Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) ist ein Interessenverband von Verbänden und Unternehmen der Lebensmittelindustrie in Deutschland, in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins mit Sitz in Berlin.
Laut Lobbyregister, in welches der Verein im Februar 2022 aufgenommen wurde, hatte die BVE am 1. Januar 2026 insgesamt 107 Mitglieder.Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie e.V. Wirtschaftsverband. Lobbyregister, abgerufen am 11. September 2026
Geschichte In der Zeit des Nationalsozialismus waren die bis dahin bestehenden Verbände der Lebensmittelindustrie von der Gleichschaltung und Umstrukturierung des Verbandswesens betroffen. 1934 erfolgte die Anerkennung der Wirtschaftsgruppe Lebensmittelindustrie durch den Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft als alleinige Wirtschaftsvertretung für die Ernährungsindustrie, die an die Stelle der freien Verbände traten. Die WG Lebensmittelindustrie war der Reichsgruppe Industrie der Reichswirtschaftskammer untergliedert.Bund Deutscher Nahrungsmittel-Fabrikanten und -Händler e. V./Wirtschaftsgruppe Lebensmittelindustrie (Hrsg.) (18. Januar 1936): Deutsche Lebensmittel-Rundschau. Nr. 1/1936.Bund Deutscher Nahrungsmittel-Fabrikanten und -Händler e. V. (31. Januar 1936): Hauptversammlung des Bundes Deutscher Nahrungsmittel-Fabrikanten und -Händler e. V. am 20. Januar 1936 in der Industrie- und Handelskammer zu Berlin. In: Bund Deutscher Nahrungsmittel-Fabrikanten und -Händler e. V./Wirtschaftsgruppe Lebensmittelindustrie (Hrsg.): Deutsche Lebensmittel-Rundschau. Nr. 2/1936, S. 1–20.Lebensmittelverband Deutschland (10. März 2020): 65 Jahre Spitzenverband der Lebensmittelwirtschaft. Lebensmittelverband mit Jubiläum. Mit Kriegsende im Mai 1945 wurde die WG Lebensmittelindustrie aufgelöst. Kurz darauf wurde 1945 die Verbindungsstelle der Ernährungsindustrie in der britischen Zone bei der Militärregierung in Detmold errichtet. 1946 wurde ein Zentralverband mit der Bezeichnung Wirtschaftsvereinigung der Ernährungsindustrie in der britischen Zone gegründet unter Auflösung der Verbindungsstelle.Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland: 5.4.5.4. Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie
Am 11. November 1949 erfolgte die Gründung der Vereinigung der deutschen Ernährungsindustrie. Im Jahr 1953 erfolgte die Umbildung zur Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie.BVE (2019): .
Von 1955 bis 1977 bestand eine Personalunion der Geschäftsführung der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie und des Bunds für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde. Die Verzahnung wurde 1977 aufgelöst. 1994 wurden die Geschäftsstellen erneut zusammengelegt und ab 1. Mai 1994 beide Verbände von einem Hauptgeschäftsführer in Personalunion geführt.BLL/Wilhelm Gieseke (2015): (Online).BLL/Marcus Girnau (Hrsg.) (2013): Festschrift für Matthias Horst. Hamburg: Behr’s Verlag, S. VII.
2017 war der Verband einer der Stifter der Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) gemäß § 24 Verpackungsgesetz mit Sitz in Osnabrück.
Im Jahr 2021 führte die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie gemeinsame mit dem Lebensmittelverband Deutschland eine Roadshow unter dem Motto Zukunft schmeckt – on Tour durch, auf der Unternehmen der Lebensmittelbranche Produkte und Lösungen für eine nachhaltige Lebensmittelproduktion und Ernährung präsentierten. Stationen der Tour waren unter anderem Berlin, Hamburg, Mannheim und Gissigheim.Prozesstechnik (14. Januar 2021): Roadshow „Zukunft schmeckt – on Tour“ startet. Verbände zeigen Beispiele für nachhaltige Lebensmittelproduktion.Bioökonomie.de (18. Juni 2021): So schmeckt die Zukunft in Hamburg.
Profil und Aktivitäten Seine zentrale Aufgabe sieht der Verband in der Sicherung und Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen der deutschen Ernährungsindustrie. Der BDE vertritt Mitglieder aus der Agrarwirtschaft, Lebensmittelhandel, Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung, Zulieferindustrien und Dienstleistern zusammen.
