mini|hochkant=1.4|alternativtext=Spielerinnen oben v. l. n. r.: Leonie Fiebich, Sonja Greinacher, Marie Gülich, Luisa Geiselsöder, Romy Bär, Ama Degbeon. unten v. l. n. r.: Emma Eichmeyer, Alina Hartmann, Anna Lappenkuper, Laura Schinkel, Jessika Schiffer, Svenja Brunckhorst|Mannschaftsfoto (2022)
Die deutsche Basketballnationalmannschaft der Damen ist die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes. Sie vertritt Deutschland (1954 bis 1990 Westdeutschland, seither Gesamtdeutschland) bei internationalen Spielen und Meisterschaften.
Größter Erfolg ist der Gewinn der Bronzemedaille bei der Europameisterschaft 1997.
Geschichte Die erste Teilnahme einer deutschen Damenauswahl an einer Europameisterschaft fand 1954 in Belgrad statt. Deutschland unterlag Jugoslawien (14:69), der UdSSR (11:106) und Italien (35:60), gegen Österreich verloren die Deutschen mit 25:33 und bezwangen Dänemark (33:21). Deutschland belegte am Ende den neunten und vorletzten Platz im Teilnehmerfeld. Zwei Jahre darauf belegten die deutschen Damen bei der EM den 15. und erneut vorletzten Platz.
Die folgenden Europameisterschaften fanden ohne deutsche Beteiligung statt. Nach verpasster Qualifikation für die Europameisterschaften 1962 und 1964 nahm die Frauennationalmannschaft an der EM 1966 in Budapest teil. Dort belegte sie jedoch den 12. und letzten Platz, während die Damenauswahl der DDR die Bronzemedaille gewann. Auch zwei Jahre später bei der EM 1968 belegten die deutschen Frauen nur den letzten Platz.
Die nächste EM-Teilnahme war 1974 in Cagliari. Dort erreichte Deutschland in einem Feld von 13 Ländern den zehnten Platz. 1976 reichte es erneut nur für den 13. und letzten Platz, 1978 für den vorletzten. Nach verpasster Qualifikation zur EM 1980 nahm die deutsche Auswahl nach dem EM-Jahresrhythmus-Wechsel 1981 an der EM teil und wurde 10. Die letzte EM-Teilnahme vor der deutschen Wiedervereinigung war 1983, Deutschland kam auf den letzten Platz.
Nach zwölf Jahren Pause aufgrund verpasster Qualifikationen nahm die Damenauswahl 1995 an der Europameisterschaft in Brünn teil und belegte am Ende den neunten und letzten Platz im Feld.
Umso überraschender war die Leistung der deutschen Auswahl 1997 bei der Dameneuropameisterschaft in Ungarn. Sie musste sich erst im Halbfinale Litauen nach einer hauchdünnen 77:78-Niederlage nach Verlängerung geschlagen geben. Das Spiel um den dritten Platz entschieden die Deutschen mit 86:61 gegen den Gastgeber aus Ungarn für sich und gewannen die Bronzemedaille. Die Deutsche Marlies Askamp wurde als wertvollste Spielerin des Turniers ausgezeichnet.
Doch der Erfolg blieb die Ausnahme. Bei der ersten Teilnahme an einer Weltmeisterschaft im Jahr 1998 im eigenen Land belegte die Damenauswahl bei 16 Teilnehmerländern den elften Platz. Bei der Europameisterschaft 1999 in Polen landeten die Deutschen auf dem zwölften und letzten Platz.
Nach zwei verpassten Qualifikationen 2001 und 2003 nahm die deutsche Basketballnationalmannschaft der Damen an der EM 2005 in der Türkei teil. Dort belegte sie jedoch nur den elften und vorletzten Rang. Bei der EM 2007 in Italien überstand man nach Siegen gegen Rumänien und Niederlagen gegen Belgien und Litauen die Vorrunde. Hiernach gelang ein unerwarteter Sieg gegen Titelverteidiger Tschechien. Die deutsche Auswahl musste jedoch nach Niederlagen gegen die Türkei und Lettland als elfte von 16 Mannschaften die Heimreise antreten.
