mini|St. Sebald und Burg Die kultur- und kunsthistorische Bedeutung Nürnbergs entdeckten Ludwig Tieck und Wilhelm Heinrich Wackenroder zu Ende des 18. Jahrhunderts wieder (siehe Frühromantik). Die im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstörte Altstadt wurde in den Jahrzehnten nach 1945 in der historischen Gestalt teilweise wiederhergestellt. In der Liste der Baudenkmäler in Nürnberg sind alle Baudenkmäler der Stadt einzeln aufgeführt.

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Museen

Germanisches Nationalmuseum Das Germanische Nationalmuseum (GNM) erstreckt sich an der südlichen Stadtmauer über mehrere Gebäudekomplexe und zeigt exemplarisch Gegenstände zur deutschen Kunst und Kultur von der Vorgeschichte bis zur jüngsten Gegenwart. Es finden ständig wechselnde Sonderausstellungen statt.

Sonstige Museen Museum Industriekultur Neues Museum (Staatliches Museum für Kunst und Design) mit Skulpturengarten Museum Tucherschloss mit dem dort wieder errichteten Hirsvogelsaal Spielzeugmuseum Nürnberg Stadtmuseum Fembohaus (beinhaltet u. a. das große Friedensmahl (1650) von Joachim von Sandrart) Verkehrsmuseum (DB-Museum und Museum für Kommunikation)

Kirchen und Klöster mini|Frauenkirche am Hauptmarkt mini|hochkant|Reformations-Gedächtnis-Kirche Innerhalb der Stadtmauern: St. Lorenz ist ein prachtvoller Kirchenbau der Gotik und bildet städtebaulich das Pendant zu St. Sebald. Der im Zweiten Weltkrieg stark beschädigte Bau wurde in den alten Formen wieder aufgebaut. Die Kirche beinhaltet eine überaus reiche mittelalterliche Ausstattung, die zum großen Teil aus säkularisierten Klöstern zusammengetragen wurde. St. Sebald: Langhaus, Turmuntergeschosse und Westchor gehören der spätesten Romanik an, der mächtige Ostchor entstammt der Parlerzeit. Das Bauwerk wurde zunächst historistisch erneuert, dann im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, danach wieder aufgebaut und seitdem mehrfach restauriert. Auch hier gibt es viele bedeutende Kunstschätze zu sehen. Die Frauenkirche ließ Kaiser Karl IV. am Hauptmarkt errichten, wo sich zuvor die unter seiner Billigung abgerissene Synagoge befunden hatte. Das Bauwerk wurde über 3×3 Jochen als Hallenkirche mit Chor und reich skulptierter Vorhalle ungefähr zeitgleich mit dem Ostchor von St. Sebald errichtet. An seiner Westfassade befindet sich das berühmte Männleinlaufen. St. Egidien steht unterhalb der Burg und ist ein barocker Bau, der jedoch im Zweiten Weltkrieg stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Vom ehemaligen Schottenkloster blieb eine zweischiffige Krypta aus romanischer Zeit erhalten. St. Elisabeth von Wilhelm Ferdinand Lipper ist ein klassizistisches Bauwerk mit Kuppel, dessen Säulen mit Stuckmarmor ummantelt sind. Das Heilig-Geist-Spital war eine wohltätige Stiftung des Konrad Groß, des reichsten Nürnbergers der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. In der Heilig-Geist-Kirche, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde, wurden seit Kaiser Sigismund die Reichskleinodien aufbewahrt. St. Jakob, eine in der Grundsubstanz mittelalterliche Kirche westlich des Weißen Turms. Obwohl die Kirche während der gesamten reichsstädtischen Zeit dem Deutschorden gehörte, war sie seit 1531 evangelisch. Kartäuserkloster, ehemaliges Kloster, seit 1857 Teil des Germanischen Nationalmuseums St. Katharinen (profaniert), aus gotischer Zeit. St. Klara steht direkt an der Stadtmauer (ungefähr auf Höhe des Bahnhofs) und zeigt bei den Schmuckformen des 13. Jahrhunderts enge Verwandtschaft mit St. Sebald, heute als Meditationskirche Offene Kirche St. Klara St. Martha in der Königstraße gegenüber der Klarakirche, prächtige gotische Glasmalereien. Moritzkapelle, stand neben der Sebalduskirche, wurde im Krieg zerstört. Außerhalb der Stadtmauern: St. Johannis-Kirche aus dem 13. Jahrhundert; auf dem Friedhof befinden sich die Gräber von Albrecht Dürer, Willibald Pirckheimer, Veit Stoß und anderen berühmten Nürnbergern Rochus-Kapelle Reformations-Gedächtnis-Kirche nahe dem Stadtpark

Profane Baudenkmäler mini|hochkant|Burgkapelle Kaiserburg Die nach 1945 wiederaufgebaute eigentliche Burg, die Nürnberger Burg, beherbergt heute u. a. eine Zweigstelle des Germanischen Nationalmuseums (Waffenabteilung, Geschichte der Burg) und ist das Wahrzeichen der Stadt. Zum Komplex der Burg, einer der wichtigsten Wehranlagen in Europa, zählen die eigentliche Kaiserburg mit der romanischen Doppelkapelle, mit dem Sinwellturm und mit z. T. spätmittelalterlichen Sälen, die östlich vorgelagerte Burggrafenburg und die nordöstlich platzierte Kaiserstallung von Hans Beheim dem Älteren mit dem Fünfeckigen Turm und dem Luginsland.

