 98. Die moderne Namensform „Karneyd“ ist 1477 urkundlich bezeugt. Etymologisch ist der Örtlichkeitsname auf zurückzuführen.
Kardaun, der Hauptort der Gemeinde, war der südliche Ausgangspunkt des Kunterswegs, einer im 14. Jahrhundert angelegten Verkehrsverbindung durch die Eisackschlucht.
Die Hofstellen des alten Karneider Gerichts verfügten über eigene Haus- und Hofmarken.Zeichnungen von Paul Knoflach: Haus- und Hofmarken des Karneider Gerichts, in: Der Schlern 10, 1929, S. 498–504 (Digitalisat).
Politik mini|rechts|Schloss Karneid Bürgermeister seit 1952:
Peter Falser: 1952–1956 Franz Lantschner: 1956–1964 Franz Mock: 1964–1969 Alois Zelger: 1969–1974 Hans Mahlknecht: 1974–2000 Albin Kofler: 2000–2015 Martina Lantschner: 2015–2020 Albin Kofler: seit 2020
Bevölkerung Karneid ist gemäß den erhobenen Sprachgruppenzugehörigkeitserklärungen bzw. Sprachgruppenzuordnungserklärungen eine mehrheitlich deutschsprachige Gemeinde. Als Berechnungsgrundlage der folgenden Prozentwerte wurden die gültigen Erklärungen von Personen mit italienischer Staatsbürgerschaft herangezogen. Verteilung nach Sprachgruppenzugehörigkeits- bzw. Sprachgruppenzuordnungserklärungen Sprache 1981 1991 2001 2011 2024 Deutsch 87,73 % 90,53 % 87,27 % 89,03 % 87,98 % Italienisch 11,96 % 8,91 % 12,38 % 10,64 % 11,72 % Ladinisch 0,31 % 0,55 % 0,34 % 0,33 % 0,30 %
Bildung In der Gemeinde gibt es Bildungseinrichtungen für die deutsche Sprachgruppe. Kindergärten findet man in Blumau, Gummer, Kardaun und Steinegg. Grundschulen bestehen in Blumau, Gummer, Kardaun, Karneid und Steinegg. Die einzige Mittelschule der Gemeinde ist in Blumau angesiedelt.
Sehenswürdigkeiten mini|Steinegger Erdpyramiden
die Erdpyramiden mit dem Pyramidenrundgang in Steinegg die Volkssternwarte Max Valier und das Planetarium in GummerPlanetarium Südtirol Alto Adige. Website des Planetariums. Abgerufen am 4. August 2013. die Burg Karneid und die Burgruine Steinegg das Heimatmuseum Steinegg das Wasserkraftwerk Kardaun die vier Pfarrkirche der Gemeinde: Maria Hilf in Kardaun, St. Veit in Karneid, St. Valentin in Gummer und St. Peter und Paul in Steinegg (die Pfarrkirche von Blumau zu St. Antonius von Padua liegt in der Gemeinde Völs)
Persönlichkeiten Andreas Resch (* 29. Oktober 1934 in Steinegg; † 1. Februar 2026 in Gars am Inn), Theologe, Psychologe und Paranormologe Hansjörg Lunger (* 4. September 1964 in Karneid), Skibergsteiger Gerda Weißensteiner (* 3. Januar 1969 in Bozen), Rodlerin und Bobfahrerin (lebt in Steinegg) Ulli Mair (* 11. September 1974 in Bozen), Landtagsabgeordnete der Freiheitlichen Tamara Lunger (* 6. Juni 1986 in Bozen), Skibergsteigerin Katja Schroffenegger (* 28. April 1991), Fußballspielerin
Literatur Irmgard Lantschner: Die Gemeinde Karneid. Hrsg. vom Verein für Kultur und Heimatpflege Karneid, Karneid 2000. Frieda Resch: Die Flurnamen in der Gemeinde Karneid. Karneid 2007. Hans Rottensteiner: Gemeinde Karneid: Steinegg, Gummer, Karneid, Kardaun und Blumau (= Südtiroler Gebietsführer 11). Athesia, Bozen 1977.
Weblinks
Website der Gemeinde Karneid
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Südtirol Kategorie:Gemeinde in Südtirol
Kategorie:Ersterwähnung 1242 Kategorie:Deutscher Ortsname lateinischer Herkunft