mini|George Ellery Hale 1905 George Ellery Hale (* 29. Juni 1868 in Chicago, Illinois; † 21. Februar 1938 in Pasadena) war ein US-amerikanischer Astronom. Mit ihm verbindet man die Ära der großen Spiegelteleskope und wesentliche Fortschritte in der Sonnenforschung und bei Modellen der Sternentwicklung. Er arbeitete eng mit dem Teleskopbauer George Willis Ritchey zusammen.Biographie von George Ellery Hale in der Encyclopedia Britannica

Leben und Wirken Hale, geboren 1868 in Chicago und aus wohlhabender Familie stammend, stellte bei der Beobachtung des Sonnenspektrums die Aufspaltung von Absorptionslinien (Zeeman-Effekt) fest und wies nach, dass die Sonnenflecken Orte starker Magnetfelder sind.Hale On the Probable Existence of a Magnetic Field in Sun-Spots, The Astrophysical Journal, Band 28, 1908, S. 315Deutscher Reichsanzeiger Nr. 231 vom 30. September 1908 Bereits als 21-Jähriger entwickelte er als Student am Massachusetts Institute of Technology (MIT) um 1890 (gleichzeitig mit Henri-Alexandre Deslandres) den Spektroheliografen. Dieses Instrument wurde bald weltweit zur Untersuchung der Sonne in engen Spektralbereichen eingesetzt.

Er studierte am MIT, war 1889/90 am Observatorium des Harvard College und 1893/94 in Berlin. 1890 leitete er sein eigenes Observatorium (Kenwood Astrophysical Observatory) auf dem Familiensitz im Chicagoer Stadtteil Kenwood. 1891 bis 1893 war er Professor für Astrophysik am Beloit College in Beloit (Wisconsin).

Hale wurde 1892 an die Universität Chicago berufen, wo er bis 1897 Associate Professor und danach bis 1905 Professor war. Da er im selben Jahr von einem neuen 40-Zoll-Objektiv hörte, bedingte er sich den Bau einer großen Sternwarte aus. Es gelang Hale, dafür einen reichen Sponsor aus Chicago zu finden: Charles Yerkes. So wurde der riesige Refraktor mit 102-cm-Öffnung 1897 am neuen Yerkes-Observatorium das damals größte Teleskop der Welt. Es ist noch heute das größte jemals gebaute Linsenfernrohr.

Hale war ein äußerst energiegeladener Mann, der für seine Forschungen noch weitere Sternwarten gründete, die dank seiner unermüdlichen Einwerbung von Sponsorengeldern mit immer größeren Teleskopen und der neuesten Ausrüstung ausgestattet waren. 1904 gründete er auf dem Mount Wilson oberhalb von Pasadena in Kalifornien zunächst ein Sonnen-Observatorium. Hier wurden 1908 der 60-Zoll-Spiegel vom Yerkes-Observatorium in Chikago, 1917 das epochale 100-Zoll-Hooker-Spiegelteleskop installiert. Nachdem er 1923 wegen zunehmender gesundheitlicher Einschränkungen das Direktorium des Mount-Wilson-Observatoriums abgegeben hatte, ließ er sich in Pasadena sein eigenes Sonnenobservatorium (Hale Solar Laboratory) errichten. Er spielte eine führende Rolle beim Aufbau des Caltech.

Als Sekretär für Auslandsbeziehungen der National Academy of Sciences nominierte Hale 1914 und 1916 ungeachtet des Ersten Weltkrieges den deutschen Physiker Johannes Stark für den Nobelpreis für Physik.Johannes-Geert Hagmann: Wie sich die Physik Gehör verschaffte - Die amerikanischen Physiker engagierten sich im Ersten Weltkrieg mit "praktischer" Forschung. Physik Journal 14 (2015) Nr. 11, S. 43–46. Auf Hales Betreiben wurde 1916 der National Research Council gegründet, für den dann Hale bis 1917 zusammen mit Robert Andrews Millikan wirkte. Hales Ziel war, dass Wissenschaftler statt des normalen Kriegsdienstes entsprechend ihrer Qualifikation als Wissenschaftler eingesetzt wurden.