Rathaus Das Rathaus liegt gleich östlich des Chores von St. Sebald. Von Westen gibt sich das Rathaus noch immer als imposanter Barockbau des Architekten Jakob Wolff des Jüngeren zu erkennen, auch wenn es zu großen Teilen nach 1945 wieder neu aufgebaut werden musste (dabei wurde es an der Nordseite um zwei Fensterachsen verkürzt). An der Südseite ist ein im Kern gotischer Saalbau integriert. Die Lochgefängnisse gelten als Touristenattraktion.

Der Hauptmarkt ist als städtisches Ensemble hervorzuheben, zugehörig sind die Frauenkirche und der Schöne Brunnen (Rekonstruktion des frühen 20. Jahrhunderts; die originalen Teile sind zum Teil im Germanischen Nationalmuseum aufgestellt).

Stadtbefestigung mini|Fronfeste und Kettensteg

Die äußere Mauer ist, wenn auch zum Teil stark restauriert bzw. wiederaufgebaut, im Verlauf fast komplett erhalten; von der Inneren Stadtmauer, die wohl in der Mitte des 13. Jahrhunderts begonnen wurde, sind der Weiße Turm im Westen, der Laufer Schlagturm und der Schuldturm auf der Insel Schütt als markante Punkte zu nennen. Rauminformationen zum historischen Nürnberg

Am westlichen Stadtausgang überspannt die so genannte Fronveste von 1489/94 imposant die Pegnitz; der Schlayerturm mit achtseitigem Helm schließt sich nördlich an.

Hinter, auf und vor der Mauer und in dem stellenweise erhaltenen Stadtgraben gibt es zumeist öffentlich zugängliche Spazierwege. In den mächtigen Burgbasteien westlich und nördlich der Burg wurde der Burggarten angelegt, der in der warmen Jahreszeit allgemein zugänglich ist.

Brücken mini|Fleischbrücke Mehrere historische Brücken überspannen innerhalb der Stadtmauer die – durch Inseln mehrfach zweiarmige – Pegnitz.

Die Südliche Karlsbrücke (benannt nach Kaiser Karl VI.) aus dem Jahre 1728. Zwei barocke Obelisken zeigen in Gegenüberstellung Kriegsadler und Friedenstaube. Die Nördliche Karlsbrücke (nach einer Nürnberger Patrizierfamilie auch Derrerbrücke genannt) wurde bereits 1486 erbaut und ist im Kern noch im alten Zustand erhalten. Die Museumsbrücke am Beginn der Königstraße, benannt nach dem anliegenden Haus der Gesellschaft „Museum“. Bis 1484 stand hier eine Holzbrücke, nach dem dort bis ins 16. Jahrhundert am Nordufer bestehenden Franziskaner- oder Barfüßerkloster auch Barfüßerbrücke genannt. 1700 entstand an deren Stelle ein steinerner Neubau. Sie wurde 1954 in verbreiterter Form und in Anlehnung an die vorangegangene Gestalt neu errichtet. Von der alten sind nur die beiden barocken Aufbauten der Kaisermonumente für Leopold I. und Joseph I. erhalten. Die Fleischbrücke überspannt die Pegnitz in einem einzigen Bogen. Sie wurde 1596–1598 nach dem Muster der Ponte Rialto in VenedigLore Sporhan-Krempel unter Mitarbeit von Wolfgang von Stromer: Wolf Jacob Stromer 1561–1614, Ratsbaumeister zu Nürnberg, Amt – Leben – Werk. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg. Band 51, 1962, S. 281 (periodika.digitale-sammlungen.de). von Meister Peter Karl konstruiert und unter Leitung des Ratsbaumeisters Wolf Jacob Stromer errichtet. Ein Modell der Rialtobrücke befindet sich in Schloss Grünsberg.Seit dem 9. Februar 1599 liegt auf dem an der Fleischbrücke stehenden Portal, das einst zum Fleischhaus führte, ein steinerner Ochse. Seine lateinische Inschrift lautet „Omnia habent ortus suaque in crementa sed ecce quem cernis nunquam bos fuit hic Vitulus.“ (übersetzt „Alle Dinge haben einen Anfang und ein Wachstum, aber siehe: Niemals ist der Ochse, den du hier siehst, ein Kalb gewesen.“). Der Ochse samt Inschrift war durch die Jahrhunderte Anlass zu mancher Spöttelei und Spitzfindigkeit und „Das hätte mir der Ochse auf der Fleischbrücke auch sagen können“ ist in Nürnberg heute noch oft eine Erwiderung auf eine sinnlose Antwort. Die Maxbrücke, 1457 errichtet und 1852/53 völlig erneuert. Der Kettensteg am Altstadtausfluss der Pegnitz. 1824 vom Mechaniker Conrad Georg Kuppler konstruiert, war er die erste freischwebende Hängebrücke Deutschlands. Der Name kommt von mehreren drei Meter langen Gliedern, an denen die Brücke aufgehängt ist und die an sechs Pylonen sowie massiven Widerlagern an beiden Uferseiten verankert sind. Da die Konstruktion nicht als stabil genug betrachtet wurde, fügte man 1930 seitliche Eisenträger hinzu und stützte sie mit Holzpfeilern ab.

