Die Alexejew I-215 () war ein sowjetisches experimentelles Jagdflugzeug. Es wurden nur Prototypen dieses Flugzeugtyps gebaut.

Entwicklung Form und Abmessungen dieser Maschine entsprachen weitgehend der Alexejew I-211. Hauptunterschied waren die verwendeten Triebwerke, außerdem sollte die I-215 ein Radargerät im Rumpfbug erhalten. Der Erstflug fand am 18. April 1948 statt, die Werkserprobung wurde am 20. Juni des Jahres abgeschlossen. Anschließend wurde noch die Bewaffnung am 23. und 24. Juni am Boden getestet. Obwohl sich die Produktion Anfang 1948 in Vorbereitung befand, ging die I-215 aufgrund der der MiG-15 und La-15 zugestandenen Priorität nicht in Serie.

Nach der Erprobung wurde das OKB von Alexejew am 21. Juni 1948 geschlossen und der Konstrukteur übernahm die Leitung des aus deutschen Spezialisten bestehenden OKB-1 (siehe Aktion Ossawakim). Dort entstand 1950 noch eine weitere Maschine mit – erstmals in der sowjetischen Luftfahrt – überarbeitetem Tandemfahrwerk (I-215D oder auch Flugzeug 155), mit dem das Fahrwerk des im OKB-1 entwickelten Bombers 150 erprobt werden sollte. Die Versuche mit dem deutschen Testpiloten Ludwig Hofmann begannen am 6. Juni und umfassten hauptsächlich Rollversuche mit bis zu 180 km/h. Lediglich fünf Flüge wurden während der über einjährigen und am 14. Juni 1951 beendeten Erprobung absolviert. Zudem übernahm in diesem Zeitraum das Institut für Flugforschung alle weiteren Arbeiten, da von sowjetischer Seite eine absichtliche Verschleppung vermutet wurde. Es konnten allerdings alle Berechnungen bestätigt werden und das Tandemfahrwerk fand im Flugzeug 150 sowie anderen sowjetischen Konstruktionen wie der Jakowlewschen Reihe Jak-25 bis Jak-28 oder dem Bombenflugzeug M-4 Verwendung.

Auf Basis der I-215 entstand noch das Projekt I-216 mit vorgesehener großkalibriger Kanonenbewaffnung, die zwei 76-mm-MK mit je 15 Schuss umfassen sollte. Außerdem entwickelte Alexejew auf der Grundlage deutscher Forschungsarbeit den Entwurf I-217 mit negativer Flügelpfeilung (siehe dazu EF 131). Keines davon wurde verwirklicht.

Technische Daten Alexejew I-215 Konstrukteur Semjon Alexejew Baujahr 1947 Besatzung 1 Pilot Länge 14,54 m Spannweite 12,25 m Höhe 3,80 m Flügelfläche 25,00 m² Flügelstreckung 6,0 Leermasse 4.000 kg Startmasse normal 6.890 kgmaximal 7.000 kg Antrieb zwei RD-500 (Rolls-Royce Derwent) Leistung je 15,6 kN (1.590 kp) Höchstgeschwindigkeit 960 km/h in 6.000 m Höhe910 km/h in 4.000 m Höhe970 km/h in Bodennähe Marschgeschwindigkeit 720 km/h Steigleistung 2:42 min auf 5.000 m Höhe Dienstgipfelhöhe 14.000 m Reichweite normal 1.700 kmmaximal 2.300 km Bewaffnung drei 37-mm-MK oderzwei 57-mm-MKdiverse Raketen sowie Waffenzuladungen bis zu 1.000 kg

Siehe auch Liste von Flugzeugtypen

Literatur Helmut F. Walther: Die Flugzeuge des Semjon Alexejew. In: Fliegerrevue. Nr. 1/1993. Burbach, Berlin, , S. 10ff. Rainer Göpfert: Jagdflugzeuge I-210 bis I-216 (=Frühe sowjetische Strahlflugzeuge, Teil 17). In: Fliegerrevue Nr. 9/2022. PPV Medien, Bergkirchen, , S. 46ff.

Weblinks

Alekseev I-215, Technische Daten aus anerkanntem Luftfahrtarchiv, mit Bild (deutsch)

Kategorie:Jagdflugzeug (1940–1949) Kategorie:Zweistrahliges Flugzeug Kategorie:Erstflug 1948 Kategorie:Nicht realisiertes Militärflugzeugprojekt (Sowjetunion)