Zum Beispiel Balthasar (Originaltitel: Au hasard Balthazar) ist ein schwedisch-französischer Spielfilm aus dem Jahr 1966. Regie bei dem Filmdrama führte Robert Bresson, der auch das Drehbuch schrieb. Produziert wurde der Film von Argos Films, Athos Films, Parc Film und dem Schwedischen Filminstitut.
Handlung Landes in den 1960er Jahren. Ein junger Esel wird von den beiden Kindern Marie und Jacques auf den Namen Balthasar getauft. Jahrelang erduldet Balthasar als stumme Kreatur jede Qual. Nach Stationen als Lastesel, Zirkusattraktion und von einem Verbrecher geschlagenes Erbe wird er schließlich von Schmugglern aus dem Gefolge Gérards benutzt.
Leid erfährt auch Marie, die sich von ihrem neuen Liebhaber Gérard misshandeln lässt. Marie wird nackt und möglicherweise von Gérards Bande vergewaltigt in einer Hütte liegen gelassen, Balthasar stirbt nach Schüssen von der Grenzpatrouille am Ende inmitten einer Herde von Schafen.
Entstehungsgeschichte Der Film wurde in Guyancourt im Département Yvelines gedreht.
Die eindringliche, spärlich eingesetzte Filmmusik stammt aus dem 2. Satz (Andantino) der Klaviersonate Nr. 20 A-dur, D 959 von Franz Schubert.
Rezeption Der Film kam am 25. Mai 1966 in die französischen Kinos. Er wurde in der folgenden Zeit auf mehreren Filmfestivals gezeigt und erschien in den Kinos einiger europäischer Länder.
Kritiker nahmen den Film begeistert auf. Der Regisseur Jean-Luc Godard schrieb, jeder, der diesen Film sehe, werde absolut erstaunt sein, da er wahrhaftig die Welt in anderthalb Stunden sei.Stimmen zum Werk und zu einzelnen Filmen Robert Bressons auf der Site des Instituts für Systematische Theologie, Universität Innsbruck.
Im Jahr 2022 wagte sich der polnische Filmemacher Jerzy Skolimowski mit seinem Spielfilm EO an eine Neuinterpretation von Bressons Werk.
Auszeichnungen Bei den Filmfestspielen von Venedig im Jahr 1966 gewann Zum Beispiel Balthasar den OCIC-Preis. Die Association Française de la Critique de Cinéma zeichnete den Film 1967 mit dem Prix Méliès aus.
Der Film besitzt bis heute bei Filmkritikern und Filmschaffenden einen hohen Stand, oft taucht er auf Listen der besten Filme aller Zeiten auf. Bei einer vom Magazin Sight & Sound durchgeführten Umfrage unter über 1000 internationalen Filmkritikern wurde Zum Beispiel Balthasar auf Platz 16 der besten Filme aller Zeiten gewählt.
Literatur Anne Wiazemsky: Jeune fille. Aus dem Französischen übersetzt von Judith Klein. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-58389-6. (Anne Wiazemskys Erinnerungen an Robert Bresson und an die Dreharbeiten des Films.) James Quandt: ’Au Hasard Balthazar‘ and ’The Devil Probably‘. In: Mary Lea Bandy, Antonio Monda (Hrsg.): The Hidden God: Film and Faith. Museum of Modern Art, New York 2003, ISBN 0-87070-349-8, S. 17–28. Tony Pipolo: ’Au hasard, Balthazar‘: The Body in the Soul. In: Ted Perry (Hrsg.): Masterpieces of Modern Cinema. Indiana University Press, Bloomington und Indianapolis 2006, ISBN 978-0-253-21858-2, S. 252–274. Reinhold Zwick: Die Würde des Esels. Transfigurative Dimensionen einer ungewöhnlichen Passionsfigur – Überlegungen zu Robert Bressons ’Au Hasard Balthazar‘. In: Dietmar Regensburger, Christian Wessely (Hrsg.): Von Ödipus zu Eichmann. Kulturanthropologische Voraussetzungen von Gewalt (Reihe Film & Theologie, 22). Schüren, Marburg 2015, ISBN 3-89472-814-0, S. 243–252. Lucien van Liere: Gewalt und Schuld zwischen Freiheit und Determination im Werk Robert Bressons. In: Dietmar Regensburger, Christian Wessely (Hrsg.): Von Ödipus zu Eichmann. Kulturanthropologische Voraussetzungen von Gewalt (Reihe Film & Theologie, 22). Schüren, Marburg 2015, ISBN 3-89472-814-0, S. 253–258.
Weblinks
Roger Ebert: Au hasard Balthazar bei rogerebert.com. (englisch) Michael Haneke: Schrecken und Utopie der Form bei ray-magazin.at. Dana Polan: Au hasard Balthazar. In: Senses of Cinema. Nr. 62 bei sensesofcinema.com. (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 1966 Kategorie:Französischer Film Kategorie:Schwedischer Film Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Filmdrama Kategorie:Tierfilm Kategorie:Esel in der Kunst