Die Ionenbeweglichkeit (heute meist aber Symbol , da mit das chemische Potential bezeichnet wird) ist in der physikalischen Chemie definiert als die auf die elektrische Feldstärke normierte Wanderungsgeschwindigkeit von Ionen in einem Lösungsmittel bei einer bestimmten Temperatur.
Definition Die Ionenbeweglichkeit ist das Verhältnis aus der Wanderungsgeschwindigkeit von Ionen im elektrischen Feld und der elektrischen Feldstärke:
mit
der ionischen Wanderungsgeschwindigkeit , der elektrischen Feldstärke , .
In jedem Falle muss die Bezugstemperatur mit angegeben werden, da stark temperaturabhängig ist.
Physiker benutzen teilweise noch die Symbole der klassischen Physik:
mit der physikalischen Geschwindigkeit des Ions.
Streng genommen müsste auch die Konzentration angegeben werden. Tabellarisch vorliegende Werte beziehen sich immer auf (Grenz-Ionenbeweglichkeit in Analogie zur Grenz-Äquivalentleitfähigkeit). Mit ihr hängt die spezifische Leitfähigkeit von Elektrolyten zusammen.
Die Wanderungsgeschwindigkeit des Ions ist proportional zur elektrischen Feldstärke , während die Ionenbeweglichkeit eine isotherme Konstante für jede Ionenart in einem Lösemittel ist (daher die Normierung auf ). Ionen mit unterschiedlicher Ionenbeweglichkeit können also in gleichem elektrischem Feld nie gleich schnell wandern.
Das Produkt aus Ionenbeweglichkeit und Faradaykonstante ist die Grenz-Äquivalentleitfähigkeit (Grenzleitfähigkeit). Das Produkt aus Ionenbeweglichkeit und elektrischer Feldstärke ist die Wanderungsgeschwindigkeit des Ions bei Idealverdünnung.
Zahlenwerte ist hier die Wanderungsgeschwindigkeit des Ions berechnet für die Feldstärke 1 V/cm; bei jeder anderen Feldstärke wandert es schneller oder langsamer.
Der Temperaturkoeffizient ist die relative Zunahme von Ionenbeweglichkeit oder Wanderungsgeschwindigkeit oder Äquivalentleitfähigkeit (Grenzleitfähigkeit) je Kelvin Temperaturerhöhung, jeweils bezogen (normiert) auf einen Bezugswert (hier wird der Wert zu 18 °C benutzt: ). Zu dessen Definition siehe Temperaturabhängigkeit der Überführungszahl.
Die Kationen sind sortiert nach steigender Wertigkeit in der Reihenfolge in ihrer Haupt- oder Nebengruppe aufgelistet. Die Anionen sind zunächst nach Wertigkeit, danach nach der Ordnungszahl des Zentralatoms sortiert. Die organischen Anionen werden am Ende der Tabelle nach Wertigkeit sowie nach den Anzahlen der Kohlenstoff- und Wasserstoff-Atome sortiert.