mini|Logo der Indiana-Jones-Filmreihe Der Archäologe und Forscher Indiana „Indy“ Jones (eigentlich Dr. Henry Walton Jones Jr.) ist die fiktive Hauptfigur aus der gleichnamigen Abenteuerfilmreihe. Die ersten drei Filme entstanden in den 1980er Jahren. In den 1990er Jahren produzierte George Lucas eine kanonische Fernsehserie. Der vierte Teil wurde 2008 veröffentlicht, im Juni 2023 erschien unter der Regie von James Mangold ein fünfter Film. Die ersten vier Filme entstanden unter der Leitung des Regisseurs Steven Spielberg sowie der Beteiligung George Lucas’ an den Drehbüchern, in allen Spielfilmen spielt Harrison Ford die Hauptrolle. Wegen des großen Erfolgs der Filme beschäftigen sich zahlreiche Romane, Comics, Handy- und Computerspiele mit der Figur des Indiana Jones.

Kinofilme Bisher wurden fünf Kinofilme um Indiana Jones gedreht: 1981: Jäger des verlorenen Schatzes (Raiders of the Lost Ark) 1984: Indiana Jones und der Tempel des Todes (Indiana Jones and the Temple of Doom) 1989: Indiana Jones und der letzte Kreuzzug (Indiana Jones and the Last Crusade) 2008: Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels (Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull) 2023: Indiana Jones und das Rad des Schicksals (Indiana Jones and the Dial of Destiny)

Die ersten drei Spielfilme waren bei ihrer Veröffentlichung große Erfolge und gelten bis heute als Kultfilme. Der vierte Film entstand fast 20 Jahre nach dem dritten, im Zuge eines Trends in der Filmbranche zu späten Fortsetzungen früherer erfolgreicher Filmzyklen.

Eine weitere Fortsetzung der Indiana-Jones-Reihe schien längere Zeit unwahrscheinlich, obwohl nach dem vierten Film immer wieder derartige Gerüchte entstanden. 2012 zog sich George Lucas aus dem Filmgeschäft zurück und verkaufte seine Firma Lucasfilm an das Medienunternehmen The Walt Disney Company. Im März 2016 kündigte Disney einen fünften Teil der Reihe, erneut mit Harrison Ford in der Rolle des Indiana Jones, an. Der Film sollte Juli 2019 in die Kinos kommen und mit Steven Spielberg als Regisseur produziert werden. Als Drehbuchautor wurde zunächst David Koepp engagiert, der auch am vierten Film mitgewirkt hatte. Lucas blieb als ausführender Produzent involviert.

Nachdem der Kinostart etwa ein Jahr nach seiner Ankündigung auf Juli 2020 verschoben wurde, erwähnte Spielberg im März 2018, dass die Dreharbeiten zum fünften Teil im April 2019 in Großbritannien beginnen sollten. Wenig später wurde bekannt, dass Jon Kasdan Koepp als Drehbuchautor ersetzte und der verspätete Kinostart erneut nicht eingehalten werden könne, sodass der Film kurz darauf auf Juli 2021 verschoben wurde. Im Mai 2019 folgte Dan Fogelman als neuer Drehbuchautor Kasdan, da dieser nicht mehr an dem Projekt arbeitete. Wenige Monate später erwähnte Koepp, erneut am Drehbuch zu schreiben. Im Februar 2020 deutete Ford an, dass die Dreharbeiten in Kürze beginnen würden. Spielberg übernahm den Posten des Produzenten, um mit James Mangold erstmals jemand anderem die Regie eines Films der Reihe zu überlassen. Während der Coronavirus-Pandemie 2020/21 verschob Disney den Kinostart auf Juli 2022. Koepp, der für Spielberg mehrere Drehbuchversionen angefertigt hatte, beendete ebenfalls seine Arbeit, um Mangold die Gelegenheit zu geben, seine eigenen Ideen für den Film einzubringen. Veröffentlichung(Deutschland) Titel Regie Drehbuch Geschichte Produktion Jäger des verlorenen Schatzes Steven Spielberg Lawrence Kasdan George Lucas, Philip Kaufman Frank Marshall Indiana Jones und der Tempel des Todes Willard Huyck, Gloria Katz George Lucas Robert Watts Indiana Jones und der letzte Kreuzzug Jeffrey Boam George Lucas, Menno Meyjes Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels David Koepp George Lucas, Jeff Nathanson Frank Marshall Indiana Jones und das Rad des Schicksals James Mangold Jez Butterworth, John-Henry Butterworth, David Koepp, James Mangold Simon Emanuel, Kathleen Kennedy, Frank Marshall

Die Figur Indiana Jones mini|Harrison Ford am Set des vierten Kinofilms (2007) mini|Fedora und Peitsche

