mini|Das Wappen derer von Bredow

Bredow ist der Name eines alten mittelmärkischen Adelsgeschlechts mit gleichnamigem Stammhaus Bredow (heute Ortsteil von Brieselang, Landkreis Havelland, Brandenburg), das im Jahr 1251 mit Arnoldus de Bredow, miles und Gutsherr auf Bredow, urkundlich erstmals genannt ist und mit dem auch die direkte Stammreihe beginnt.Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis, Teil 1, Band XI, G. Reimer, Berlin 1856, S. 4. Arnoldus de Bredow, in: III. Die Markgrafen Johann und Otto vereignen dem Kloster zu Spandow eine durch den Probst desselben Friedrich von Kare erworbene Mühle auf der Panke beim Dorfe Wedding, am 22. Mai 1251.

Geschichte

Vorgeschichte In Kneschkes Neuem allgemeinen Deutschen Adels-Lexicon von 1860–70 heißt es über die legendären Ursprünge der Familie: „Aus den Niederlanden kam dasselbe Geschlecht in früher Zeit in die Marken, nach Einigen zur Zeit des K. Heinrich I., der die Familie zur Bezwingung der Wenden um 929 in die Marken zog, nach Angelus aber erst 1150, wo es sich Bredau, auch Bredow schrieb. Markgraf Albrecht der Bär gab, als er die Wenden um die Elbe vertrieben, das Städtchen Friesack in der Mittelmark der Familie, und dieselbe erbaute sich das Schloss Bredau, Bredow, welches schon 1208 in der Hand derselben sich befand.“Ernst Heinrich Kneschke (Hrsg.): Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon. Band 2, Friedrich Voigt, Leipzig 1860, S. 38.

Frühe Geschichte mini|hochkant|Joachim I. (1441–1507), Bischof von Brandenburg, Holzschnitt im Meßbuch des Bistums Brandenburg um 1480

Im Jahre 1335 wurden die von Bredow mit dem Erwerb des Ländchens Friesack zu einer der einflussreichsten und vornehmsten Adelsfamilien der Mark Brandenburg und dies trotz eines wahrscheinlich nur gewöhnlichen ritterlichen Ursprungs. Die Landesbeschreibung der Mark Brandenburg von 1373 zählte sie zu den Schlossgesessenen.Johannes Schultze (Hrsg.): Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375. Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, Beschreibung der Mark Brandenburg 1373, S. 1–5.

Um die mit dem Umbau der Burg Ziesar entstandenen Aufwendungen finanzieren zu können, veräußerte der Bischof Dietrich IV. an Hans von Bredow zu Friesack im April 1460 für 4.000 Gulden das Land Löwenberg.Jörn Lehmann: An den Adel verkauft. In: Oranienburger Generalanzeiger. 4. Oktober 2007.

Nach einem Vertrag von 1522 verfügten die Bredows im Löwenberger Land über Löwenberg mit der Burg Löwenberg (seit 1460 bis 1788), Hoppenrade mit dem Schloss Hoppenrade, Badingen mit dem Festen Haus, Bergsdorf, Grüneberg, Großmutz, Schrabsdorf, Mildenberg und Zabelsdorf sowie die wüsten Feldmarken Osterne, Lanke, Kerkow und Neuendorf. 1529 kam Liebenberg zum Besitz hinzu. Veräußert wurden 1536 Zabelsdorf und Osterne an Kurfürst Joachim II., ein Jahr später auch Badingen. Schloss Liebenberg wurde 1652 an die klevesche Familie von und zu Hertefeld verkauft. 1788 gingen die verbliebenen Güter im Löwenberger Land, namentlich die Schlösser Löwenberg und Hoppenrade, unter erheblichen Erbstreitigkeiten an die Familie von Arnstedt über, und zwar durch die von Theodor Fontane als die Krautentochter in seinem Buch Fünf Schlösser beschriebene skandalöse Charlotte von Kraut, verehlichte von Arnstedt.

Im Stargarder Land saßen die von Bredow auf Eichenhorst und Prillwitz, im Havelland auf Markau und Schwanebeck. Im Einschreibebuch des Klosters Dobbertin befinden sich fünf Eintragungen von Töchtern der Familien von Bredow aus Eichhorst und Prillwitz aus den Jahren 1749–1794 zur Aufnahme in das dortige adelige Damenstift. Wilhelmine von Bredow aus Eichhorst war als Nr. 720 seit 1848 Konventualin im Kloster Dobbertin, wo sie am 20. August 1864 starb. Ihr Wappenschild mit Ordensstern befindet sich auf der Nonnenempore in der Klosterkirche.

