Gehofen ist eine Gemeinde im Kyffhäuserkreis.

Geografie Die Gemeinde Gehofen im Norden des Landes Thüringen liegt im südlichen Zipfel der Goldenen Aue, etwa zwei Kilometer westlich der Unstrut am Fuße der Hohen Schrecke.

Die Umgebung von Gehofen bietet mit ihren Wäldern eine umfangreiche Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren. Neben der Finne ist vor allem die Hohe Schrecke bekannt – ein Höhenzug südlich von Gehofen, dessen größter Teil zum Naturschutzgebiet erklärt und als Bestandteil des Fauna-Flora-Habitat-Gebietes „Hohe Schrecke - Finne“ an die Europäische Kommission gemeldet wurde.

Geschichte Vermutlich als fränkische Gründung um das Jahr 600, wurde Gehofen 782 erstmals als Hovun urkundlich erwähnt.

Zu Beginn des 9. Jahrhunderts wurde Gehofen in einem Verzeichnis der Güter des vom Erzbischof Lullus von Mainz erbauten Klosters Hersfeld als Hofun urkundlich erwähnt.

Es gab ein gleichnamiges Rittergeschlecht von Gehofen vom 13. Jahrhundert bis zum Erlöschen im Jahre 1711.

Die Gemeinde gehörte bis zu deren Auflösung zum 1. Januar 2019 zur Verwaltungsgemeinschaft Mittelzentrum Artern, seither ist die Stadt Artern erfüllende Gemeinde für Gehofen.

Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember): 1994: 912 1995: 902 1996: 890 1997: 880 1998: 865 1999: 856 2000: 840 2001: 828 2002: 808 2003: 795 2004: 792 2005: 781 2006: 761 2007: 740 2008: 719 2009: 722 2010: 699 2011: 689 2012: 675 2013: 676 2014: 659 2015: 640 2016: 632 2017: 615 2018: 608 2019: 606 2020: 611 2021: 600 2022: 607 2023: 602 2024: 599 Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik Sitzverteilung im Gemeinderat (8 Sitze, Wahl 2014): CDU: 3 Sportverein: 2 Freie Wählergemeinschaft: 2 SPD: 1

Verkehr Die Gemeinde liegt an der seit 2006 nicht mehr regelmäßig befahrenen Unstrutbahn, die die Städte Naumburg und Artern verbindet. Darüber hinaus durchläuft die Landstraße von Reinsdorf bei Artern nach Wiehe die Gemeinde. Etwa 15 Kilometer von Gehofen entfernt verläuft nördlich die Bundesautobahn 38.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Kirche St. Johann Baptist hochkant|mini|Kriegerdenkmal Bauwerke Die evangelische Kirche St. Johann Baptist ist eine neugotische Saalkirche mit eingezogenem Chorpolygon und schlankem, achteckigem Westturm. Sie wurde vermutlich 1866–68 nach einem Entwurf von Friedrich August Stüler anstelle eines mittelalterlichen Vorgängerbaus errichtet. Die Verblendung besteht aus Sandsteinquadern, die Ausstattung stammt aus der Erbauungszeit. Zu beachten ist ein aufwendig skulptierter Taufstein aus dem frühen 17. Jahrhundert, dessen sechsseitiger Fuß Luther, Paulus und die Evangelisten zeigt.Georg Dehio, bearbeitet von Stephanie Eißing u. a.: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Thüringen. 2. Auflage. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2003, ISBN 3-422-03095-6, S. 430. Kriegerdenkmal (1924 anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Kriegervereins auf dem Kirchplatz erbaut) Ziegelei (wohl 1840 gebaut, in der heutigen Form seit 1886)

Vereine Feuerwehrverein Gehofen e. V. Freundeskreis d. Kirche St. Joh. Baptist zu Gehofen e. V. Geflügelzuchtverein Gehofen e. V. Jugendclub Gehofen 1999 e. V. Karnevalsverein Gehofen Weiß-Blau e. V. Kleingartenverein Zur Erholung Gehofen e. V. Shintai Do - Gehofen e. V. SV Fortuna Gehofen e. V. Verein für Rassekaninchenzucht Gehofen 1969 e. V.

Regelmäßige Veranstaltungen Sportfest (Ende Juni) Rassekaninchenschau (Anfang Juli) Kirmes (jedes 3. Wochenende im Oktober) Weihnachtsmarkt (Anfang Dezember)

Persönlichkeiten Ernst Albrecht von Eberstein (1605–1676), Heerführer im Dreißigjährigen Krieg Christian Ludwig von Eberstein (1650–1717), Oberaufseher in Harzgerode, Oberberghauptmann, Obristwachtmeister und Oberforstmeister Catharina Margaretha Linck (1687–1721), Knopfmacherin, Kattundruckerin und Soldatin, gab sich als Mann aus Friedrich August von Helmolt (1690–1755), sachsen-weißenfelsischer Kammerrat und Amtshauptmann zu Sachsenburg sowie Erb-, Lehn-, Gerichtsherr und Kirchenpatron zu Kannawurf Wolf George von Eberstein (1724–1779), preußischer Major und Ritter des Ordens Pour le Mérite Gustav Diettrich (1869–1947), Pfarrer und Hebraist Hermann Kellermann (1887–1954), Parteifunktionär (SPD/USPD/KPD/SED) und Teilnehmer an der Novemberrevolution Karl Kühn (1894–1962), Ingenieur und Hochschullehrer

Literatur Louis Ferdinand Freiherr von Eberstein: Historische Nachrichten über den zur gräflich-mansfeldischen Herrschaft Heldrungen gehörenden Marktflecken Gehofen und die in der Landgrafschaft Thüringen gelegenen Ämter Leinungen und Morungen. Baensch, Berlin 1889 ().

Weblinks

Einzelnachweise

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