Castilleja ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae). Diese Halbschmarotzer (= Halbparasiten oder Hemiparasiten) sind in der Neuen Welt verbreitet und wenige Arten kommen bis Nordasien vor. Englischsprachige Trivialnamen sind „Indian paintbrush“, „Paintbrush“, „Owl's-Clover“; Castilleja-Arten sind bekannt dafür, dass sie mit ihren Blütenständen die Prärie rot einfärben können.

Beschreibung und Ökologie mini|links|Habitus, Laubblätter und Blütenstände von Castilleja angustifolia mini|Wechselständiges, sitzendes, einfaches Laubblatt von Castilleja miniata mini|links|Illustration aus Aquatic and wetland plants of southwestern United States, 1972, Figur 706: a-i: Castilleja minor, j-o: Castilleja exilis mini|Blüten von Castilleja crista-galli im Detail mini|links|Fruchtstand mit asymmetrischer Kapselfrucht von Castilleja linariifolia mini|Blüten von Castilleja rhexiifolia im Detail

Vegetative Merkmale Bei den Castilleja-Arten handelt es sich um meist einjährige oder ausdauernde, selten zweijährige krautige Pflanzen, Halbsträucher sehr selten auch um Sträucher. An unterirdischen Pflanzenteilen kommen Pfahlwurzeln, Faserwurzeln und Rhizome vor.

Die wechselständigen Laubblätter sind sitzend. Die Blattspreiten sind einfach bis geteilt. Die Blattspreiten sind von der Form und der Größe her bei den einzelnen Arten sehr unterschiedlich. Auch über die Behaarung (Indument) lässt sich nichts Allgemeingültiges sagen. Es sind keine Nebenblätter vorhanden.

Generative Merkmale Charakteristisch für die Gattung Castilleja sind die endständigen, traubigen oder ährigen Blütenstände. Die Blüten stehen einzeln über einem Tragblatt, das oft breiter als die oberen Laubblätter, oft gelappt und gefärbt ist. Die Tragblätter sind bei Castilleja-Arten die Schauorgane, die das Erscheinungsbild des Blütenstandes bestimmen. Ihre Farbe, zumindest am sichtbaren vorderen Rand, ist meist leuchtend rot bis orangerot, aber auch gelbe oder cremefarbene Farbtöne oder grün kommen vor.

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph mit doppelter Blütenhülle. Die meist ähnlich gefärbte Kelchröhre ist zwei- oder vierlappig, wobei im letzteren Fall der obere und der untere Einschnitt meist deutlich tiefer sind, als die beiden seitlichen Einschnitte. Die Kronröhre überragt den Kelch meist nur wenig und ist oft eher gelblich gefärbt. Die Unterlippe ist kurz und dreilappig. Die Oberlippe ist relativ lang, schmal schnabelförmig und zweilappig. Vorne ist sie kahnförmig nach unten umgebogen und verschließt die Staubblätter in sich. Die vier Staubblätter stehen paarweise. Der Fruchtknoten ist oberständig. Der Griffel endet in einer einfachen oder zweilappigen Narbe.

Die fachspaltigen (= lokuliziden) Kapselfrüchte sind mehr oder weniger asymmetrisch und enthalten viele Samen. Die relativ kleinen Samen sind kantig und mehr oder weniger braun.

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 12.

mini|Castilleja affinis mini|Castilleja angustifolia mini|Castilleja applegatei mini|Castilleja arachnoidea mini|Castilleja coccinea mini|Castilleja foliolosa mini|Castilleja hispida mini|Castilleja indivisa mini|Castilleja integra mini|Castilleja integrifolia mini|Castilleja lanata mini|Castilleja lemmonii mini|Blütenstand mit Blüten von Castilleja linariifolia mini|Castilleja miniata mini|Castilleja nana mini|Castilleja parviflora mini|Castilleja rhexiifolia mini|Castilleja septentrionalis mini|Castilleja sessiliflora mini|Castilleja sulphurea

Ökologie Alle Castilleja-Arten sind Halbschmarotzer, die mit den Wurzeln beispielsweise auf Süßgras-Arten parasitieren.

Die Bestäubung erfolgt meist durch Insekten und bei einigen Arten durch Vögel.

Standortansprüche Die meisten Castilleja-Arten gedeihen am besten an offenen Standorten wie in Wiesen oder Steppen, an Waldrändern oder entlang von Straßen, und in deutlich kontinental geprägten Klimaten. Viele Arten tolerieren auch salzige Standorte.

