Der Land Rover Discovery ist ursprünglich ein Geländewagen und ab der fünften Generation ein SUV des britischen Herstellers Land Rover. Das 1989 vorgestellte Fahrzeug wurde unterhalb des luxuriösen Range Rovers positioniert. Im Laufe der Jahre wurde der Discovery unter anderem mit ABS, Airbags, Automatikgetriebe, Luftfedern hinten sowie verschiedenen elektronischen Fahrhilfen ausgestattet, sodass das Modell ein hochpreisiges Premiumprodukt wurde.

Discovery Series I (1989–1998) Im Jahr 1986 entschied Land Rover, ein relativ preisgünstiges Modell zwischen dem bis 1990 nur als Land Rover bezeichneten Defender und dem Range Rover anzubieten und begann mit der Entwicklung eines Autos in der Preisklasse zwischen 35.000 DM und 50.000 DM. Japanische Geländewagenhersteller drängten auf den europäischen Markt und machten ein schnelles Handeln erforderlich. In nur drei Jahren entwickelte Mike Donovan mit seinem Team den Discovery, der im Oktober 1989 mit einem Preis von 45.350 DM auf den Markt kam.

Karosserie und Fahrwerk orientierten sich am damaligen Range Rover mit 2,54 m (100 Zoll) Radstand. Einen Teil des Erfolges verdankte der Discovery seinem neuen Dieselmotor (Tdi), der 83 kW (113 PS) bei 4000/min leistete. Der Hubraum von 2496 cm³ entsprach dem des vorher verwendeten Dieselmotors. Auf der Grundlage des alten Motorblocks entwickelte Rover zusammen mit dem österreichischen Hersteller AVL List einen neuen Motor. Auf verschiedenen Märkten war auch ein 3,5-Liter-V8 mit 113 kW (155 PS) und später mit 3,9-Liter-V8 134 kW (182 PS) im Angebot. Im Laufe der Zeit wurde der Tdi weiterentwickelt und der 200 vom 300 Tdi abgelöst. Die elektronischen Steuereinheiten der Motoren wurden verfeinert und ihr Drehmoment erhöht.

1994 erhielt das Modell ein Facelift, bei dem unter anderem der 200 TDI-Motor durch den 300 TDI-Motor und der 3,5-Liter-V8-Motor durch einen 3,9-Liter-V8-Motor mit 134 kW (182 PS) ersetzt wurde. Der Discovery erhielt größere Frontscheinwerfer und eine zweite Reihe Rückleuchten in der Heckstoßstange.

Bis Ende 1998 wurden 353.843 Discovery der ersten Serie verkauft. Der Discovery war zu dieser Zeit der meistverkaufte Land Rover und übertraf den Defender. Der Discovery richtete sich aber auch an eine andere Zielgruppe, da er gute Straßen- und Geländeeigenschaften vereinigte.

Als Special Editions wurden unter anderem angeboten: Country Life (Schweiz 1991), Freestyle (Frankreich 1993), County Rider (Frankreich 1993), Sunset (Deutschland 1995), Sunseeker (Deutschland 1996), Camel Trophy (Deutschland 1998) und Esquire (Deutschland 1998).

Honda Crossroad Unter dem Namen Honda Crossroad wurde der Discovery mit dem 3,9-Liter-V8-Motor von Mitte 1993 bis Herbst 1998 in Japan und Neuseeland verkauft. Der Crossroad ist bis heute das einzige Fahrzeug von Honda, das mit V8-Motor verkauft wurde. Das Modell entstand durch die Kooperation zwischen Honda und der Rover Group, aus der auch Modelle wie der Honda Concerto oder der Rover 400 hervorgingen.

Discovery Series II (1998–2004)

Der im November 1998 präsentierte Discovery Series II wurde von einem Leichtmetall-4,0-Liter-V8 mit 136 kW (185 PS) oder einen 2,5-Liter-Td5-Dieselmotor mit 102 kW (139 PS)http://www.alle-autos-in.de/land_rover/land_rover_discovery_25_td5_e_ktb696.shtml angetrieben, beide hatten einen serienmäßigen Allradantrieb. Ab Frühjahr 2003 gab es einen 4,6-Liter-V8-Motor mit 162 kW (220 PS)http://www.powerchipgroup.com/datasheets/2/Lan0020.pdf, jedoch nicht auf dem deutschen Markt.

