mini|Das Schulgebäude an der Endenicher Allee mini|Endenicher Alle Ecke Wegelerstraße mini|Der große Schulhof mini|Der kleine Schulhof mini|Die Eingangshalle Das Felix-Hausdorff-Gymnasium Bonn ist eines der ältesten städtischen Bonner Gymnasien. Es wurde 1882 unter dem Namen Höhere Bürgerschule gegründet und in der Zeit des Nationalsozialismus 1938 auf Vorschlag der evangelischen Kirche Bonn nach dem vorpommerschen Publizisten, Historiker und Dichter in Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium (EMA) umbenannt. Arndt (1769–1860) hatte seine zweite Lebenshälfte in Bonn verbracht.
Ende des Jahres 2025 beschloss man schulintern, die Schule zukünftig nach dem Mathematiker Felix Hausdorff benennen zu wollen. Im März 2026 trug man den Vorschlag dem Stadtrat vor, dem auch die endgültige Entscheidung oblag.Das EMA als Beispiel für Bonns Umgang mit umstrittenen Namensgebern, auf ga.de, vom 5. März 2026 Zum Schuljahr 2026/2027 erfolgte die Umbenennung in Felix-Hausdorff-Gymnasium.Unsere Schule wird in Felix-Hausdorff-Gymnasium umbenannt. (abgerufen 2026-08-02)
Schülerschaft Die Schule ist vierzügig angelegt und wird von etwa 970 Schülern besucht. JahrStand jeweils Oktober, soweit nicht anders angegeben Schüler Klassen Schüler Sek I Klassen Sek I Schüler Sek II Klassen Sek II 2008 1111 2010Stadt Bonn: Gymnasien in der Stadt Bonn: Schuljahr 2011/2012 (PDF; 328 kB). 1106 46 2011Stadt Bonn: Gymnasien in der Stadt Bonn: Schuljahr 2011/2012 (PDF; 328 kB). 1086 46 577 20 509 262016969405692040020
Schulische Schwerpunkte Schwerpunkte des schulischen Profils bilden der mathematisch-naturwissenschaftliche und der musische Bereich.
Die Schule war nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur Enttypisierung der Gymnasien Anfang der 1970er Jahre mathematisch-naturwissenschaftlich ausgerichtet. Dazu kam seit den 1960er Jahren die nachhaltige Entwicklung des musischen Bereiches, hauptsächlich der Musik.
Das Angebot im Wahlpflichtbereich II ist seit dem Schuljahr 2001/02 erweitert um das Fach Musisches Gestalten. Im Wechsel mit dem Helmholtz-Gymnasium bietet das Felix-Hausdorff-Gymnasium einen schulübergreifenden Leistungskurs Musik an, der von Schülern aus dem ganzen Bonner Raum besucht wird. Darüber hinaus gibt es verschiedene weitere Angebote im kreativen Bereich: Drei Chöre und sechs Instrumental-Ensembles, Tanz-AG, Theater-, Literatur-, Instrumental- und Vokalkurse in der Sekundarstufe II.
Als Fremdsprachen werden Englisch, Französisch, Italienisch und Latein unterrichtet. In der Sekundarstufe II können Englisch und Französisch als Grund- und Leistungskurse bis zum Abitur gewählt werden; Leistungskurse in Französisch werden in Kooperation mit dem Helmholtz-Gymnasium eingerichtet. Zusätzlich gefördert wird dieses Fremdsprachenangebot durch Sprachaustauschprogramme mit Partnerschulen in Gdynia (Polen), Frankreich und Rom (Italien).
Mathematisch-naturwissenschaftlicher Bereich Die mathematisch-naturwissenschaftlichen Leistungsgruppen sind seit Beginn des Schuljahrs 2002/03 fester Bestandteil des Schulprogramms.
Informatik – (MINT) Die Schule hat einen ausgewiesenen Schwerpunkt in den MINT-Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Seit 2002 ist die Schule ohne Unterbrechung Mitglied im Verein mathematisch-naturwissenschaftlicher Excellence-Center an Schulen (MINT-EC) und darf damit die Bezeichnung MINT-EC-Schule führen.