Systematik und Verbreitung Die Gattung Castilleja wurde 1781 durch José Celestino Mutis in Carl von Linné dem Jüngeren: Supplementum Plantarum 47–48, 293 aufgestellt. Der Gattungsname Castilleja ehrt den spanischen Arzt und Botaniker Domingo Castillejo (1744–1786). Typusart ist Castilleja fissifolia Synonyme für Castilleja sind: Clevelandia , Euchroma , Gentrya , Oncorhynchus , Ophiocephalus .

Die Gattung Castilleja wurde traditionell der Familie der Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae) zugerechnet, sie gehört nach Gensequenzanalysen zur Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae).

Die meisten Arten kommen in Nordamerika bis Mexiko (119 Arten) vor und einige Arten gibt es in Zentral- und Südamerika. Etwa zehn Arten findet man in Nordasien bis hin ins westliche Russland.

Die Gattung Castilleja enthält etwa 200, teilweise sehr variable und schwer voneinander abzugrenzende Arten, beispielsweise:

Castilleja affinis : Sie kommt in drei Unterarten in den US-Bundesstaaten westliches Oregon, Kalifornien und im nördlichen mexikanischen Bundesstaat Baja California Norte vor. Castilleja albobarbata : Sie wurde 2003 erstbeschrieben. Sie kommt in den mexikanischen Bundesstaaten Jalisco sowie Colima vor. Castilleja alpicola : Sie kommt in Peru vor. Castilleja ambigua : Es gibt seit 2008 vier Varietäten: Castilleja ambigua var, ambigua : Sie kommt im westlichen Nordamerika vom südwestlichen British Columbia über das westliche Washington und westlichen Oregon bis ins westliche Kalifornien vor. Castilleja ambigua var. humboldtiensis (D.D.Keck) : Sie wurde 2008 erstbeschrieben. Dieser Endemit kommt nur in Salzmarschen in Humboldt County sowie Mendocino County in Kalifornien vor. Castilleja ambigua var. insalutata (Jeps.) : Sie wurde 2008 erstbeschrieben. Dieser Endemit kommt nur noch an Küstenstandorten im nördlichen Monterey County in Kalifornien vor. Castilleja ambigua var. meadii : Dieser Endemit gedeiht nur aus saisonal feuchten Standorten in der Nähe von Atlas Peak im zentralen Napa County in Kalifornien. Castilleja angustifolia : Sie kommt in drei Varietäten: Castilleja angustifolia var. angustifolia: Sie kommt vom südöstlichen Oregon, südlichen Idaho über das südwestliche Montana bis ins nordwestliche Wyoming vor. Castilleja angustifolia var. dubia (Syn.: Castilleja dubia ): Sie kommt hauptsächliche südwestlichen South Dakota sowie östlich-zentralen Wyoming vor. Castilleja angustifolia var. flavescens (Syn.: Castilleja flavescens ): Sie kommt im südöstlichen Idaho, östlichen Nevada sowie westlichen Utah vor. Funde aus Kalifornien sind noch nicht bestätigt. Castilleja applegatei : Es gibt 2019 nur noch vier Varietäten, die auch als Unterarten gewertet wurden, zwei davon sind eigene Arten. Sie kommen in den US-Bundesstaaten südliches bis östliches Oregon, südliches Idaho, westliches Wyoming, nördliches Utah, westliches bis nördliches Nevada, Kalifornien und im nördlichen mexikanischen Bundesstaat Baja California Norte vor. Castilleja aquariensis : Dieser Endemit kommt nur auf dem Aquarius Plateau im Gebirge des im südlich-zentralen Utah vor. Castilleja arachnoidea : Sie kommt in den US-Bundesstaaten südwestliches Oregon, nördliches Kalifornien und nördliches Nevada. Castilleja arctica : Die zwei Unterarten kommen im nördlichen Teil des europäischen Russlands und im nordwestlichen Sibirien vor. Castilleja arvensis : Sie ist von Mexiko über Zentralamerika bis Panama und in Südamerika weitverbreitet und ist in Hawaii und Haiti ein Neophyt. Castilleja attenuata : Sie kommt in British Columbia, in den US-Bundesstaaten westliches Oregon, westliches Washington, Kalifornien, im nördlichen mexikanischen Bundesstaat Baja Norte und im zentralen Chile vor. Castilleja aurea : Sie kommt im zentralen sowie südwestlichen Mexiko vor. Castilleja beldingii Castilleja bella Castilleja brevilobata : Dieser Endemit gedeiht nur an trockenen Serpentin-Aufschlüssen in den Siskiyou Mountains im