mini|Feldkapelle zur Muttergottes von Altötting bei Emmering Eine Feldkirche (Feldkapelle) ist eine kleine katholische Kapelle an Feldwegen, von niederen kirchlichem Rang für privaten Gottesdienst und zu privater Andacht, Ziel von Prozessionen, Stationen, Wallfahrten von lokaler Bedeutung und Verehrung heiliger Bilder.Hans Koepf, Günther Binding: Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar (Kröners Taschenausgabe. Bd. 194). 4., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X (, abgerufen am 11. August 2024), S. 170: Feldkapelle.

Begriff, Geschichte, Verwendung und Verbreitung Es sind auch die Begriffe Feldkapelle und FlurkapelleUdo Mainzer: Klein, aber beeindruckend: Zur Renaissance der Feld- und Flurkapellen. In: INSITU – Zeitschrift für Architekturgeschichte 2022/1, S. 137–155. gebräuchlich, ebenso teilweise Waldkapelle, Alpkapelle, Paßkapelle und WegekapelleFriedrich Kobler: Feldkapelle. In: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte, Bd. VII, 1979, Sp. 1078–1086. (Abschrift) – stets durch den Zusatz auf die ortsferne Lage hinweisend. Die Bezeichnung Feldkapelle ist seit dem 17. Jahrhundert belegt.

Nach katholischem Kirchenrecht gehört die Errichtung einer Feldkapelle zu den frommen und religiösen Werken und ist daher jedem Gläubigen gestattet. Kirchliche Bestimmungen enthalten Vorschriften über die Errichtung, Beschaffenheit, Unterhaltung und den Gebrauch von Feldkapellen. Die Erbauung einer Feldkapelle ist ein Akt der Devotion (meist eines Einzelnen) oder die Erfüllung eines Gelübdes. Sie hängt häufig mit der Verehrung eines Heiligenbildes zusammen und war nicht selten Vorgänger einer Wallfahrtskirche. In katholischen Gegenden werden Feldkapellen vereinzelt heute noch errichtet. Neuere Beispiele sind die 1999 von Heinz Sielmann gestiftete Franz-von-Assisi-Kapelle nahe von Gut Herbigshagen (bei Duderstadt) und die 2007 fertiggestellte Bruder-Klaus-Feldkapelle in Mechernich-Wachendorf am Nordrand der Eifel, letztere ein Werk von Peter Zumthor und eines der wenigen Beispiele für betont modern gestaltete Feldkapellen.

In protestantisch gewordenen Gebieten ist über Feldkapellen nichts bekannt.

Eine Besonderheit ist der Bau von aufwändigen Feldkapellen in Schlossparks, wo sie im späten 18. und im 19. Jahrhundert als Teile der Landschaftsgärten dienten. Es waren „konfessionslose Stimulantien“, die in Abgelegenheit und Stille die Seele rühren und „heilige Ehrfurcht“ auslösen sollten.

Beschreibung In der Regel sind Feldkirchen und Feldkapellen kleine abgeschlossene Gebäude, die von lokalen Baumeistern oder Maurern über einfachem Grundriss in schlichten Bauformen errichtet wurden. Als Baumaterial diente das ortsüblich Vorhandene: Für Massivbauten Feldstein, Bruchstein, Werkstein, Backstein oder aber Fachwerkbau. Ausgestattet sind sie meist mit einer nicht konsekrierten gemauerten Altarstipes samt aufgesetztem Retabel oder Heiligenbild und einem Gestühl.

Beispiele Zu Unserer Lieben Frau (Aichwald) in Aichwald Feldkapelle (Anhofen) Feldkirche (Beerbach) in Beerbach (Lauf an der Pegnitz) Denkenreuther Feldkapelle Feldkapelle (Ettlishofen) Feldkirche (St. Ulrich und St. Afra) in Füssen, Baumeister Johann Georg Fischer Feldkapelle (Loppenhausen), Schwaben Feldkapelle (Markt Wald), Unterallgäu, Bayern Feldkirche (Neuwied), Mittelrhein St. Maria (Reichenbach), Oberfranken Feldkapelle (Sennhof), Unterallgäu Feldkapelle an der Straße nach Großkissendorf (Silheim) Feldkapelle (Vinn), Nordrhein-Westfalen Immakulata-Kapelle (Troisdorf), Nordrhein-Westfalen Feldkapelle (Volkach), Unterfranken Feldkapelle (Wiesbaden), Wiesbaden-Sonnenberg Bruder-Klaus-Feldkapelle, Wachendorf, Architekt Peter Zumthor Feldkapelle an der B300 (Winterrieden) Feldkapelle an der Babenhauser Straße (Winterrieden) In der Regel leiten sich die Ortsnamen Feldkirch und Feldkirchen aus der Existenz einer derartigen Feldkirche ab.

Feldkirchen und -kapellen als Überbleibsel von wüstgefallenen Orten Feldkirche Woltersdorf in Woltersdorf (Wendland) Feldberger Kapelle, Banteln

Siehe auch Bildstock Heiligenhäuschen Kapelle (Kirchenbau)

Literatur Friedrich Kobler: Feldkapelle. In: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte, Bd. VII, 1979, Sp. 1078–1086. (Abschrift) Udo Mainzer: Klein, aber beeindruckend: Zur Renaissance der Feld- und Flurkapellen. In: INSITU – Zeitschrift für Architekturgeschichte 2022/1, S. 137–155.

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Einzelnachweise

Kategorie:Kirchenbautyp