mini|Gemeindegebiet mit Ortsteilen

Biebergemünd ist eine Spessart-Gemeinde im Bieber- und im Kinzigtal im hessischen Main-Kinzig-Kreis, knapp zehn Kilometer östlich von Gelnhausen.

Geografie Geografische Lage mini|Blick vom Ortsteil Kassel in Richtung Lanzingen mit dem Bachlauf der Bieber im Vordergrund.

Das Gemeindegebiet von Biebergemünd erstreckt sich durch das gesamte Biebertal vom Oberlauf bis zur Mündung in die Kinzig. Die Bieber entspringt im Ortsteil Bieber, schlängelt sich in nördlicher Richtung durch das Biebertal und mündet in Biebergemünd-Wirtheim in die Kinzig. Jenseits der Kinzig im Anschluss an den Bahnhof Wirtheim liegt noch der Teilort Neuwirtheim. Nördlich oberhalb von Neuwirtheim liegt der bereits zur Gemarkung Wächtersbach und zum Vogelsberg zählende Aspenhainer Kopf (). Der topographisch höchste Punkt des Gemeindegebietes befindet sich mit etwa unterhalb des Gipfels des Langen Berges im Spessart.

In der Gemarkung liegt auch die Wüstung Rodenhof, ein ehemals zu Lanzingen gehöriger Weiler. Die kurz zuvor noch neun Haushaltungen zählende Kleinsiedlung fiel wohl im Dreißigjährigen Krieg wüst.

Nachbargemeinden Biebergemünd grenzt im Norden an die Stadt Wächtersbach, im Osten an die Stadt Bad Orb und die Gemeinde Jossgrund, im Südosten an die Gemeinde Flörsbachtal, im Süden jenseits der Landesgrenze im bayerischen Unterfranken an den Wiesener Forst, die Gemeinde Westerngrund und die Gemeinde Kleinkahl (alle drei Landkreis Aschaffenburg). Im Westen grenzt Biebergemünd an die Gemeinde Linsengericht und die Stadt Gelnhausen.

Gemeindegliederung Biebergemünd besteht aus folgenden sechs Ortsteilen: Bieber, baulich verbunden mit den früher selbständigen Dörfern Büchelbach, Gassen und Röhrig Breitenborn/Lützel, gebildet aus den ehemals selbständigen Dörfern Breitenborn und Lützel Kassel Lanzingen Roßbach Wirtheim inkl. Neuwirtheim.

Geschichte Gemeindebildung Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden am 1. September 1970 die zwei, bis dahin selbständigen Gemeinden Kassel und Wirtheim zur neuen Gemeinde Biebergemünd zusammengeschlossen. Zum 1. Oktober 1971 wurden die Gemeinden Breitenborn A. B. (Amt Bieber), Lanzingen und Roßbach in die Gemeinde Bieber eingegliedert. Zum 1. Juli 1974 wurden die Gemeinden Biebergemünd und Bieber unter Beibehaltung des Namens Biebergemünd kraft Landesgesetz zusammengeschlossen. Das geschah gegen den ausdrücklichen Beschluss beider Gemeindevertretungen. Für die Ortsteile wurden keine Ortsbezirke nach der Hessischen Gemeindeordnung eingerichtet.

Frankfurter Wasserleitung

miniatur|rechts|Elsebach Trinkwasserstollen-Eingang in Bieber Bereits gut 100 Jahre vor Gründung der Gemeinde Biebergemünd 1970 schlossen zwei ihrer Rechtsvorgänger, die damals noch selbständigen Gemeinden Kassel und Bieber, Verträge mit der Stadt Frankfurt am Main, zur Erschließung von Quellen und Lieferung von Trinkwasser an die Metropole. Schon 1865 entstand der erste Entwurf einer Wasserleitung zur Versorgung der Großstadt mit Trinkwasser aus dem Vogelsberg und dem Spessart. Unterbrochen und verzögert durch den Deutschen Krieg von 1866, wurden die Planungen 1869 wieder aufgenommen und 1872 mit Bauarbeiten begonnen. Durch zwei Stollen, den Elsebachstollen (722 m lang) und den Büchelbachstollen (1022 m lang) wurden insgesamt 16 Quellen erschlossen, miteinander verbunden, Bergrücken überwunden und das Wasser in Richtung Aspenhainer Kopf (246,7 m über NHN) geführt. Dort wird es in einem Hochbehälter der Frankfurter Wasserleitung mit dem Vogelsberger WasserHochbehälter der Frankfurter Wasserleitung, abgerufen am 5. April 2022 vereinigt und weiter in Richtung Frankfurt transportiert.Holger Senzel, „Begehrtes Gut für die dürstende Stadt – Vor 150 Jahren startete der erste Anlauf zum Bau einer Wasserleitung für Frankfurt im Kasselgrund und in Bieber“, Gelnhäuser Neue Zeitung vom 1. April 2022