In den Filmen und sonstigen unter der Marke Indiana Jones vertriebenen Produkten wird die Biographie dieser fiktiven Figur erzählt. Demnach wurde Indiana Jones, in der Kurzform auch Indy oder Jones, unter dem bürgerlichen Namen Henry Walton Jones, jr. am 1. Juli 1899 in Princeton, New Jersey geboren. Der im Juni 1922 an der Universität von Chicago promovierte Archäologe arbeitet nicht nur als ruhiger Wissenschaftler an einer Universität und als Professor an einem College, sondern reist auch als Abenteurer um die Welt. Er beschäftigt sich mit religiösen und okkulten Phänomenen, sucht nach legendären Reliquien und versucht insbesondere Kulturgüter der Allgemeinheit zu erhalten. Im ersten Film sucht er die Bundeslade, im zweiten Abenteuer kommt er in einen Tempel der Göttin Kali und sucht die Shankara-Steine, im dritten Teil findet er den Heiligen Gral, im vierten Film geht es um einen Kristallschädel der Inka und im fünften um den Mechanismus von Antikythera. Darüber hinaus hat er in seiner Jugend sehr viele Abenteuer erlebt, bei denen er Persönlichkeiten der Zeitgeschichte traf und an wichtigen Ereignissen teilgenommen hat. Er wurde mindestens 93 Jahre alt.

Da die ersten drei Kino-Abenteuer in den 1930er Jahren angesiedelt sind, treten die Nationalsozialisten, die sich selbst oft an antiken Vorbildern orientierten, im ersten und im dritten Film als Gegenspieler auf. In drei Kino-Filmen wird der Abenteurer von einer Frau begleitet, beim „letzten Kreuzzug“ ist auch sein Vater Professor Dr. Henry Jones sr. an seiner Seite. Beim vierten Kino-Abenteuer, das fast 20 Jahre später spielt, tritt erstmals sein Sohn Mutt Williams auf. Typische Merkmale von Indiana Jones sind der Fedora und seine Peitsche. Jones hat eine Schlangen-Phobie, die im dritten Kinofilm damit erklärt wird, dass Indiana als Jugendlicher auf der Flucht vor Verfolgern in einen Zirkus-Waggon voller Schlangen gefallen ist.

Hintergrund Es existieren mögliche reale Vorbilder für Indiana Jones, darunter der US-amerikanische Archäologe Hiram Bingham, der 1911 die Ruinenstadt Machu Picchu freilegte und erforschte. In Frage kommt auch der britische Offizier und Dschungel-Forscher Percy Fawcett, der nach der „versunkenen Stadt Z“ suchte. Ein konkretes Vorbild wurde von Lucas und Spielberg allerdings nie genannt. Zunächst sollte Indiana Jones „Indiana Smith“ heißen; Steven Spielberg setzte jedoch eine Änderung durch. Den Namen „Indiana“ trug ursprünglich der Hund von George Lucas, ein Alaska-Malamute (auf den die Star-Wars-Figur Chewbacca zurückgeht). Auf diesen Umstand wird im dritten Kinofilm angespielt, wenn der Zuschauer erfährt, dass sich Indiana Jones selbst nach dem Hund seiner Familie benannte. Lucas hatte mit Harrison Ford bereits bei American Graffiti und Star Wars zusammengearbeitet.

Neben realen Vorbildern sind viele Details der Figuren und Handlungen aus Abenteuerfilmen der 1940er bis 1960er Jahren entlehnt.

Darsteller Darsteller von Indiana Jones in den Kinofilmen ist Harrison Ford; lediglich in anderen Altersstufen wird Indiana Jones durch andere Schauspieler verkörpert. Im dritten Kinofilm, Indiana Jones und der letzte Kreuzzug, spielt River Phoenix den 13-jährigen Indiana Jones im Jahr 1912. In der Fernsehserie Die Abenteuer des jungen Indiana Jones verkörpert Corey Carrier Indiana Jones im Alter von acht bis elf Jahren, Sean Patrick Flanery im Alter von 16 bis 21 Jahren und zu Beginn und Ende einer jeden Folge (mit Ausnahme zweier Folgen, in denen Harrison Ford für diesen Teil wieder in die Rolle des nun 51-jährigen Indy schlüpft) George Hall im Alter von 93 bis 94 Jahren.

Ursprünglich war Tom Selleck für die Rolle des Indiana Jones in den Kinofilmen vorgesehen. Er absolvierte einige Testaufnahmen, die als Bonusmaterial in der DVD-Kollektion der ursprünglichen Kinotrilogie enthalten sind. Selleck konnte die Rolle nicht annehmen, weil er mit den Dreharbeiten zur Serie Magnum ausgelastet war. Selleck trat in der Magnum-Episode 159 (Legend of the lost art, dt. Titel: Eine Legende lebt) mit Peitsche und Schlapphut auf und suchte verlorene archäologische Gegenstände.