Theater Das Opernhaus ist ein imposanter Bau der Gründerzeit; es liegt beim Bahnhof, gleich außerhalb der Stadtmauer (heute Staatstheater Nürnberg, Schauspielhaus und Kammerspiele).

Sonstige Profanbauten Das Nassauer Haus ist der einzige erhaltene Wohnturm des Mittelalters in Nürnberg, direkt gegenüber der Lorenzkirche. Mit seinen Eckerkern strahlte es architektonisch noch weit in die Nürnberger Renaissancezeit aus. Das Fembohaus ist das einzige erhaltene Bürgerhaus der Renaissancezeit in Nürnberg. Im Inneren haben sich mehrere Prunkräume erhalten, auch eine prächtige Wandverkleidung aus dem im Zweiten Weltkrieg zerstörten Pellerhaus fand hier eine neue Bleibe. Das Fembohaus beinhaltet heute das Nürnberger Stadtmuseum. mini|hochkant|Das Unschlitthaus, errichtet 1490/91 von Hans Beheim dem Älteren Das ehemalige Unschlitthaus wurde 1490/91 aus Sandsteinquadern von Hans Beheim dem Älteren errichtet; mit der Westseite steht es direkt an der Pegnitz. Ein Treppengiebel zeichnet die Südseite aus. Felsengänge im Untergrund des Burgbergs

Parks und parkartige Anlagen Burggarten auf den ehemaligen Bastionen, nördlich und westlich der Burg gelegen. Teile der ehemaligen Stadtbefestigung sind parkartig gestaltet. Hallerwiese, westlich der Hallertors an der Pegnitz bis zur Kleinweidenmühle. Rosenaupark Hesperidengärten, in der Vorstadt St. Johannis (Johannisstraße, Südseite) Der Johannisfriedhof in St. Johannis (Kreuzung Brückenstraße/Kirchenweg) wurde als Pestfriedhof außerhalb der Stadtmauern angelegt. Unzählige historische Grabmäler teils berühmter Nürnberger haben sich hier erhalten. Insel Schütt (zum Teil über einer Tiefgarage) Rochusfriedhof, in der Vorstadt Gostenhof Wöhrder Friedhof, in der Vorstadt Wöhrd

Nördlich der Altstadt: Der Stadtpark an der Bayreuther Straße ist 1882 entstanden; anlässlich der 1. Bayerischen Landes- und Gewerbeausstellung gestaltete man den dort bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts bestehenden englischen Garten (Maxfeld) um. Um den Park zu erweitern, wurde 1904/05 der „Deumentenhof“ am nördlichen Ende abgerissen. 1950–1955 wurden Kriegsbeschädigungen behoben. Ein weitläufiges flaches Brunnenelement wurde wohl um 2000 angelegt. Der weitläufige Volkspark Marienberg liegt südlich des Flughafens.

Östlich der Altstadt: Cramer-Klett-Park Wöhrder Wiese Rechenberg mit Volkssternwarte Platnersberg

Adelssitze, Bürgerhäuser und sonstige Wohnanlagen mini|hochkant|Wohnhaus Theresienstr. 7, Innenhof mit Galerien mit Maßwerkbrüstungen und offener Wendeltreppe

Das Nassauer Haus ist eines der prominentesten Häuser. Dieser ehemalige Ministerialenwohnsitz liegt gleich nordwestlich der Kirche St. Lorenz und ist ein im Kern hochmittelalterlicher Wohnturm (im unteren Bereich wohl um 1200, jedoch sind bei den Öffnungen neuzeitliche Veränderungen festzustellen). Er war 1945 völlig ausgebrannt; der Wiederaufbau in historischer Gestalt wurde bis 1967 bewerkstelligt. Das Wohnhaus Theresienstraße 7 wurde 1509/12 wohl von Hans Beheim dem Älteren erbaut; nach den Kriegsbeschädigungen wurden Teile des Innenhofs wieder aufgebaut.