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Biebergemünd 8351 Einwohner. Darunter waren 297 (3,6 %) Ausländer, von denen 124 aus dem EU-Ausland, 112 aus anderen europäischen Ländern und 61 aus anderen Staaten kamen. (Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 8,2 %.) Nach dem Lebensalter waren 1452 Einwohner unter 18 Jahren, 3517 zwischen 18 und 49, 1900 zwischen 50 und 64 und 1480 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 3446 Haushalten. Davon waren 884 Singlehaushalte, 1044 Paare ohne Kinder und 1185 Paare mit Kindern, sowie 267 Alleinerziehende und 66 Wohngemeinschaften. In 652 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 2404 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Biebergemünd

Nach Ortsteilen

Ort Ew.1961 Ew.1970 Ew.2012 Ew.2019https://www.biebergemuend.de/seite/de/spessart/0454:38/tn_38/Zahlen_Daten_und_Fakten.html Bieber 1.711 1.867 2.228 2.194 Breitenborn/Lützel 239 256 400 401 Kassel 1.837 2.045 2.464 2.445 Lanzingen 325 337 632 626 Roßbach 457 487 755 745 Wirtheim 1.422 1.627 1.911 2.013

Religion mini|St. Peter und Paul in Wirtheim

Evangelische Kirchen Evangelische Laurentiuskirche, vormals lutherische Pfarrkirche, heutige Friedhofskirche, Am Römerberg 7 in Bieber Evangelische Pfarrkirche „Untere Kirche“, Am Pflaster 16 in Bieber Emmauskirche, Spessartstraße 52 in Kassel

Katholische Kirchen Mariä Geburt, Biebertalstraße 9 in Bieber St. Johannes Nepomuk, Spessartstraße in Kassel Burgbergkapelle St. Mauritius, Burgberg bei Bieber St. Peter und Paul, Kirchstraße 10 in Wirtheim

Daten zur Religionszugehörigkeit • 1987: 2094 evangelische (= 29,7 %), 4566 katholische (= 64,9 %), 380 sonstige (= 5,4 %) Einwohner • 2011: 2289 evangelische (= 27,4 %), 4287 katholische (= 51,3 %), 1775 sonstige (= 21,3 %) Einwohner

Politik Gemeindevertretung Für die Gemeindevertretung der Gemeinde Biebergemünd erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 - 23° Election Manager: Biebergemünd 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:

Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 41,41337,11234,31131,11031,51024,78 30,61033,51036,01137,41141,31345,414 17,3520,4629,7931,51026,1830,09 10,839,03———————— ————————1,10—— Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 Wahlbeteiligung in % 66,0 59,6 56,5 52,5 47,0 54,8

Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Biebergemünd neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Beigeordneter und zehn weitere Beigeordnete angehören.Gremien: Gemeindevorstand Bürgermeister ist seit dem 1. Januar 2022 der parteiunabhängige Matthias Schmitt. Er wurde als Nachfolger von Manfred Weber, der nach zwei Amtszeiten nicht wieder kandidiert hatte, am 26. September 2021 im ersten Wahlgang bei 80,3 Prozent Wahlbeteiligung mit 66,6 Prozent der Stimmen gewählt.hessenschau: Bürgermeisterwahl am 26. September 2021 in Biebergemünd

Amtszeiten der Bürgermeister 2022–2027 Matthias SchmittGemeinde Biebergemünd, 3. November 2021: Niederschrift über die öffentliche Sitzung der Gemeindevertretung: „Bürgermeister Manfred Weber überreicht die Ernennungsurkunde, mit der Herr Matthias Schmitt mit Wirkung vom 01.01.2022 zum hauptamtlichen Bürgermeister der Gemeinde Biebergemünd ernannt wird“ 2010–2021 Manfred WeberKinzig News, 4. Juli 2019: Bürgermeister- und Gemeindeportait: „Manfred Weber (parteilos) ist seit 1. Januar 2010 im Amt. In 2021 endet seine Amtszeit. Der 65-jährige wird nicht mehr antreten.“ 1992–2009 Thomas Dickert (FWG)FR, 2009: Fünf wollen ins Rathaus: „18 Jahre hat Thomas Dickert Biebergemünd äußerst effizient verwaltet - nun hört der 55-jährige Bürgermeister auf.“ 1980–1991 Hermann Gregor PfeiferGemeinde Biebergemünd, Oktober 2023: Biebergemünd trauert um Hermann Gregor Pfeifer

Wappen und Flagge 100px|mini Wappen links|100px|Wappen der Gemeinde Biebergemünd Blasonierung: Im Wellenschnitt geteilt von Silber und Rot, oben ein sechsspeichiges rotes Rad, unten schräggekreuzt ein goldener Schlägel und ein goldenes Eisen.

