Der Landkreis Neuß (bis 1913 Kreis Neuß) existierte von 1816 bis 1929 als Landkreis im Regierungsbezirk Düsseldorf in der Rheinprovinz. Sitz der Kreisverwaltung und wichtigste Stadt war Neuß. Die zum Landkreis gehörenden Gemeinden liegen bis auf die 1909 Düsseldorf zugeschlagene Gemeinde Heerdt alle im heutigen Rhein-Kreis Neuss und gehören den Städten und Gemeinden Neuss, Dormagen, Grevenbroich, Kaarst, Korschenbroich, Meerbusch und Rommerskirchen an.

Verwaltungsgeschichte Der Kreis Neuß wurde 1816 aus dem Gebiet der in der Franzosenzeit eingerichteten Kantone Neuß und Dormagen gebildet.Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf 1816, S. 14. Das Kreisgebiet war in fünfzehn Bürgermeistereien gegliedert, den Nachfolgern der in der Franzosenzeit eingerichteten Mairien. Durch die Gemeindeordnung für die Rheinprovinz erhielten 1845 alle Orte, die einen eigenen Haushalt führten, den Status einer Gemeinde.Gemeindeordnung für die Rheinprovinz 1845, §1 Neuß, die einzige Stadt des Kreises, unterlag seit 1856 der Rheinischen Städteordnung. Die Gemeinde Gohr wechselte 1870 aus der Bürgermeisterei Nettesheim in die Bürgermeisterei Nievenheim.Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf 1870 Der Kreis war seitdem wie folgt gegliedert:Gemeindelexikon für das Königreich Preußen 1885

Bürgermeisterei Gemeinden Büderich Büderich Büttgen Büttgen Dormagen Dormagen, Hackenbroich Glehn Glehn Grefrath Grefrath Grimlinghausen Grimlinghausen, Uedesheim Heerdt Heerdt Holzheim Holzheim Kaarst Kaarst Nettesheim Frixheim-Anstel, Nettesheim-Butzheim Neuß Neuß (Stadt) Nievenheim Gohr, Nievenheim, Straberg Norf Norf, Rosellen Rommerskirchen Rommerskirchen Zons Zons Am 1. April 1909 schied Heerdt aus dem Kreis Neuß aus und wurde in die Stadt Düsseldorf eingemeindet. Die Stadt Neuß bildete seit dem 1. April 1913 einen eigenen Stadtkreis. Der Kreis Neuß hieß seitdem Landkreis Neuß. Am 1. August 1929 wurde der Landkreis aufgelöst und mit dem Kreis Grevenbroich zum Landkreis Grevenbroich-Neuß vereinigt. Gleichzeitig wurden Grimlinghausen und Uedesheim in die Stadt Neuss eingemeindet.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1816 27.454 1835 32.527 1871 43.930Gemeindelexikon für das Königreich Preußen 1885 1880 48.591 1890 54.588 1900 64.090 1910 70.354 1925 38.412

Die Landräte 1816–1842: Wilhelm von Bolschwing 1843–1849: Carl Conrad Loerick 1849–1850: Karl Friedrich Favreau (auftragsweise) 1850: Leonhard Stommel (auftragsweise) 1850–1851: Franz Aldenhoven (auftragsweise) 1851–1874: Hermann Seul 1874–1875: NN. Bruckhoff (vertretungsweise) 1875–1876: Constantin von Briesen (kommissarisch) 1876–1888: Kaspar von Heinsberg 1888–1898: Clemens Freiherr von Schorlemer-Lieser 1898–1906: Friedrich von der Leyen-Bloemersheim 1906–1916: Alexander von Brandt 1916–1918: Bruno Eichhorn (vertretungsweise) 1918–1922: Ferdinand von Lüninck 1922–1929: Simon Groener

Weblinks

Einzelnachweise

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