Zu den Aktivitäten zählen beispielsweise Stellungnahmen zu Regelungs- und Gesetzentwürfen, wie zur Verordnung (EU) 2023/1115 (entwaldungsfreie Lieferketten). Durch entsprechende Lobbyarbeit soll verhindert werden, dass Mitglieder von zusätzlichen Auflagen oder Pflichten betroffen sein könnten; so werden insbesondere konkrete Straf- und Bußgeldvorschriften (bei Verstößen) abgelehnt.Stellungnahme zum Entwurf der EntwaldungsMG. vom 27. Juli 2027 BDE, abgerufen am 11. September 2026Details zu Stellungnahme/Gutachten SG2506190038 (PDF - 3 Seiten) . vom 27. Juli 2027 Lobbyregister, abgerufen am 11. September 2026
Mitgliedschaften Der Verband vertritt die Interessen der deutschen Lebensmittelindustrie unter anderem als Mitglied von FoodDrinkEurope, der europäischen Dachorganisation der Branche. Arbeitsbeziehungen der BVE bestehen zum Lebensmittelverband Deutschland und zum Forschungskreis der Ernährungsindustrie (FEI). Zusammenarbeit pflegt die BVE auch mit der Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss (ANG), die die sozialpolitischen Interessen der Ernährungsindustrie vertritt. Gemeinsam mit dem Handelsverband Deutschland (HDE) trägt die BVE zudem die Deutsche Pfandsystem GmbH (DPG), die das bundesweite Einwegpfandsystem für pfandpflichtige Getränkeverpackungen organisiert.
Mitglieder Die Mitglieder der BVE bestanden 2020 aus 15 Fachverbänden, 50 Unternehmen und 40 Fördermitgliedern.BVE (2. Januar 2020): Mitglieder
Es gibt drei verschiedene Kategorien von Mitgliedern: Fachverbände: Die Fachverbände bilden die klassischen Mitglieder der Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie, dadurch wird die Funktion der BVE als Dachverband konstituiert. Ein wesentlicher Teil der deutschen Fachverbände der Ernährungsindustrie ist in der BVE organisiert. Direktmitglieder: Neben den Fachverbänden können in den Fachverbänden organisierte Unternehmen der Ernährungsindustrie zusätzlich eine direkte Mitgliedschaft in der BVE erwerben und sich damit aktiv in die Verbandsarbeit einbringen. Fördermitglieder: Die Mitgliedschaft kann erworben werden durch Unternehmen, Institutionen und Personen, die der Verbandsarbeit der BVE nahestehen (Messegesellschaften, Dienstleistungsunternehmen, Zulieferer etc.).
Organisationsstruktur Vorstand Vorsitzende des Verbands waren seit der Gründung 1949: 1995–2005: Peter Traumannagrarzeitung (25. Januar 2005): Abraham neuer BVE-Vorsitzender. 2005–2013: Jürgen Abraham, Bell Deutschland (Ehrenvorsitzender) 2013–2020: Wolfgang Ingold, Wiltmann (Ehrenmitglied) 2020–2026: Christian von Boetticher, Peter Kölln seit 2026: Bernhard J. Simon, Simon Fleisch
Hauptgeschäftsführung Die Hauptgeschäftsführung setzt sich aus einem Hauptgeschäftsführer und einem stellvertretenden Hauptgeschäftsführer zusammen. Aktueller Hauptgeschäftsführer der BVE ist Christoph Minhoff. Stellvertretender Hauptgeschäftsführer ist Peter Feller.Politik & Kommunikation (3. April 2017): Feller steigt bei der BVE auf.
Hauptgeschäftsführer des Verbands waren seit der Gründung 1949: 1949–1974: Günther Heinicke, Günter Klein 1974–1982: Wilhelm GiesekeWilhelm Gisekte (2015): Das „Zusammenleben“ von BLL und BVE. 1983–1994: Gerhard Hein (JuristWalter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 479.) 1994–2012: Matthias Horst seit 2012: Christoph Minhoff
Weblinks ernaehrungsindustrie.de – Offizielle Website Eintrag im Lobbyregister des Deutschen Bundestages
Einzelnachweise
Kategorie:Deutsche Organisation (Lebensmittelwirtschaft) Kategorie:Wirtschaftsverband (Deutschland) Kategorie:Mitglied der Europäischen Bewegung Deutschland Kategorie:Verein (Berlin) Kategorie:Lobbyismus Kategorie:Eingetragen im Lobbyregister des Deutschen Bundestags Kategorie:Verbandsgründung 1949