Der KBC Duisburg (offiziell: Kaßlerfelder Ballsportclub Duisburg 1888 e. V.) ist ein Sportverein aus dem Duisburger Stadtteil Kaßlerfeld. Der Verein wurde am 2. September 1888 gegründet und bietet die Sportarten Fußball und Tai-Chi an. In den 1980er und frühen 1990er Jahren machte die inzwischen nicht mehr existierende Frauenfußball-Abteilung den Verein national und international bekannt.
Geschichte Frauen Im Jahre 1970 gründete die Vereinswirtin Paula Schmitz die Frauenfußballabteilung. Erster Trainer wurde Gregor Grillemeier senior, Vater des gleichnamigen späteren Bundesligaprofis. Ein Jahr später führte der Fußballverband Niederrhein eine Frauenspielklasse ein. Schnell gehörte die Mannschaft zu den führenden Vereinen am Niederrhein und errangen im Jahre 1975 die erste Verbandsmeisterschaft. Es war die erste von sechs Meisterschaften in Folge. 1977 gewann der KBC Duisburg auch erstmals den Niederrheinpokal, dem elf weitere Titelgewinne folgten. 1980 drangen die Duisburgerinnen erstmals in das Endspiel um die deutsche Meisterschaft vor, unterlag jedoch der SSG 09 Bergisch Gladbach auf deren Anlage mit 0:5.
→ Spieldaten des Meisterschaftsendspiels 1980
Drei Jahre später wurde der KBC Duisburg Sieger des DFB-Pokals. In der Siegerelf beim 3:0 gegen den gastgebenden FSV Frankfurt stand die damals 15-jährige Martina Voss, die Trainer Gregor Grillemeier ein Jahr zuvor eher zufällig in einem Schwimmbad entdeckte. Zweimal Birgit Offermann und ein verwandelter Handelfmeter von Kethi Carastergiou sorgten für die Entscheidung vor 1500 Zuschauern im Stadion am Bornheimer Hang.
→ Spieldaten des DFB-Pokalfinals 1983
1985 wurde die einzige Meisterschaft nach Duisburg geholt. Im Finale schlugen die Duisburgerinnen den FC Bayern München im Stadion an der Westender Straße des MSV Duisburg mit 1:0 durch ein Tor der kurz zuvor eingewechselten Anja Klinkowski. Im selben Jahr verpasste die mittlerweile von Jürgen Krust trainierte Mannschaft das Double. Das Pokalfinale, das erstmals im Berliner Olympiastadion vor dem Männer-Endspiel ausgetragen wurde, endete mit 1:1 nach regulärer Spielzeit gegen den FSV Frankfurt. Im Elfmeterschießen scheiterten Elvira Saager und Birgit Offermann mit ihren Versuchen, so dass die Duisburgerinnen mit 3:4 verloren.
→ Spieldaten des Meisterschaftsendspiels 1985 und des DFB-Pokalfinals 1985
Im Sommer 1985 wurde mit der Regionalliga West erstmals in Deutschland eine verbandsübergreifende Spielklasse eingeführt, über die sich der KBC Duisburg jeweils als beste niederrheinische Mannschaft für die deutschen Meisterschaften qualifizierte. 1988 erreichten die Duisburgerinnen zum dritten und letzten Mal das Endspiel um die deutsche Meisterschaft. Das Spiel bei der SSG 09 Bergisch Gladbach endete vor 3800 Zuschauern torlos, so dass erneut das Elfmeterschießen entscheiden musste. Nachdem alle Versuche erfolgreich waren, schoss Duisburgs Torfrau Claudia Reichler über das Tor, so dass der Titel nach Bergisch Gladbach ging.
→ Spieldaten des Meisterschaftsendspiels 1988
Die Regionalligasaison 1989/90 stand im Zeichen der Qualifikation für die neu geschaffene Bundesliga. Als bestplatzierte niederrheinische Mannschaft reichte auch Rang fünf für die Qualifikation. Mit einem 5:2 über den VfR Eintracht Wolfsburg startete der KBC Duisburg in die Saison 1990/91. Am Saisonende wurde die Mannschaft Vizemeister der Gruppe Nord hinter dem TSV Siegen und scheiterten dann im Halbfinale am FSV Frankfurt. Allerdings begann damals auch schon der langsame Abstieg des Vereins, der laut Gregor Grillemeier mit „nicht besonders großer Unterstützung“ durch den Gesamtverein und Mangel an Sponsoren zusammenhing. 1993 stieg der Lokalrivale FC Rumeln-Kaldenhausen in die Bundesliga auf. Am 15. August des Jahres kam es am ersten Spieltag gleich zum Derby, welches der KBC Duisburg mit 2:1 gewann.
Am Ende der Saison 1993/94 stieg der KBC Duisburg als abgeschlagener Tabellenletzter aus der Bundesliga ab. Der Verein verzichtete auf einen Start in der Regionalliga West, so dass die Mannschaft in der Saison 1994/95 in der Verbandsliga weitermachte. Zwei Jahre später wurde die Mannschaft zurückgezogen. Nach der Landesligasaison 1996/97 wurde die Abteilung aufgelöst. Die verbliebenen Spielerinnen wechselten daraufhin zu Eintracht Duisburg.
