Loudness ist eine japanische Heavy-Metal-Band.

Geschichte Loudness () wurde von Gitarrist Akira Takasaki (), * 22. Februar 1961, und Schlagzeuger Munetaka Higuchi (), 24. Dezember 1958 bis 30. November 2008, im Mai 1981 nach der Auflösung ihrer vorigen Band Lazy gegründet. Lazy hatte zwischen 1977 und 1980 beachtliche sechs Alben und diverse Singles in Japan veröffentlicht, war für Takasaki und Higuchi, die härtere Musik spielen wollten, aber zu pop-orientiert. Zu den beiden gesellten sich Minoru Niihara (), * 12. März 1960, der 1978 in der ersten Besetzung der Band Earthshaker gesungen und Bass gespielt hatte, als Sänger und Masayoshi Yamashita (), * 29. November 1961, von Zephyr als Bassist. Im August desselben Jahres ging die Band ins Chestnut Studio in Suzuka und veröffentlichte drei Monate später ihr Debütalbum The Birthday Eve. Gesungen wurde in japanischer Sprache und somit fand es außerhalb Japans kaum Beachtung. Dennoch war es ein sehr großer Erfolg und schlug kräftig in der japanischen Rock-Szene ein.

Am 17. Dezember 1981 gab die Band ihr erstes Konzert im Asakusa International Theater in Tokio. Die rund 3000 Tickets waren auf der Stelle ausverkauft. Das zweite Album Devil Soldier folgte im Juli 1982, im Januar 1983 The Law of Devil’s Land, im November das erste Live-Album Live-Loud-Alive (aufgenommen am 24. September 1983 im Nakano Sun Plaza in Tokio) und im Januar 1984 Disillusion (aufgenommen im SARM Studio in London), eine englischsprachige Version mit unterschiedlichem Cover und Bonustrack wurde im April 1984 veröffentlicht. Nachdem die Band bereits 1983 einige Konzerte in den USA und in Europa gegeben hatte, folgte im April/Mai 1984 eine längere Europatour, die die Gruppe auch nach Deutschland führte. Diese Tour wurde im Live-Video Eurobounds festgehalten. Außerdem hatten im April 1982 Akira Takasaki (Tusk of Jaguar) und im Mai 1983 Munetaka Higuchi (Destruction) bereits ihre ersten Soloalben herausgebracht. Higuchi produzierte 1983 zudem die ersten beiden Alben der Sängerin Mari Hamada sowie die Band Make Up.

Ausgestattet mit einem weltweiten Major-Deal mit Atco traf sich die Band im August 1984 im Sound City Studio in Los Angeles, um mit dem Produzenten Max Norman, der für seine Arbeit mit Ozzy Osbourne bekannt war, ihr fünftes Album, Thunder in the East, aufzunehmen. Gesungen wurde durchgehend auf Englisch. Als das Album im Januar 1985 erschien, erreichte es Platz 4 in den japanischen und Platz 74 in den US-Charts, wo es sich 19 Wochen am Stück halten konnte.

1985 tourte die Band monatelang durch Amerika, zunächst als Headliner in kleineren Hallen, dann als Vorgruppe der Band Mötley Crüe. Im Rahmen dieser Tour spielten sie als erste japanische Band am 14. August 1985 im Madison Square Garden in New York. Das 1986er-Album Lightning Strikes erreichte Platz 64 der US-Charts. Es folgten Touren (auch in Europa) mit Bands wie AC/DC, Poison und Stryper. Zudem spielte die Band in den Jahren 1985/86 auch rund 100 Konzerte in der japanischen Heimat. Nur in Japan wurde das zweite Live-Album 8186 Live im November 1986 veröffentlicht (aufgenommen am 3. und 4. April 1986 im Yoyogi National Gymnasium in Tokio vor jeweils über 12.000 Fans).

Ihr relativer Erfolg in den USA bewog die Band dazu, sich mehr in Richtung massenkompatibler „Pop-Metal“ zu bewegen. Allerdings floppte das Album Hurricane Eyes (1987) in den USA und konnte nicht die Top 100 erreichen. Daraufhin konzentrierte sich die Band zunächst wieder mehr auf den heimischen Markt. Die folgenden Alben Hurricane Eyes - Japanese Version und Jealousy wurden mit japanischen Texten auch nur in Japan veröffentlicht. Um auf dem US-Markt größeren Erfolg zu haben, wurde schließlich Sänger Minoru Niihara im Dezember 1988 gefeuert und durch den Ex-Obsession-Sänger Mike Vescera ersetzt. Niihara veröffentlichte 1989 zunächst ein Soloalbum (One) und gründete dann die Band Ded Chaplin, die Anfang der 1990er-Jahre drei Alben aufnahm. Konnte man in Japan durchaus an die alten Erfolge anknüpfen (On the Prowl beispielsweise erreichte Platz 7 der japanischen Charts), geriet die Karriere von Loudness trotz des amerikanischen Sängers im Westen allerdings vollends ins Stocken, sowohl Soldier of Fortune (1989) als auch On the Prowl (1991) floppten. Während einer US-Tour verließ Vescera im Streit die Band und wurde für die restlichen Konzerte von Masaki Yamada (Masaki) ersetzt (Ex-EZO). Auch Bassist Masayoshi Yamashita verließ bald darauf die Band. Für ihn stieg Taiji Sawada ein, ehemaliger Bassist der in Japan extrem populären Band X Japan. Nach seinem Abgang bei Loudness sang Mike Vescera u. a. bei Yngwie Malmsteen. Heute ist er wieder mit seiner alten Band Obsession aktiv.