Familienzweige „Im Laufe der Zeit schied sich die Familie in zwei Hauptlinien: Bredow-Friesack und Bredow-Bredow. Die erstere beginnt mit Hasso um 1369 und zweigte sich in mehrere Nebenlinien ab: jetzt besteht dieselbe aus der gräflichen Linie in Preußen und den Häusern Wagenitz und Landin. Die Hauptlinie Bredow-Bredow fing mit Joachim zu Ende des 16. Jahrh. an und aus derselben wendeten sich Glieder nach Böhmen, von welchen die Grafen von Breda entstanden. Diese Linie schied sich in die Häuser Bredow, Senzke mit den Nebenzweigen Hage und in die Häuser Cremmen und Rheinsberg.“

Bredow-Bredow Der Ort Bredow (Ortsteil von Brieselang) wurde 1208 erstmals erwähnt. 1309 verlieh Markgraf Woldemar dem Vogt Matthias von Bredow (zu Rathenow) für 206 Mark Silber das Dorf Bredow, bis auf sechs Hufen die einem Herrn von Broesigke gehörten.Gerd Heinrich (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Band 10: Berlin und Brandenburg. Mit Neumark und Grenzmark Posen-Westpreußen (= Kröners Taschenausgabe. Band 311). 3. Auflage. Kröner, Stuttgart 1995, S. 146, ISBN 3-520-31103-8.

Die GüterGothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1905. 6. Jg., Justus Perthes, Gotha 1904, S. 160–171. (Digitalisat) Bredow, Senzke und Haage (das dortige Herrenhaus wurde 1987 abgerissen) blieben bis 1945 im Besitz der jeweiligen Zweige.

Senzke mini|Herrenhaus Senzke

Senzkes Wurzeln als Lehen der Burg Friesack reichen bis ins Jahr 1250 zurück. 1331 fand Senzke erstmalige Erwähnung. Die Herren von Jerichow waren die ersten Besitzer von Senzke als Bestandteil des Ländchens Friesack. 1335 wurden die Bredows Lehnsherren der Burg und des Ländchens Friesack. 1399 verloren die Bredows das Ländchen jedoch schon wieder. 1427 wurde Hasso II. von Bredow neuer Lehnsherr im Ländchen Friesack. 1587 bekam Lippold von Bredow Senzke zugesprochen.

Ihlow, Buchow-Karpzow, Retzow Zur Hauptlinie Bredow gehörten genealogisch auch die Häuser Markee, Ihlow, Buchow-Karpzow und Retzow mit den dazugehörigen Begüterungen. Mit dem Domdechanten Albert von Bredow-Ihlow (1799–1876) und dem Domherrn Hasso von Bredow-Buchow-Karpzow (1878–1954) kamen bis zuletzt namhafte Vertreter aus diesen Familienlinien.

Grafen von Breda Reichsfreiherrnstand am 18. Februar 1634 in Wien und böhmisches Inkolat im Herrenstand am 17. November 1636 für Johann Rudolf von Breda (auch Johann Ludolf von Bredaw), kaiserlicher Kämmerer und Oberst über 1.000 Kürassiere. Reichsgrafenstand am 4. Mai 1674 in Wien mit böhmischer Grafenstandbestätigung am 29. August 1674 in Wien für dessen Sohn, den kaiserlichen Oberstleutnant Christoph Rudolph Freiherr von Bredaw.

Karl Joachim von Bredau kaufte 1696 die böhmischen Güter Tachlowitz mit Nutschitz und Hostiwitz und 1697 das Gut Roth-Augezd und später noch weitere Güter und vereinigte diese zur Herrschaft Tachlowitz. Seine Erben verkauften die Herrschaft 1732 an Anna Maria Franziska von Sachsen-Lauenburg.

Grafen von Bredau Reichsgrafenstand am 1. Juli 1744, preußische Grafenstandbestätigung am 22. Januar 1746 und Reichsgrafenstandbestätigung am 18. Oktober 1746 für Ernst Wilhelm Freiherr von Bredau (1709–1755), kaiserlicher Wirklicher Reichshofrat, königlich preußischer Staatsminister und Garderobemeister des Königlichen Hauses.