Die Schule beteiligt sich an der Aktion Informatik-Biber, bei der es darum geht, Schüler für Informatik zu begeistern und später für den Bundeswettbewerb Informatik zu gewinnen. (Preise siehe oben)
Musischer Bereich Musik Das Gymnasium hat zahlreiche musische Ensembles (Sinfonieorchester, Big Bands, Chöre). Besonders erwähnenswert ist die Big Band, die erste Preise auf Landesebene gewann. Das Jugend-Sinfonieorchester Bonn hat seinen Sitz am Felix-Hausdorff-Gymnasium, es ist einer der drei Träger des Orchesters. Im Orchester des Felix-Hausdorff-Gymnasiums wirken viele Preisträger von Jugend musiziert mit. In Verbindung von künstlerischer Leistung und sozialem Engagement produzierte der Schulchor drei von sieben CDs (Haydns Schöpfung, Mozarts c-Moll-Messe und Mozarts Requiem) für die CD-Reihe Klassik für Menschenrechte, die bisher mehr als eine halbe Million Euro für Hilfsprojekte in der Dritten Welt eingespielt hat. Seit 2016 sind die Aufführungsmöglichkeiten für musikalische Ensembles an der Schule durch den Umbau, Abriss und Neuaufbau der Aula stark eingeschränkt. Eine vollständige Nutzung dieser ist voraussichtlich ab 2024 möglich.
Geschichte Am 25. April 1882 wurde die Schule als höhere Bürgerschule, die durch Umformung der 1841 privat gegründeten Kortegarn’sche Schule entstand, von der Stadt Bonn übernommen; dabei wurden auch die meisten Lehrkräfte beibehalten. Der Unterricht des Realgymnasiums fand im selben Gebäude aus dem Jahre 1845 statt. Das neue sechsjährige Jungen-Gymnasium war lateinlos, aber mit Pflichtfächern Englisch und Französisch. Es hatte 1882/1883 elf Lehrer und 114 Schüler. Angegliedert war wie vorher eine dreistufige Vorschule. Übergangsleiter war seit 1880 Ernst Pullig. Erster offizieller Rektor wurde Otto Hölscher am 25. April 1882. Die Schule sollte die Kinder des Mittelstandes auf deren technische, gewerbliche, und kaufmännischen Berufe mit einer breiten Allgemeinbildung vorbereiten.
Das Schulkonzept wurde nicht wie erwartet angenommen, und die Schule nach drei Jahren zum Realprogymnasium mit Latein ab der 5. Klasse zurückgestuft. Diese Schule wiederum war so erfolgreich, dass 1887 ein neues dreigeschossiges Gebäude in der Doetschstraße errichtet und 1897 um 16 weitere Klassenzimmer, 1898 um eine Turnhalle sowie 1899 um eine Aula erweitert wurde. 1891/1892 hatte die Schule einschließlich der Vorschule 339 Schüler.
1887 reichte das Schulgebäude in der ehemaligen Köln-Koblenzer Landstraße nicht mehr aus, und die Stadt errichtete einen dreigeschossigen Neubau in der Doetschstrasse, welcher 1897 durch einen viergeschossigen Anbau für 16 Klassen und in den folgenden Jahren um eine Turnhalle und Aula erweitert wurde.
Am Ende des Zweiten Weltkrieges hatte die Schule noch 21 Lehrer. Sie wurde 1944 geschlossen und brannte anschließend am 18. Oktober 1944 völlig aus.
Das heutige Schulgebäude war der erste gymnasiale Neubau in Bonn nach dem Zweiten Weltkrieg und wurde damals als dreizügiges Gymnasium für Jungen errichtet.Rheinisches Landesmuseum Bonn, Landschaftsverband Rheinland: Kunst und Altertum am Rhein, Ausgabe 21. 1969, Seite 98. Die Pläne stammten von dem Bonner Architekten Toni Kleefisch. Teile der künstlerischen Ausstattung schuf Joseph Fassbender. Der Neubau an der Endenicher Allee wurde am 12. Juni 1951 begonnen, und die ersten 12 Klassen (die bisher in der Remigusschule untergebracht waren) wurden ab dem 3. November 1952 in den Räumen des neuen Flügels unterrichtet. Am 20. Februar 1953 kam die ganze Schule, die in Teilen noch in der Loe-Straße war, in den Neubau. Die Einweihung der Anlage fand am 18. Juni 1953 statt. Bis 1969 wurden noch Erweiterungen wie Schwimmbecken, Sportplätze und Aula errichtet.Festschrift 125 Jahre Ernst-Moritz-Arndt Gymnasium Bonn 1882–2007. 2007 Eigenverlag Die Schule wurde 2006 unter Denkmalschutz gestellt, da sie charakteristisch ist „für die Schularchitektur der Nachkriegszeit. Es stellt eine Gesamtanlage dar, die modernen Ansprüchen am architektonische und räumliche Disposition genügte, indem sie eine aufgelockerte Bebauung in unterschiedlicher Ausrichtung der Bauteile aufweist. Hinsichtlich der räumlichen Ausstattung galt die Schule als besonders vorbildlich.“Schreiben des Stadtkonservators Dr. Talnot am 26. April 2006, SCA
Wegen der Entscheidung für Bonn als Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland wuchs die Schule anfangs so sehr, dass aus ihr zwei neue Gymnasien ausgegründet wurden – das Friedrich-Ebert-Gymnasium 1954–1956 und das Städtische Gymnasium Tannenbusch 1961. 1963 trat die erste Lehrerin in die Schule ein, 1964 wurden die ersten neun Mädchen an der Schule unterrichtet.