Das Quartett Takasaki, Higuchi, Masaki und Sawada vollzog einen radikalen Stilwechsel vom Glamrock hin zu härten Klängen und veröffentlichte im Juni 1992 ein schlicht Loudness betiteltes neues Album. Es wurde der größte Verkaufserfolg in der Karriere von Loudness in Japan und erreichte Nummer 2 in den Charts. Nach einer ebenfalls überaus erfolgreichen Tour verließ Sawada (Selbstmord Juli 2011Loudness Bassist Passes Away Abgerufen am 18. Februar 2014.) Anfang 1993 die Band, Higuchi folgte im November 1993. Auch Masaki verließ zeitweilig die Band. Higuchi gründete danach mit seinem Ex-Kollegen Niihara, dem Earthshaker-Gitarristen Shara und dem Bassisten Koichi Terasawa die Band Sly, die zwischen 1994 und 1998 vier Alben veröffentlichte. Für das 1996er-Sly-Album Key arbeiteten Niihara und Higuchi nach rund zehn Jahren wieder mit dem Produzenten Max Norman zusammen. Nach der Auflösung von Sly stellte Niihara 1999 seine neue Band X.Y.Z.→A zusammen, in der auch noch heute, neben seiner Tätigkeit bei Loudness, singt.

1994 erschien ein neues Loudness-Album, Heavy Metal Hippies, in der Trio-Besetzung Takasaki (der auch Bass spielte), Masaki und Schlagzeuger Hirotsugu Homma (ebenfalls Ex-EZO). Als neuer Bassist stieß danach Naoto Shibata (Anthem) hinzu. Diese Besetzung spielte drei weitere Alben mit mäßigem künstlerischen und kommerziellen Erfolg ein. Live spielte die Band nur noch "Club Gigs". Takasaki war es dann schließlich, der zum 20. Geburtstag der Band im Jahre 2001 alle Gründungsmitglieder wieder vereinte und sie zum Weitermachen veranlasste. Das Comebackalbum Spiritual Canoe erreichte die japanischen Top 20 und auch die Comebacktour im März sowie die "20th Anniversary Tour" im November/Dezember 2001, jeweils in größeren Hallen, waren ausverkauft. Naoto Shibata regruppierte nach der Trennung von Loudness mit Hirotsugu Homma seine alte Band Anthem. Masaki Yamada wohnt in New York und spielt dort Bass in der Gruppe Firesign.

2006 feierte die Band ihren 25. Geburtstag und tourte zum ersten Mal seit 1987 wieder in der Originalbesetzung durch die USA und Kanada. Am 30. November 2008 verstarb ihr Schlagzeuger Munetaka Higuchi im Alter von 49 Jahren an Leberkrebs, der im Frühjahr 2008 diagnostiziert worden war. Die 2008-Konzerte spielte die Band zunächst mit dem Ersatz-Drummer Kozo Suganuma. Nach dem Tode von Higuchi wurde Masayuki Suzuki (), * 26. September 1972, festes Mitglied. Auch mit dem neuen Schlagzeuger veröffentlicht die Band regelmäßig neue Alben und tourt, neben der japanischen Heimat, auch durch Nordamerika, Asien und Europa.

Besetzung Gesang: Minoru Niihara 1981 bis 1988; 2000 bis heute Mike Vescera 1989 bis 1991 Masaki Yamada 1992/1993; 1994 bis 2000

Gitarre: Akira Takasaki 1981 bis heute

Bass: Masayoshi Yamashita 1981 bis 1992; 2000 bis heute Taiji Sawada 1992/1993 Naoto Shibata 1995 bis 2000

Schlagzeug: Munetaka Higuchi 1981 bis 1993; 2000 bis 2008 Hirotsugu Homma 1994 bis 2000 Kozo Suganuma 2008 (Gast für den kranken Higuchi) Masayuki Suzuki 2009 bis heuteLoudness: Besetzungen Abgerufen am 18. Februar 2014.

