March ist eine Gemeinde im Südwesten Baden-Württembergs. Sie liegt innerhalb der südlichen Oberrheinebene in der Region Breisgau, etwa acht Kilometer nordwestlich von Freiburg im Breisgau am Nimberg.

Geographie Lage Das Gebiet der Gemeinde March liegt in der sogenannten Mooswaldzone, also zwischen Kaiserstuhl und Tuniberg einerseits und Schwarzwälder Vorbergzone andererseits. Die Mooswaldzone wiederum liegt innerhalb der Freiburger Bucht. Quer durch das Gemeindegebiet zieht sich der Nimberg (meist „Marchhügel“ genannt), ein welliger, knapp 7 km langgestreckter, lößbedeckter Hügelrücken mit 25 bis 65 m Höhenunterschied. Sein höchster Punkt mit liegt auf Gemarkung Nimburg-Bottingen. Geologisch-tektonisch ist der Nimberg eine aus verschiedenen Teilen bestehende, von verdeckten Verwerfungen bzw. Erosionsrändern begrenzte, isolierte Vorbergscholle von Tertiär und Mesozoikum. Charakteristisch ist die vielgewannige, schmalstreifig parzellierte und intensiv genutzte Ackerbaulandschaft mit Streuobstbeständen und sogar Weinbau – übrigens auch auf Marcher Gebiet.

Der höchst- und tiefstgelegene Punkt des Gemeindegebiets liegt jeweils auf Gemarkung Neuershausen: Der höchste Punkt ist mit im Gewann „Alter Kolben“ auf dem Nimberg direkt an der Gemarkungsgrenze zu Nimburg (ca. 80 m südlich der auf der Bergkuppe verlaufenden 220-KV-Hochspannungsleitungen); der niedrigste Punkt der Gemeinde ist mit , ebenfalls an der Grenze zu Nimburg, das Flussbett der Dreisam im Gewann „Töbismatt“.

Westlich der Siedlungsfläche von Hugstetten, Buchheim und Neuershausen fließt die Dreisam (Landesgewässer 1. Ordnung), die Mitte des 19. Jahrhunderts (1837–1841) nach den Plänen von Johann Gottfried Tulla in Hochwasserdämmen eingefasst und kanalisiert wurde. Südlich von Hugstetten verläuft die Eisenbahnlinie Freiburg-Breisach mit Bahnhof Hugstetten, der 1871 eröffnet wurde, östlich Holzhausens die Bundesautobahn 5 Frankfurt am Main – Basel (1960–1962 erbaut) mit der Anschlussstelle Freiburg-Nord, an der die 173 km lange B 294 (Bretten – Freiburg im Breisgau) endet.

Gemeindegliederung Die Gemeinde March besteht aus den Ortsteilen Buchheim, Holzhausen, Hugstetten und Neuershausen, zu denen jeweils nur die gleichnamigen Dörfer gehören. Die vier Ortsteile bilden zugleich Wohnbezirke und Ortschaften mit jeweils eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender. Im Ortsteil Holzhausen liegt die abgegangene Ortschaft Buchsweiler (nördlich von Holzhausen, Gewann Oberer Kapellenacker) und im Ortsteil Hugstetten liegt die abgegangene Ortschaft Hagenbuch (westlich von Hugstetten, Gewann Steinacker/Hagenbuch). Die Bevölkerung verteilt sich wie folgt auf die Ortsteile: Ortsteil 2014 2015 Buchheim 2553 2571 Holzhausen 2206 2204 Hugstetten 2907 2981 Neuershausen 1269 1268 Gesamt 8935 9024Mitteilungsblatt der Gemeinde, Freitag, 12. Februar 2016, Nummer 06, S. 3.

Nachbargemeinden mini|Umgebungskarte von March mit Ortsteilen

Stadt Freiburg i.Br. mit den Stadtteilen Hochdorf und seinen Ortsteilen Benzhausen und Gewerbegebiet Markwald sowie Lehen (Stadtkreis Freiburg) und Landwasser Umkirch Gottenheim Bötzingen am Kaiserstuhl Eichstetten am Kaiserstuhl Teningen mit den Ortsteilen Nimburg und Bottingen (Landkreis Emmendingen) Vörstetten mit dem Weiler Schupfholz (Landkreis Emmendingen)

Wie March gehören Umkirch, Gottenheim, Bötzingen und Eichstetten dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald an.

Klima Der rheinnahe Breisgau zählt zu den sonnigsten und wärmsten Gebieten Deutschlands – mit durchschnittlich 5,1 Stunden Sonnenschein täglich. Auf dem „Hölgacker“ (230 m hoher Punkt des Marchhügels bei Holzhausen) befindet sich beim Wasserhochbehälter seit dem Jahr 2001 eine automatische Wetterstation der MeteoGroup Schweiz (früher Meteomedia AG), deren Messwerte im Internet abrufbar sind, sowie ein von weitem sichtbarer, ca. 20 m hoher unbeleuchteter Fernmeldeturm.