südwestlichen Oregon und angrenzenden Gebieten in Kalifornien vor. Castilleja brevistyla : Sie kommt nur in Kalifornien vor. Castilleja bryantii Castilleja campestris : Sie kommt in zwei Varietäten oder zwei Unterarten im südlichen Oregon und im nördlichen bis zentralen Kalifornien vor. Castilleja cervina : Sie kommt im westlichen Nordamerika vom südlichen British Columbia über Washington bis zum nördlichen Idaho vor. Castilleja chlorotica : Dieser Endemit kommt nur im zentralen Oregon vor. Castilleja christii : Sie kommt nur in Idaho vor. Castilleja chromosa : Sie kommt in den US-Bundesstaaten östliches Oregon, zentrales bis südliches Wyoming, südliches Idaho, westliches Colorado, Utah, Nevada, Arizona, östliches Kalifornien und nordwestliches New Mexico vor. Castilleja chrymactis : Dieser Endemit kommt nur im südöstlichen Alaska vor. Castilleja chrysantha : Dieser Endemit kommt nur im nordöstlichen Oregon vor. Castilleja cinerea : Dieser Endemit kommt nur im südlich-zentralen Kalifornien vor. Castilleja coccinea : Sie kommt in Kanada in Ontario, im südlichen Manitoba sowie südöstlichen Saskatchewan und in den östlichen und nördlich-zentralen Vereinigten Staaten vor. Castilleja collegiorum : Sie wurde 2015 aus dem südlichen Kaskadengebirge in Oregon erstbeschrieben. Castilleja covilleana : Sie kommt vom südwestlichen Montana bis zentralen Idaho vor. Castilleja crista-galli : Sie kommt vom südwestliches Montana bis Idaho und nordwestlichen Wyoming vor. Castilleja cryptantha : Dieser Endemit kommt nur auf dem Mount Rainier in Washington vor. Castilleja cusickii : Sie kommt in Kanada im südwestlichen Alberta, im südlichen British Columbia und in den US-Bundesstaaten nordöstliches Oregon, östliches Washington, Wyoming, Idaho, westliches Montana und Nevada vor. Castilleja densiflora : Sie kommt in drei Unterarten von Kalifornien bis zum mexikanischen Bundesstaat Baja California Norte vor. Castilleja dissitiflora : Sie kommt nur vom zentralen bis östlichen Nevada vor. Castilleja disticha (Syn.: Castilleja applegatei subsp. disticha ): Dieser Endemit kommt nur in der zentralen bis südlichen Sierra Nevada in Kalifornien vor. Castilleja elegans : Sie kommt vom nördlichen Russlands Fernem Osten bis zum subarktischen Nordamerika und nördlichen Kanada vor. Castilleja elmeri : Sie kommt vom südlichen British Columbia bis Washington vor. Castilleja elongata : Sie kommt nur in Texas vor. Castilleja exserta : Sie kommt in drei Varietäten oder drei Unterarten in Arizona, Kalifornien und in den mexikanischen Bundesstaaten Baja California Norte und nordwestliches Sonora vor. Castilleja fissifolia : Sie kommt im südwestlichen Venezuela, in Kolumbien, Ecuador, Bolivien und Peru vor. Castilleja flava : Sie kommt in den US-Bundesstaaten nordöstliches Oregon, südliches Idaho, nordwestliches Colorado, westliches Wyoming, südwestliches Montana, nordöstliches Utah und nordöstliches Nevada vor. Castilleja foliolosa : Sie kommt von Kalifornien bis in den nördlichen mexikanischen Bundesstaat Baja California Norte vor. Castilleja fraterna : Dieser Endemit kommt nur im nordöstlichen Oregon vor. Castilleja genevievana : Sie kommt vom südwestlichen Texas bis zu einem angrenzenden kleinen Areal im mexikanischen Bundesstaat Coahuila vor. Castilleja glandulifera : Dieser Endemit kommt nur im nordöstlichen Oregon vor. Castilleja gleasoni : Dieser Endemit kommt nur am Mount Gleason in Kalifornien vor. Castilleja grisea : Dieser Endemit kommt nur auf San Clemente Island in Kalifornien vor. Castilleja haydenii : Sie kommt in Colorado und im nördlichen New Mexico vor. Castilleja hispida : Sie kommt im westlichen Nordamerikas in Kanada in British Columbia sowie Alberta und in den US-Bundesstaaten Oregon, Washington sowie Idaho vor. Castilleja hololeuca : Dieser Endemit kommt nur in Kalifornien vor. Castilleja hyperborea (Syn.: Castilleja kuschei , Castilleja villosissima ): Sie kommt von Alaska bis zum nordwestlichen British Columbia vor.