2008 verpasste die deutsche Nationalmannschaft die direkte Qualifikation für die Europameisterschaft und musste in die zusätzliche Ausscheidungsrunde, die die drei besten der in der direkten Qualifikation gescheiterten Nationalmannschaften bestritten. Hier trafen die Deutschen im Bewerb um den letzten freien Platz der Europameisterschaft 2009 im Januar 2009 auf die Nationalmannschaften Bulgariens und der Ukraine. Das erste Spiel in Kiew verlor Deutschland gegen die Ukraine mit 47:73 recht deutlich. Im zweiten Spiel gelang in der Ischelandhalle in Hagen gegen Bulgarien ein 68:60-Erfolg. Da die Ukraine beide Spiele gegen die Bulgarinnen gewann, musste Deutschland beim Spiel in Saarlouis mit einer Korbdifferenz von mindestens 26 Punkten gegen die Ukraine gewinnen, um noch eine Chance auf die Teilnahme an der EM 2009 zu haben. Doch dies gelang nicht: Trotz eines 48:45-Sieges verpasste Deutschland die EM-Teilnahme. Im letzten Spiel verlor man in Bulgarien mit 66:67 und belegte in der zusätzlichen Qualifikationsrunde zur Europameisterschaft hinter der Ukraine und vor Bulgarien einen wertlosen zweiten Platz.
Auch die Qualifikation für die EM 2011 in Polen erwies sich als schwere Aufgabe. In einer Gruppe mit England, Ukraine und der Slowakei verpasste man die direkte EM-Qualifikation und musste den Umweg über die Zusatzrunde 2011 gehen, in der sich die deutsche Mannschaft durchsetzte und somit die EM-Teilnahme sicherte. Nach drei Niederlagen in der Gruppenphase beendete man das Turnier auf dem 13. Platz.
In den folgenden zwölf Jahren verpasste Deutschland den Sprung zu den EM-Endrunden jeweils. Erst 2023 gelang die Qualifikation für die Europameisterschaft, die von Israel und Slowenien ausgerichtet wurde. Unmittelbar im Anschluss an die Qualifikation gab Walt Hopkins sein Amt als Bundestrainer aus persönlichen Gründen ab, am 25. April 2023 wurde die Kanadierin Lisa Thomaidis als neue Bundestrainerin vorgestellt. Unter ihrer Leitung erreichten die Deutschen bei der Europameisterschaft das Viertelfinale, das mit 42:67 gegen Spanien verloren wurde. In den anschließenden Platzierungsspielen sicherte sich Deutschland den sechsten Platz und damit sein zweitbestes Ergebnis bei einem internationalen Turnier einfahren sowie gleichzeitig einen Platz im Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele 2024. Bei diesem Turnier errang Deutschland Siege gegen Serbien und Gastgeber Brasilien, gegen Australien gab es eine Niederlage. Damit qualifizierte sich die DBB-Auswahl zum ersten Mal in der Geschichte des deutschen Damenbasketballs für die Olympischen Spiele.
Am 28. April 2023 vergab die FIBA die Ausrichtung der Weltmeisterschaft 2026 an Deutschland, wodurch die deutsche Mannschaft als Gastgeber automatisch einen Platz in der Gruppenphase des Turniers erhalten wird.
Bei den Olympischen Sommerspielen 2024 erreichten die Deutschen das Viertelfinale, in dem man Gastgeber Frankreich 71:84 unterlag.
Im Juni 2025 erreichten Deutschlands Basketballerinnen als Fünfte die beste Platzierung bei einer Europameisterschaft seit dem Gewinn der Bronzemedaille 1997. Die Partien der Vorrundengruppe der deutschen Mannschaft wurde bei der EM 2025 in der Inselparkhalle in Hamburg ausgetragen.
Im Oktober 2025 einigten sich der DBB und die Cheftrainerin Lisa Thomaidis einvernehmlich auf eine vorzeitige Vertragsauflösung aufgrund der beruflichen Belastung von Thomaidis als Trainerin an der University of Saskatchewan in ihrer Heimat Kanada. Olaf Lange, der das Amt bereits zweimal innehatte, wurde wenige Tage später als neuer Bundestrainer verpflichtet.
