mini|Einsatzfahrzeug der Polizei Mecklenburg-Vorpommern
Die Polizei Mecklenburg-Vorpommern ist die Landespolizei des deutschen Landes Mecklenburg-Vorpommern.
Geschichte Von November 1989 (Mauerfall) bis Oktober 1990 (Wiedervereinigung) arbeitete die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern noch in den Strukturen des Ministeriums des Innern der DDR weiter. In diesem Zeitraum wurden jedoch aufgrund des Ländereinführungsgesetzes vom 22. Juli 1990, des Einigungsvertrags vom 31. August 1990 sowie der am 3. Oktober 1990 erfolgten Wiedervereinigung die Bereiche Pass- und Meldewesen, Feuerwehr, Verkehrszulassung, Strafvollzug und die Transportpolizei (TraPo) herausgelöst und in die jeweilige Zuständigkeit der Gemeinden, der Landkreise, des Justizministeriums Mecklenburg-Vorpommern und dem Bundesgrenzschutz der Bundesrepublik Deutschland übertragen. Dadurch verringerte sich die ursprüngliche Anzahl der Polizisten der Deutschen Volkspolizei auf dem Gebiet der drei DDR-Bezirke Schwerin, Rostock und Neubrandenburg, aus denen dann im Wesentlichen das BRD-Bundesland Mecklenburg-Vorpommern neu entstand, innerhalb nur eines Jahres von November 1989 bis Dezember 1990, um mehr als die Hälfte.
Als Gründungsdatum der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern kann faktisch der 5. Dezember 1990 angesehen werden, als der neue und erste Innenminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Georg Diederich (CDU), im Kabinett von Ministerpräsident Alfred Gomolka, die „Vorläufige Regelung über die Organisation der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern und die Wahrnehmung polizeilicher Aufgaben“ erließ.Keubke: Die Polizei Mecklenburgs, S. 197–198. Von Dezember 1990 bis Dezember 1993 existierte als selbstständige Dienststelle des Innenministeriums Mecklenburg-Vorpommern das Landespolizeiamt (LPA) als oberste Landesbehörde zur Führung der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern. Bis Juni 1991 wurde das LPA zunächst durch den Leiter der „Abteilung II.4: Polizei“, einen hochrangigen Ministerialbeamten im Innenministerium, mitgeführt. Im Juli 1991 wurde dann der Posten des „Leiters des Landespolizeiamtes Mecklenburg-Vorpommern“ geschaffen und mit einem hochrangigen Polizeibeamten besetzt. Zum Dezember 1993 wurde das Landespolizeiamt dann aufgelöst und die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern seitdem unmittelbar durch das Innenministerium auf Landesebene geführt. Dazu wurde ab Januar 1994 der Posten des „Inspekteurs der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern“ geschaffen, der direkt im Innenministerium angesiedelt ist, wobei der jeweilige Inspekteur der Landespolizei ein hochrangiger Polizeibeamter und damit zugleich der „oberste Polizist des Landes“ ist und zudem das „Referat 430: Inspekteur der Polizei, Einsatz der Polizei“ der „Abteilung 4: Polizei, Sport, Brand- und Katastrophenschutz“ des Innenministeriums des Landes Mecklenburg-Vorpommern leitet.Keubke: Die Polizei Mecklenburgs, S. 196–228.Regierungsportal Mecklenburg-Vorpommern. Ministerium für Inneres und Sport. Organigramm Seit der Polizeistrukturreform 2010 vom 1. März 2011 gliedert sich die Polizei Mecklenburg-Vorpommerns in die Polizeipräsidien (PP) in Neubrandenburg und Rostock. Die Polizeidirektionen in Anklam, Schwerin und Stralsund wurden aufgelöst und das Landesbereitschaftspolizeiamt in Schwerin geschaffen.