Für den Bau eines riesigen Teleskop-Spiegels begann Hale seit dem Jahr 1927 zu werben. 1928 konnte er den Präsidenten der Rockefeller-Stiftung von dieser gewaltigen Investition in die Wissenschaft überzeugen. Das Spiegelteleskop auf dem Mount Palomar wurde 1947 fertiggestellt. Mit einem Hauptspiegel von 200 Zoll (5 Meter) war es bis 1975 das größte Teleskop der Welt. Noch heute ist es das größte Teleskop mit äquatorialer Montierung.

Mount Wilson besitzt ein Spiegelteleskop mit einem Hauptspiegel von 2,5 Metern Durchmesser, das unter der Leitung von George Willis Ritchey erbaut wurde. Edwin Hubble konnte damit um 1923 die ersten Einzelsterne im Andromedanebel nachweisen und die Expansion des Universums entdecken. Bis zum Bau des Palomar-Teleskops war dieses Teleskop das weltweit größte.

Hale hatte schwerwiegende psychische Beeinträchtigungen, die ihn auch dazu zwangen, seinen Direktorposten am Mount Wilson aufzugeben.

1894 gründete er das Astrophysical Journal, dessen Herausgeber er ab 1895 war. 1892 bis 1895 war er Mitherausgeber von Astronomy & Astrophysics.

Er war auswärtiges Mitglied der Académie des sciences (1919) und der Royal Society (1909).

Die beiden Hale-Observatorien auf dem Mount Wilson und dem Mount Palomar wurden 1970 nach ihm benannt.

Der Mondkrater Hale ist nach ihm und dem Erfinder William Hale benannt. Seit 1973 ist auch der Marskrater Hale nach ihm benannt. Auch der Asteroid (1024) Hale ist nach ihm benannt.

Auszeichnungen 1894: Janssen Medaille der Pariser Akademie der Wissenschaften 1901: Mitglied der American Academy of Arts and Sciences 1902: Mitglied der National Academy of Sciences 1902: Rumford-Preis der American Academy of Arts and Sciences 1902: Mitglied der American Philosophical Society 1904: Henry Draper Medal der National Academy of Sciences 1904: Goldmedaille der Royal Astronomical Society 1907: Mitglied der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften in Uppsala 1910: Auswärtiges Mitglied der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften 1911: Auswärtiges Mitglied der Accademia Nazionale dei Lincei in Rom 1913: Ehrenmitglied (Honorary Fellow) der Royal Society of Edinburgh 1916: Catherine Wolfe Bruce Gold Medal der Astronomical Society of the Pacific 1917: Jules-Janssen-Preis 1919: Mitglied der Académie royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique 1919: Auswärtiges Mitglied der Accademia Nazionale delle Scienze 1920: Galileo-Medaille der Universität Florenz 1921: Actonian Prize der Royal Institution in London 1922: Auswärtiges Mitglied der Accademia delle Scienze di Torino 1924: Korrespondierendes Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften 1925: Mitglied der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften 1926: Elliott Cresson Medal des Franklin Institute 1926: Arthur Noble Medal der Stadt Pasadena 1927: Franklin Medal des Franklin Institute 1932: Copley Medal der Royal Society 1935: Frederic Ives Medal der Optical Society of America

Weblinks

Veröffentlichungen von G. E. Hale im Astrophysics Data System Nachrufe auf G. E. Hale im Astrophysics Data System Ausführliche Biografie (englisch) Mount-Wilson-Observatorium (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Astronom (20. Jahrhundert) Kategorie:Mitglied der National Academy of Sciences Kategorie:Mitglied der American Philosophical Society Kategorie:Mitglied der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der Accademia dei Lincei Kategorie:Mitglied der Accademia Nazionale delle Scienze Kategorie:Mitglied der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften in Uppsala Kategorie:Mitglied der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Auswärtiges Mitglied der Royal Society Kategorie:Mitglied der Académie des sciences Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Sciences Kategorie:Mitglied der Royal Society of Edinburgh Kategorie:Korrespondierendes Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der Accademia delle Scienze di Torino Kategorie:Mitglied der Königlichen Akademie der Wissenschaften und Schönen Künste von Belgien Kategorie:Sonnenforscher Kategorie:Person als Namensgeber für einen Asteroiden Kategorie:Person als Namensgeber für einen Marskrater Kategorie:Person als Namensgeber für einen Mondkrater Kategorie:Träger der Copley-Medaille Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1868 Kategorie:Gestorben 1938 Kategorie:Mann