Diskografie

Studioalben 1981: The Birthday Eve 1982: Devil Soldier 1983: The Law of Devil’s Land 1984: Disillusion 1984: Disillusion – English Version 1985: Thunder in the East 1986: Shadows of War 1986: Lightning Strikes (internationale Version von SoW, anderes Cover, Mix und Gesang) 1987: Hurricane Eyes 1987: Hurricane Eyes – Japanese Version 1988: Jealousy (Mini-Album, sechs Songs) 1989: Soldier of Fortune 1991: On the Prowl 1992: Loudness 1994: Heavy Metal Hippies 1997: Ghetto Machine 1998: Dragon 1999: Engine 2001: Spiritual Canoe 2001: Pandemonium 2002: Biosphere 2004: Terror 2004: Racing 2005: Racing – English Version 2006: Breaking the Taboo 2008: Metal Mad 2009: The Everlasting 2010: King of Pain 2011: Eve to Dawn 2012: 2・0・1・2 2014: The Sun Will Rise Again 2018: Rise to Glory 2021: Sunburst

Livealben 1983: Live-Loud-Alive 1986: 8186 Live 1994: Once and for All 1995: Loud ‘n Raw 2000: Eurobounds – Remastered 2001: The Soldier’s Just Came Back 2002: Loudness Live 2002 2009: Live Loudest at the Budokan ’91 (plus DVD)

Kompilationen 1986: Never Stay Here, Never Forget You 1989: Early Singles 1991: Loud ’n’ Rare 1991: Loudest 1991: Loudest Ballard Collection 1996: Best Songs Collection 1996: Masters of Loudness 2001: Best of Loudness 8688 – Atlantic Years 2001: Re-Masterpieces 2004: Rock Shocks (neu aufgenommene Greatest Hits) 2005: The Best of Reunion 2012: Loudness Best Tracks – Columbia Years 2012: Loudness Best Tracks – Warner Years 2012: Loudness Best Tracks – Tokuma Japan Years 2012: Single Collection

Singles 1982: Burning Love / Bad News 1983: Geraldine / In the Mirror 1983: Road Racer / Shinkiro 1984: Crazy Night / No Way Out 1985: Gotta Fight / Odin / Flash Out (Maxi-Single) 1986: Let It Go / Dark Desire / Farewell (Maxi-Single) 1986: Risky Woman / Silent Sword / The Night Beast (Maxi-Single) 1987: So Lonely / Strike of the Sword (Japanese Versions) 1988: Long Distance Love / Good Things Going 1989: Dreamer and Screamer / Die of Hunger 1989: You Shook Me / Faces in the Fire 1991: Down ’n’ Dirty / Take It or Leave It 1991: In the Mirror / Sleepless Night 1991: Slap in the Face / Down ’n’ Dirty (Live) / Playin´Games (Live) / Find a Way (Live) 1992: Black Widow / Racing the Wind 1992: Slaughterhouse / House of 1000 Pleasures (Live) / S.D.I. (Live) 1994: Electric Kisses / House of Freaks 2004: Crazy Samurai / R.I.P. / Cyber Soul (Live) 2005: The Battleship Musashi / Wolfgang Amadeus / More Than Machine / The Battleship Musashi [Battle Mix] 2010: The Eternal Soldiers / The Danger Zone / The Eternal Soldiers (inst.) / The Danger Zone (inst.)

Videoalben 1983: Live-Loud-Alive Loudness In Tokyo 1984: Eurobounds 1985: Thunder In The East Vol.1 1985: Thunder In The East Vol.2 1986: Live In Tokyo Lightning Strikes 1991: Video Loudest 1992: Black Widow – Once And For All 1992: Welcome to the Slaughterhouse 2001: The Soldier’s just came back 2002: 20th Anniversary Pandemonium Tour 2003: Live Bioshere 2003: 20020324 Loud’n Fest Vol1 at Club Citta 2004: Loudness Live Terror 2004 2005: Rock-Shocking the nation 2005: Loudness Live limited edit at Germany in 2005 2005: Loudness Live Ii Seoul 2005 12 05 Official Bootles DVD Series Two 2007: Thanks 25th Anniversary Loudness Live at International Forum 2006112 2008: The Legend Of Loudness ~Live Complete Best 2008: Loudness Liveshocks 2008 Metal Mad Quattro Circuit 2009: The Legend Oo Loudness ~Live Complete Best~ 2009: Munetaka Higuchi Forever Our Hero 2010: Classic Loudness Live 2009 The Birthday Eve ~Thunder In The East Japan Tour 2010: 2009 DVD Munetaka Higuchi Forever Our Hero 2011: Loudness World Circuit 2010 Complete Live 2011: Loudness thanks 30th anniversary 2012: Everlasting Munetaka Higuchi vol 2 2012: Loudness 30th Anniversary World Tour In USA 2011 Live & Document 2012: Loudness 2011–2012 Live & Document in Japan 2013: Loudness 2012 Complete DVD ~Limited Edition Live Collection~ 2013: Loudness 2012 Complete DVD ~Regular Edition Live & document~ 2013: Best Music Videos

Weblinks

Offizielle Loudness-Webseite

Einzelnachweise