Sean Connery spielte im dritten Kinofilm (Indiana Jones und der letzte Kreuzzug) Indiana Jones’ Vater Professor Dr. Henry Jones sr. im Jahr 1938. In einer Szene, die im Jahr 1912 spielt, wird er von Alex Hyde-White dargestellt, ist aber nur von hinten zu sehen. In der in den 1990ern produzierten Fernsehserie spielte Lloyd Owen den Dr. Henry Jones sr. im Jahr 1909.

Besetzung und Synchronisation Figur Film Synchronsprecher Jäger des verlorenen Schatzes (1981) Indiana Jones und der Tempel des Todes (1984) Indiana Jones und der letzte Kreuzzug (1989) Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels (2008) Indiana Jones und das Rad des Schicksals (2023) Prof. Henry „Indiana“ Jones, Jr. Harrison Ford Harrison FordRiver Phoenix Harrison Ford Wolfgang PampelSimon JägerIn Indiana Jones und der letzte Kreuzzug als junger Indy Sallah John Rhys-Davies   John Rhys-Davies   John Rhys-Davies Michael ChevalierHelmut KraussIn Indiana Jones und der letzte KreuzzugUli KrohmIn der 2009 entstandenen 2. Synchronfassung von Jäger des verlorenen SchatzesReinhard ScheunemannIn Indiana Jones und das Rad des Schicksals Dr. Marcus Brody Denholm Elliott   Denholm Elliott   Mogens von GadowEric Vaessen Marion Ravenwood Karen Allen   Karen Allen Christina HoeltelCathlen GawlichEva KryllIn Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels Dr. René Belloq Paul Freeman   Hermann EbelingPatrice Luc Doumeyrou Major Arnold Toht Ronald Lacey   Wolfgang SpierGerald Schaale Gobler Anthony Higgins   Arne ElsholtzPatric Tavanti Oberst Hermann Dietrich Wolf Kahler   Christian RodeOliver Stritzel Captain Katanga George Harris   Hartmut ReckMichael Iwannek Satipo Alfred Molina   Melvin QuinonesSebastian Christoph Jacob Premierminister Chattar Lal   Roshan Seth   Jürgen Thormann Earl Weber   Dan Aykroyd   Joachim Pukaß Mola Ram   Amrish Puri   Edgar Ott Captain Philip Blumburtt   Philip Stone   Friedrich W. Bauschulte Short Round   Ke Huy Quan   Markus Mensing Wilhelmina „Willie“ Scott   Kate Capshaw   Uta Hallant Dr. Elsa Schneider   Alison Doody   Katja Nottke Oberst Ernst Vogel   Michael Byrne   Peter Neusser Gralsritter   Robert Eddison   Helmut Heyne Prof. Henry Jones, Sr.   Sean ConneryAlex Hyde-White   Gert Günther Hoffmann Kazim   Kevork Malikyan   Arne Elsholtz Walter Donovan   Julian Glover   Christian Rode Dekan Charles Stanforth   Jim Broadbent   Frank-Otto Schenk George „Mac“ McHale   Ray Winstone   Roland Hemmo Prof. Harold „Ox“ Oxley   John Hurt   Jürgen Thormann Mutt Williams/Henry Jones III.   Shia LaBeouf   David Turba Oberst Dr. Irina Spalko   Cate Blanchett   Arianne Borbach General Bob Ross   Alan Dale   Bodo Wolf Basil Shaw   Toby Jones Lutz Schnell Helena Shaw   Phoebe Waller-Bridge Kathrin Gaube Dr. Jürgen Voller / Professor Schmidt   Mads Mikkelsen Axel Malzacher Klaber   Boyd Holbrook Björn Schalla Mason   Shaunette Renée Wilson Alice Bauer Renaldo   Antonio Banderas Bernd Vollbrecht Teddy Kumar   Ethann Isidore Thoralf Theusner Oberst Weber   Thomas Kretschmann

Filmmusik Die Filmmusik schrieb der US-amerikanische Komponist John Williams, der für jeden Score der Indiana-Jones-Filme verantwortlich ist. Er komponierte den „Raiders March“, der auch außerhalb der Fangemeinde populär wurde. Für jeden einzelnen Teil komponierte Williams Leitmotive:

Teil 1 Auf diesem Soundtrack erschien erstmals die bekannte Titelmelodie. Außerdem wurden ein Thema für die Figur Marion und ein Thema für die Bundeslade geschrieben. Kampfszenen wurden auch ausschweifend untermalt. Ein Charaktermerkmal ist die ständige Einbindung der bekannten Fanfare.

Teil 2