Männer Die Fußball spielenden Männer qualifizierten sich 1946 für die Bezirksklasse, mussten aber vier Jahre später absteigen. Erst 1963 gelang der Wiederaufstieg in die Bezirksklasse. Doch schon nach einer Saison mussten die Kaßlerfelder wieder absteigen. In den folgenden Jahrzehnten kam die Mannschaft nicht mehr über die Kreisebene hinaus. Seitdem die Herrenmannschaft im Jahre 1921 aus der Kreisliga C abgemeldet wurde, gibt es beim KBC Duisburg nur noch Jugendfußball.
Erfolge Deutscher Fußballmeister der Frauen: 1985 Deutscher Vizemeister der Frauen: 1980, 1988 DFB-Pokalsieger der Frauen: 1983 DFB-Pokalfinalist: 1985 10 × Niederrheinmeister: 1975 bis 1980, 1982 bis 1985 12 × Niederrheinpokalsieger 1977 bis 1985, 1987 bis 1989 Niederrheinpokalfinalist: 1990
Statistik Rot unterlegte Spielzeiten kennzeichnen einen Abstieg.
Saison Liga Platz S U N Tore Punkte Meisterschaft DFB-Pokal 1973/74 Landesliga Niederrhein, Gr. 2 2. 7 4 1 25:7 18:6 nicht qualifiziert nicht ausgetragen 1974/75 Landesliga Niederrhein, Gr. 2 1. 14 2 0 57:10 30:2 Achtelfinale nicht ausgetragen 1975/76 Landesliga Niederrhein, Gr. 2 1. 20 0 0 97:4 40:0 Viertelfinale nicht ausgetragen 1976/77 Landesliga Niederrhein, Gr. 2 1. 17 1 2 73:4 35:3 Achtelfinale nicht ausgetragen 1977/78 Landesliga Niederrhein, Gr. 2 1. 23 0 1 101:10 46:2 Halbfinale nicht ausgetragen 1978/79 Landesliga Niederrhein, Gr. 2 1. 22 1 1 106:6 45:3 Halbfinale nicht ausgetragen 1979/80 Landesliga Niederrhein, Gr. 2 1. 21 2 1 101:10 44:4 Finale nicht ausgetragen 1980/81 Landesliga Niederrhein, Gr. 2 1. 23 0 1 127:9 46:2 nicht qualifiziert Viertelfinale 1981/82 Verbandsliga Niederrhein 1. 21 1 0 99:6 43:1 Halbfinale Viertelfinale 1982/83 Verbandsliga Niederrhein 1. 23 1 0 118:8 47:1 Halbfinale Sieger 1983/84 Verbandsliga Niederrhein 1. 20 1 1 112:14 41:3 Viertelfinale Halbfinale 1984/85 Verbandsliga Niederrhein 1. 22 0 0 135:5 44:0 Meister Finale 1985/86 Regionalliga West 2. 16 4 2 62:14 36:8 Achtelfinale Viertelfinale 1986/87 Regionalliga West 3. 14 3 3 57:16 31:9 Halbfinale nicht qualifiziert 1987/88 Regionalliga West 3. 15 2 3 72:19 32:8 Finale Viertelfinale 1988/89 Regionalliga West 4. 10 6 6 45:23 26:18 Viertelfinale Viertelfinale 1989/90 Regionalliga West 5. 11 5 6 41:36 27:17 Achtelfinale Achtelfinale 1990/91 Bundesliga Nord 2. 10 7 1 47:16 27:9 Halbfinale nicht qualifiziert 1991/92 Bundesliga Nord 6. 8 6 6 31:24 22:18 – 1. Runde 1992/93 Bundesliga Nord 5. 7 6 5 33:28 20:16 – Viertelfinale 1993/94 Bundesliga Nord 10. 2 1 15 8:86 5:23 – 1. Runde 1994/95 Verbandsliga Niederrhein 8. 9 5 8 25:46 23:21 – 1. Runde 1995/96 Verbandsliga Niederrhein 12. zurückgezogen – nicht qualifiziert 1996/97 Kreisliga Niederrhein, Gr. 6 5. 14 0 10 88:49 42 – nicht qualifiziert
Persönlichkeiten mini|Martina Voss-Tecklenburg Der KBC Duisburg brachte sieben deutsche Nationalspielerinnen hervor. Die Zahl in Klammern nennt die Anzahl der Länderspiele, die die Spielerin während ihrer Zeit beim Verein absolvierte.
Sandra Alter (2) Gudrun Gottschlich (22) Sandra Hengst (7) Andrea Limper (7) Birgit Offermann (7) Claudia Reichler (3) Martina Voss (23)
Die spätere Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas spielte als Jugendliche Fußball beim KBC Duisburg.
Weblinks Offizielle Homepage des Vereins
Einzelnachweise
Duisburg, Kbc Duisburg, Kbc Kategorie:Fußballverein aus Duisburg Duisburg, Kbc
Kategorie:Vereinsgründung 1888