March liegt in einer Zone mit warm- und feucht-gemäßigtem Klima mit vergleichsweise milden Wintern und warmen bis heißen Sommern, die teilweise sogar Durchschnittstemperaturen von über 20 °C in den Monaten Juli und August aufweisen können. Aufgrund der vorherrschenden Süd-Westwinde – Einfluss der Burgundischen Pforte – überwiegen in der Freiburger Bucht atlantisch-ozeanische Klimaeinflüsse. Durch diesen ozeanischen Einfluss und die Lage im Rheintal liegt March auch im Regenschatten der Vogesen. Die Oberrheinische Tiefebene weist Jahresmitteltemperaturen von etwas über 10 °C auf und gehört damit zu den wärmsten Gebieten Deutschlands. Teile des Gemeindegebiets, welche klimatisch dem Kaiserstuhl zuzuordnen sind, weisen stellenweise sogar mediterranes Klima auf.

Meteorologische Daten Die jährliche Durchschnittstemperatur von March liegt bei 11,3 °C. 2015 gab es in March 35 heiße Tage mit mehr als 30 °C sowie neun Tropentage mit mehr als 35 °C. Am 7. August 2015 kletterte das Thermometer auf dem Marchhügel auf 38,8 °C – am 2. Januar 2011 fiel es auf −5,5 °C. 2015 wurden 59 Frosttage und 72 Sommertage mit mehr als 25,0 °C registriert.

Auch mit etwa 1.950 Sonnenstunden pro Jahr nimmt March einen vorderen Platz im Bundesgebiet ein (2015: 2.349,8). Die mittlere jährliche Niederschlagsmenge ist mit 797 mm nur etwas niedriger als der bundesweite Durchschnitt von zirka 800 mm (2015: 631,3 l). Der meiste Niederschlag fällt im Sommer. Im Februar fällt der geringste Niederschlag. Der hohe Regenumsatz in der Sommerzeit ist mit einer hohen Anzahl an Gewittern zu erklären, die im Bereich des benachbarten Schwarzwaldes bzw. der Vogesen entstehen. Im Jahr 2015 gab es in March 136 Regentage, der meiste Regen fiel dabei am 20. November mit 49,4 l/m². An zwei Tagen im November 2011 fielen gerade einmal 0,5 Liter Niederschlag; eine geringere Niederschlagsmenge ist in dieser Gegend historisch nicht bekannt. Selbst im August des „Jahrhundertsommers 2003“ ist fast 50-mal so viel Regen gefallen wie im November 2011.Klimatische und meteorologische Angaben: Patrick K. Gutmann (Gemeinde March), Quelle: Meteomedia AG

In March wurde am 13. August 2003 mit 40,2 °C die damals höchste jemals in Deutschland gemessene Temperatur registriert. Diesen Wert teilte sich March damals mit Gärmersdorf bei Amberg, Freiburg im Breisgau und Karlsruhe. Den Nationalen Hitzerekord halten inzwischen die Städte Duisburg-Baerl sowie Tönisvorst. Am 25. Juli 2019 wurden dort jeweils 41,2 °C gemessen.

Geschichte Antike 240px|mini|Ausdehnung der Hallstattkultur

Aus der jüngeren Steinzeit (zwischen 4000 und 2000 v. Chr.) gibt es verstreute Funde im ganzen Gemeindegebiet von March. Aus der späten Hallstatt-Periode (800–450 v. Chr.) existiert heute noch in Buchheim ein Grabhügel („Bürgle“) als Überrest einer ganzen Gruppe. Hinsichtlich seines Durchmessers von 120 Metern ist er der größte Grabhügel im sog. Westhallstattkreis. Heute erhebt er sich noch knapp 4 Meter aus der Ebene. Nach der Zeitenwende besteht zwischen Hugstetten und Hochdorf vermutlich eine römische Villa rustica, von der ein Ziegelbrennofen aufgefunden wurde. Der dazugehörige Wohnplatz konnte allerdings noch nicht geortet werden. Römische Ziegelreste als auch römische Münzen fanden sich auch am Platz des im Spätmittelalter abgegangenen Ortes Buchsweiler nördlich von Holzhausen. Es ist wahrscheinlich, dass diese Siedlung bis in die Römerzeit zurückreicht. Zwischen dem 5. und 7. Jahrhundert lassen sich einwandernde Alemannen bei Buchheim und Hugstetten nieder. Bemerkenswerte, historische Funde aus dieser Zeit zeugen davon und deuten darüber hinaus an, dass es seit dem 6./7. Jahrhundert eine dauerhafte Besiedlung der March gab, die aber nicht unbedingt mit den heutigen Ortslagen übereinstimmten. Oberhalb von Hugstetten, nach Hochdorf hin im Gewann Degental, entstand ein bis heute nur ansatzweise ergrabener alemannischer Reihengräberfriedhof, aus dem bei einer Grabung im Jahre 1952/53 viele eindrucksvolle Fundstücke geborgen wurden. Diese Fundstücke – z. B. eine filigrane „Fibel“ (Kleiderspange), Waffen oder ein eindrucksvolles Keramik-Drillingsgefäß – sind heute im Colombischlössle (ehemals Museum für Ur- und Frühgeschichte) in Freiburg zu sehen.