Gastgeber Der deutsche Verband hat bereits zwei Weltmeisterschaften als alleiniger sowie eine Europameisterschaft als Co-Gastgeber ausgerichtet:
Basketball-Weltmeisterschaft der Damen 1998 Basketball-Europameisterschaft der Damen 2025 – in Griechenland, Tschechien, Deutschland und Italien Basketball-Weltmeisterschaft der Frauen 2026
Abschneiden bei internationalen Wettbewerben Olympische Sommerspiele 2024 – 7. Platz
Weltmeisterschaften 1998 – 11. Platz 2026 – 4. Platz
Europameisterschaften 1954 – 9. Platz 1956 – 15. Platz 1966 – 12. Platz 1968 – 13. Platz 1974 – 10. Platz 1976 – 13. Platz 1978 – 12. Platz 1981 – 10. Platz 1983 – 12. Platz 1997 – . Platz 1999 – 12. Platz 2005 – 11. Platz 2007 – 11. Platz 2011 – 13. Platz 2023 – 6. Platz 2025 – 5. Platz
Kader Der offizielle Kader für die Basketball-Weltmeisterschaft der Frauen 2026:
Ehemalige Kader
Der Kader für die Europameisterschaft 2025 wurde am 15. Juni 2025 vom Deutschen Basketball Bund bekannt gegeben:
Nr. Name Position Größe Alter Geburtstag Einsätze bis zur EM Verein 3 Alexandra Wilke Guard 1,75 m 26 29.09.1996 22 Rutronik Stars Keltern 7 Jennifer Crowder Point Guard 1,64 m 27 10.04.1996 14 BG 74 Göttingen 11 Marie Gülich Center 1,95 m 29 28.05.1994 19 Valencia Basket 13 Leonie Fiebich Small Forward 1,89 m 23 10.01.2000 13 Casademont Saragossa 14 Sonja Greinacher Forward/Center 1,88 m 30 01.07.1992 66 Team Bundeswehr 15 Luisa Geiselsöder Center 1,92 m 23 10.02.2000 16 La Roche Vendee 16 Alina Hartmann Guard/Forward 1,83 m 27 23.10.1995 20 CD Zamarat 21 Svenja Brunckhorst Point Guard 1,79 m 31 19.10.1991 70 Team Bundeswehr 22 Emily Bessoir Small Forward 1,92 m 21 19.11.2001 4 UCLA Bruins 24 Lina Sontag Forward 1,91 m 19 24.11.2003 6 UCLA Bruins 25 Ama Degbeon Power Forward 1,86 m 27 16.12.1995 45 BKG Prima Akademia 42 Emma Stach Guard 1,75 m 26 04.10.1996 26 GISA Lions MBC Das deutsche Aufgebot der Europameisterschaft 2023. Alle Angaben beziehen sich auf den Zeitpunkt der Bekanntgabe im Juni 2023.
Spielerinnen mit den meisten Länderspielen Spielerinnen mit mehr als 100 Nationalmannschaftseinsätzen: Martina Kehrenberg 226 Marlies Askamp 190 Heike Roth 172 Anne Breitreiner 165 Andrea Harder 161 Dorothea Richter 159 Petra Kremer 158 Maria Kuczmann 150 Christine Ishaque 145 Andrea Hohl 132 Birgit Plescher 130 Petra Gläser 118 Lisa Koop 114 Sophie von Saldern 106 Andrea Gotzmann 101 Ute Krätschmann 101
Bundestrainer AmtszeitName1954 Wolfgang Lange1956 Anton Kartak1961–1964 Lothar Waldowski1965 Werner Wischnitzki1966–1968 Jochen Reiche1969 Wolfgang Heinker1970; 1974–1978 Klaus Greulich1979–1980 Jörg Trapp1981–1985 Tony DiLeo1985–1989 Klaus-Günther Mewes1989–1992 Achim Kuczmann1992–1993 Jan Karger1993 Steven Clauss1993–2001 Bernd Motte2001–2003 Olaf Lange2003–2006 Olaf Stolz2007–2010 Imre Szittya2010 Bastian Wernthaler2011–2012 Andreas Wagner2012–2014 Alexandra Maerz2015–2017 Bastian Wernthaler2017–2018 Hermann Paar2018–2020 Patrick Unger2020–2023 Walt Hopkins2023–2025 Lisa Thomaidisseit Oktober 2025 Olaf Lange Quelle: Deutscher Basketball Bund
Weblinks
Deutsche Basketballnationalmannschaft der Damen auf den Webseiten des DBB FIBA-Profil auf fiba.basketball (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Basketballnationalmannschaft (FIBA Europa) Nationalmannschaft der Damen Basketball Kategorie:Frauensport (Deutschland) Kategorie:Basketballnationalmannschaft (Frauen)