Begründung: Das Wappen von Biebergemünd symbolisiert die verschiedenen Teile der Gemeinde. Die obere Hälfte ist an das Radsymbol aus dem Mainzer Wappen angelehnt, zu dem Wirtheim und Kassel lange gehörten. Die untere Hälfte symbolisiert den Bergbau in Bieber. Die Anordnung der Elemente des Wappens ist optisch ähnlich gestaltet wie die des alten Bieberer Wappens. Die Farben Rot und Gold erinnern an die Grafschaft Hanau, zu der Bieber bis zum Aussterben der Linie 1736 gehörte.

Das Wappen wurde der Gemeinde Biebergemünd am 19. Oktober 1979 durch das Hessische Innenministerium genehmigt, gestaltet wurde es durch den Bad Nauheimer Heraldiker Heinz Ritt.

Flagge Gemeinsam mit dem Wappen wurde der Gemeinde auch eine Flagge genehmigt, die wie folgt beschrieben wird:

Von Rot und Gold geteilt, im oberen Drittel mit dem Gemeindewappen belegt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kulturdenkmäler Schloss Wirtheim, ein Renaissance-Schloss des 15. und 16. Jahrhunderts Evangelische Laurentiuskirche, ältestes erhaltenes Sakralbau und ältestes Gebäude der Gemeinde Biebergemünd (erbaut im 12. Jahrhundert) Bodendenkmal Alteburg Auf dem Hoppesberg, 3,5 Kilometer südlich von Kassel befindet sich die Alteburg. Es ist ein keltischer Siedlungsplatz in Form einer Ringwallanlage (Wallburg) mit zwei Toren, welche von einem Graben umgeben ist. Eine dort gefundene Brandschicht konnte „durch die Bestimmung ihres Gehaltes an radioaktivem Kohlenstoff auf einen Zeitraum um 500 v. Chr. datiert werden“ und damit in den Zeithorizont des in der benachbarten Wetterau gelegenen Fürstengrabes vom Glauberg reichen.Leben auf der Alteburg, aufgerufen am 12. Dezember 2021 Auf einer Breite von 6 m hat der Geschichtsverein Biebergemünd, in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Landesamt für Denkmalpflege, die Mauer rekonstruiert.

Bodendenkmal Wirtheimer Kringel Der Wirtheimer Kringel, auch Alteburg8. Symposium des ASP zur Burgenforschung im Spessart 2015 in Biebergemünd, Vortrag H. Rosmanitz genannt (nicht zu verwechseln mit der Alteburg bei Kassel), ist eine abgegangene (verfallene) Wallanlage mit etwa 80 m Durchmesser. Sie liegt 700 Meter südöstlich von Wirtheim auf einer Anhöhe zwischen den Bachläufen der Bieber und des Hirschbaches. Ausgrabungen von 2014 legen den Ursprung dieser Ringwallanlage ins Frühmittelalter, in die fränkische oder karolingische Zeit (8. bis 10. Jahrhundert) nahe. Die Anlage war in ihrer Zeit weder dauernd besiedelt (Mangel an Wasser), noch diente sie Verteidigungszwecken (Lage unterhalb des Gipfels und dürftige Ausstattung). Sie war dennoch, wegen ihrer Größe, von einer übergeordneten Macht veranlasst und realisiert.Wirtheim Ausgrabungen, abgerufen am 11. Dezember 2021

Biebergrund-Museum in Bieber Das Biebergrundmuseum im Ortsteil Bieber, seit Mai 2023 neu in der ehemaligen Alten Post untergebracht, wird vom Geschichtsverein Biebergemünd e. V. geführtGeschichtsverein Biebergemünd; abgerufen am 4. Januar 2023 und zeigt Biebergemünder Geschichte zu den Themen Bergbau, Spessartbahn, Geologie, Frühgeschichte, sowie Religion und Gesellschaft inklusive heimatkundlicher Aspekte.Biebergrundmuseum; abgerufen am 4. Januar 2024

Musik In der Gemeinde existieren zahlreiche Musikvereine: Biebertaler Musikanten Spielmannszug Teutonia 1963 Bieber Musikverein 1965 Kassel Original Kasseler Musikanten 1974

Dazu kommen einige Gesangsvereine: „Liederkranz“ 1847 Bieber „Einigkeit“ Wirtheim 1897 „Harmonie-Chöre“ Biebergemünd „Liederkranz“ Kassel „Sängerlust“ Lanzingen 1924 „Edelweiß“ Breitenborn/Lützel Kirchenchor „Cäcilia“ Wirtheim

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