Gegen einen Aufpreis von damals 4000 DM gab es ein Vierstufenautomatikgetriebe. Ein Antiblockiersystem (ABS) mit einem damals neuen Bremssystem war serienmäßig. Ein weiteres technisches Merkmal war das Active Cornering Enhancement (ACE). Es unterdrückt die Seitenneigung der Karosserie für ein sichereres Fahrgefühl, die Gefahr des Kippens bei einem abrupten Ausweichmanöver wird gebannt. Zudem gab es das sogenannte Self Levelling Suspension (SLS), ein Assistenzsystem, das eine automatische Niveauregulierung an der Hinterachse bewerkstelligt. Die Traktionskontrolle Electronic Traction Control (ETC) sorgte dafür, dass wenn an einem Rad Schlupf auftritt, die Antriebskraft an die Räder geleitet wird, die Grip vorfinden. In der Länge wuchs der zweite Discovery um 6,5 cm. Der Radstand blieb jedoch gleich. Optional gab es eine dritte Sitzreihe, sodass sieben Sitze verfügbar waren. Diese hatten entweder eine serienmäßige Stoffpolsterung oder eine optional erhältliche Lederausstattung. Ab dem Jahr 2000 war ein Harman-Kardon-Audiosystem serienmäßig.

Modellpflege Ende 2002 wurde der Discovery einer umfangreichen Modellpflege unterzogen. Es gab einige Neuerungen wie zum Beispiel an den Scheinwerfern, die eine größere Reichweite bekamen. Ledersitze, Klimaautomatik oder elektrisch verstellbare Vordersitze gab es gegen Aufpreis. Ein Ziel, das Land Rover mit dem überarbeiteten Discovery verfolgte, war die Verkaufszahlen anzukurbeln, da diese seit dem Vorgänger um 63 Prozent gefallen waren. Zu den Motoren gehörten der von Land Rover selbst entwickelte 2,5-Liter-Direkteinspritzer-Diesel mit Pumpe-Düse-Technik mit einer Leistung von 102 kW (139 PS). Der 4,0-Liter-V8 leistete 136 kW (185 PS).

Discovery 3 (2004–2009)

Für den Discovery der dritten Generation gab es ab dem im Juli 2004 erfolgten Produktionsstart einen 140 kW (190 PS) starken 2,7-Liter-Sechszylinder-Common-Rail-Diesel mit Turboaufladung (TDV6) und einen 4,4-Liter-V8-Benziner mit 220 kW (299 PS). Der Dieselmotor stammt von Ford/PSA und der Ottomotor aus dem Hause Jaguar. Für den nordamerikanischen und australischen Markt gab es 2005 auch einen 4,0-Liter-V6 mit 161 kW (219 PS). Optional gab es ein Automatikgetriebe mit manuellem und Sportmodus. Des Weiteren erhielt der Discovery das sogenannte Terrain-Response-System. Hier kann mit einem Drehschalter zwischen den Vordersitzen zwischen fünf verschiedenen Fahrprogrammen gewählt werden: Straßenbetrieb, Schlamm und Furchen, Sand, Gras/Schotter/Schnee und Geröll-Kriechgang. Dabei stellen sich auch die elektronischen Steuerungen von Fahrzeugniveau, Motor, Antriebsschlupfregelung, Automatikgetriebe sowie die Bergabfahrkontrolle ideal auf den gewählten Untergrund ein.

In der Länge legte der Discovery um 130 Millimeter auf 4835 mm zu, in der Breite um 35 Millimeter auf 1885 mm. Der Radstand wuchs um 345 mm auf 2885 mm. Er wurde ausgestattet mit sechs Airbags, Klimaanlage, ESP, CD-Radio, Fensterheber und Zentralverriegelung. Optionale Ausstattungsmerkmale waren Xenonlicht, Luftfederung/Terrain Response, PDC, Sichtpaket, größere Räder, elektrisch verstellbare Ledersitze, Tempomat und ein anderes Soundsystem.

Motoren OttomotorenModell Hubraum Zylinder Leistung Drehmoment Getriebe BauzeitV6 4.0 4009 cm³ V6 161 kW (219 PS) bei 4500/min 360 Nm bei 3000/min 6-Stufen-Automatik2005–2009V8 4.4 4394 cm³ V8 220 kW (299 PS) bei 5500/min 425 Nm bei 4000/min 06/2004–08/2007DieselmotorenModell Hubraum Zylinder Leistung Drehmoment Bemerkung BauzeitTD V6 2.7 2720 cm³ V6 140 kW (190 PS) bei 4000/min 440 Nm bei 1900/min 6-Gang-Schaltgetriebe/6-Stufen-Automatik06/2004–07/2009

Discovery 4 (2009–2017)

Der im September 2009 lancierte Discovery 4 stellt im eigentlichen Sinne nicht die vierte Generation der Serie dar, wird aber von Land Rover offiziell so bezeichnet. Vielmehr ist der Discovery 4 eine modifizierte Version des seit 2004 produzierten Modells.

Vor allem optisch wurde der Discovery stärker an den größeren Range Rover angepasst und erhielt auch technische Verbesserungen.