Mittelalter mini|hochkant|Konrad Stürtzel, Ausschnitt aus dem Glasfenster im Freiburger Münster

March ist eine junge Gemeinde mit alter Tradition, sind doch die Ortschaften von March sehr alt, großenteils älter als die nahegelegene Stadt Freiburg (1120 gegründet). Erstmals urkundlich erwähnt werden: Buchheim im Jahr 769 im Lorscher Codex (gehört damit zu den ältesten Orten im Breisgau überhaupt), Neuershausen etwas später im Jahr 789, Holzhausen im Jahr 849 und Hugstetten 1291. Aus der Endung „heim“ des Ortes Buchheim lässt sich sogar vermuten, dass der Ort bereits um 500 n. Chr. bestand. Diese Vermutung wird auch durch die oben erwähnten Funde untermauert. Sicherlich ist aber auch Hugstetten wesentlich älter, als es die erste schriftliche Erwähnung erzählt, denn auch hier gibt es zahlreiche Hinweise und Funde, die darauf hindeuten.

878/879 tauschten die Klöster Lorsch und Schuttern Güter in der Buochheimer marca mit Gütern in Pezzinga (Bötzingen).

Der 1430 überlieferte Marchbrief ist das erste Zeugnis der Markgenossenschaft der Marchdörfer Benzhausen, Buchheim, Hochdorf, Holzhausen, Hugstetten und Neuershausen, mit dem sie im Marchwald, um den südlichen Nimberg herum, die Nutzungsrechte festschrieben. Wegerechte, Weidgang und Holzversorgung wurden vereinbarlich geregelt, ebenso die gelegentlich fälligen Strafgelder und ihre Verwendung. Somit waren bei der Namensgebung der Gemeinde March auch keine künstlichen Verrenkungen nötig, denn die Mark („umgrenztes Gebiet“) und ihre Dörfer gab es bereits im Mittelalter.

1491 kaufte Konrad Stürtzel, der Hofkanzler des römisch-deutschen Königs Maximilians I., von David Landeck zu Wiesneck die Dörfer Benzhausen, Buchheim, Hochdorf, Holzhausen und Hugstetten und wurde dadurch zu ihrem Grundherrn. Die Familie führte nach ihrer Adelserhebung den Namen Stürtzel von Buchheim und besaß seit dem 16. Jahrhundert in Buchheim ein Wasserschloss. Stürtzel war es auch, der im Jahre 1506 in Holzhausen die Pfarrei „St. Pankratius“ stiftete.

Alle Marchdörfer gehörten zur damaligen Zeit dem Herrschaftsbereich Vorderösterreichs an und blieben daher nach der Reformation rein katholische Orte. Die Nachbarorte Bötzingen, Eichstetten, Nimburg und Vörstetten gehörten dagegen zur evangelischen Markgrafschaft Baden – worauf auch heute noch der badische Schrägbalken in ihren jeweiligen Gemeindewappen hindeutet. Als katholische Exklave gehörte Reute ebenso wie die Marchorte zu Vorderösterreich; auch hier ist die Herkunft im Gemeindewappen durch den österreichischen Balken abzulesen. In Reute bestanden damals sehr enge Kontakte vor allem zu Holzhausen. Somit verlief an den Gemarkungen der hier genannten Orte auch die Territorialgrenze zwischen den badischen und den vorderösterreichischen Landesteilen. Die Markgrafschaft Baden wie auch Vorderösterreich waren vom 14. bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts Bestandteil des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.

Neuzeit Wenn es auch im Laufe der Jahrhunderte nicht ohne Spannungen und Streitigkeiten abging, die Marchdörfer bildeten doch immer eine gewisse Einheit. Dies blieb auch weiterhin so, nachdem 1766 die Markgenossenschaft aufgelöst worden war und jede Gemeinde ihren Anteil an der Allmend als Eigentum erhalten hatte. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass zu dieser Zeit für die Dörfer erstmals Gemarkungspläne angefertigt wurden.

Während der Revolutionsbewegung in Baden 1848/49 trat in der March der Buchheimer Bierwirt Johann Baptist Müller als Anführer auf. In Neuershausen versuchte die Gemeinde einen an den Freiherrn von Falkenstein verkauften Wald zu enteignen. Hugstetten und sein Schloss wurden von dem später in Freiburg erschossenen Revolutionär Johann Maximilian Dortu mit Requisitionen heimgesucht.

mini|Die Unglücksstelle des Zugunglücks von Hugstetten