Bredow-Friesack mini|150px|Hans Christoph von Bredow mit Familie (1667)

Hans Christoph von Bredow (* 5. November 1623 in Wagenitz; † 1. Juni 1691 in Spandau)von Bredow Familiengeschichte (PDF; 441 kB); abgerufen am 3. Dezember 2021. war Sohn des Georg von Bredow (1591–1636) und überlebte während des Dreißigjährigen Kriegs eine Racheaktion von marodierenden Sächsisch-Lüneburgischen Truppen im Winter 1635/36, die Wagenitz überfielen und dort 22 Personen töteten, so auch Georg von Bredow samt seiner Wachen. Der überlebende Hans Christoph war mithin Stammvater der gesamten Friesacker Linie. Nach Abbruch der Schule in Brandenburg 1638 wegen Geldmangels wurde er 1639 Page am Hof in Berlin. 1641 wurde er in den Dienst des Sohns von Minister Adam von Schwarzenberg übernommen und war an Missionen nach Regensburg und Wien beteiligt. Hans Christoph kehrte 1642 in das Havelland zurück und übernahm nach dem Tod seines Bruders Georg V. von Bredow als Alleinerbe die Familiengüter. Nach Belehnung 1645 gelang es ihm nicht nur, das zerstörte Wagenitz zu retten, sondern er konnte letztlich nahezu alle anderen Bredow’schen Stammgüter des Ländchens Friesack, die einst dem Urgroßvater Hartwig II. gehörten, aber durch Konkurs verloren gegangen waren, zurückkaufen, ebenso diejenigen, die sein Vater und Großvater hatten verkaufen müssen (Briesen, Brädikow, Liepe, Landin, Kriele, Vietznitz, Görne, Dickte, Kleßen, Lochow, Stechow, Wutzetz, Vorwerk Damm und Teile des Zootzenwaldes). Hinzu kam der von ihm ererbte halbe Anteil an Friesack. Aus seiner Ehe 1645 mit Barbara Dorothea von Görne a. d. H. Plaue († 18. Dezember 1678)Tochter von Christoph von Görne und Anna Dorothea von Bredow a.d.H. Markee erwuchsen vier Söhne, die den Fortbestand des Hauses und, nach Absterben des Löwenberger Hauses, auch den Fortbestand der Friesacker Linie bis heute sicherten:

Unterlinien der Friesacker Linie „Die von Bredow, Friesacksche Linie, besaßen im 19. Jahrhundert noch nachfolgende Güter:“ „die gräfliche Linie: Friesack, Vorwerk Däm, Wutzetz, Antheil Vietznitz, Carolinenhof, Kleessen, Görne, Diete, Antheil Lochow und Liepe.“ „Das Wagnitzsche Haus: Wagnitz, Vietznitz, Briesen, Braedikow, Bernhardinenhof, Mankmus, und Zubehörungen, Grimme in Anhaltschen und Antheil Friesack.“ „Das Landinsche Haus: Landin, Kriele, Stechow, Lochow, Zapel, Lasslich, Rambow und Zubehör.“Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues Preussisches Adels-Lexicon. Band 1. Gebrüder Reichenbach, Leipzig, S. 307. mini|150px|Schloss Wagenitz um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Wagenitz Wagenitz kam 1335 mit dem Ländchen Friesack an die Bredows; sie blieben bis 1945 dort Gutsherren.Joachim Ludwig Freiherr von Bredow (1867–1941), In: Gedbas. Hrsg. Verein für Computergenealogie (CompGen) e. V. Berlin 2025. Das Schloss, eines der prächtigsten des Havellandes, brannte bei Kriegsende 1945 aus ungeklärter Ursache bis auf die Grundmauern ab.

Landin 1353 wird der heutige Ortsteil Landin der Gemeinde Kotzen (Havelland) als Besitz der Familie von Bredow erstmals urkundlich erwähnt. Der Familienzweig Landin konnte das Gut bis zur Bodenreform halten.

Gräfliche Linien Graf Friedrich Ludwig Wilhelm von Bredow (1763–1820), Herr auf Friesack, Kleßen, Liepe, Görne, Dickte und dem Vorwerk Damm, wird in Theodor Fontanes Wanderungen durch die Mark Brandenburg ausführlich gewürdigt.Theodor Fontane: Das Ländchen Friesack und die Bredows – Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Aufbau Verlag, Berlin 2005, S. 221, ISBN 3-7466-5707-5. Er hatte mit seiner Frau siebzehn Kinder, neun Jungen und acht Mädchen, von denen einige schon jung verstarben. Der Werdegang einiger Nachfahren sei hier kurz dargestellt, die anderen nur genannt. Mit dem Tod von Friedrich Ludwig Wilhelm von Bredow verzweigt sich die Friesacker Linie derer von Bredow ein weiteres Mal, wie folgt:

Görner Grafen mini|150px|Herrenhaus Görne