Leitung der Polizei/Inspekteur der Landespolizei Folgende Personen haben die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern seit 1990 geleitet:
Hartwig Stock (Oktober 1990 bis Juni 1991): Leiter der „Abteilung II.4: Polizei“ im InnenministeriumKeubke: Die Polizei Mecklenburgs, S. 197. Hans-Heinrich Heinsen (Juli 1991 bis Dezember 1993/Januar 1994 bis April 1998): Leiter des „Landespolizeiamtes Mecklenburg-Vorpommern“/„Inspekteur der Landespolizei“ im InnenministeriumKeubke: Die Polizei Mecklenburgs, S. 199, 205, 212. Friedrich-Wilhelm Heidemeier (Mai 1998 bis Juni 1998): „Inspekteur der Landespolizei“ im InnenministeriumKeubke: Die Polizei Mecklenburgs, S. 212. Dieter Hempel (Juli 1998 bis November 1999): „Inspekteur der Landespolizei“ im Innenministerium Rudolf Springstein (November 1999 bis April 2016): „Inspekteur der Landespolizei“ im InnenministeriumKeubke: Die Polizei Mecklenburgs, S. 213. Wilfried Kapischke (April 2016 bis Mai 2022): „Inspekteur der Landespolizei“ im Innenministerium Nils Hoffmann-Ritterbusch (seit Juni 2022): „Inspekteur der Landespolizei“ im Innenministerium
Personalentwicklung Jahr Polizisten Quelle November 1989 ca. 14.000 Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern (Hrsg.): , Schwerin 2010, S. 29. (PDF; 7,67 MB) Juli/August 1990 ca. 9.400 Oktober 1990 ca. 7.800 Dezember 1990 6.277 1992 ca. 6.800 Keubke: Die Polizei Mecklenburgs, S. 202. 2000 6.675 2001 6.708 Innenministerium Mecklenburg-Vorpommern: Präsentation "Polizeistrukturreform 2010", Schwerin, 27. Januar 2009, S. 3. 2010 6.029 2013 ca. 6.000 2017 ca. 5.800 * 2019 ca. 5.950 2020 ca. 6.050 * 2021 ca. 6.200 *
* geplante Personalstärke
Aufgrund sinkender Einwohnerzahlen in Mecklenburg-Vorpommern sowie finanziellen Sparzwängen der Landesregierung, sollten in zwei Schritten bis zum Jahr 2020 weitere 500 Stellen bei der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern abgebaut bzw. eingespart werden. Durch den Wegfall von zunächst 200 Stellen war eine Personalstärke von nur noch 5.800 Polizisten bis 2017 geplant. In dem im Mai 2018 beschlossenen Pakt für Sicherheit entschloss sich die Landesregierung, die Zahl der Vollzugsbeamten bis 2021 wieder auf 6.200 aufzustocken.
Organisation und Aufgaben Führungsstruktur Die Polizei des Landes Mecklenburg-Vorpommern ist der „Abteilung 4: Polizei, Sport, Brand- und Katastrophenschutz“ des Ministeriums für Inneres und Europa des Landes Mecklenburg-Vorpommern nachgeordnet und gliedert sich selbst in zwei Polizeibehörden und vier Landespolizeiämter. Dazu gehören die zwei regionalen Polizeipräsidien (PP) im Osten und im Westen des Landes, das Landeskriminalamt (LKA M-V), das Landesbereitschaftspolizeiamt (LBPA M-V), das Landeswasserschutzpolizeiamt (LWSPA M-V) und das Landesamt für zentrale Aufgaben und Technik der Polizei, Brand- und Katastrophenschutz (LPBK M-V). Innerhalb des Innenministeriums und gegenüber der Öffentlichkeit wird die Landespolizei vom Inspekteur der Polizei des Landes Mecklenburg-Vorpommern repräsentiert. Derzeit ist dies Nils Hoffmann-Ritterbusch. Der Inspekteur übt die Dienst- und Fachaufsicht über die zwei Polizeipräsidien, das Landeskriminalamt, das Landeswasserschutzpolizeiamt und das Landesbereitschaftspolizeiamt aus. Er ist Mitglied in der Unterarbeitsgruppe „Führung, Einsatz, Kriminalitätsbekämpfung“ (UAFEK) des Arbeitskreises II (Innere Sicherheit, Polizei) der Innenministerkonferenz (IMK) und im Kuratorium der gemeinsamen Wasserschutzpolizei-Schule (WSPS) der Länder in Hamburg.