Seit Herbst 2023 beschäftigte man sich sowohl schulintern als auch in der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Bonn mit der Namensgebung, die zur Zeit des Nationalsozialismus einherging. Eingebracht wurde ein Antrag, der die Umbenennung der Schule vorsah, durch Die FRAKTION, einer Ratsfraktion, die durch die Partei Die PARTEI gestellt wird.Bezirkspolitiker wollen Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium umbenennen, auf ga.de, vom 28. September 2023 Im März 2026 gab die Schule bekannt, künftig den Namen Felix-Hausdorff-Gymnasium tragen zu wollen. Den entsprechenden Beschluss musste allerdings der Stadtrat fassen, womit die Schule zunächst auch weiterhin (Stand März 2026) noch nach Ernst Moritz Arndt benannt war. Gegen diese Entscheidung regte sich vor allem im rechten Spektrum der Parteienlandschaft Widerstand.Empörung über Aktion von Rechtsextremen vor Gymnasium, auf ga.de, vom 31. Oktober 2023
Bereits im Jahr 2010 gab es Berichte über die Idee, das Gymnasium umzubenennen. Nach Aussage des damaligen Schulleiters Uwe Bettscheider gab es bereits zuvor Versuche, die Schule umzubenennen.Nazis benannten Schule um, auf ga.de, vom 14. Januar 2010
Schulleiter In Klammern steht die Zeit als Schulleiter. Otto Hölscher (1882–1906; † 1906) Emil Niepmann (1906–1923) Karl Schümmer (1925–1933) Gotthard Schmidt (1933–1937) Erich Kirsch (1938–1939) Otto Schmidt (1939–1948) Josef Gerhards (1948–1956) Günter Schuster (1956–1965) Gerhard Fels (1966–1992) Arnold Heer (1993–2006) Uwe Bettscheider (2006–2012) Ulrich Breuker (kommissarisch, 2012–2013) Thomas Harth (2013–2017) Lutz Hasbach (2018–2019) Simone Bröcker (seit 2020)
Besondere Aktivitäten und Auszeichnungen Schulische Wettbewerbe Bei der Mathematik-Olympiade und dem Bundeswettbewerb Mathematik zählten die Schüler des EMA regelmäßig zu den erfolgreichsten Teilnehmern dieser Wettbewerbe.
Seit 2011 wurde das EMA wegen der erfolgreichen Beteiligung am Bundeswettbewerbs Informatiklis: Spitzenleistung in Informatik. In General-Anzeiger vom 20. Juni 2011. und dem Informatikwettbewerb Biber mit dem BWInf-Preis in Gold ausgezeichnet.
Seit Bestehen der Dr. Hans-Riegel-Fachpreise (2006) gehörten Schülerinnen und Schüler des EMA regelmäßig zu den Preisträgern. 2016 gewann Paul Weltmann den 1. Preis und Clemens Vetter den 3. Preis in Informatik sowie Ben Sehgewiss den 1. Preis in Geographie.
Ruder-Club Der Gymnasial-Ruder-Club am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium Bonn ist eine Vereinigung von Schülern des Felix-Hausdorff-Gymnasiums als nicht eingetragener Verein und wurde 1906 von zwei Schülern gegründet. Dies macht ihn zu einem der ältesten Schülerruderclubs in Bonn. Die Leitung des Vereins ist einem Vorstand aus dem Kreise der Schüler übertragen, dessen Arbeit von einem Lehrer (dem Protektor) beratend begleitet wird.
Das erste Bootshaus lag als „schwimmendes“ Bootshaus linksseitig oberhalb der Kennedybrücke im Rhein, dann zog der Verein in ein vereinseigenes Bootshaus auf einem seinerzeit städtischen Grundstück auf dem Gelände des Bundestages um, bezog dann eine Halle im Gebäude des Bonner Rudervereines und zog im September 2005 zusammen mit dem Ruderclub des Friedrich-Ebert-Gymnasiums in eine Halle des Bootshauses des Universitäts-Ruderclubs auf der Beueler Rheinseite um. Aktivitäten sind neben Stegfahrten auf dem Rhein und der Teilnahme an Schülerregatten vor allem die Durchführung von Wanderfahrten auf Flüssen in Deutschland und dem europäischen Ausland (so u. a. Frankreich, Polen, Irland).
Schulsanitätsdienst