Brünlos ist ein Ortsteil der sächsischen Stadt Zwönitz im Erzgebirgskreis.
Geografie Lage Das Waldhufendorf Brünlos liegt südöstlich von Stollberg in einem Nebental des Zwönitzbaches.
Nachbarorte
Geschichte mini|hochkant|Kirche in Brünlos mini|Rudolf-Hennig-Grundschule Brünlos Die Ersterwähnung als Průnlis erfolgte um 1460 im Terminierbuch der Zwickauer Franziskaner. Der Ortsname Brünlos wird als Siedlung an einem Brünnlein bzw. einem Quellbach gedeutet. 1539 ging das Dorf aus dem Besitz des Ritterguts Stollberg in die landesherrliche Amtsverwaltung des Kurfürstentums Sachsen über. Im zugehörigen Gemeindewald wurde Bergbau auf Waschstein, einer Art Raseneisenstein, betrieben. Es wird vermutet, dass der Thalheimer Eisenhammer dieses Vorkommen nutzte. Haupterwerb der Bevölkerung war neben der Landwirtschaft vor allem der Holz- und Torfhandel sowie die Strumpfwirkerei als Lohnarbeit. In den 66 Häuslerbauten standen um 1840 zahlreiche Walzenstühle. Ausgang des 19. Jahrhunderts wurden fünf Strumpffabriken gegründet. Während der DDR gehörten diese zum VEB Kombinat Esda, Strumpffabrik Max Roscher in Gornau sowie zur VEB Strumpffabrik Brünlos. Der Industriezweig kam nach der Wende komplett zum Erliegen.
Auf die ursprünglich 16 Bauerngüter verteilte sich eine Feldflur von 735 ha. Bereits 1953 wurde von zunächst drei Bauern die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft Freundschaft gegründet. Diese erhielt 1960 den Orden Banner der Arbeit und bewirtschaftete 1962 die Fluren von Günsdorf, Dorfchemnitz und Hoheneck mit insgesamt 864 ha und 240 Mitgliedern. Die Verwaltung dieser LPG wurde nach der Zusammenlegung mit den Nachbardörfern nach Dorfchemnitz verlegt. Eine zweite LPG mit Namen Heimatscholle bewirtschaftete ab 1960 140 ha Land.
Die Kirche von Brünlos war zunächst eine Filialkirche der Stollberger St.-Jacobi-Kirche. Die Dorfkirche stammt in ihrem Kern aus dem 15. Jahrhundert und wurde zuletzt 1832/33 umfangreich erneuert. 1893 löste sich Brünlos von seiner Mutterkirche und wurde eigenständige Parochie. Die Orgel wurde 1893 von Johann Kralapp errichtet. In ihrer äußeren Erscheinung ist die Brünloser Kirche eine typische erzgebirgische Dorfkirche mit Dachreiter. An historischer Ausstattung sind zwei Altarfiguren aus dem 15. Jahrhundert und der Taufstein um 1600 vorhanden.Brünloser Kirche
Seit 1. November 1999 ist Brünlos ein Ortsteil der Stadt Zwönitz.
Sehenswürdigkeiten mini|Christlicher Erlebnisgarten (Bibelgarten Brünlos) Bibelgarten BrünlosWebsite des Christlichen Erlebnisgartens (Bibelgarten Brünlos) Weihnachtsberg Brünlos
Gedenkstätten
In Brünlos wurde der erste und bisher einzige Stolperstein in Zwönitz verlegt, der an eine geistig behinderte und deswegen in Pirna-Sonnenstein getötete Frau aus Brünlos erinnert.
Entwicklung der Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahlvgl. 1551 18 besessene Mann, 42 Inwohner1764 17 besessene Mann, 23 Häusler, 2 Gärtner, 8 ¼ Hufen1834 5491871 954 Jahr Einwohnerzahl1890 14011910 14441925 14431939 1776 Jahr Einwohnerzahl1946 18881950 19321964 16771990 1356
Persönlichkeiten
Theodor Thomas (1876–1955), Gewerkschafter, Dachdecker, Autor Lotte Wolf-Matthäus (1908–1979), Sängerin Eberhard Röhner (1929–2017), Literaturwissenschaftler Wolfgang Böhm (1936–2022), Agrarwissenschaftler Reiner Neubert (* 1942), Literaturwissenschaftler Herbert Olschok (* 1951), Schauspieler und Theaterregisseur
Literatur Gunter Lasch, Gerd Freitag: 525 Jahre 1486–2011 Brünloser Geschichten. Zwönitz, 2011.
Weblinks
www.bruenlos.de (inoffizielle Website zum Ort)
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Zwönitz) Kategorie:Ort im Erzgebirgskreis Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Erzgebirgskreis) Kategorie:Gemeindeauflösung 1999 Kategorie:Ersterwähnung 1460