Organisation seit 2011 Das Innenministerium Mecklenburg-Vorpommerns ist die oberste Landesbehörde für die Polizei Mecklenburg-Vorpommerns. Mit den Planungen von 2008 bis 2010 und dem dann erfolgten Inkrafttreten der neuen „Polizeistrukturreform 2010“ am 1. März 2011, gliedert sich die Polizei Mecklenburg-Vorpommerns seit dem wie folgt: 2 Polizeipräsidien (PP) in Neubrandenburg und Rostock → mit zusammen landesweit 37 Polizeihauptstandorten und insgesamt 206 Polizeistandorten im Land →8 Polizeiinspektionen (PI) in Anklam, Güstrow, Ludwigslust, Neubrandenburg, Rostock, Schwerin, Stralsund und Wismar → mit den 17 untergeordneten Polizeihauptrevieren (PHR) in Schwerin, Rostock, Wismar, Ludwigslust, Parchim, Hagenow, Güstrow, Bad Doberan, Bergen auf Rügen, Stralsund, Anklam, Greifswald, Pasewalk, Neubrandenburg, Demmin, Waren, Neustrelitz → 28 Polizeirevieren (PR) →77 Polizeistationen (PS) sowie den 5 Autobahn- und Verkehrspolizeirevieren (AVPR) und der Dienststelle „Besondere Verkehrsüberwachung“ in Anklam → jeder Polizeiinspektion ist ein Kriminalkommissariat (KK) untergeordnet, welche insgesamt 29 Kriminalkommissariat-Außenstellen (KKASt) betreiben
4 Kriminalpolizeiinspektionen (KPI) in Anklam, Neubrandenburg, Rostock und Schwerin → mit den jeweils 7 Fachkommissariaten für verschiedene Deliktsbereiche der schweren Kriminalität
mini|Polizeiboot „Warnow“ in Rostock, Typ Fassmer FPB 25, Baujahr 2001 Darüber hinaus gibt es 4 Landespolizeiämter (LPA) die für besondere Aufgaben zuständig sind: Landeskriminalamt (LKA M-V) in Rampe bei Schwerin → mit dem Spezialeinsatzkommando (SEK), dem Mobilen Einsatzkommando (MEK) sowie dem MEK-Personenschutz Landeswasserschutzpolizeiamt (LWSPA M-V) in Waldeck bei Rostock → mit 7 Wasserschutzpolizeiinspektion in Rostock, Sassnitz, Schwerin, Stralsund, Waren, Wismar und Wolgast sowie den jeweils untergeordneten 13 Wasserschutzpolizeistationen sowie der am Flughafen Rostock-Laage stationierten Hubschrauberstaffel der Polizei Mecklenburg-Vorpommern Landesbereitschaftspolizeiamt (LBPA M-V) in Schwerin → mit 2 Bereitschaftspolizeihundertschaften (BPH) sowie der Diensthundeschule (DHS) in Klinken bei Schwerin: 1. BPH einschließlich der Technischen Einsatzeinheit (TEE) und des Landespolizeiorchesters (LPO) in Schwerin, 2. BPH einschließlich der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) in Waldeck bei Rostock, 4. Einsatzzug der 2. BPH in Anklam. Landesamt für zentrale Aufgaben und Technik der Polizei, Brand- und Katastrophenschutz (LPBK M-V) in Schwerin → einschließlich des Munitionsbergungsdienstes (MBD M-V) und des Polizeiärztlichen Dienstes
Der im Jahr 2009 neu begründete Fachbereich Polizei (FBPol) an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege (FHöVPR) des Landes Mecklenburg-Vorpommern in Güstrow, als der zentralen Ausbildungsinstitution für Beamte und Angestellte der Landesbehörden Mecklenburg-Vorpommerns, ist auch für die Ausbildung und Weiterbildung der Polizisten des Landes Mecklenburg-Vorpommern zuständig.
Organisation 1994 bis 2011 Von 1994 bis 2011 war die Organisation der Polizei Mecklenburg-Vorpommerns folgendermaßen aufgebaut: 5 Polizeidirektionen (PD) für die Fläche in Anklam, Neubrandenburg, Rostock, Schwerin und Stralsund 17 Polizeiinspektionen (PI) in den Kreisstädten der jeweiligen Landkreise → mit den jeweils untergeordneten Polizeirevieren (PR) und Polizeistationen (PS) Landeskriminalamt (LKA M-V) in Rampe bei Schwerin → mit rund 440 Mitarbeitern (gegründet 1992) Landeswasserschutzpolizeiamt (LWSPA MV) in Waldeck bei Rostock → mit 5 Küstenwasserschutz- und 2 Binnenwasserschutzpolizeiinspektion und zusammen 300 Mitarbeitern sowie der 1999 gegründeten Polizeihubschrauberstaffel in Weitendorf bei Schwerin. Bereitschaftspolizeiamt (LBPA M-V) mit Hauptsitz in Schwerin und Dienststellen in Rostock, Klinken und zeitweise Anklam → einschließlich des Landespolizeiorchesters (LPO) mit zusammen ca. 450 Mitarbeitern verteilt auf zeitweise 3 Bereitschaftspolizeihundertschaften (BPH): 1. BPH in Schwerin, 2. BPH in Rostock und von 1995 bis 2003 die 3. BPH in Anklam deren Polizeibeamte jährlich von Mai bis September zudem zum Bäderdienst in Tourismusgebieten entlang der Vorpommerschen Ostseeküste (Rügen, Usedom, Stettiner Haff) abgeordnet wurden. Landesamt für zentrale Aufgaben und Technik der Polizei, Brand- und Katastrophenschutz (LPBK M-V) in Schwerin → einschließlich des Polizeiärztlichen Dienstes. Das LPBK, als ressortübergreifende Behörde, ist zugleich auch obere Katastrophenschutzbehörde des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Landespolizeischule Mecklenburg-Vorpommern (LPS M-V) in Neustrelitz Institut für polizeiliche Aus- und Fortbildung (IpAF) und der Fachbereich Polizei (FBPol) an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege (FHöVPR) in Güstrow.
Aufgaben