Für den Discovery 4 gab es zu Beginn nur noch Dieselmotoren, einen schon aus dem Vorgänger bekannten 140 kW (190 PS) leistenden 2,7-Liter-Sechszylinder-Common-Rail-Diesel (TDV6), sowie einen 3,0-Liter-V6 mit 180 kW (245 PS). Dieser war eine Neuentwicklung in Zusammenarbeit mit PSA und Jaguar.

Der 2,7-Liter-Motor von Ford wurde im Frühsommer 2010 durch eine leistungsreduzierte Version des 3,0-Liter mit 155 kW (211 PS) ersetzt. Unterdessen wird in einigen Ländern, wie zum Beispiel in der Schweiz, Polen, Schweden, Amerika, Australien und Russland, ein 5,0-Liter-V8-Benziner mit 276 kW (375 PS)Land Rover Schweiz (PDF; 505 kB). Abgerufen am 1. Juni 2012. angeboten. In der gepanzerten Version wird ausschließlich dieser Motor eingebaut.

Seit Ende 2010 war der Discovery auch als 256 PS leistender SDV6 erhältlich, der den TDV6 mit 245 PS ersetzte. Seitdem ist bei allen Dieselmotorisierungen auch die 8-Stufen-Automatik von ZF serienmäßig. Durch die feineren Schaltstufen reduziert sie den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen und ist am neuen, aus dem Jaguar XF bekannten, Automatik-Drehregler erkennbar (auch „Drive-Selector“ genannt).

Mit dem auf der IAA 2013 vorgestellten Facelift erhielt auch der nunmehr als V6 angebotene Benziner eine 8-Stufen-Automatik.

In Österreich existieren zwei als LKW bezeichnete Varianten mit hinter der ersten oder zweiten Reihe angebrachtem Schutzgitter. Damit lässt sich eine Einstufung als LKW (2-Sitzer) oder Befreiung der NoVA (4-Sitzer) erreichen.Jaguar Land Rover Austria GmbH (2013): Abgerufen am 27. Januar 2014.

Technische Daten +KenngrößenV8V6 SuperchargedTDV6SDV6Bauzeitraum09/2009–08/201308/2013–04/201709/2009–05/201005/2010–04/201709/2009–10/201011/2010–04/2017MotorkenndatenMotortypV8-OttomotorV6-OttomotorV6-DieselmotorGemischaufbereitungDirekteinspritzungCommon-Rail-DirekteinspritzungMotoraufladung–KompressorTurboladerBiturboHubraum5000 cm³2995 cm³2720 cm³2993 cm³max. Leistung276 kW (375 PS)bei 6500/min250 kW (340 PS)bei 6500/min140 kW (190 PS)bei 4000/min155 kW (211 PS)bei 4000/min180 kW (245 PS)bei 4000/min188 kW (256 PS)bei 4000/minmax. Drehmoment510 Nmbei 3500/min450 Nmbei 3500–5000/min440 Nmbei 1900/min520 Nmbei 1500–2500/min600 Nmbei 2000/minKraftübertragungAntrieb, serienmäßigAllradantriebGetriebe, serienmäßig6-Stufen-Automatik8-Stufen-Automatik6-Gang-Schaltgetriebe8-Stufen-Automatik6-Stufen-Automatik8-Stufen-AutomatikGetriebe, optional–6-Stufen-Automatik–MesswerteHöchstgeschwindigkeit195 km/h180 km/hBeschleunigung,0–100 km/h7,9 s8,1 s12,7 s10,7 s9,6 s9,3 sKraftstoffverbrauch auf 100 km (kombiniert)14,1 l Super11,5 l Super10,2 l Diesel7,8 l Diesel9,3 l Diesel8,0 l DieselCO2-Emission(kombiniert)328 g/km269 g/km270 g/km203 g/km244 g/km203 g/kmAbgasnorm nachEU-KlassifikationEuro 5Euro 6Euro 4Euro 5 / Euro 6Euro 5Euro 5 / Euro 6

Discovery 5 (seit 2017)

Sterne im Euro NCAP-CrashtestErgebnisse des Land Rover Discovery 5 beim Euro-NCAP-Crashtest 105px

Auf dem Pariser Autosalon im Oktober 2016 präsentierte Land Rover die fünfte Generation des Discovery. Diese steht seit Frühjahr 2017 zu Preisen ab 50.500 Euro bei den Händlern. Dauerhaft werden vier Ausstattungsvarianten angeboten, zur Markteinführung bot Land Rover das Fahrzeug zusätzlich als auf 2400 Exemplare limitiertes Sondermodell „First-Edition“ mit dem stärksten Dieselmotor an. Eine überarbeitete Version der Baureihe wurde im November 2020 vorgestellt.

Um Gewicht zu sparen, baut die fünfte Generation nun statt auf einer Leiterrahmenkonstruktion auf einer selbsttragenden Karosserie aus Aluminium auf. Weiterhin ist der Discovery auch als Siebensitzer erhältlich.

Technische Daten